Ausreißer schlägt Sprinterteams bei Giro ein Schnippchen

Fredrik Dversnes hat beim Giro d’Italia die 15. Etappe in Mailand als Ausreißer gewonnen. Der Norweger siegte nach 157 Kilometern auf dem Corso Venezia im Sprint einer vierköpfigen Ausreißergruppe vor den Italienern Mirco Maestri und Martin Marcellusi. Das heranrasende Hauptfeld konnte die Gruppe auf der Zielgeraden nicht mehr einholen. Sprinter Jonathan Milan vom deutschen Lidl-Team muss weiter auf seinen ersehnten Etappensieg warten. Ein deutscher Fahrer schaffte es nicht auf einen der ersten zehn Plätze.

Topfavorit Jonas Vingegaard verteidigte das Rosa Trikot des Gesamtführenden, das er sich am Samstag in den Alpen geholt hatte, auf dem flachen 15. Teilstück ohne Probleme. Hinter dem Dänen liegen weiter der zuvor Führende Afonso Eulálio aus Portugal (2:26 Minuten Rückstand) und der Österreicher Felix Gall (2:50).

Bei Temperaturen von mehr als 30 Grad fand sich kurz nach dem Start in Voghera die Ausreißergruppe. Auf dem Weg durch die Lombardei ließen die Sprinterteams sie gewähren, hielten den Abstand aber stabil bei gut zwei Minuten.

Zum Abschluss stand bei hohem Tempo viermal ein Rundkurs in der Mode-Metropole an. Mit der letzten echten Kurve zwei Kilometer vor dem Ziel war eigentlich alles für den Sprint Royal angerichtet. Aber das Peloton verschätzte sich und konnte die Ausreißer nicht mehr stellen.

Vingegaard will beim Giro nach der Tour de France und der Vuelta auch die dritte der drei großen Rundfahrten des Radsports gewinnen. Für den Dänen und seine Konkurrenten ging es am Pfingstsonntag vor allen Dingen darum, ohne Sturz ins Ziel zu kommen.

Nach dem zweiten Ruhetag wartet am Dienstag eine Bergankunft in der Schweiz auf die Fahrer. Die Rundfahrt endet am 31. Mai in Rom.

Kritik und Zweifel an Vingegaard nach Zeitfahr-Klatsche

Nach zehn von 21 Etappen ist Radsport-Superstar Jonas Vingegaard auf bestem Wege, seinen ersten Giro d’Italia zu gewinnen. Trotzdem gibt es Kritik an seiner Vorstellung und Zweifel an seiner Leistungsfähigkeit.

Die Vorstellung von Jonas Vingegaard beim diesjährigen Giro d’Italia hat bei einigen Experten und früheren Profis Fragezeichen aufgeworfen. Zwar gewann der Däne bereits zwei Bergetappen und unterstrich damit seinen Favoritenstatus, doch besonders sein Auftritt im Einzelzeitfahren auf dem zehnten Tagesabschnitt bereitet so manchem Beobachter Kopfzerbrechen.

„Ich habe mehr von ihm erwartet“, urteilte etwa der frühere britische Tour-de-France-Sieger Geraint Thomas im „Watts Occurring“-Podcast, nachdem Vingegaard im Zeitfahren drei Minuten auf Tagessieger Filippo Ganna verloren hatte und nur 13. geworden war.

Thomas‘ Vermutung: Der dänische Superstar ist womöglich nicht in Vollbesitz seiner Kräfte. „Vielleicht ist er krank oder so was. Versteht mich nicht falsch, er hat auch in den Bergen alle Gegner zerstört und zwei Etappen gewonnen. Aber bei den Standards, die er gemeinsam mit Pogacar gesetzt hat, hätte ich erwartet, dass sein Vorsprung [auf der 9. Etappe] auf Felix Gall größer gewesen wäre.“

Laut Thomas fühle es sich einfach so an, als ob der Vorsprung von Vingegaard auf den Rest der Fahrer nicht mehr so groß wie in der Vergangenheit ist. „Auf diesen Bergetappen geht es viel enger zu“, urteilte der ehemalige Profi.

Gleichwohl dürfe man aber auch nicht vergessen, dass der Visma-Kapitän noch immer die mit Abstand besten Karten auf den Gesamtsieg habe. „Er ist immer noch in einer sehr starken Position. Ein Teil von mir glaubt, dass er nicht bei 100 Prozent war. Oder vielleicht hatte er auch nur einen schlechten Tag“, sagte Thomas mit Blick auf die Zeitfahr-Klatsche des Dänen.

Nach der neunten Etappe hatte sich auch der niederländische Ex-Profi Tom Dumoulin mit kritischen Worten über Vingegaard geäußert. Er warf dem Top-Favoriten auf dem schweren Teilstück nach Corno alle Scale zu viel Zurückhaltung und zu wenig Angriffslust vor, als sein Red-Bull-Kontrahent Giulio Pellizzari im Anstieg den Anschluss verlor.

 

Vingegaard startet bei Traditionsrennen in die Saison

Der dänische Radstar Jonas Vingegaard startet bei Paris-Nizza in die neue Saison. Er freue sich, wieder bei der traditionsreichen achttägigen Rundfahrt an den Start zu gehen, erklärte der zweimalige Gewinner der Tour de France in einer Mitteilung seines Teams Visma-Lease a Bike.

Ursprünglich hatte Vingegaard bereits die am Sonntag beendete UAE-Tour fahren wollen, doch ein Trainingssturz im Januar verhinderte einen Saisonstart im Februar. „Nach meinem Sturz und meiner anschließenden Erkrankung habe ich mir Zeit genommen, um mich zu erholen. Ich fühle mich bereit“, sagte Vingegaard.

Mit seinem niederländischen Rennstall hat der Däne vom 8. bis zum 15. März einen Titel zu verteidigen. Die letzten beiden Ausgaben gewann sein amerikanischer Teamkollege Matteo Jorgenson, der dieses Jahr nicht am Start sein wird.

2025 hatte Vingegaard Paris-Nizza am Morgen der 6. Etappe nach einem Sturz aufgeben müssen. In diesem Jahr will der 29-Jährige sowohl beim Giro d’Italia, den er als einzige der drei großen Landesrundfahrten noch nicht gewonnen hat, als auch bei der Tour um den Titel mitfahren.

Bei der Ruanda-Rundfahrt sind bei einem Unfall mit einem Begleitfahrzeug zwei Zuschauer gestorben und sechs weitere verletzt worden.

Das teilten die Organisatoren des Radrennens mit. Auf der ersten Etappe kam demnach in Gabiro ein Begleitfahrzeug von der Strecke ab und erfasste mehrere Zuschauer. Die Verletzten werden im Krankenhaus versorgt, die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen.

Ruanda war im vergangenen Jahr in den Fokus der Radsport-Welt gerückt. Ende September fanden dort die Straßenrad-Weltmeisterschaften statt, die ersten auf dem afrikanischen Kontinent. Die Titelkämpfe waren ohne Zwischenfälle abgelaufen.

Zweifel an wegweisender Vingegaard-Entscheidung

Jonas Vingegaard nimmt es im Radsport-Jahr 2026 erneut mit Tadej Pogacar auf. Dass der Däne vor dem Saison-Highlight bei der Tour de France auch noch den Giro d’Italia fahren – und natürlich gewinnen – will, ruft bei Ex-Tour-Sieger Geraint Thomas große Fragezeichen hervor. Er sieht ein Risiko.

Die Entscheidung von Radsport-Star Jonas Vingegaard, in diesem Jahr sowohl den Giro d’Italia als auch die Tour de France zu bestreiten, sei einige „mutig“, so der Brite Geraint Thomas im Podcast „Watts Occurring“. Der 39-Jährige schob hinterher: „Und das funktioniert fast nie.“

Für Vingegaard ist es die erste Teilnahme an der Italien-Rundfahrt, wohingegen er bereits fünfmal bei der Frankreich-Schleife (2 Gesamtsiege) und einmal bei der spanischen Vuelta (1 Gesamtsieg) dabei war. Gewinnt er den Giro, hätte er bei allen Grand Tours triumphiert – ein verlockendes Ziel.

Der Giro beginnt in diesem Jahr am 8. Mai in Bulgarien, die Tour startet am 4. Juli in Barcelona.

Laut Thomas besteht aus Sicht von Vingegaard aber nun das Risiko, nach den Giro-Strapazen nicht rechtzeitig für die Tour auf Top-Niveau zu sein. Dort hat er es mit keinem geringeren als Tadej Pogacar zu tun, der den Giro in diesem Jahr auslässt. In 2024 hatte der Slowene aber seinerseits das Kunststück vollbracht, das Double aus den beiden Landesrundefahrten zu gewinnen – als achter Fahrer in der Radsport-Geschichte überhaupt.

Thomas stellte daher mit Blick auf Vingegaard die Frage in den Raum: „Was würde er tun, wenn er jetzt wüsste, dass Pogacar nicht bei der Tour mitfahren wird? Machen sie das, um wenigstens eine Grand Tour zu gewinnen, fast so, als würden sie sich mit einer Niederlage gegen Pogi abfinden? Oder machen sie das in der Annahme, dass er so viel Kraft hat, dass er bei der Tour mit einer Grand Tour in den Beinen besser abschneiden wird?“

Möglich sei nicht zuletzt auch, dass Pogacar, aus welchem Grund auch immer, bei der Tour ins Straucheln gerät, so Sieger von 2018: „Was, wenn Pogi in der Nacht vor der Tour etwas zustößt, wenn er zum Beispiel sein Regenerationsgetränk auf seinen Fuß fällt und sich diesen bricht? Wenn er also plötzlich nicht bei der Tour dabei ist oder in den ersten Tagen aussteigt. Was denkt Jonas dann? Was würde er tun, wenn er jetzt wüsste, dass Pogacar nicht bei der Tour fahren wird?“

Vingegaard kopiert Rivale und will historischen Coup

Jetzt ist klar, bei welchen großen Rundfahrten Jonas Vingegaard in diesem Jahr an den Start geht. Der Plan: Das historische Double soll her.

Rad-Star Jonas Vingegaard hofft auf einen Doppel-Coup. Genau wie sein ewiger Rivale Tadej Pogacar greift er zunächst beim Giro d’Italia und anschließend bei der Tour de France an. Das bestätigte der Däne in seinem Trainingslager in Spanien.

Vingegaard wird beim Giro sogar seine Premiere feiern. Die Italien-Rundfahrt startet in diesem Jahr am 8. Mai in Bulgarien. Im Juli will er dann den slowenischen Kontrahenten bei der Tour de France endlich wieder entthronen.

Rad-Dominator Pogacar hatte 2025 als erster Radprofi seit 26 Jahren das Double aus den beiden wichtigsten Landesrundfahrten gewonnen. Er war damit erst der achte Fahrer, dem dies gelang.

„Ich denke schon eine ganze Weile an den Giro. Es ist eines der größten Rennen im Kalender und ich bin ihn noch nie gefahren“, sagte Vingegaard zur neuen Herausforderung. „Der Sieg bei der Vuelta im vergangenen Jahr hat mir noch mehr Motivation gegeben, um nun in Italien all-in auf den Gesamtsieg zu gehen. Ich hätte das Rosa Trikot gern in meiner Sammlung.“

Sein Sportchef Grischa Niermann betonte, dass die Italien-Rundfahrt Vingegaard helfen kann, in Form für das Highlight des Jahres zu kommen. „Wir sind davon überzeugt, dass die Giro-Teilnahme gut für sein Niveau bei der Tour sein wird“, sagte der deutsche Ex-Profi.

Zwar sei auch beim Giro der Gesamtsieg im Visier, das Hauptziel aber sei weiterhin ein Triumph bei der Tour de France. Vingegaard hatte die Frankreich-Rundfahrt 2022 und 2023 gewonnen. Seither dominierte Pogacar.

Mit einem Girosieg würde Vingegaard sogar das Triple perfekt machen. Neben der Tour hat er auch die spanische Vuelta bereits gewonnen. Ein Titel, der Pogacar noch feht. „Das hat bei meiner Entscheidung natürlich eine Rolle gespielt“, sagte Vingegaard.

Zuletzt hatte der Brite Christopher Froome 2018 das Grand-Tour-Triple komplettiert. Ein Dreifach-Triumph aus Siegen bei Giro, Tour und Vuelta in einem Jahr hat noch kein Fahrer geschafft.

Schneller als Pogacar? Vingegaard-Rekord eine Mogelpackung

Radsport-Star Jonas Vingegaard nutzt die Zeit vor dem Jahreswechsel, um in seiner dänischen Heimat gemeinsam mit seiner Familie zu relaxen. Umso mehr staunten einige Fans, als der Visma-Kapitän an einem bekannten Anstieg in Spanien am Montag die Rekordzeit von Tadej Pogacar unterbot. Doch schnell war klar: Jemand hatte sich einen Scherz erlaubt.

Die spanischen Costa Blanca ist für viele Radsport-Profis ein äußerst beliebter Aufenthaltsort in den kalten Monaten. Bei moderaten Temperaturen spulen sie dort ihre Kilometer auf dem hügeligen Gelände ab und halten sich für die kommende Saison in Form.

Eine der beliebtesten Anlaufstellen ist der Coll de Rates. Auch Tadej Pogacar war vor wenigen Tagen dort. Der Slowene holte sich dabei seinen Kletterrekord zurück und meisterte den Anstieg am 19. Dezember mit einem Durchschnittstempo von 32,3 km/h in nur 11:57 Minuten.

Am Montag hatte der Anstieg aber plötzlich einen neuen Rekordhalter: Jonas Vingegaard. Auf einem Strava-Profi mit seinem Namen tauchte für den Anstieg eine Zeit von 11:49 Minuten auf. Eine erstaunliche Leistung, zumal der Däne überhaupt nicht vor Ort war.

Das Rätsel um den neuen Rekord wurde dann jedoch schnell gelüftet: Ein Strava-User hatte sich offenbar einen Scherz erlaubt, ein Profil mit Vingegaards Namen und dessen offiziellen Visma-Teambild angelegt und war den Anstieg mit einem Roller oder einem ähnlichen Fahrzeug hochgefahren.

Skeptisch wurden einige User schon bei einem genaueren Blick auf die Trainingsfahrt, die im gefälschten Vingegaard-Account gespeichert wurde. Demnach fuhr der Däne am Montag lediglich 13 Kilometer. Zudem war diese Tour die einzige, die in dem Profil zu sehen war.

Nach genauerer Prüfung stellte sich zudem raus: Vingegaard selbst hat überhaupt kein Strava-Profi, auf dem er seine Trainingsfahrten festhält. Und so hielt der Wirbel um seinen neuen Rekord auch nur wenigen Stunden.

Schneller als Pogacar? Vingegaard-Rekord eine Mogelpackung

Radsport-Star Jonas Vingegaard nutzt die Zeit vor dem Jahreswechsel, um in seiner dänischen Heimat gemeinsam mit seiner Familie zu relaxen. Umso mehr staunten einige Fans, als der Visma-Kapitän an einem bekannten Anstieg in Spanien am Montag die Rekordzeit von Tadej Pogacar unterbot. Doch schnell war klar: Jemand hatte sich einen Scherz erlaubt.

Die spanischen Costa Blanca ist für viele Radsport-Profis ein äußerst beliebter Aufenthaltsort in den kalten Monaten. Bei moderaten Temperaturen spulen sie dort ihre Kilometer auf dem hügeligen Gelände ab und halten sich für die kommende Saison in Form.

Eine der beliebtesten Anlaufstellen ist der Coll de Rates. Auch Tadej Pogacar war vor wenigen Tagen dort. Der Slowene holte sich dabei seinen Kletterrekord zurück und meisterte den Anstieg am 19. Dezember mit einem Durchschnittstempo von 32,3 km/h in nur 11:57 Minuten.

Am Montag hatte der Anstieg aber plötzlich einen neuen Rekordhalter: Jonas Vingegaard. Auf einem Strava-Profi mit seinem Namen tauchte für den Anstieg eine Zeit von 11:49 Minuten auf. Eine erstaunliche Leistung, zumal der Däne überhaupt nicht vor Ort war.

Das Rätsel um den neuen Rekord wurde dann jedoch schnell gelüftet: Ein Strava-User hatte sich offenbar einen Scherz erlaubt, ein Profil mit Vingegaards Namen und dessen offiziellen Visma-Teambild angelegt und war den Anstieg mit einem Roller oder einem ähnlichen Fahrzeug hochgefahren.

Skeptisch wurden einige User schon bei einem genaueren Blick auf die Trainingsfahrt, die im gefälschten Vingegaard-Account gespeichert wurde. Demnach fuhr der Däne am Montag lediglich 13 Kilometer. Zudem war diese Tour die einzige, die in dem Profil zu sehen war.

Nach genauerer Prüfung stellte sich zudem raus: Vingegaard selbst hat überhaupt kein Strava-Profi, auf dem er seine Trainingsfahrten festhält. Und so hielt der Wirbel um seinen neuen Rekord auch nur wenigen Stunden.

Ex-Profi schreibt Jonas Vingegaard endgültig ab

Kann Jonas Vingegaard dem alles dominierenden Tadej Pogacar in den kommenden Jahren noch einmal gefährlich werden? Ein ehemaliger Rad-Profi sagt: Nein. Er sieht die Zeit des Dänen abgelaufen.

Die Saison von Jonas Vingegaard zu bewerten, ist keine leichte Aufgabe. Auf der einen Seite gewann der Däne die Vuelta und wurde bei der Tour de France Zweiter. Auf der anderen verfestigte sich aber auch das Gefühl, dass er Tadej Pogacar schlicht und ergreifend nicht das Wasser reichen kann und der Slowene ihm uneinholbar enteilt ist.

Der ehemalige französische Rad-Profi Nicolas Fritsch zeichnete daher im „Bistrot Vélo“-Podcast mit Blick auf Vingegaards sportlicher Zukunft ein düsteres Bild.

„Ich hasse es, Fahrer abzuschreiben, aber für mich liegt Vingegaard jetzt klar hinter Pogacar. Er hat seinen Höhepunkt erreicht – es ist ein außergewöhnliches Level und er ist der zweitbeste Klassement-Fahrer der Welt. Aber er verbessert sich nicht mehr, während Pogacar dies immer noch tut“, ist Fritsch davon überzeugt, dass die Leistungsschere zwischen den beiden Ausnahmeathleten künftig noch weiter auseinanderklaffen wird.

Vingegaard habe seinen absoluten Höhepunkt bei der Tour de Frane 2023 erreicht, führte Fritsch weiter aus. „Seitdem hatte er diesen schweren Unfall, ist von weit hinten zurückgekommen.“ Er sehe aber nicht mehr, dass der Däne dieses Level von vor zwei Jahren noch einmal erreichen werde.

„Vielleicht kann er immer noch eine große Rundfahrt gewinnen, wenn Pogacar nicht da ist – aber auch nur dann“, sieht Fritsch den Slowenen für den Visma-Kapitän als unschlagbar an.

Geht es nach dem früheren Profi, sollte sich Vingegaard zum Ziel setzen, im Laufe seiner Karriere jeder der drei großen Rundfahrten mindestens einmal zu gewinnen. „Wenn ich er wäre, würde ich es auf den Giro absehen. Vielleicht würde das so aussehen, als ob er Pogacar aus dem Weg gehen will, aber strategisch macht das Sinn“, sagte Fritsch.

Pogacar dachte tatsächlich an Tour-Ausstieg

Tadej Pogacar hat in diesem Jahr zum vierten Mal die Tour de France gewonnen. Dass er es überhaupt bis zur Schlussetappe schaffte, war zwischendurch aber keinesfalls sicher, wie er nun offenbarte.

Tadej Pogacar hat während der diesjährigen Tour de France über einen vorzeitigen Ausstieg nachgedacht.

„Am Tag nach der Etappe zum Mont Ventoux hatte ich Knieprobleme und begann zu zweifeln, ob ich überhaupt weitermachen kann und die Königsetappe durchstehen würde“, so der Radsport-Superstar im Interview mit „siol.net“ über den Schockmoment.

Die diesjährige Tour hatte mit einem besonderen Streckenprofil reichlich Spektakel versprochen. „Jeder Tag war stressig, die ersten zehn Etappen waren extrem fordernd“, blickte Pogacar zurück: „Dann kam die zweite Woche, die mir wie auf den Leib geschrieben war. Alles lief wunderbar – und dann folgte die letzte Woche.“

Auf der 16. Etappe hoch zum Mont Ventoux hatte Tadej Pogacar die Attacken seines größten Konkurrenten Jonas Vingegaard abwehren und als Fünfter über die Ziellinie fahren können. Trotz der aufkommenden Kniebeschwerden biss der Slowene auf die Zähne, zwei Tage später auf der „Königsetappe“ auf den Col de la Loze belegte er den zweiten Platz.

„Es war kalt und mein Körper ging in den Verteidigungsmodus“, erinnert sich Pogacar: „Ich hatte genug von allem, fühlte mich wirklich nicht gut.“ Doch der 27-Jährige stellte sein Rad nicht zur Seite, sondern behauptete seine Führung im Gesamtklassement. Zum vierten Mal gewann er letztlich die Tour de France.

Nach dem Sieg bei der Großen Schleife bekannte Pogacar erstmals, mental und körperlich erschöpft gewesen zu sein. Nach einer kleineren Pause – unter anderem ließ er die spanische Vuelta aus – feierte er schließlich im Herbst weitere Erfolge: Bei der Weltmeisterschaft verteidigte er seinen Titel, auch bei der Lombardai-Rundfahrt ging er als Sieger hervor.

Improvisierte Siegerehrung für Vingegaard

Jonas Vingegaard kam aus dem Grinsen gar nicht mehr heraus. In seinem Roten Trikot betrat der dänische Radstar nach seinem Triumph bei der Vuelta das Podium, dann reckte er seinen Pokal in die Höhe.

Doch von seiner Traumvorstellung war diese Siegerehrung dann doch weit entfernt – denn die eigentliche war ja ausgefallen, nach dem Abbruch der 80. Spanien-Rundfahrt ausgelöst durch pro-palästinensische Demonstranten.

Also mussten Vingegaard (Visma-Lease a bike) und Co. improvisieren. Auf dem Parkplatz vor dem Teamhotel bauten die Fahrer am späten Sonntagabend mit Kühlboxen ein Podium nach, dahinter spannten sie eine Sponsorenwand auf, wie auf Bildern des dänischen Fernsehsenders TV2 zu sehen war. Joao Almeida (UAE Emirates-XRG) und Tom Pidcock (Q36.5 Pro Cycling) komplettierten das Podest. Auch Mads Pedersen (Grünes Trikot), Jay Vine (Bergtrikot) und Matthew Riccitello (Weißes Trikot) vom Israel-Premier-Tech-Team wurden geehrt. Aus einer Musikbox erklang der Rocky-Klassiker Eye of the Tiger von Survivor.

„Ich bin sehr stolz auf diesen Gesamtsieg, meine erste Vuelta und die dritte Grand Tour meiner Karriere“, sagte Vingegaard, der 2022 und 2023 die Tour de France gewonnen hatte: „Es waren drei harte Wochen. In der ersten Woche fühlte ich mich sehr stark und konnte zweimal gewinnen. Danach hatte ich eine schwierigere Phase, aber zum Glück kam ich am letzten Wochenende wieder zurück.“