Füllkrug spricht über BVB-Rückkehr

Ausgerechnet Niclas Füllkrug entreißt seinem Ex-Verein Borussia Dortmund in der Nachspielzeit den Sieg. Nach seinem Treffer für Werder Bremen zum 2;2 beim BVB spricht der 33-Jährige unter anderem über eine mögliche Rückkehr ins DFB-Team – wenn auch etwas widerwillig.

„Weiß ich nicht. Ich möchte auch nicht so gerne darüber reden“, sagte Füllkrug am „Sky“-Mikro angesprochen auf ein mögliches DFB-Comeback. „Jürgen Klopp hat da einen ganz anderen Weg eingeschlagen und ganz andere Jungs nominiert. Ihm geht es auch um die Zukunft. Das hat er ganz ordentlich beschrieben. Ich bin DFB-Fan. Ich gönne der Nationalmannschaft und jedem Spieler dort alles Beste und freue mich, wenn sie erfolgreich sind.“

Selbst ebenfalls wieder für die Nationalmannschaft aufzulaufen, schloss Niclas Füllkrug aber explizit nicht aus. „Wenn mein Land mich braucht, dann bin ich für mein Land da. Immer. Auch wenn ich 43 bin und noch einer in der Box stehen soll, dann komme ich auch. Aber ich bettle nicht darum und ich fordere nichts. Das wird auch nicht passieren.“

Gegen den BVB gelang Füllkrug in der zweiten Minute der Nachspielzeit noch der Ausgleichstreffer. Zuvor hatte Ludovit Reis (88.) Werder wieder herangeführt, Daniel Svensson (80.) und Nico Schlotterbeck (85.) trafen ebenfalls spät für die Gastgeber.

„Wenn man so zurückkommt und das Spiel am Ende so gestaltet, dann war heute wieder eine Wahnsinnsbereitschaft da“, sagte Füllkrug.

Am Ende habe Werder „noch eine zweite Luft herausgeholt“ und sei „mutiger geworden“. Er ergänzte: „Du kannst ein ganzes Spiel beim BVB nicht so gestalten wie die letzten 15 Minuten. Dann läufst du ins offene Messer. Bis zum ersten Gegentor hatten wir gut verteidigt. Deswegen bin ich einfach glücklich, dass wir hier mit einem Punkt wegfahren.“

Er selbst habe sich auf die Rückkehr zu seinem früheren Arbeitgeber gefreut. „Vielleicht ein bisschen ungünstig für den BVB: 20.30 Uhr im Signal Iduna Park, da kommt der Champions-League-Fülle raus“, schmunzelte Füllkrug. „Aber es hat sich tatsächlich ein bisschen so angefühlt. Das Schalalala beim Aufwärmen hat mich auch schon wieder motiviert. Das habe ich vermisst. Ganz tolle Atmosphäre. Das ist ein toller Verein, ein tolles Stadion. Den Jubel konnte ich mir trotzdem nicht verkneifen.“

HSV vor spektakulärer Rückholaktion

Einen Tag nach der Auftaktniederlage in der Bundesliga bei Borussia Dortmund (0:2) scheint es beim Hamburger SV positive Transfer-Nachrichten zu geben. Dem HSV glückt Medienberichten zufolge eine spektakuläre Rückholaktion.

Offensivkünstler Fabio Vieira steht kurz vor einer Rückkehr zum Hamburger SV. Das berichten mehrere Medien am Sonntagnachmittag übereinstimmend.

Der Portugiese wird demnach vom FC Arsenal fest verpflichtet, nachdem er in der Vorsaison vom Londoner Spitzenklub zunächst ausgeliehen und vorerst zum englischen Meister zurückgekehrt war. Noch am Sonntag soll der 26-Jährige in Hamburg den obligatorischen Medizincheck absolvieren.

Beim HSV hatten die Verantwortlichen seit Wochen mit dem FC Arsenal verhandelt, um den Spielmacher erneut verpflichten zu können. Nach der abgelaufenen Saison hatte der Nordklub die vorher vereinbarte Kaufoption noch verstreichen lassen. Laut „Sky“-Informationen glückte den Hamburgern nun ein regelrechter Coup: Für Vieira sollen neun Millionen Euro Ablöse fällig werden.

Mit dem Spieler soll bereits zuvor eine vollständige Einigung über einen neuen HSV-Vertrag erzielt worden sein. Sein neues Arbeitspapier bei den Rothosen wird dem TV-Sender zufolge bis 2030 datiert sein.

Zudem deutet sich der Transfer des marokkanischen Nationalspielers Zakaria El Ouahdi (KRC Genk) für die Position des Rechtsverteidigers an.

Die HSV-Verantwortlichen um Sportdirektor Claus Costa und Trainer Merlin Polzin hatten in den vergangenen Wochen intensiv an einer Rückholaktion von Vieira gearbeitet, der Edeltechniker gilt trotz finanziell schwieriger Verhandlungen als der absolute Wunschspieler der Hamburger. Mit sieben Toren und fünf Assists war Vieira in der Vorsaison der zentrale Faktor in der HSV-Offensive.

Kommentar zum El-Mala-Knall: Ein Transfer-Versagen des BVB

In den vergangenen Wochen tat Borussia Dortmund alles dafür, um Bundesliga-Shootingstar Said El Mala vom 1. FC Köln unter Vertrag zu nehmen. Nachdem ein neuerliches Angebot des BVB am Donnerstag vom Effzeh abgelehnt wurde, steigt der Vizemeister nun aus dem Poker um den U21-Nationalspieler aus. Eine Entscheidung der Dortmunder, die absolut nicht nachvollziehbar ist. Ein Kommentar.

Immer wieder war in den vergangenen Wochen davon zu lesen, dass Borussia Dortmund die „magische Grenze“ von 50 Millionen Euro nicht überschreiten wird, um sich die Dienste von Said El Mala zu sichern. Glaubt man Medienberichten von „Sky“, „Bild“ und „Express“ dann tat der BVB genau das aber am Mittwoch und bot gar bis zu 55 Millionen Euro, um den 19-Jährigen vom 1. FC Köln zu verpflichten.

Eine Offerte, die die angebliche Schmerzgrenze sprengte und die Kölner Forderungen erfüllt – das dachte man zumindest. Denn einmal mehr sorgte der BVB für Irritierung am Geißbockheim. Immer wieder sollen die Domstädter dem Vizemeister mitgeteilt haben, dass eine Fixsumme von 50 Millionen Euro erforderlich ist, um den El-Mala-Zuschlag zu erhalten. Auch das – wie man inzwischen weiß – finale Angebot erfüllte diese Anforderung nicht.

Daher ist es keine Überraschung, dass – je nach Quelle – Angebote von 46 bzw. 48 Millionen Euro an Sockelablöse plus bis zu sieben Millionen Euro Boni, am Rhein auf Granit stoßen. Die Konsequenz: „Said El Mala ist kein Spieler von Borussia Dortmund und wird es in diesem Sommer auch nicht werden“, stellte BVB-Geschäftsführer Lars Ricken am Freitag gegenüber der „WAZ“ klar. Mit einem heftigen Knall schließt sich die Tür für den 19-Jährigen.

Eine heftige Transfer-Schlappe für Dortmund, die sich die Westfalen allerdings selber eingebrockt haben. Von einer „Hinhaltetaktik“ in den Verhandlungen war aus Köln immer wieder die Rede. Der schleppende Poker um den U21-Nationalspieler verlief so träge, dass der Effzeh die Geduld verlor und sich Frust entwickelte, der den Preis für den BVB-Wunschspieler in die Höhe und über die Schmerzgrenze trieb.

WM-Verteidiger im Visier: FC Bayern winkt ab, BVB nun dran

Auch Bundesliga-Vizemeister Borussia Dortmund blickt dieser Tage gebannt in die USA, Mexiko und Kanada, um nach möglichen Verstärkungen Ausschau zu halten. Angeblich geht der Blick hin zu einem Abwehrspieler, der zwischenzeitlich auch beim FC Bayern gehandelt wurde.

Wie „Sport1“ berichtet, zeigt der BVB Interesse an einer Verpflichtung von Portugals Innenverteidiger Tomás Araujo. Mehr noch: Der Revierklub beschäftige sich „intensiv“ mit dem Profi von SL Benfica.

Während des ersten WM-Gruppenspiels der Iberer sollen sich auch Scouts von Borussia Dortmund unter den Zuschauern befunden haben. Beim überraschenden 1:1 gegen DR Kongo stand Araujo über die volle Spielzeit auf dem Rasen.

Wirklich konkret sei der Revierklub in der Personalie noch nicht geworden, heißt es beim TV-Sender. Ein erstes Angebot stehe noch aus.

Da der Abwehrspieler in Lissabon noch bis 2029 unter Vertrag steht, dürfte ein Transfer durchaus teuer werden. Die Ausstiegsklausel beträgt offenbar 80 Millionen Euro, sein Marktwert soll bei 30 Millionen Euro liegen.

Borussia Dortmund hatte sich im Frühjahr entschieden, den Vertrag mit Niklas Süle nicht zu verlängern. Wenig später verkündete der Ex-Nationalspieler sein Karriereende. Als Ersatz wurde bereits der gerade einmal 19 Jahre alte Joane Gadou von RB Salzburg unter Vertrag genommen. Die Schwarz-Gelben müssen dafür laut Medienberichten über 20 Millionen Euro in die Hand nehmen.

Der 24 Jahre alte Tomás Araujo war unterdessen zuletzt mehrfach auch mit dem FC Bayern in Verbindung gebracht worden. Laut Transfer-Reporter Ekrem Konur befinde er sich auf der „Shortlist“ des deutschen Rekordmeisters.

Laut „Bild“-Reporter Christian Falk zählt Araujo allerdings nicht zu Bayerns Transferkandidaten.

Der 1,87 Meter große Verteidiger stammt aus der Jugendabteilung von SL Benfica, im Frühjahr 2022 durfte er sein Ligadebüt geben. In der Saison 2022/23 war er an Ligakonkurrent Gil Vicente ausgeliehen, um Spielpraxis zu bekommen. Inzwischen steht Araújo bei 89 Partien in der Primeira Liga. Internationale Erfahrung sammelte er in bislang 23 Spielen in der Champions League.

Schlotterbeck-Hammer beim BVB perfekt

Das Warten hat ein Ende: BVB-Star Nico Schlotterbeck hat eine Entscheidung über seine Zukunft getroffen. Vorausgegangen war ein langer Vertragspoker.

Am Freitagnachmittag hatte der „kicker“ den Personal-Hammer bei Borussia Dortmund enthüllt, wenig später folgte die offizielle Bestätigung: Nico Schlotterbeck hat beim westfälischen Bundesligisten ein neues, bis 2031 gültiges Arbeitspapier unterschrieben.

Laut „kicker“ enthält der Vertrag eine Ausstiegsklausel, die zwischen 50 und 60 Millionen Euro liegen und nur für wenige Vereine gültig sein soll.

„Ich freue mich riesig, meinen Vertrag beim BVB verlängert zu haben. Dabei habe ich mir bewusst Zeit genommen, weil es für mich eine wichtige Entscheidung ist. Wir hatten zu jeder Zeit gute Gespräche und trotzdem war es für mich kein Prozess, der nach ein oder zwei Wochen schon abgeschlossen war. Die Verantwortlichen haben mir einen guten Plan aufgezeigt und ich weiß, was ich an dem Verein habe. Mein Ziel ist es, gemeinsam mit Borussia Dortmund Titel zu gewinnen“, wurde Schlotterbeck in der Mitteilung des Vereins zitiert.

Ursprünglich wäre Schlotterbecks Kontrakt 2027 ausgelaufen, was den Handlungsdruck für alle Seiten zuletzt erhöhte. Jetzt haben Klub und Spieler noch vor der WM Planungssicherheit.

Seine Unterschrift soll dem deutschen Nationalspieler eine Gehaltserhöhung einbringen, von einem fixen Salär von rund zehn Millionen Euro ist die Rede.

Borussia Dortmunds Geschäftsführer Sport Lars Ricken zeigte sich über die Einigung hocherfreut.

„Unser Ziel – Klarheit bis Mitte April – haben wir erreicht. Das war mir wichtig. Nico Schlotterbeck ist ein Leader beim BVB und in der Nationalmannschaft. Wir sind froh, dass er nach seiner zuletzt schweren Verletzung so schnell wieder Top-Niveau erreicht hat. Das zeigt seine Willensstärke und Klasse. Wir sind absolut überzeugt, dass sich Nico bei Borussia Dortmund noch weiterentwickeln und für unseren Verein unverzichtbar werden kann. Ihm das zu vermitteln, war uns in den von gegenseitigem Respekt und Vertrauen geprägten Gesprächen sehr wichtig“, hob der Ex-Profi hervor.

Matthäus mit spannender BVB-Aussage

Borussia Dortmund und Nico Schlotterbeck verhandeln weiter um eine Vertragsverlängerung. Laut Lothar Matthäus wäre der BVB dazu bereit, dem Innenverteidiger eine Ausstiegsklausel zu geben.

Noch steigt rund um das Vereinsgelände von Borussia Dortmund kein weißer Rauch auf, die Gespräche über eine Verlängerung mit Schlotterbeck dauern an. Der 26-Jährige ist bis Sommer 2027 gebunden. Der BVB machte mehrfach öffentlich deutlich, den Abwehrchef unbedingt langfristig binden zu wollen.

„Die Ausstiegsklausel nach der Weltmeisterschaft will er unbedingt drin haben, in der Hoffnung, dass er sich über die Weltmeisterschaft noch einmal ins Rampenlicht spielt, mit einem Erfolg der deutschen Nationalmannschaft als Stammspieler in der Innenverteidigung, sodass er am Ende vielleicht die Möglichkeit bekommt, zu einem noch größeren Verein zu gehen – mit einer möglicherweise höheren Wertschätzung, als er sie bei Dortmund bekommt. Und das ist, glaube ich, noch so ein bisschen in der Diskussion“, kommentierte TV-Experte Matthäus den Poker am Sonntag bei „Sky90“.

„Und ich weiß, dass Dortmund bereit wäre, ihm diese Ausstiegsklausel zu geben“, legte der Weltmeister von 1990 nach.

Sport-Geschäftsführer Lars Ricken hatte vor dem 2:0-Sieg beim VfB Stuttgart am Samstag verraten, dass die Gespräche nach der Länderspielpause wieder aufgenommen wurden. „Das Vertrauensverhältnis zwischen Nico und Verein ist zu 100 Prozent da“, betonte der BVB-Boss bei „Sky“.

„Wir werden jetzt nicht wieder Wochen warten, bis wir den nächsten Termin machen“, kündete Ricken zudem an, Tempo in der spannenden Personalfrage machen zu wollen.

„Ich hatte ein gutes Gespräch mit Lars und Ole [Sportdirektor Book, Anm.d.Red]. Wir führen die Gespräche diese Woche weiter. Dann wird es, glaube ich, nicht mehr lange dauern, bis ich eine Entscheidung treffe“, sagte Schlotterbeck selbst nach dem BVB-Erfolg in Stuttgart.

Er könne sich „natürlich vorstellen, hier zu bleiben. Trotzdem müssen alle Gespräche funktionieren und wir hoffen, dass wir diese Woche gute führen“, führte der Innenverteidiger aus.

BVB-Youngster erklärt seine Tor-Explosion

Es waren irre Jubel-Szenen, die sich in der 59. Minute zwischen Borussia Dortmund und dem FC Augsburg abspielten. Das 18-jährige Abwehrjuwel Luca Reggiani hatte per Kopf zum 2:0-Endstand für seinen BVB getroffen und war in den Momenten danach gar nicht mehr einzufangen. Nach der Partie sprach der Teenager über den bislang größten Moment seiner jungen Profikarriere.

„Verrückt! Ich konnte es kaum glauben, als ich sah, wie der Ball ins Tor ging. Ich kann das gar nicht beschreiben, wie sich das angefühlt hat, denn das war wirklich unglaublich“, zeigte sich der junge Innenverteidiger nach dem wichtigen Dortmunder Heimsieg gegen den FC Augsburg noch völlig aufgelöst.

Der Youngster hat in den vergangenen Wochen eine steile Entwicklung bei den Schwarz-Gelben genommen. Aufgrund der anhaltenden Personalprobleme in der Defensive berief BVB-Cheftrainer Niko Kovac den A-Jugendlichen zuletzt vermehrt in den Profi-Kader.

Fünf Einsätze für die Lizenzspielermannschaft stehen mittlerweile schon zu Buche für das italienische Top-Talent, einer davon in der Champions League.

Am Samstag marschierte der 1,94-Meter-Hüne dann erneut bei den Standardsituationen mit nach vorne. Mitte der zweiten Halbzeit war es dann tatsächlich soweit: Nach einer Ecke von Julian Ryerson war der groß gewachsene Innenverteidiger der Dortmunder nicht mehr zu verteidigen und nickte zum 2:0 direkt vor der Dortmunder Südtribüne ein.

Reggiani war danach nicht mehr zu halten und ließ seinen Emotionen freien Lauf: „Ich bin sehr glücklich, mein erstes Tor geschossen zu haben und jetzt geht es weiter“, meinte er Senkrechtstarter im Anschluss.

Über seine Beförderung von der U19- und U23-Auswahl der Dortmunder bis hin zu den Profis innerhalb weniger Wochen meinte der italienische Juniorennationalspieler begeistert: „Das geht alles so schnell. Vor einem Monat habe ich mein Debüt gegeben. Dann die Champions League und jetzt mein erstes Tor. Aber ja, ich bin sehr glücklich über alles, was gerade passiert. Es ist wirklich unglaublich, in diesem Stadion vor diesen Fans zu spielen.“

Schludriger BVB lässt Kehl und Kovac toben: „Das geht nicht“

Trotz langer Überzahl tut sich Borussia Dortmund beim 1. FC Köln enorm schwer. Dank der Treffer von Serhou Guirassy (16.) und Nationalspieler Maximilian Beier (60.) sichert sich der BVB zwar drei wichtige Punkte im Kampf um die Champions-League-Plätze, zufrieden mit der Leistung beim glücklichen Zittersieg sind Cheftrainer Niko Kovac und Sportchef Sebastian Kehl aber nicht.

„Ich mache es relativ kurz: Außer den drei Punkten, mit denen ich zufrieden bin, kann ich nicht zufrieden sein. Vor allem die erste Halbzeit, aber auch die zweite Halbzeit – mit einem Mann mehr. Das war es“, sagte der sichtlich bediente Niko Kovac nach dem 2:1-Sieg beim 1. FC Köln am Samstagabend auf der anschließenden Pressekonferenz.

Seine Spieler hatten nach dem Platzverweis gegen Verteidiger Jahmai Simpson-Pusey (45.+2) anscheinend gedacht, „heute kann man mal ein bisschen weniger machen“, kritisierte der 54-Jährige: „Das geht nicht“. Dass der BVB trotz Überzahl in der langen Nachspielzeit fast noch den Ausgleich kassierte, löste bei den Westfalen Rätselraten aus.

„Diese Frage haben wir uns direkt nach Spielschluss auch gestellt“, antwortete Sportdirektor Sebastian Kehl auf die Frage, wie sein Team den Dreier fast noch herschenken konnte: „Wir müssen daraus sehr, sehr schnell lernen. Es ist die Hauptaufgabe von allen Beteiligten, genau das nicht zuzulassen. Wir sind ein Mann mehr. Dass wir so noch in die Bredouille kommen und das Spiel vielleicht sogar noch mal kippen kann, darf uns einfach nicht passieren.“

Noch in den Katakomben des Müngersdorfer Stadions sei es zur Aussprache gekommen, so der ehemalige Mittelfeldspieler weiter: „Wir haben es sehr intensiv mit der Mannschaft diskutiert, um ein Gefühl dafür zu bekommen, warum wir nach dem 2:0 nicht noch weiter nach vorne spielen, auf ein drittes oder viertes Tor.“

Durch das 2:3 in der Vorwoche gegen den FC Bayern hat Dortmund mit elf Zählern Rückstand wohl die Minimalchance auf den Titel verspielt. Da der BVB auch in der Champions League und im DFB-Pokal ausgeschieden ist, droht ein zähes Saisonende für die Schwarzgelben.

Überraschende Kehrtwende im BVB-Poker mit Julian Brandt

Dass Julian Brandt seinen am Saisonende auslaufenden Vertrag bei Borussia Dortmund nicht noch einmal verlängert bekommt, schien noch vor wenigen Wochen so gut wie sicher. Zuletzt spielte sich der Offensivspieler in der Startelf von Niko Kovac aber wieder fest, überzeugte mit Toren und Vorlagen. Ein Umstand, der den BVB offenbar zu einem Umdenken bewegt hat.

„Wir sind jetzt in einer Phase, in der wir viele Spiele haben. Die möchten wir bis Weihnachten sauber zu Ende führen. Ich bin mir sicher, dass es Richtung Neujahr dann auch Gespräche geben wird mit Sebastian Kehl“, hatte Julian Brandt noch vor wenigen Wochen auf einer Pressekonferenz zu seiner BVB-Zukunft gesagt. Wie die Gespräche ausgehen werden, ist laut „Bild“ nicht absehbar.

Demnach der hat der ehemalige Leverkusener inzwischen die Qual der Wahl. Der ehemalige Nationalspieler könne den Informationen des Boulevardblattes zufolge nahezu frei entscheiden, ob er noch einmal bei Borussia Dortmund verlängert oder einen ablösefreien Wechsel im Sommer forciert. Potentielle Abnehmer könnten offenbar in der Premier League zu finden sein.

Brandt habe sich durch die jüngste Leistungssteigerung für ein neues Arbeitspapier beim BVB beworben, heißt es im Bericht weiter. Waren die Schwarz-Gelben lange skeptisch, die Zusammenarbeit mit dem 29-Jährige, der zwischenzeitlich nur noch auf Kurzeinsätze als Joker kam, fortzuführen, sei der Wunsch nach einem Verbleib des Kreativspielers am Westfalenstadion zuletzt wieder groß geworden, so die „Bild“.

Das Problem: Dass der gebürtige Bremer seinen Vertrag in der Ruhrpottmetropole auch wirklich verlängern wird, ist keinesfalls sicher. Um den 48-fachen DFB-Stars von einem Verbleib zu überzeugen, müsse sich der Bundesligist wohl „strecken“. Grundsätzlich könne sich Brandt eine Vertragsverlängerung aber vorstellen, heißt es weiter.

Zeitnah ist mit einer Zukunftsentscheidung des Rechtsfußes aber wohl nicht zu rechnen. Laut „Bild“ verspürt der Offensive Mittelfeldspieler keinerlei Druck, hat er offenbar doch inzwischen das Heft des Handelns in seinen eigenen Hände. Ein Entschluss fassen wolle der erfahrene Bundesligaprofi erst „in den kommenden Wochen“.

Matthäus schaltet sich in Kovac-Diskussion ein

Immer wieder gibt es rund um Borussia Dortmund Kritik am pragmatischen Spielstil von Cheftrainer Niko Kovac. Rekordnationalspieler Lothar Matthäus geht da nicht mit.

Niko Kovac ist der richtige Trainer für den BVB, meint Lothar Matthäus im exklusiven Gespräch mit RTL/ntv und sport.de. „Der Stil von Kovac ist ganz klar der richtige“, so der TV-Experte über die anhaltende Kritik am Kroaten. Auch das ernüchternde Remis in der Champions League gegen Außenseiter Bodö/Glimt vor heimischem Publikum ändere daran nichts, so Matthäus.

Er bilanzierte: „In der Bundesliga ist man auf Kurs, in der Champions League hat man Chancen, sich zu qualifizieren für die nächste Runde. Man ist immer noch dabei. Im Pokal ist man nur sehr unglücklich gegen Leverkusen ausgeschieden.“ All das müsse man auch im Vergleich zur Zeit vor dem Amtsantritt von Niko Kovac vor rund acht Monaten bewerten.

Dass es „viele Diskussionen“ im Umfeld des BVB gibt, sei derweil normal: „Dortmund ist ein großer Verein, da wird viel drüber geredet. Da wird auch jedes Wort, das der Spieler oder der Trainer sagt, auf die Goldwaage gelegt.“ Matthäus führte aus: „Aber Niko Kovac geht seinen Weg und ich glaube, dass das auch der richtige Weg für den BVB ist.“

BVB-Profi Julian Brandt, beim 2:2 gegen Bodö/Glimt mit einem Doppelpack erfolgreich, hatte zuletzt deutlich kritische Töne am Spielstil anklingen lassen, die – wie er wenig später betonte – aber nicht gegen Niko Kovac gerichtet gewesen waren. Nach dem Patzer gegen die Norweger hatte dann allen voran Nationalspieler Nico Schlotterbeck harsche Kritik geübt, damit aber vor allem das Auftreten der Mannschaft nach dem zweiten Führungstreffer gemeint. Kovac schloss sich den Worten des Innenverteidigers wenig später an.

Auch nach Meinung von Matthäus habe Schlotterbeck „das Recht“ als Führungsspieler, solche Dinge öffentlich zu monieren. „Natürlich ist einiges falsch gelaufen.“ 

Der BVB habe in der Königsklasse „zwei Punkte liegen lassen, weil man nicht konsequent das Spiel bis zum Ende durchgezogen hat. Und das hat Schlotterbeck im Endeffekt sehr klar und deutlich gesagt“, so der Weltmeister von 1990.