Myles Garrett verabschiedet sich emotional von den Browns

Nach neun Jahren verlässt Myles Garrett die Cleveland Browns. Am Montag gaben die Los Angeles Rams die Verpflichtung des NFL Defensive Player of the Year, der im Gegenzug für Pro-Bowl-Pass-Rusher Jared Verse und drei Draft-Picks von Ohio nach Kalifornien wechselt. Anschließend meldete sich der Superstar in den Sozialen Medien zu Wort.

„Es ist schwer in Worte zu fassen, was das wirklich bedeutet, wenn ein so großer Teil deines Lebens an einem Ort, um ein Team herum und mit einer Gemeinschaft im Rücken geprägt wurde“, teilte der Pass Rusher in einem Statement mit, das er am Montag über Instagram und X verbreitete: „Von meinem allerersten Spiel an habt ihr mich toll aufgenommen, und ich wollte dazu beitragen, den Erfolg in eine Stadt zurückzubringen.“

Obwohl der 30-Jährige in seinen neun Spielzeiten bei den Cleveland Browns stets zu den besten Verteidigern der Liga gehört, war er mit seinem Arbeitgeber nur selten erfolgreich. Nur 2020 und 2023 erreichte er mit dem Team die Playoffs. „Cleveland hat mich stärker gemacht“, blickte er auf seine Zeit in Ohio zurück: „Ihr habt mich herausgefordert. Ihr habt mir beigebracht, was Durchhaltevermögen bedeutet.“

Die Browns-Fans hätten ihm gezeigt, wie es ist, „auch dann da zu sein, wenn es nicht leicht ist und wie echte Loyalität aussieht“, schwärmte Garrett: „Durch die Höhen, Tiefen, Rückschläge, Verletzungen, Erwartungen, das schlechte Wetter und die schwierigen Spielzeiten seid ihr alle immer da gewesen. Das habe ich nie als selbstverständlich angesehen.“

Der zweifache Defensive Player of the Year gehört zu den neun Spielern seit der Einführung des Awards im Jahr 1971, die ihn mehrfach gewonnen haben – und er ist derzeit der einzige aktive Profi mit dieser Auszeichnung. Der Edge Rusher wurde 2017 von den Cleveland Browns als erster Draft-Pick in die NFL geholt. Seitdem zählt der Superstar ohne Unterbrechung zu den besten Verteidigern der Liga.

„Was ich ganz ehrlich sagen kann, ist Folgendes: Ich habe dieser Stadt alles gegeben, was ich hatte“, verabschiedete sich Garrett: „Ich habe das Trikot angezogen und diese Farben mit Stolz getragen, und ich bereue keine Sekunde, Teil dieses traditionsreichen Vereins gewesen zu sein.“

Overtime-Krimi! Schweizer WM-Traum geplatzt

Die Schweizer Eishockey-Seriensieger sind auch bei ihrer Heim-WM im Finale in einem Overtime-Krimi gescheitert.

Nach neun Erfolgen in Zürich zerschellte der Traum vom ersten Weltmeistertitel im Endspiel mit 0:1 (0:0, 0:0, 0:0, 0:1) nach Verlängerung an der kompromisslosen Defensive Finnlands.

Das Team um NHL-Star Roman Josi verlor damit nicht nur das erste Turnierspiel, sondern auch sein drittes WM-Finale nacheinander – und wie im Vorjahr gegen die USA nach torloser regulärer Spielzeit.

Konsta Helenius (71.) erzielte das Tor für die Finnen, die sich WM-Gold zum fünften Mal sicherten. Die Eidgenossen konnten unter ihrem neuen Chefcoach Jan Cadieux die Erfolgsgeschichte des wegen des Skandals um ein gefälschtes Corona-Impfzertifikat entlassenen Patrick Fischer nicht vollenden. In der perfekten Vorrunden hatten die Gastgeber den Olympiadritten noch mit 4:2 geschlagen.

Die erste Torchance in der Partie, die der DEL-Schiedsrichter André Schrader an der Seite des Schweden Tobias Björk leitete, hatten die aggressiv startenden Finnen: Verteidiger Olli Määttä scheiterte an Torhüter Leonardo Genoni (4.). Erst im ersten Powerplay kamen die Schweizer mit Timo Meier erstmals gefährlich vors Tor (11.). Zuerst jubelten die Finnen, aber zu früh: Anton Lundell schlug den Puck aus der Luft ins Tor, doch Schrader und Co. entschieden nach Videobeweis auf hohen Stock (14.).

Das zweite Drittel begannen die Gastgeber mit fünf gegen drei – dank strittiger Entscheidung der Schiedsrichter. Doch Josi und Co. brachten in doppelter Überzahl keine hochkarätige Chance zustande. Die starke finnische Defensive ließ wenig zu. Erst gegen Ende des Mittelabschnitts kamen die Schweizer besser ins Spiel, die beste Möglichkeit vergab Pius Suter (36.). Im dritten Drittel hatte Josi das Siegtor auf dem Schläger, doch Torhüter Justus Annunen kratzte den Puck von der Linie (53.). Erst die Overtime brachte die Entscheidung.

Böse Titel-Dämonen zerstören wieder den Traum des FC Arsenal

Der FC Arsenal hat die Hand so nah am Champions-League-Titel wie lange nicht. Im Elfmeterschießen aber versagen die Nerven. Die unendliche Geschichte geht weiter.

Da waren sie wieder. Die Unkenrufe. Der Spott sowieso. Der FC Arsenal hat mal wieder in einem entscheidenden Spiel verloren, „gebottled“, sagen die (jungen) Engländer. Unter Druck versagt. Die Memes schreiben sich quasi von selbst. Es ist ein britischer Running Gag. Ein bitterer für alle, die es mit den Gunners halten.

Dabei hatte es doch so gut begonnen. Wenn man sich einen Start in ein Champions-League-Finale malen könnte, dann wohl so. Ein langer, abgeblockter Ball auf Kai Havertz reichte, der DFB-Stürmer peitschte auf der Außenbahn in Richtung Tor und nagelte den Ball erbarmungslos an Keeper Matvei Safonov vorbei unter die Latte. Ein Traumtor. Dazu ein historisches. Kein anderer Deutscher hat jemals in zwei unterschiedlichen Champions-League-Finals getroffen.

1:0 nach sechs Minuten. Für ein defensiv so starkes Team wie die Londoner ein Geschenk. Arsenal stand sehr tief und hatte die favorisierten Pariser weitgehend im Griff. Die Achse um Gabriel und William Saliba funktionierte, selbst Havertz stand kurz vorm eigenen Sechzehner. Dem so famosen wie gefürchteten Pariser Angriffsblock um Khvicha Kvaratskhelia, Ousmane Dembélé und Désiré Doué gelang in der ersten Halbzeit nicht viel. Da nutzten auch 80 Prozent Ballbesitz wenig.

Doch während Arsenal im zweiten Durchgang vergaß, auch nach vorne etwas zu tun (kaum messbare xG-Werte), wurde PSG stärker. Ein Foul von Cristhian Mosquera an Kvaratskhelia zog einen Elfmeter nach sich. Weltfußballer Dembélé behielt die Nerven und erzielte den Ausgleich, die PSG-Fans zündeten die ersten Bengalos an.

Die Entscheidung musste aber krimigerecht im Elfmeterschießen fallen und produzierte auf Seiten von Arsenal in Eberechi Eze und Gabriel zwei tragische Figuren. Letzterer schoss den entscheidenden fünften Elfmeter über das Tor und besiegelte das nächste Trauma der Nord-Londoner.

Denn so dicht am ersehnten Titel waren sie lange nicht, zuletzt 2006. Auch damals gab es viel Drama. Jens Lehmann riss in der 18. Minute in großer Not Barcelona-Star Samuel Eto’o um und kassierte Rot. In Unterzahl kämpften die Gunners wie die Löwen, gingen sogar in Führung. Die Weltklasse von Eto’o, Deco und Ronaldinho reichte aber am Ende für die Katalanen zu einem knappen und glanzlosen 2:1-Sieg.

Scharfe Kritik an Bundestrainer Nagelsmann

Die Kritik an Julian Nagelsmann reißt nicht ab. Während die Nationalmannschaft die Vorbereitung auf die Fußball-WM aufgenommen hat, macht Kult-Coach Peter Neururer seinem Ärger über die Kommunikation des Bundestrainers Luft.

So würde sich „ganz Fußballdeutschland darüber das Maul zerreißen“, dass Manuel Neuer von Nagelsmann zur Weltmeisterschaft zurück ins DFB-Team geholt würde, monierte Neururer in seiner „Wettfreunde“-Kolumne.

Aus sportlicher Sicht könne er die Entscheidung sogar nachvollziehen, doch „der Zeitpunkt wirft viele, viele Fragen auf“, gab der 71-Jährige zu bedenken.

Neuer hatte nach der Heim-EM 2024 seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft erklärt, wurde von Nagelsmann jüngst aber umgestimmt, um beim XXL-Turnier in den USA, Mexiko und Kanada nochmal das deutsche Tor zu hüten.

Leidtragender des spektakulären Comebacks ist Oliver Baumann, der in der WM-Qualifikation zur Nummer eins aufgestiegen war, nun aber wieder ins zweite Glied rückt.

Der Umgang mit dem Hoffenheimer sei „einfach katastrophal“, wütete Neururer, der das Thema Kommunikation beim DFB anmahnte: „Es war einfach nur fürchterlich und ich finde es mehr als unsportlich […] dem Torhüter gegenüber.“

Baumann hatte seine Degradierung zumindest öffentlich gefasst aufgenommen und sich in den Dienst der Mannschaft gestellt.

Nagelsmann hat neben Neuer, Baumann und Alexander Nübel in Youngster Jonas Urbig auch einen reinen Trainingskeeper nominiert. Ein Vorgehen, das Neururer sauer aufstößt.

„Einen vierten Torhüter mitzunehmen, also einen Trainingstorhüter mitzunehmen, das ist eigentlich für die Person, die da angesprochen wird, in dem Fall Urbig, eine Diskreditierung und Diskriminierung“, wählte der frühere Bochumer drastische Worte.

Es könne doch nicht sein, dass ein Schlussmann „mittrainieren, aber nicht spielen“ dürfe. Dies sei mindestens „eigenartig“, so Neururer. Urbig hatte sich als Neuer-Vertreter beim FC Bayern zuletzt in den Fokus gespielt.

Knicks erstmals seit 1999 in den Finals – Brunson MVP

Die New York Knicks haben am Montag die Cleveland Cavaliers in Spiel 4 mit 130:93 auseinandergenommen und stehen erstmals seit 1999 wieder in den NBA Finals. Jalen Brunson wurde nach dem Sweep als MVP der Eastern Conference Finals ausgezeichnet.

Bereits zur Halbzeit führten die New York Knicks in der Rocket Arena mit 19 Punkten. Mit knapp neun Minuten auf der Uhr waren es dann 33 Zähler, weshalb Trainer Mike Brown seine Starter vom Feld nahm.

„Die Jungs haben großartig gespielt. Wir haben 65 Punkte durch Offensiv-Rebounds und Fast Breaks erzielt. Ich kann mich nicht daran erinnern, so etwas zu diesem Zeitpunkt der Saison schon einmal gesehen zu haben. Wir wollten das Tempo hochhalten“, sagte Brown nach dem elften Playoff-Sieg in Folge.

Karl-Anthony Towns war mit 19 Punkten Topscorer der Knicks und verbuchte mit 14 Rebounds ein Double-Double. Dahinter folgten OG Anunoby (17 Punkte), Landry Shamet (16), Mikal Bridges und Jalen Brunson (beide 15).

Brunson wurde anschließend einstimmig zum MVP der Serie gewählt und bekam von den Knicks-Legenden Patrick Ewing und Walt Frazier die Larry Bird Trophy überreicht.

„Ohne meine Mitspieler hätte ich es nicht geschafft. Ich darf mit ihnen ich selbst sein. Es ist eine Ehre, mit ihnen zusammenzuspielen“, sagte Brunson.

„Seine Arbeitsmoral ist nicht in Worte zu fassen“, lobte Brown den 29-jährigen US-Amerikaner, der in den Conference Finals im Durchschnitt 25,5 Punkte und 7,8 Assists auflegte. Auf die Frage, ob er einem Anführer wie Brunson schon einmal begegnet sei, nannte der Coach zwei ganz große Namen: „Tim Duncan und Steph Curry.“

Ausreißer schlägt Sprinterteams bei Giro ein Schnippchen

Fredrik Dversnes hat beim Giro d’Italia die 15. Etappe in Mailand als Ausreißer gewonnen. Der Norweger siegte nach 157 Kilometern auf dem Corso Venezia im Sprint einer vierköpfigen Ausreißergruppe vor den Italienern Mirco Maestri und Martin Marcellusi. Das heranrasende Hauptfeld konnte die Gruppe auf der Zielgeraden nicht mehr einholen. Sprinter Jonathan Milan vom deutschen Lidl-Team muss weiter auf seinen ersehnten Etappensieg warten. Ein deutscher Fahrer schaffte es nicht auf einen der ersten zehn Plätze.

Topfavorit Jonas Vingegaard verteidigte das Rosa Trikot des Gesamtführenden, das er sich am Samstag in den Alpen geholt hatte, auf dem flachen 15. Teilstück ohne Probleme. Hinter dem Dänen liegen weiter der zuvor Führende Afonso Eulálio aus Portugal (2:26 Minuten Rückstand) und der Österreicher Felix Gall (2:50).

Bei Temperaturen von mehr als 30 Grad fand sich kurz nach dem Start in Voghera die Ausreißergruppe. Auf dem Weg durch die Lombardei ließen die Sprinterteams sie gewähren, hielten den Abstand aber stabil bei gut zwei Minuten.

Zum Abschluss stand bei hohem Tempo viermal ein Rundkurs in der Mode-Metropole an. Mit der letzten echten Kurve zwei Kilometer vor dem Ziel war eigentlich alles für den Sprint Royal angerichtet. Aber das Peloton verschätzte sich und konnte die Ausreißer nicht mehr stellen.

Vingegaard will beim Giro nach der Tour de France und der Vuelta auch die dritte der drei großen Rundfahrten des Radsports gewinnen. Für den Dänen und seine Konkurrenten ging es am Pfingstsonntag vor allen Dingen darum, ohne Sturz ins Ziel zu kommen.

Nach dem zweiten Ruhetag wartet am Dienstag eine Bergankunft in der Schweiz auf die Fahrer. Die Rundfahrt endet am 31. Mai in Rom.

Dieser All-Pro soll auf ewig ein Charger bleiben

Die Los Angeles Chargers wähnen sich in einer guten Position, was die kommende Saison in der NFL betrifft. Doch auch darüber hinaus laufen schon die Planungen, in denen ein Defensiv-Star eine ganz wichtige Rolle spielen soll.

Die Rede ist von Safety Derwin James, der laut General Manager Joe Hortiz noch lange Zeit ein Spieler der Chargers sein soll. In der Sendung „Up & Adams“ sprach er über die Personalie und formulierte gegenüber Moderatorin Kay Adams ein klares Ziel.

„Es ist weit oben auf meiner Prioritätenliste“, sagte Hortiz zu Adams. „Ich habe die Geschichte schon mal erzählt: In Baltimore hatten wir Derwin in diesem Draft (2018, Anm. d. Red.) als die Nummer eins auf unserem Board – also als den besten verfügbaren Spieler, als wir an der Reihe waren. Aber wir haben uns für einen Trade nach hinten entschieden, und dann wurde er weggeschnappt. Als ich ihn das erste Mal traf, habe ich zu ihm gesagt: ‚Mensch, du hättest ein Raven sein sollen. Wir haben die Chance auf dich weggetauscht, aber ich bin froh darüber, denn jetzt bin ich ja hier.'“

Hortiz fuhr fort: „Er ist eine so außergewöhnliche Führungsfigur und Persönlichkeit. Genau wie bei Justin Herbert ist das Talent absolut echt und unbestreitbar. Aber die Art, wie er führt, motiviert und diese Energie auf jeden in der Organisation und im gesamten Gebäude überträgt – das ist wirklich einzigartig. Er gehört zu den Besten, die ich je erlebt habe, was Führungsqualitäten, Talent und Charakter angeht.“

James (29) geht Stand jetzt ins letzte Jahr eines Vierjahresvertrags in Höhe von 76,5 Millionen Dollar, den er im Jahr 2022 unterschrieben hatte. Er war der 17. Pick insgesamt im Draft 2018 und wurde direkt in seiner ersten Saison ins All-Pro First Team sowie in den Pro Bowl gewählt. Seither hat er es zweier längerer verletzungsbedingter Pausen insgesamt fünfmal in den Pro Bowl geschafft und gilt als einer der besten Safetys der NFL.

In 98 Spielen sammelte er bislang unter anderem zwölf Interceptions und 19 Sacks.

Monster-Comeback! Vegas drängt Avs an den Abgrund

Die Vegas Golden Knights stehen kurz vor dem Einzug in die Finals. Das Team aus Paradise setzte sich am Sonntag in Spiel 4 der Conference Finals mit 5:3 gegen die Colorado Avalanche durch und führt in der Serie mit 3-0.

Dabei drehten die Gastgeber in der T-Mobile Arena einen zwischenzeitlichen 0:3-Rückstand. Gabriel Landeskog (4.), Nazem Kadri (8.) und Jack Drury in Unterzahl (14.) brachten die beste Mannschaft der Regular Season im ersten Drittel auf Kurs.

Doch die Golden Knights fanden die passende Antwort: Mark Stone (21.) verkürzte nach nur 19 Sekunden im zweiten Abschnitt im Powerplay, William Karlsson (25.) und Keegan Kolesar (33.) glichen aus. Im Schlussdrittel sorgten Tomas Hertl (49.) und Brett Howden mit einem Empty-Net-Goal (60.) für die Entscheidung.

Die Avs stehen nun vor einer nahezu unlösbaren Aufgabe. Nur vier Teams haben in der NHL-Historie ein 0-3 noch gedreht. In den Conference Finals gelang dies in 49 Fällen noch nie.

„Wir sind am Boden, so tief unten, wie es nur geht“, sagte der restlos bediente Colorado-Coach Jared Bednar: „Jetzt stehen wir vor einem steilen Berg. Wir müssen uns sammeln und einen Weg finden, um ihn zu erklimmen.“

Hertl, Karlsson, Stone (alle 1 Tor, 1 Assist), Mitch Marner und Kaedan Korczak (beide 2 Assists) waren die besten Scorer der Golden Knights. Bei Colorado kam lediglich Devon Toews (2 Assists) auf 2 Punkte.

Vegas-Goalie Carter Hart wehrte 32 Schüsse ab, sein Gegenüber Scott Wedgewood 18.

Bitte für die Avs, die endlich wieder auf den verletzten Star-Verteidiger Cale Makar zurückgreifen konnten: Superstar Nathan MacKinnon musste im zweiten Drittel nach einem geblockten Schuss angeschlagen vom Eis. Der 30-jährige Kanadier kehrte erst während des Schlussdrittels zurück auf die Bank, konnte aber nur noch sporadisch eingesetzt werden.

„Man muss ihn töten, um ihn komplett vom Eis zu bekommen. So ist er einfach als Mensch und als Wettkämpfer. Er will den Sieg mehr als jeder andere, das war wieder ein Beispiel dafür“, sagte Wedgewood über MacKinnon. Ob der Topscorer der Truppe aus Denver in Spiel 4 am Dienstag dabei sein kann, ist unklar.

FC Bayern verneigt sich vor Matchwinner Kane

Mit einem klaren 3:0-Erfolg über den VfB Stuttgart sicherte sich der FC Bayern am Samstag den Sieg im DFB-Pokal. Der Matchwinner auf Münchner Seite war schnell gefunden und hieß einmal mehr Harry Kane. Der Angreifer wurde nach dem Spiel mit Lob überschüttet.

„Das“, schwärmte Uli Hoeneß bei „Sky“, „ist der beste Transfer, den wir je gemacht haben.“ Und vor allem sei Kane ein Spieler, der unverkäuflich sei. „Der FC Bayern ist ein Käuferverein, kein Verkäuferverein“, sagte der 74-Jährige.

Worte, die Bayern-Coach Vincent Kompany gerne hören wird, schließlich ist auch der Übungsleiter wenig überraschend schwer begeistert von seinem Schützling. „Er hat gezeigt, was für ein überragender Spieler er ist. Sein Spiel ist komplett“, lobte Kompany, der Kane „die Persönlichkeit für diese großen Spiele und die großen Momente“ bescheinigte.

Selbst von den unterlegeneren Stuttgartern gab es Anerkennung für Kane. „Das Gesamtpaket ist einfach nur Weltklasse, Weltspitze“, sagte Stuttgarts Trainer Sebastian Hoeneß: „Er hat den Unterschied gemacht. Er hat leider wieder einen seiner Tage gegen uns gehabt. Es ist kaum zu glauben, was er leistet.“

„Harry hat ein Jahrzehnt in der Premier League für Furore gesorgt, leider ohne Titel. Die sahnt er jetzt verdientermaßen ab“, setzte auch Bayern-Sportvorstand Max Eberl in die Lobeshymnen ein. „Für mich hat er absolutes Recht, Ballon d’Or-Gewinner zu werden.“

Mit seinen Treffern 59 bis 61 hatte Kane eine bemerkenswerte Saison der Bayern zu einem fulminanten Ende gebracht, nach Uwe Seeler 1963 (HSV), Roland Wohlfarth 1986 (FC Bayern) und Robert Lewandowski 2012 (BVB) ist der 32-Jährige erst der vierte Spieler, dem in einem DFB-Pokalfinale drei Tore gelangen.

„Das war auf jeden Fall eine der besten Nächte meiner Karriere“, sagte Kane im Anschluss. „Solche Abende sind der Grund, wieso ich hergekommen bin“, so der Engländer.

Doch wie lange bleibt Kane noch bei den Bayern? Sein Vertrag läuft im kommenden Jahr aus. Kane selbst kündigte Gespräche nach der WM an, versicherte aber: „Ich bin wirklich glücklich. Wir haben ein fantastisches Team, vielleicht das beste in Europa, einen super Trainer. Ich genieße meine Zeit.“

In drei Bayern-Jahren ist Kane dreimal Bundesliga-Torschützenkönig geworden. „Beide Seiten, denke ich, sind glücklich miteinander“, sagte er nach der „besten Saison meiner Karriere.“

Nagelsmann gab Baumann ein falsches Versprechen

Es war das große Thema rund um die Kader-Nominierung von Bundestrainer Julian Nagelsmann: Manuel Neuer fährt nach wochenlangen Spekulationen als Nummer eins mit zur WM. Auch einen Tag nach der Entscheidung kommt keine Ruhe in die Thematik.

Im Gegenteil, denn nun bringt „Bild“-Fußballchef Christian Falk im Podcast „Bayern-Insider“ erneut Schwung in die Diskussion – und wirft dabei ein ganz schlechtes Licht auf Julian Nagelsmann.

Dieser soll laut Falk bei seinem Gespräch im März mit Oliver Baumann zwar eine mögliche Rückkehr von Manuel Neuer erwähnt haben, allerdings nur unter einer bestimmten Voraussetzung.

„Da hat Nagelsmann nicht alles erzählt. Ich habe gehört, er hat es Baumann mit einem Zusatz gesagt, und zwar für den Fall, sollte er verletzt sein“, erklärte Falk.

Da Oliver Baumann offensichtlich nicht verletzt ist und dennoch degradiert wurde, scheint es so, als habe Julian Nagelsmann seine Prinzipien für Manuel Neuer über den Haufen geworfen.

Der Bundestrainer selbst hatte erklärt, man habe „Oli schon im März drüber informiert, dass es ein Treffen mit Manu gab. Natürlich ist es jetzt ein Schlag für Olli gewesen. Am Ende ziehe ich vor Olli den Hut, dass er eine gute Saison gespielt hat und sich in den Telefonaten der Mannschaft extrem commited hat.“