Der folgenschwere Sturz von Jonas Vingegaard auf der 15. Etappe der Tour de France 2026 sorgt im und außerhalb des Pelotons weiter für rege Diskussionen. Für einen Fahrer steht fest, wer für den Crash und das Tour-Aus des Dänen verantwortlich war: Vingegaards eigener Teamkollege.
Lidl-Trek-Fahrer Mads Pedersen ist der festen Überzeugung, dass nicht etwa Schlafmangel oder unglückliche Umstände den Sturz von Jonas Vingegaard auf der 15. Etappe der Tour de France ausgelöst haben, sondern dessen eigener Teamkollege Victor Campenaerts.
Campenaerts hatte den Visma-Zug auf dem Teilstück am Sonntag in den Kreisverkehr geführt, in dem Vingegaard die Kontrolle über sein Rad verlor und stürzte. „Es war ein massiver Fahrfehler, diesen Weg mit viel zu viel Geschwindigkeit zu nehmen“, urteilte Pedersen im „Lang Distance“-Podcast
Was er damit meinte: Campenaerts war bei der Einfahrt in den Kreisverkehr dem Begleitmotorrad gefolgt, das die Insel in der Mitte auf der linken Seite umkurvte. Vingegaards Helfer folgte dem Motorrad, obwohl der Weg rechts an der Insel vorbei eigentlich der naheliegendere gewesen wäre.
Für Pedersen dient der Weg des Motorradfahrers aber nicht als Entschuldigung. „Wenn du der führende Fahrer bist und dein ganzes Team an deinem Hinterrad hast, trägst du auch die Verantwortung, weil die anderen dir folgen“, bekräftigte der Lidl-Trek-Fahrer seine Vorwürfe gegen Vingegaards Teamkollegen.
Durch den weiteren Weg durch den Kreisverkehr habe sich die Kurve für Vingegaard und die anderen Visma-Fahrer am Ausgang zugezogen. „Er hat dann realisiert, dass er noch weiter nach rechts lenken musste, um dem Bordstein auszuweichen“, so Pedersen. Obwohl der Däne ein technisch hervorragender Fahrer sei, habe er dies nicht mehr geschafft.
Ob dies letztlich tatsächlich der Auslöser für den Sturz war, kann nur spekuliert werden. Als mögliche Ursache war in den letzten Tagen auch Schlafmangel genannt worden. Vingegaard war in der Nacht zu Sonntag um 2 Uhr nachts von den Doping-Kontrolleuren aus dem Bett geholt worden. Viele sind der Meinung, dass die unterbrochene Erholung zu Konzentrationsmängeln geführt hat, die dem Dänen letztlich die Tour kosteten.