So denkt Podkolzin über Babcock und Knoblauch

Nach der Entlassung von Kris Knoblauch haben die Edmonton Oilers Mike Babcock als neuen Head Coach verpflichtet.

Nun äußerte sich Right Wing Vasily Podkolzin zum Trainerwechsel. „Die Entlassung von Kris hat in mir gemischte Gefühle ausgelöst. Schließlich hat er uns zweimal in die Stanley Cup Finals geführt“, sagte Podkolzin der russischen Zeitung Sport-Express. „Ich habe mich unter Kris weiterentwickelt, er hat mir spielerische Freiheiten gelassen. Es fällt mir schwer, die Situation objektiv zu beurteilen“, ergänzte der 25-Jährige.

Aber: „Die Zeit drängt, unsere Leistungsträger befinden sich auf dem Höhepunkt ihrer Karriere. Für Trainer ist das zugleich Fluch und Segen. Der Druck, Ergebnisse abzuliefern, ist enorm. Genau dafür wird ein Trainer bezahlt. Ich bin Kris sehr dankbar und habe ihm nach seiner Entlassung eine Dankesnachricht geschickt.“

Über Babcock habe er „die unterschiedlichsten Dinge gehört“, sagte Podkolzin: „Das Wichtigste ist, dass er die Mannschaft richtig führt. Es ist gut möglich, dass er neue Impulse einbringt. Wir brauchen frischen Wind. Wir hoffen sehr, dass Mike uns helfen wird. Er ist eine Legende des Eishockeys, daher freue ich mich darauf, mit ihm zusammenzuarbeiten.“

„Es ist möglich, dass er in bestimmten Momenten hart durchgreifen wird“, so der Mann aus Moskau: „Aber genau das brauchen wir. Mike hat mit den Führungsspielern gesprochen, und ich glaube, er hat einen Plan, wie er uns einsetzen will.“

Podkolzin wurde im Draft 2019 an zehnter Stelle von den Vancouver Canucks ausgewählt. Nach drei Jahren in Vancouver ging es 2024 weiter nach Edmonton.

Für die Oilers kam der Russe in der vergangenen Saison inklusive Playoffs in 88 Partien auf 43 Scorerpunkte (22 Tore, 21 Assists).

Inklusive „Gamechanger“: Leafs gehen auf Einkaufstour

Die Toronto Maple Leafs haben sich am ersten Tag der Free Agency in der NHL nicht lumpen lassen und gleich zahlreiche neue Spieler unter Vertrag genommen. Während das Team mit Sergei Bobrovsky nach Ansicht von General Manager John Chayka einen „echten Gamechanger“ verpflichtet hat, unterschrieben auch sechs neue Stürmer einen Vertrag in Toronto.

Sieben Jahre lang hütete Bobrovsky das Tor der Florida Panthers, gewann mit der Franchise aus Sunrise gleich zweimal den Stanley Cup. Nun aber ist die Ära des 37-Jährigen in Florida beendet. Mit dem Team aus der Hauptstadt Ontarios einigte sich der Goalie auf einen Dreijahresvertrag über insgesamt 21 Millionen Dollar (AAV von sieben Millionen Dollar).

„Sergei ist für uns ein echter Gamechanger“, jubelte General Manager John Chayka über den Coup: „Sein Lebenslauf spricht natürlich für sich. Möglicherweise wird er am Ende der beste Spieler aller Zeiten auf dieser Position sein. Einen solchen Spieler für dieses Team zu verpflichten, das den Durchbruch schaffen will – wir haben das Gefühl, dass er der richtige Spieler zur richtigen Zeit ist, nicht nur auf dem Eis, sondern ganz sicher auch abseits davon.“

Das Gesamtpaket bei dem Routinier, der Anthony Stolarz auf die Bank verdrängen wird, hätte einfach „sehr viel Sinn“ ergeben, führte Chayka aus: „Man hat immer seine eigene Meinung, aber tatsächlich einen Spieler dieses Kalibers zu verpflichten – er will gewinnen -, das sagt meiner Meinung nach viel über die Organisation aus, viel über die Eigentümer und viel über die Führungsqualitäten der Spieler. Er glaubt wirklich an unsere Jungs, was großartig ist.“

Durch die Bobrovsky-Verpflichtung war für Dennis Hildeby kein Platz mehr im Kader der Maple Leafs, die den Schlussmann im Tausch für Stürmer Nick Paul zu den Tampa Bay Lightning tradeten. Der 31-jährige Routinier war eine von insgesamt sechs Verstärkungen für die Angriffsreihe, die am Mittwoch den Weg nach Toronto fanden. Fünf Free-Agent-Offensivspieler unterschrieben ebenfalls.

Ex-Oiler Jack Roslovic, der in der vergangenen Spielzeit noch 21 Treffer für Edmonton markierte, unterschrieb für zwei Jahre und acht Millionen Dollar. Hinzu kommen mit Colton Sissons (zwei Jahre, 8,6 Millionen Dollar), Teddy Blueger (zwei Jahre, fünf Millionen Dollar), Zack MacEwen (zwei Jahre, 1,75 Millionen Dollar) und Brandon Duhaime (drei Jahre, 7,8 Millionen Dollar) weitere Neuverpflichtungen zur Stärkung der Kadertiefe.

Neuanfang mit neuem Vertrag für Kesselring

Kurz nach dem Trade mit den Buffalo Sabres haben die San Jose Sharks Michael Kesselring vertraglich längerfristig an sich gebunden. Das gab die Franchise aus Kalifornien am Sonntag bekannt.

Der Verteidiger unterschrieb einen Dreijahresvertrag im Gesamtwert von 13,5 Millionen Dollar.

„Michael ist körperlich stark und ein solider Two-Way-Player. Er agiert defensiv verantwortungsbewusst, offensiv vielseitig und wird uns an der blauen Linie verstärken. Wir freuen uns, dass er bei uns ist“, sagte San Jose Sharks-General-Manager Mike Grier.

Kesselring wurde im Draft 2018 an 164. Stelle von den Edmonton Oilers ausgewählt, gab sein NHL-Debüt aber erst in der Saison 2022/2023 im Trikot der Arizona Coyotes. 2025 wechselte der 26-jährige US-Amerikaner dann vom Utah Hockey Club nach Buffalo.

Im Trade für Kesselring sicherten sich die Sharks zudem den 27. Pick im jüngst ausgetragenen Draft. Dafür mussten sie den 20. Pick an die Sabres übergeben, die diesen letztlich für Ilia Mozorov nutzten. San Jose verpackte den Pick letztlich in einem weiteren Deal: Mit einem Paket um den Erstrundenpick tradeten sie nach oben, um Ryan Lin an Position 21 auszuwählen.

Bei den Sabres erlebte Kesselring eine persönlich enttäuschende Saison. Er durfte lediglich in 35 Spielen mitmischen und steuerte magere 2 Assists bei.

Nach 20 Jahren: Canes setzen sich wieder die Krone auf

Die Carolina Hurricanes haben zum zweiten Mal nach 2006 den Stanley Cup gewonnen. Am Sonntag machte das Team aus Raleigh in Spiel 6 durch einen 3:0-Sieg bei den Vegas Golden Knights die Serie mit 4-2 zu.

Taylor Hall (4.) brachte die Canes in der T-Mobile Arena im ersten Drittel auf Kurs, Jackson Blake (34.) erhöhte im zweiten Abschnitt. Ein Empty-Net-Goal von Nikolaj Ehlers (59.) sorgte im Schlussdrittel für die Entscheidung.

Blake (1 Tor, 1 Assist) war der einzige Spieler mit 2 Scorerpunkten. Goalie Brandon Bussi, der erneut statt Frederik Andersen zwischen den Pfosten stand, schaffte mit 22 Saves den ersten Playoff-Shutout seiner NHL-Karriere. Für die Golden Knights wehrte Carter Hart 20 Schüsse ab.

„Ich freue mich so sehr für die Jungs. Es bedeutet mir unglaublich viel, zu sehen, wie glücklich sie sind“, sagte Canes-Coach Rod Brind’Amour: „Es ist eine so großartige Geschichte mit dieser Mannschaft, ich bin wirklich stolz.“

Carolina, das in der Regular Season die beste Mannschaft der Eastern Conference und die insgesamt zweitbeste nach den Colorado Avalanche war, lag in den Finals mit 0-1 und 1-2 zurück, ehe drei Siege in Folge gelangen.

„Es ist unglaublich. Ich bin schon ziemlich viel herumgekommen in meiner Karriere, aber als ich hierherkam, habe ich mich innerhalb weniger Tage wie zu Hause gefühlt“, sagte Hurricanes-Left-Wing Hall: „Das ist Rod und dem Trainerstab zu verdanken. Aber ich freue mich auch riesig für die Jungs, die schon seit sieben oder acht Jahren hier sind. Es ist eine großartige Truppe, mehr hätte ich mir nicht wünschen können.“

Für die Golden Knights, die in der Western Conference auf Platz vier einliefen, war es die dritte Finals-Teilnahme im neunten Jahr ihres Bestehens. 2023 setzte sich das Team aus Paradise zum bislang einzigen Mal die Krone auf.

„Natürlich sind wir im Moment enttäuscht“, sagte Vegas-Trainer John Tortorella, der den Posten erst Ende März von Bruce Cassidy übernommen hat: „Ich muss aber sagen, dass ich mich sehr glücklich schätze, dass ich mit diesem tollen Team arbeiten darf.“

DEB-Gegner für Eishockey-WM 2027 fix

Deutschland muss bei der Eishockey-Heim-WM im kommenden Jahr unter anderem gegen Weltmeister Finnland und den WM-Zweiten Schweiz in der Vorrunde antreten.

Laut Gruppeneinteilung des Weltverbandes IIHF spielt das deutsche Team dann mit einem neuen Bundestrainer in Mannheim außerdem gegen Schweden, Lettland, Österreich, Slowenien und Aufsteiger Ukraine. Die Gruppe B unter anderem mit Kanada und Olympiasieger USA spielt in Düsseldorf.

Die Weltmeisterschaft 2027 findet vom 14. bis 30. Mai statt. Geplant ist wie schon bei der Heim-WM 2010 wieder ein Eröffnungsspiel in der Fußballarena auf Schalke mit deutscher Beteiligung. Damals hatten 77.803 Zuschauer beim deutschen 2:1-Sieg nach Verlängerung gegen die USA für einen Weltrekord gesorgt, der inzwischen allerdings nicht mehr besteht.

Die Suche nach einem neuen Bundestrainer dürfte sich derweil noch etwas hinziehen. Der Deutsche Eishockey-Bund hatte sich nach dem erneuten Verpassen des Viertelfinals bei der WM im Mai in der Schweiz von Harold Kreis getrennt. Konsequenzen nach dem dritten enttäuschenden großen Turnier in Serie für DEB-Sportvorstand Christian Künast hatte es überraschenderweise zunächst nicht gegeben.

Wie die Fachzeitschrift „Eishockey News“ berichtet, soll Künast künftig aber ein Teammanager zur Seite gestellt werden. Dafür soll zunächst eine sogenannte Task Force mit Vertretern aus der DEL installiert werden, die diesen Teammanager benennt. Erst danach soll mit der Suche nach einem neuen Bundestrainer begonnen werden.

Overtime-Krimi! Schweizer WM-Traum geplatzt

Die Schweizer Eishockey-Seriensieger sind auch bei ihrer Heim-WM im Finale in einem Overtime-Krimi gescheitert.

Nach neun Erfolgen in Zürich zerschellte der Traum vom ersten Weltmeistertitel im Endspiel mit 0:1 (0:0, 0:0, 0:0, 0:1) nach Verlängerung an der kompromisslosen Defensive Finnlands.

Das Team um NHL-Star Roman Josi verlor damit nicht nur das erste Turnierspiel, sondern auch sein drittes WM-Finale nacheinander – und wie im Vorjahr gegen die USA nach torloser regulärer Spielzeit.

Konsta Helenius (71.) erzielte das Tor für die Finnen, die sich WM-Gold zum fünften Mal sicherten. Die Eidgenossen konnten unter ihrem neuen Chefcoach Jan Cadieux die Erfolgsgeschichte des wegen des Skandals um ein gefälschtes Corona-Impfzertifikat entlassenen Patrick Fischer nicht vollenden. In der perfekten Vorrunden hatten die Gastgeber den Olympiadritten noch mit 4:2 geschlagen.

Die erste Torchance in der Partie, die der DEL-Schiedsrichter André Schrader an der Seite des Schweden Tobias Björk leitete, hatten die aggressiv startenden Finnen: Verteidiger Olli Määttä scheiterte an Torhüter Leonardo Genoni (4.). Erst im ersten Powerplay kamen die Schweizer mit Timo Meier erstmals gefährlich vors Tor (11.). Zuerst jubelten die Finnen, aber zu früh: Anton Lundell schlug den Puck aus der Luft ins Tor, doch Schrader und Co. entschieden nach Videobeweis auf hohen Stock (14.).

Das zweite Drittel begannen die Gastgeber mit fünf gegen drei – dank strittiger Entscheidung der Schiedsrichter. Doch Josi und Co. brachten in doppelter Überzahl keine hochkarätige Chance zustande. Die starke finnische Defensive ließ wenig zu. Erst gegen Ende des Mittelabschnitts kamen die Schweizer besser ins Spiel, die beste Möglichkeit vergab Pius Suter (36.). Im dritten Drittel hatte Josi das Siegtor auf dem Schläger, doch Torhüter Justus Annunen kratzte den Puck von der Linie (53.). Erst die Overtime brachte die Entscheidung.

Monster-Comeback! Vegas drängt Avs an den Abgrund

Die Vegas Golden Knights stehen kurz vor dem Einzug in die Finals. Das Team aus Paradise setzte sich am Sonntag in Spiel 4 der Conference Finals mit 5:3 gegen die Colorado Avalanche durch und führt in der Serie mit 3-0.

Dabei drehten die Gastgeber in der T-Mobile Arena einen zwischenzeitlichen 0:3-Rückstand. Gabriel Landeskog (4.), Nazem Kadri (8.) und Jack Drury in Unterzahl (14.) brachten die beste Mannschaft der Regular Season im ersten Drittel auf Kurs.

Doch die Golden Knights fanden die passende Antwort: Mark Stone (21.) verkürzte nach nur 19 Sekunden im zweiten Abschnitt im Powerplay, William Karlsson (25.) und Keegan Kolesar (33.) glichen aus. Im Schlussdrittel sorgten Tomas Hertl (49.) und Brett Howden mit einem Empty-Net-Goal (60.) für die Entscheidung.

Die Avs stehen nun vor einer nahezu unlösbaren Aufgabe. Nur vier Teams haben in der NHL-Historie ein 0-3 noch gedreht. In den Conference Finals gelang dies in 49 Fällen noch nie.

„Wir sind am Boden, so tief unten, wie es nur geht“, sagte der restlos bediente Colorado-Coach Jared Bednar: „Jetzt stehen wir vor einem steilen Berg. Wir müssen uns sammeln und einen Weg finden, um ihn zu erklimmen.“

Hertl, Karlsson, Stone (alle 1 Tor, 1 Assist), Mitch Marner und Kaedan Korczak (beide 2 Assists) waren die besten Scorer der Golden Knights. Bei Colorado kam lediglich Devon Toews (2 Assists) auf 2 Punkte.

Vegas-Goalie Carter Hart wehrte 32 Schüsse ab, sein Gegenüber Scott Wedgewood 18.

Bitte für die Avs, die endlich wieder auf den verletzten Star-Verteidiger Cale Makar zurückgreifen konnten: Superstar Nathan MacKinnon musste im zweiten Drittel nach einem geblockten Schuss angeschlagen vom Eis. Der 30-jährige Kanadier kehrte erst während des Schlussdrittels zurück auf die Bank, konnte aber nur noch sporadisch eingesetzt werden.

„Man muss ihn töten, um ihn komplett vom Eis zu bekommen. So ist er einfach als Mensch und als Wettkämpfer. Er will den Sieg mehr als jeder andere, das war wieder ein Beispiel dafür“, sagte Wedgewood über MacKinnon. Ob der Topscorer der Truppe aus Denver in Spiel 4 am Dienstag dabei sein kann, ist unklar.

DEB-Team kassiert empfindliche WM-Pleite

Auch mit Geburtstagskind Lukas Reichel hat die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft einen kapitalen WM-Fehlstart hingelegt, das Ziel Viertelfinale gerät schon früh in Gefahr.

Beim ersten Einsatz des nachgereisten NHL-Stürmers unterlag das Team von Bundestrainer Harold Kreis Lettland mit 0:2 (0:1, 0:1, 0:0) und steht nach zwei Pleiten in zwei Spielen bereits enorm unter Druck – mit nur einem Tor in 120 WM-Minuten. Nächster Gegner ist am Montag (20.20 Uhr/ProSieben und MagentaTV) der bislang ungeschlagene Gastgeber Schweiz.

„Wir hatten zu wenig Verkehr vor dem Tor. Fertig. Das gibt’s nichts anderes zu sagen“, sagte Kreis bei „ProSieben“: „Wir haben erst nach dem zweiten Gegentor Gas gegeben.“

Auch Dominik Kahun war frustriert: „Wir hatten wieder genügend Chancen, wir müssen einfach die Dinger machen“, meinte der Stürmer. „Wir müssen schauen, dass wir morgen wieder angreifen. Wir sind einfach nicht gut genug gerade, da müssen wir ehrlich sein.“

An Reichels 24. Geburtstag fand die stark ersatzgeschwächte Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB), die zum Auftakt bereits 1:3 gegen den Olympiadritten Finnland verloren hatte, keinen Weg vorbei an DEL-Torhüter Kristers Gudlevskis. Martins Dzierkals (19.) und Rudolfs Balcers (25.) trafen für das deutlich verjüngte lettische Team, das bei den Winterspielen in Mailand in ganz anderer Besetzung schon die deutschen Stars um Leon Draisaitl mit 4:3 besiegt hatte.

Ohne Draisaitl und Co., aber immerhin mit vier NHL-Profis, enttäuschte die DEB-Auswahl um Kapitän Moritz Seider vor 6000 Zuschauern in Zürich auf ganzer Linie.

Edmonton-Stürmer Joshua Samanski vergab die größte Chance allein vor Gudlevskis (32.). Die Letten mit nur noch zehn Olympiateilnehmern und einem einzigen NHL-Spieler nutzten die Schwächen eiskalt aus. Reichel war am Donnerstag angereist, zuvor hatte er einen neuen Vertrag bei den Boston Bruins unterschrieben. Gegen Finnland hatte Kreis ihm noch eine Pause gegönnt.

An Reichels 24. Geburtstag fand die stark ersatzgeschwächte Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB), die zum Auftakt bereits 1:3 gegen den Olympiadritten Finnland verloren hatte, keinen Weg vorbei an DEL-Torhüter Kristers Gudlevskis. Martins Dzierkals (19.) und Rudolfs Balcers (25.) trafen für das deutlich verjüngte lettische Team, das bei den Winterspielen in Mailand in ganz anderer Besetzung schon die deutschen Stars um Leon Draisaitl mit 4:3 besiegt hatte.

Furiose Habs drehen Serie gegen Buffalo

Die Montreal Canadiens haben sich mit dem nächsten Kantersieg gegen die Buffalo Sabres erstmals die Führung in ihrer Zweitrundenserie geholt. Die Habs gewannen das erste Heimspiel am Sonntag mit 6:2 und liegen nun 2-1 vorn.

Einer der Erfolgsgaranten war wieder einmal Alex Newhook, der wie schon beim 5:1 in Buffalo vor zwei Tagen zwei Tore erzielte, darunter wieder den wichtigen ersten Treffer für Montreal.

Nachdem Tage Thompson die Sabres innerhalb der ersten Minute in Führung gebracht hatte, löste Newhook mit seinem Ausgleich kurz vor der ersten Drittelpause eine Lawine aus: Sechs Minuten brauchten die Habs, um mit Toren von Cole Caufield, Zachary Bolduc und Juraj Slafkovsky auf 4:1 davonzuziehen.

Rasmus Dahlin ließ bei den Gästen noch einmal kurz Hoffnung aufkommen, die aber spätestens mit dem 5:2 durch Kirby Dach nach knapp neun Minuten im Schlussdrittel dahin war. Den Deckel setzte Newhook drauf, der einen Empty-Netter zugesprochen bekam, weil Dahlin ihn bei seinem Pfosten-Treffer zuvor mit dem Stock behindert hatte.

Habs-Goalie Jakub Dobes kam auf 26 Saves und wurde vom kanadischen Publikum ordentlich abgefeiert. Warum der Rookie derart beliebt bei den Anhängern des Rekordmeisters ist, wurde beim Post-Game-Interview in der Kabine wieder einmal mehr als deutlich: „Ich bin kein Held“, sagte der Tscheche: „Ich bin einfach nur ich. Ein alberner Goalie, der versucht, Pucks zu halten.“

Alex Lyon war mit 31 Paraden für Buffalo zur Stelle, muss sich jedoch wie der gesamte Top-Seed der Atlantic Division vor Spiel 4 in Montreal am Dienstag etwas einfallen lassen.

Edmonton Oilers stecken „in der Klemme“

Nachdem die Edmonton Oilers das Spiel 1 der Playoff-Serie gegen die Anaheim Ducks noch für sich entscheiden konnten, steht das Team nach drei Niederlagen in Folge vor dem dritten Heimspiel mit dem Rücken zur Wand. Die Hoffnung, mit drei Siegen in Folge doch noch in die nächste Runde der NHL-Postseason einziehen zu können, ist bei der Franchise aus Alberta aber weiterhin groß.

„In dieser Mannschaft herrscht weiterhin großer Glaube“, gab Head Coach Kris Knoblauch nach der 3:4-Overtime-Niederlage am Sonntag zu Protokoll: „Wir waren schon in einigen ziemlich schlechten Situationen und dieses Team gibt niemals auf. Die Jungs sind widerstandsfähig und haben viel Kampfgeist. In diesen schwierigen Momenten haben wir das Beste von ihnen gesehen.“

Tatsächlich ist die Situation für den Finalisten der Vorsaison nicht neu: Bereits in den vergangenen Jahren konnte man auf dem Weg in die Finals noch Rückstände gegen die Los Angeles Kings (0-2) und Vancouver Canucks (2-3) aufholen. Auch gegen die Florida Panthers 2024 gelang es den Oilers fast, einen 0-3-Rückstand noch zu drehen. Erst in Spiel 7 musste man sich damals geschlagen geben.

Vor dem dritten Heimspiel am Dienstag im Rogers Place stecke man dennoch „in der Klemme, daran besteht kein Zweifel“, ist sich Oilers-Kapitän Connor McDavid der Lage bewusst. „Wir müssen einen Weg finden, zu Hause einen Sieg zu holen. Wir geben alle unser Bestes da draußen. Wir arbeiten alle hart und versuchen, es zu schaffen.“ Dass den Oilers erneut ein Comeback gelingen kann, davon ist Verteidiger Mattias Ekholm überzeugt.

„Schaut euch nur das letzte Jahr an: Wir lagen 0-2 gegen L.A. zurück, haben uns dann zurückgemeldet und vier Spiele in Folge gewonnen“, verwies er auf die Vorsaison: „Diese Mannschaft hat das schon einmal geschafft. Ehrlich gesagt ist das keine Situation, in der wir uns gerne befinden, aber nun sind wir hier, und ich habe vollstes Vertrauen, dass wir nach Hause fahren, ein Spiel gewinnen und sie ins Wanken bringen können.“