Fahrer packt aus: So brutal ist Paris-Roubaix wirklich

Radprofi Benjamin Thomas erlebte in der Hölle des Nordens sein blaues Wunder. Der Bahnrad-Olympiasieger ging am Wochenende erstmals bei Paris-Roubaix an den Start. Die Strecke kannte er nicht. Was er erlebte, hatte er so nicht für möglich gehalten.

Für Benjamin Thomas endete seine erste Paris-Roubaix-Teilnahme immerhin mit einem kleinen Erfolgserlebnis: Anders als 36 andere Fahrer, kam er im Ziel an. Dass er am Ende einen Rückstand von über 24 Minuten auf Sieger Wout van Aert hatte und dem Besenwagen nur knapp entkam, spielte für den 30-jährigen Franzosen nur eine Nebenrolle.

Was das Rennen für ihn so schwierig machte: Er wurde von seinem Team ins kalte Wasser geworfen. Weil andere Cofidis-Fahrer ihren Start absagen musste, rückte Thomas nach. „Ich kannte keinen der Kopfsteinpflaster-Abschnitte und habe nicht mal die Streckenbesichtigung gemacht“, verriet er im Gespräch mit der Nachrichtenagentur „AFP“.

Alles, was er hatte, waren die Ratschläge seine Teamkollegen. „Sie haben mir gesagt: Bleib in der Mitte der Kopfsteinpflaster und lass zwei Meter Sicherheitsabstand nach vorne.“ Das beherzigte er auch, leichter wurde das Rennen für den Bahnrad-Olympiasieger von Paris dadurch aber nicht.

Zwei Mal habe er sein Glück mit einer Attacke versucht, sagte der 30-Jährige: „Aber das Rennen war so schnell, dass es fast unmöglich war, aus dem Peloton rauszukommen.“ Spätestens mit Beginn der ersten Kopfsteinpflaster-Passage war der Debütant dann endgültig aufgeschmissen. Die legendäre Passage in Arenberg habe ihm dann regelrecht Angst eingejagt.

„Als ich den Zustand gesehen habe, dachte ich: Wie kommen Räder hier in einem Stück raus? Ich hatte das Gefühl, mein Rad würde in zwei Teile zerbrechen. Alle zwei Meter gab es einen Krater. Es gibt nicht einen Kopfstein, der gerade ist. Es ist ein Mienenfeld“, gab er zu, durchaus Panik gehabt zu haben.

Letztlich haben er und die anderen Fahrer sogar noch Glück gehabt, denn am Sonntag war es immerhin trocken: „Ich kann mir nicht vorstellen, wie es ist, wenn es regnet.“

Überraschendes Personal-Beben in Lipowitz-Team

Paukenschlag bei Radsport-Team Red Bull-BORA-hansgrohe! Wie der Rennstall am Dienstag völlig überraschend bekanntgab, wird der jahrelange Trainer Dan Lorang seinen Posten aufgeben und das Team verlassen.

Die erste Saison mit der Doppelspitze Evenepoel/Lipowitz ist gerade mal wenige Wochen alt, da muss Red Bull-BORA-hansgrohe schon den ersten herben Personal-Rückschlag verkraften. Wie das Team am Dienstag offiziell mitteilte, ist Dan Lorang bald nicht mehr Teil des Trainerteams.

„Dan Lorang wird eine neue Herausforderung außerhalb der Red-Bull-Struktur annehmen. Das bedeutet das Ende einer erfolgreichen zehnjährigen Zusammenarbeit“, schrieb das Team, das Ende Juli als Zeitpunkt für die Trennung angab.

Lorang war bzw. ist noch einer von acht Trainern im Team von Florian Lipowitz und Remco Evenepoel. „Als unser führender Performance-Coach hat Dan seit der Saison 2017 eine Schlüsselrolle bei unserem Aufstieg an die Spitze der World Tour und bei der Entwicklung von zahlreichen Athleten gespielt“, erklärte Team-CEO Ralph Denk.

„Während ich seine Entscheidung bereue, respektiere ich seinen Willen für eine Veränderung. Diese Offenheit und Fairness haben unsere Partnerschaft immer definiert. Ich wünsceh Dan für seine Zukunft nur das Beste“, ergänzte Denk, der sich zunächst nicht dazu äußerte, wie und ob der Posten von Lorang nachbesetzt werden soll.

Welche sportlichen Konsequenzen der Abschied des Trainers nach sich ziehen wird, bleibt abzuwarten. Offensichtlich ist, dass das Lorang-Aus nicht Teil des Plans war.

Red Bull-BORA-hansgrohe plant in dieser Saison den Großangriff auf die Spitze der World Tour. Mit der Verpflichtung von Superstar Remco Evenepoel ist dem Team im vergangenen Jahr ein echter Coup gelungen. Gemeinsam mit Florian Lipowitz soll der belgische Doppel-Olympiasieger allen voran bei der Tour de France für Furore sorgen und dabei helfen, den alles dominierenden Tadej Pogacar vom Thron zu stoßen.

Lipowitz „nur einen Hauch“ hinter Pogacar und Vingegaard?

Obwohl Florian Lipowitz in der Vorbereitung auf die Katalonien-Rundfahrt mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte, beendete er das traditionsreiche Rennen auf einem starken 3. Platz im Gesamtklassement. TV-Experte Jens Voigt sieht den 25-Jährigen „nur noch einen Hauch“ hinter den Ausnahmekönnern Tadej Pogacar und Jonas Vingegaard.

„Ich bin völlig begeistert, wie er fährt und wie er auch den ganzen Trubel seit seinem dritten Platz bei der Tour de France wegsteckt. Viele deutsche Fans haben ja die Hoffnung, dass Florian der nächste schwarz-rot-goldene Toursieger wird. Es ist faszinierend, wie er damit umgeht, wie bodenständig er geblieben ist“, schwärmte Jens Voigt im „Eurosport“-Interview von Florian Lipowitz.

Bei der traditionsreichen Katalonien-Rundfahrt stellte die deutsche Rad-Hoffnung seine gute Frühform eindrucksvoll unter Beweis, behauptete am Sonntag auf der siebten und letzten Etappe in Barcelona den dritten Gesamtplatz und hinterließ rund drei Monate vor dem Start der Tour de France an gleicher Stelle einen starken Eindruck. Ist auch bei der Tour erneut ein Podestplatz drin?

„Das ist die Kardinalfrage“, antwortete Voigt, der hinterherschob: „Ob bei der Tour im letzten Jahr oder jetzt in Katalonien: Wenn Tadej Pogacar oder Jonas Vingegaard attackiert haben, war Lipowitz einer der wenigen Fahrer, die immer versucht haben, mitzugehen.“ Lipowitz sei inzwischen „nur noch einen Hauch“ hinter den beiden Superstars, so der Ex-Profi.

Gerade in den Bergen könne der 25-Jährige mit den beiden Ausnahmekönnern mithalten, ist sich der TV-Experte sicher, der bei Lipowitz aber noch Luft nach oben sieht: „Einerseits kann er das Zeitfahren optimieren, indem er aerodynamischer fährt und viel Zeit auf der Zeitfahrmaschine verbringt, damit sich der Körper daran gewöhnt.“ Auch ein „explosiver Antritt“ fehle ihm noch.

„Lipowitz versucht über die „Dieselmotormethode“ die beiden langsam wieder zurückzuholen. Beim ersten brutalen Antritt kann er nicht mitgehen. Wenn er mitgeht, würde er schnell in den roten Bereich kommen und bräuchte dann zehn Minuten, um sich wieder zu erholen. Die harten Antritte und Rhythmuswechsel – da haben Vingegaard und Pogacar Vorteile“, analysiert Voigt weiter.

Um bei der Tour mit den beiden Top-Favoriten mithalten zu können, müsse der Deutsche aber „nur noch kleine feine Schräubchen“ drehen, so der 54-Jährige.

Pogacar macht sogar Eddie Merckx „sprachlos“

Weder die Konkurrenz noch ein Sturz konnten Tadej Pogacar auf dem Weg zu seinem ersten Triumph bei Mailand-Sanremo stoppen. Radsport-Legende Eddie Merckx zeigte sich von der Vorstellung des Slowenen anschließend begeistert – und sprachlos.

Er ist und bleibt der Beste – und nahezu unschlagbar: Tadej Pogacar hat bei Mailand-Sanremo seine ganze Klasse aufblitzen lassen und den Klassiker trotz eines Sturzes in der heißen Phase des Rennens gewonnen. Eddie Merckx, einst ähnlich dominant wie Pogacar heute, konnte darüber nur staunen.

„Er hat mich sprachlos gemacht“, sagte der „Kannibale“ nach dem Rennen im „Eurosport“-Interview. „Habe ich erwartet, dass er auf diese Art gewinnen würde? Ganz ehrlich: Nein. Ich denke, das kann als eine seiner größten Leistungen betrachtet werden“, schwärmte der Belgier.

Was Merckx ganz besonders an Pogacars Sieg beeindruckte, war, dass er ihn in einem mehr oder minder klassischen Sprint einfuhr. Diesen Sprint fuhr der UAE-Kapitän nicht irgendwie, sondern von vorne. Eine immense Leistung, wenn man bedenkt, dass Pogacar nicht nur ein Sturz, sondern auch die anschließende Aufholjagd in den Knochen steckte.

„Er hat den Sprint von vorne begonnen, mit der gleichen Stärke und Überzeugung wie Mathieu van der Poel im letzten Jahr. Wenn man so sprintet und keiner vorbeifahren kann, gibt es keinen Zweifel daran, wer der Stärkste ist“, staunte Merckx über die letzten Meter des späteren Siegers.

Geht es nach der belgischen Legende, war der Sieg des besten Fahrers der Gegenwart nicht nur verdient, sondern auch überfällig. Es sei „seltsam“, dass Pogacar Mailand-Sanremo nicht schon viel früher gewonnen habe, sagte Merckx. Spätestens jetzt sei aber endgültig klar, „dass er kein Limit hat“, kam Merckx aus dem Schwärmen gar nicht mehr raus.

Lipowitz enthüllt Attacke-Plan für Tour de France

Nach Rang drei bei der Tour de France 2025 sind die Erwartungen an Deutschlands Rad-Star Florian Lipowitz in diesem Jahr ungleich höher. Für die große Schleife durch Frankreich legt sich Lipowitz einen detaillierten Plan zurecht, um im Sommer vor allem in einer Kategorie besser zu sein. Außerdem spricht er über das Verhältnis zu Co-Kapitän Remco Evenepoel.

Florian Lipowitz arbeitet dieses Jahr noch bewusster auf die Tour de France hin als im Vorjahr. Weniger Renntage, mehr Training, lautet die Devise.

Im Vorjahr sei sein Programm (unter anderem mit Paris-Nizza und der Dauphiné Libéré) „sehr umfangreich gewesen“, wegen seiner starken Leistungen bei den Etappenrennen (Zweiter und Dritter) „kam durch die gestiegene Aufmerksamkeit auch viel zusätzlicher Stress“, erläuterte Lipowitz in der „Sport Bild“.

Und weiter: „Mit Blick auf die Tour wollten wir es dieses Jahr etwas anders und optimaler gestalten. Deshalb fahre ich ein ruhigeres Programm, damit ich auch nach der Tour noch genug Energie habe, um die Saison stark zu Ende zu fahren.“

Konstantes Training sei für ihn auf dem Weg nach Frankreich „das Wichtigste“, so der 25-Jährige, der besonders an einer Sache „gezielt“ arbeitet: „Dass ich bei kürzeren Efforts stärker werde und sie besser verkrafte. Dort sehen wir aktuell das größte Entwicklungspotenzial. Bei der reinen Schwellenleistung kann ich schon gut mithalten, aber in den kürzeren, intensiveren Bereichen kann ich mich noch verbessern. Darauf legen wir im Training jetzt einen größeren Fokus – besonders, je näher die Tour rückt.“

Heißt: Lipowitz will bei kurzen Attacken am Berg stärker werden – der Domäne von Rad-König Tadej Pogacar, der die Konkurrenz immer wieder mit brutalen Zwischenspurts im roten Bereich abhängt.

Lipowitz befindet sich zurzeit im Höhen-Trainingslager auf Teneriffa, wo er auch mit Topstar Remco Evenepoel trainiert. Mit dem Belgier (Vuelta-Sieger 2022, Tour-Dritter 2024) soll er bei Red Bull-Bora-hansgrohe eine Doppelspitze bilden. „Bisher passt es zwischen uns sehr gut, und wir verstehen uns gut auf und neben dem Rad“, sagte Lipowitz über das Verhältnis der Co-Kapitäne.

Lidl-Star Ayuso übernimmt Führung bei Paris-Nizza

Das britische Team Ineos Grenadiers um den Tour-Vierten Oscar Onley hat das Mannschaftszeitfahren bei Paris-Nizza gewonnen. Am dritten Tag der traditionellen Fernfahrt setzte sich Ineos nach 23,5 km von Cosne-Cours-sur-Loire nach Pouilly-sur-Loire mit zwei Sekunden Vorsprung auf das deutsche Team Lidl-Trek durch. Lidl-Kapitän Juan Ayuso (Spanien) übernahm die Gesamtführung.

Für den Etappensieg war die Zielzeit des ersten Fahrers jeder Mannschaft maßgeblich. In die Gesamtwertung floss hingegen die tatsächliche Fahrtzeit jedes Profis ein.

Nach diesem Modus wird auch das Team-Zeitfahren beim Tour-Auftakt am 4. Juli ausgetragen, was taktisch einige Möglichkeiten bietet. Ayuso kam am Dienstag nach einem starken Endspurt mit klarem Vorsprung auf seine Teamkollegen um Lennard Kämna ins Ziel – die Lidl-Taktik ging damit auf.

Platz drei ging an das Team Decathlon vor der Mannschaft Jumbo-Visma um den zweimaligen Toursieger Jonas Vingegaard. Fünfter wurde das zweite deutsche Team Red Bull-Bora-hansgrohe, nur zu Platz sechs reichte es für das Starensemble des UAE Team Emirates-XRG mit dem deutschen Klassiker-Ass Nils Politt.

In der Gesamtwertung sortierten sich dicht hinter Ayuso die Ineos-Profis Kevin Vauquelin (Frankreich/+2 Sekunden) und Onley (Großbritannien/+3) ein. Vingegaard ist Siebter (+17).

Die vierte Etappe am Mittwoch ist mit rund 2500 Höhenmetern die bislang anspruchsvollste und wird mit einer Bergankunft nach 195 km in Uchon entschieden, die allerdings mit durchschnittlich 4,5 Steigungsprozent auf 4,5 km Länge nicht allzu selektiv ist. Die Fernfahrt endet am 15. März nach acht Etappen in Nizza.

Radsport-Superstar van Aert wittert Sabotage

Sein Saisondebüt auf der Straße beim Ename Samyn Classic verlief für Wout van Aert nicht nach Plan. Der Radsport-Superstar witterte nach dem Rennen sogar Sabotage.

Beim belgischen Eintagesrennen Ename Samyn Classic kam Wout van Aert abgeschlagen als 60. ins Ziel. Rund zehn Kilometer vor dem Ende musste der 31-Jährige wegen eines Reifenschadens gleich zweimal das Rad wechseln.

Dabei hatte sich van Aert bis dahin noch aussichtsreich im Hauptfeld aufgehalten.

Durch einen Platten musste er aber zunächst das Fahrrad mit Youngster Pietro Mattio tauschen. Kurz danach erhielt er vom Begleitfahrzeug sein etatmäßiges Ersatzrad.

„Als er im Finale einen Platten hatte, lagen wir anderthalb Minuten hinter ihm“, berichtete Visma-Teammanager Grischa Niermann bei „VTM Nieuws“ und ergänzte: „Da war es natürlich zu spät, um noch den Rückstand aufzuholen.“

Grundsätzlich war Niermann mit dem Auftritt des Belgiers aber zufrieden. „Wout ging es gut, wir hatten heute keine Topform erwartet. Schade, dass er nicht sprinten konnte, aber wir sollten nach dem heutigen Tag noch keine voreiligen Schlüsse ziehen“, betonte er.

Auch van Aert blickte entspannt auf seinen ernüchternden Saisonstart auf der Straße.

Er habe sich „gut gefühlt“, auch wenn das Rennen wegen des verpassten Finales nicht sehr aussagekräftig war. „Trotzdem war es die richtige Entscheidung, hier zu starten“, sagte der zehnfache Etappensieger der Tour de France bei „VTM Nieuws“: „Mein Ziel war es, so schnell wie möglich Rennen zu fahren, und genau das brauche ich jetzt. Ich konnte hier einen Schritt nach vorn machen.“

Mit Blick auf den platten Reifen wenige Kilometer vor dem Ziel äußerte van Aert einen brisanten Verdacht.

„Plötzlich lagen überall Glassplitter herum. Das ist ziemlich ungewöhnlich auf einer Strecke, die wir schon fünf oder sechs Mal gefahren sind. Das konnte nicht zufällig passiert sein. Jedenfalls habe ich versucht, aufzuschließen, aber man weiß ja, dass man alleine nicht schneller fahren kann als das Peloton“, so der Allrounder.

Vingegaard startet bei Traditionsrennen in die Saison

Der dänische Radstar Jonas Vingegaard startet bei Paris-Nizza in die neue Saison. Er freue sich, wieder bei der traditionsreichen achttägigen Rundfahrt an den Start zu gehen, erklärte der zweimalige Gewinner der Tour de France in einer Mitteilung seines Teams Visma-Lease a Bike.

Ursprünglich hatte Vingegaard bereits die am Sonntag beendete UAE-Tour fahren wollen, doch ein Trainingssturz im Januar verhinderte einen Saisonstart im Februar. „Nach meinem Sturz und meiner anschließenden Erkrankung habe ich mir Zeit genommen, um mich zu erholen. Ich fühle mich bereit“, sagte Vingegaard.

Mit seinem niederländischen Rennstall hat der Däne vom 8. bis zum 15. März einen Titel zu verteidigen. Die letzten beiden Ausgaben gewann sein amerikanischer Teamkollege Matteo Jorgenson, der dieses Jahr nicht am Start sein wird.

2025 hatte Vingegaard Paris-Nizza am Morgen der 6. Etappe nach einem Sturz aufgeben müssen. In diesem Jahr will der 29-Jährige sowohl beim Giro d’Italia, den er als einzige der drei großen Landesrundfahrten noch nicht gewonnen hat, als auch bei der Tour um den Titel mitfahren.

Bei der Ruanda-Rundfahrt sind bei einem Unfall mit einem Begleitfahrzeug zwei Zuschauer gestorben und sechs weitere verletzt worden.

Das teilten die Organisatoren des Radrennens mit. Auf der ersten Etappe kam demnach in Gabiro ein Begleitfahrzeug von der Strecke ab und erfasste mehrere Zuschauer. Die Verletzten werden im Krankenhaus versorgt, die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen.

Ruanda war im vergangenen Jahr in den Fokus der Radsport-Welt gerückt. Ende September fanden dort die Straßenrad-Weltmeisterschaften statt, die ersten auf dem afrikanischen Kontinent. Die Titelkämpfe waren ohne Zwischenfälle abgelaufen.

Zweifel an wegweisender Vingegaard-Entscheidung

Jonas Vingegaard nimmt es im Radsport-Jahr 2026 erneut mit Tadej Pogacar auf. Dass der Däne vor dem Saison-Highlight bei der Tour de France auch noch den Giro d’Italia fahren – und natürlich gewinnen – will, ruft bei Ex-Tour-Sieger Geraint Thomas große Fragezeichen hervor. Er sieht ein Risiko.

Die Entscheidung von Radsport-Star Jonas Vingegaard, in diesem Jahr sowohl den Giro d’Italia als auch die Tour de France zu bestreiten, sei einige „mutig“, so der Brite Geraint Thomas im Podcast „Watts Occurring“. Der 39-Jährige schob hinterher: „Und das funktioniert fast nie.“

Für Vingegaard ist es die erste Teilnahme an der Italien-Rundfahrt, wohingegen er bereits fünfmal bei der Frankreich-Schleife (2 Gesamtsiege) und einmal bei der spanischen Vuelta (1 Gesamtsieg) dabei war. Gewinnt er den Giro, hätte er bei allen Grand Tours triumphiert – ein verlockendes Ziel.

Der Giro beginnt in diesem Jahr am 8. Mai in Bulgarien, die Tour startet am 4. Juli in Barcelona.

Laut Thomas besteht aus Sicht von Vingegaard aber nun das Risiko, nach den Giro-Strapazen nicht rechtzeitig für die Tour auf Top-Niveau zu sein. Dort hat er es mit keinem geringeren als Tadej Pogacar zu tun, der den Giro in diesem Jahr auslässt. In 2024 hatte der Slowene aber seinerseits das Kunststück vollbracht, das Double aus den beiden Landesrundefahrten zu gewinnen – als achter Fahrer in der Radsport-Geschichte überhaupt.

Thomas stellte daher mit Blick auf Vingegaard die Frage in den Raum: „Was würde er tun, wenn er jetzt wüsste, dass Pogacar nicht bei der Tour mitfahren wird? Machen sie das, um wenigstens eine Grand Tour zu gewinnen, fast so, als würden sie sich mit einer Niederlage gegen Pogi abfinden? Oder machen sie das in der Annahme, dass er so viel Kraft hat, dass er bei der Tour mit einer Grand Tour in den Beinen besser abschneiden wird?“

Möglich sei nicht zuletzt auch, dass Pogacar, aus welchem Grund auch immer, bei der Tour ins Straucheln gerät, so Sieger von 2018: „Was, wenn Pogi in der Nacht vor der Tour etwas zustößt, wenn er zum Beispiel sein Regenerationsgetränk auf seinen Fuß fällt und sich diesen bricht? Wenn er also plötzlich nicht bei der Tour dabei ist oder in den ersten Tagen aussteigt. Was denkt Jonas dann? Was würde er tun, wenn er jetzt wüsste, dass Pogacar nicht bei der Tour fahren wird?“

Lipowitz spricht über „extrem hohe Erwartungen“

Der deutsche Radsport-Star Florian Lipowitz startet an diesem Donnerstag bei der Mallorca Challenge seine Saison 2026. Nach seinem sensationellen Durchbruch 2025 steht der Tour-de-France-Dritte plötzlich im Fokus der Radsport-Welt.

Die Vorbereitung verlief professionell und bewusst abgeschieden. Drei Wochen lang feilte Lipowitz im Höhentrainingslager auf Teneriffa an seiner Form, sammelte Kilometer auf den kanarischen Straßen und suchte abseits des Trainings Ausgleich mit den Teamkollegen. Der Grundstein für das neue Jahr ist gelegt, doch die Leichtigkeit des Überraschungsstars ist den neuen Ansprüchen gewichen.

„Die Erwartungen sind natürlich extrem hoch“, sagte Lipowitz im Podcast „Ulle & Rick“ von Jan Ullrich und Rick Zabel: „Ich für mich persönlich versuche sie ein bisschen runterzuschrauben.“ Eine verständliche Reaktion auf eine Saison, die in diesem Jahr und mit Blick auf die scheinbar übermächtige Konkurrenz nur schwer zu toppen sein wird.

Platz drei bei der Tour de France 2025, das Weiße Trikot des besten Jungprofis sowie Podestplätze bei Paris–Nizza und dem Critérium du Dauphiné machten die vergangene Saison für Lipowitz zu einem Sensationsjahr.

Diese Leistungen nun zu bestätigen, wird eine riesige Herausforderung, wie der gebürtige Laichinger selbst weiß: „Ich würde mich freuen, wenn ich an die Leistungen des letzten Jahres anschließen könnte. Aber es geht nicht jedes Jahr bergauf“, warnte Lipowitz und fügte hinzu: „Es wird auch mal ein Jahr geben, in dem es nicht so gut läuft.“ Worte, die zeigen, wie reflektiert der 25-Jährige mit der plötzlichen Erwartungshaltung an seine Person umgeht.

Auch bei Red Bull–Bora–hansgrohe mahnt man zur Geduld. Teamchef Ralph Denk weiß um die deutlich gestiegene Fallhöhe für seinen Schützling. Die vergangene Saison sei nahezu perfekt verlaufen, „das zu wiederholen, ist nicht ganz einfach“. Dennoch stärkt Denk der deutschen Radsport-Hoffnung den Rücken: „Diese Sicherheit will ich ihm geben. Ich glaube, seine ganz großen Jahre, die werden noch kommen.“

Ob 2026 bereits dazugehört, wird sich spätestens im Juli zeigen. Bei der Tour de France soll Lipowitz gemeinsam mit Remco Evenepoel eine Doppelspitze bilden und Titelverteidiger Tadej Pogacar herausfordern. Zuvor stehen Aufgaben in der Algarve, Katalonien sowie die Romandie auf dem Programm – Rennen, bei denen Lipowitz „zumindest in der Lage sein“ will, „um das Podium fahren zu können“.