Kontrahenten verbeugen sich vor Pogacars Dominanz

Tadej Pogacar dominiert die Vuelta a España nach Belieben. Selbst seine Konkurrenten scheinen sich mit seiner Überlegenheit abgefunden zu haben. Nach seiner beeindruckenden Solofahrt auf der vierten Etappe, gab es erneut eine Lobeshymne auf den Slowenen.

Oliver Naesen vom Team Decathlon erklärte gegenüber „Het Laatste Nieuws“, dass Pogacar inzwischen nicht mehr wie ein gewöhnlicher Rivale wahrgenommen werde.

„Das ist schwer zu erklären. Man muss es selbst erleben, um es zu verstehen. Dieser Typ ist so viel besser als der zweitbeste Fahrer im Radsport“, sagte der Belgier. „Jeder im Peloton respektiert das. Allen ist bewusst, wie außergewöhnlich sein Talent ist.“

Naesen glaubt sogar, dass Pogacars Dominanz die Mentalität im Feld verändert hat. Früher hätten Fahrer unter Druck gestanden, jede Attacke zu kontern. Heute sei das anders.

„Niemand schaut dich schief an, wenn du seine Attacke nicht mitgehen kannst. Es sagt nicht einmal mehr jemand etwas, wenn du es gar nicht erst versuchst. Zu glauben, man könne genauso gut sein wie er, wäre einfach dumm“, erklärte der 35-Jährige.

Trotz seiner Erfolge sei Pogacar menschlich geblieben. „Er ist unglaublich freundlich. Wenn ich ihm nach einem weiteren Sieg gratuliere, lenkt er das Gespräch sofort auf etwas anderes und fragt, wie es mir geht. Ich würde wahrscheinlich stundenlang über meinen Sieg reden – er macht das nicht“, erklärte der Belgier.

Beispiele dafür gibt es genug. Nach der zweiten Etappe der Vuelta bat ausgerechnet Kontrahent Wout van Aert Pogacar um eine Trinkflasche für seinen Sohn. Stattdessen schenkte ihm der Slowene sogar seine Sonnenbrille. Für Naesen ist das ein Zeichen dafür, welchen Status Pogacar inzwischen im Peloton genießt.

„Wenn du glaubst, mit jemandem noch auf Augenhöhe konkurrieren zu können, fragst du ihn nicht nach einem Autogramm oder seiner Sonnenbrille“, sagte Naesen. „Ich glaube nicht, dass Wout van Aert jemals Mathieu van der Poel nach dessen Sonnenbrille fragen würde. Bei Pogacar ist das anders, weil er nicht mehr als normaler Konkurrent gesehen wird. Er steht inzwischen über allen“, so der Belgier.

Del Toro setzt Ausrufezeichen bei Deutschland Tour

Topfavorit Isaac del Toro hat direkt zum Auftakt der 40. Deutschland Tour ein Ausrufezeichen gesetzt und sich das Blaue Trikot des Gesamtführenden gesichert.

Der Mexikaner vom Team UAE Emirates-XRG, Dritter der diesjährigen Tour de France, setzte sich am Mittwoch auf dem 2,6 km langen und technisch anspruchsvollen Prolog im hessischen Bad Orb durch. Zweiter wurde der französische Radprofi Paul Magnier (Soudal Quick-Step), der Sieger der Cyclassics in Hamburg lag im Ziel nur zwei Sekunden zurück.

Als bester Deutscher schaffte es Tobias Müller (Unibet Rose Rockets) mit sieben Sekunden Rückstand zur Spitze auf Platz zehn. Nils Politt, deutscher Zeitfahrmeister und Teamkollege von del Toro, lag als Zwölfter acht Sekunden zurück, John Degenkolb (Team Picnic PostNL) erreichte den 16. Platz.

Auf einer Gesamtlänge von 742,2 km führt die Deutschland Tour an fünf abwechslungsreichen Tagen durch vier Bundesländer. Der Kurort Bad Orb ist am Donnerstag auch Startort der ersten Etappe. Über wellige 215,3 km mit zwei Bergwertungen und rund 3200 Höhenmetern führt das Teilstück über Bayern nach Schwäbisch Hall. Die Entscheidung um den Gesamtsieg fällt am Sonntag in Heilbronn.

Nach einer zehnjährigen Pause war das wichtigste deutsche Etappenrennen im Radsport-Kalender 2018 wiederbelebt worden, mittlerweile ist die Zukunft auch langfristig gesichert. Die Organisatoren von der A.S.O., die auch die Tour de France ausrichten, und der deutsche Verband German Cycling verlängerten ihre Zusammenarbeit bis 2050.

Radsport-Superstar vor überraschendem Wechsel

Für Radsport-Star Primoz Roglic läuft die Saison bisher eher mäßig. So verpasste er unter anderem die Tour de France verletzt. Nun steht Roglic offenbar vor einem überraschenden Teamwechsel.

Wie die belgische Zeitung „Het Laatste Nieuws“ berichtet, befindet sich der viermalige Vuelta-Sieger in Gesprächen mit Lotto-Intermarché über einen Wechsel zur Saison 2027.

Der 36-jährige Slowene fährt derzeit noch für das deutsche Team Red Bull-Bora-Hansgrohe, doch ein Abschied nach der Saison gilt dem Bericht zufolge als nahezu sicher. Statt seine Karriere zu beenden, soll Roglic mindestens ein weiteres Jahr im Peloton bleiben und künftig für das belgische WorldTour-Team an den Start gehen.

Demnach hätten sowohl das Umfeld des Routiniers als auch Lotto-Intermarché laufende Verhandlungen bestätigt. Auch andere Teams wie Q36.5, Movistar und UAE Team Emirates-XRG sollen Interesse gezeigt haben, ihre Bemühungen seien jedoch inzwischen gescheitert.

Ein Wechsel zu Lotto-Intermarché würde Roglic mehrere sportliche Vorteile bieten. Der Slowene soll die Tour de Suisse gewinnen wollen – das einzige große einwöchige Etappenrennen, das noch in seiner Erfolgsliste fehlt. Zudem strebt er eine weitere Teilnahme an der Tour de France an.

Bei Lotto-Intermarché hätte er deutlich bessere Chancen auf einen festen Platz im Tour-Aufgebot als bei seinem aktuellen Team, das mit Remco Evenepoel und Florian Lipowitz über gleich zwei starke Klassement-Fahrer verfügt.

Unklar bleibt derweil, ob Roglic bei der diesjährigen Vuelta a España starten kann. Nach einem Trainingssturz musste er bereits auf die Clasica San Sebastián und die Vuelta a Burgos verzichten. Der italienische Journalist Ciro Scognamiglio von der „Gazzetta dello Sport“ schätzte die Startwahrscheinlichkeit zuletzt auf 50 Prozent.

Sollte Roglic rechtzeitig fit werden, wäre er wohl einer der großen Herausforderer von Tour-de-France-Sieger Tadej Pogacar im Kampf um den Gesamtsieg.

Pogacar überrascht mit ungewöhnlicher Vuelta-Vorbereitung

Am Montag kündigte Tour-de-France-Sieger Tadej Pogacar an, bei der diesjährigen Vuelta an den Start zu gehen. Der Radsport-Superstar überrascht nun mit einer ungewöhnlichen Vorbereitung auf die Spanien-Rundfahrt.

Zurück in seiner Heimat Slowenien verbrachte der Weltmeister zunächst Zeit in seinem Geburtsort Komenda. Dort richtete er wie jedes Jahr ein Kriterium aus, das er selbst souverän gewann. Anschließend stellte er sich bei der sogenannten „Pogi Challenge“ einer besonderen Herausforderung: Mehr als 1.000 Hobbyfahrer versuchten, ihm am Krvavec-Anstieg zu entkommen – am Ende gelang dies nur dem Deutschen Frederik Niessen.

Ansonsten steht für den Superstar vor allem Erholung im Fokus. Intensive Trainingseinheiten oder Wettkämpfe ließ Pogacar zunächst bewusst aus. Ganz ohne Radfahren ging es allerdings nicht und so überraschte Pogacar mit einer ungewöhnlichen Vorbereitung.

Er schnappte sich sein Gravelbike und erkundete die unbefestigten Straßen und Waldwege rund um Komenda. Am Montag absolvierte er eine lockere 62-Kilometer-Tour, nur einen Tag später wiederholte der 27-Jährige seine Ausfahrt und legte knapp 40 Kilometer zurück.

Allerdings sind Pogacars aktuelle Gravel-Ausflüge keineswegs nur reine Freizeitbeschäftigung. Die diesjährige Vuelta beinhaltet nämlich auch Abschnitte auf unbefestigtem Untergrund.

Besonders die sechste Etappe nach Castello könnte zum Schlüssel werden: Der Anstieg zum Puerto El Bartolo ist 9,1 Kilometer lang, im Schnitt 7,1 Prozent steil und enthält rund vier Kilometer Schotterpassagen. In einigen Abschnitten steigt die Steigung sogar auf über 16 Prozent an.

Es wird erst seine zweite Teilnahme an der Spanien-Rundfahrt sein. Bei seinem Debüt im Jahr 2019 wurde er Dritter der Gesamtwertung und gewann drei Etappen – das rote Trikot blieb ihm bislang jedoch verwehrt.

Das soll sich ab dem 22. August ändern, wenn Pogacar der neunte Fahrer werden will, der alle drei Grand-Tours gewinnen konnte.

Rad-Star schlägt Revolution der Tour de France vor

Der langjährige niederländische Radsport-Profi Bauke Mollema hat eine Regel-Revolution der Tour de France angeregt. In seinen Augen könnte diese nicht nur für bessere Rennaction sorgen, sondern auch die Sicherheit aller Fahrer im Peloton erhöhen.

Geht es nach Bauke Mollema, bot die Tour de France 2026 mit all ihren großen und kleinen Geschichten zwar beste Radsport-Unterhaltung, ließ die Spannung aber durch die Überlegenheit des UAE-Teams und Tadej Pogacar etwas vermissen.

Pogacars Gelbes Trikot war zu keinem Zeitpunkt wirklich in Gefahr. Letztlich konnte sich der spätere Sieger in den Alpen sogar für Isaac Del Toro opfern, um auch seinen Teamkollegen auf das Podium in Paris zu bringen.

Um dieses „Problem“ zu lösen und künftig zu umgehen, unterbreitete Mollema in seiner „Dagblad van het Noorden“-Kolumne einen Vorschlag. Seine Idee: Statt mit acht Fahrern sollten die Teams nur noch sechs Fahrer starten lassen dürfen.

„Das würde ich gerne sehen. Wen würden sie dann zu Hause lassen? Pogacar braucht auch zwei Helfer für Flachetappen. So würden sie wirklich vor die Wahl gestellt werden und könnten das Rennen niemals so gut kontrollieren. Vor allem nicht, wenn sie von Krankheiten oder Unfällen betroffen wären“, schrieb der niederländische Profi.

Ein kleineres Peloton hätte laut Mollema noch einen weiteren positiven Nebeneffekt: mehr Sicherheit für alle Fahrer.

„Ich bin vor Kurzem die Tour de Romandie gefahren, wo die Teams nur aus sieben Fahrern bestanden haben und einige WorldTour-Teams gar nicht erst angetreten waren. Wir sind im Peloton mit nur 100 Leuten gefahren. Das hat für eine komplett andere Dynamik gesorgt. Ich habe in der ganzen Woche nicht einen einzigen Crash gesehen. Das war wirklich wundervolles Racing“, bewarb Mollema seine eigene Idee von einer Tour-Revolution, die aber wohl nur eine Idee bleiben wird.

 

„Massiver Fahrfehler!“ Neue Vorwürfe nach Vingegaard-Sturz

Der folgenschwere Sturz von Jonas Vingegaard auf der 15. Etappe der Tour de France 2026 sorgt im und außerhalb des Pelotons weiter für rege Diskussionen. Für einen Fahrer steht fest, wer für den Crash und das Tour-Aus des Dänen verantwortlich war: Vingegaards eigener Teamkollege.

Lidl-Trek-Fahrer Mads Pedersen ist der festen Überzeugung, dass nicht etwa Schlafmangel oder unglückliche Umstände den Sturz von Jonas Vingegaard auf der 15. Etappe der Tour de France ausgelöst haben, sondern dessen eigener Teamkollege Victor Campenaerts.

Campenaerts hatte den Visma-Zug auf dem Teilstück am Sonntag in den Kreisverkehr geführt, in dem Vingegaard die Kontrolle über sein Rad verlor und stürzte. „Es war ein massiver Fahrfehler, diesen Weg mit viel zu viel Geschwindigkeit zu nehmen“, urteilte Pedersen im „Lang Distance“-Podcast

Was er damit meinte: Campenaerts war bei der Einfahrt in den Kreisverkehr dem Begleitmotorrad gefolgt, das die Insel in der Mitte auf der linken Seite umkurvte. Vingegaards Helfer folgte dem Motorrad, obwohl der Weg rechts an der Insel vorbei eigentlich der naheliegendere gewesen wäre.

Für Pedersen dient der Weg des Motorradfahrers aber nicht als Entschuldigung. „Wenn du der führende Fahrer bist und dein ganzes Team an deinem Hinterrad hast, trägst du auch die Verantwortung, weil die anderen dir folgen“, bekräftigte der Lidl-Trek-Fahrer seine Vorwürfe gegen Vingegaards Teamkollegen.

Durch den weiteren Weg durch den Kreisverkehr habe sich die Kurve für Vingegaard und die anderen Visma-Fahrer am Ausgang zugezogen. „Er hat dann realisiert, dass er noch weiter nach rechts lenken musste, um dem Bordstein auszuweichen“, so Pedersen. Obwohl der Däne ein technisch hervorragender Fahrer sei, habe er dies nicht mehr geschafft.

Ob dies letztlich tatsächlich der Auslöser für den Sturz war, kann nur spekuliert werden. Als mögliche Ursache war in den letzten Tagen auch Schlafmangel genannt worden. Vingegaard war in der Nacht zu Sonntag um 2 Uhr nachts von den Doping-Kontrolleuren aus dem Bett geholt worden. Viele sind der Meinung, dass die unterbrochene Erholung zu Konzentrationsmängeln geführt hat, die dem Dänen letztlich die Tour kosteten.

Vingegaard im Kreuzfeuer: „So haben wir ihn nie gesehen“

Obwohl Jonas Vingegaard in der Tour-Gesamtwertung derzeit hinter dem unschlagbaren Tadej Pogacar auf dem zweiten Platz liegt, bekommt der Däne von vielen Seiten Kritik für seine Fahrweise und auch seine Aussagen ab. Zwei frühere Profis haben für seinen bisherigen Auftritt absolut kein Verständnis.

Die Kritik an Visma-Kapitän Jonas Vingegaard ebbt nicht ab. Mit Lance Armstrong und Bradley Wiggins haben am Dienstag erneut zwei bekannte Stimmen des Sports regelrecht auf den Dänen eingeschlagen. Verantwortlich war vor allem Vingegaards Aussage, er habe seinen Vorgesetzten im vergangenen Jahr mit einem Rücktritt gedroht, falls sich im Team nichts ändert.

„Ich verstehe das einfach nicht. Entweder man ist voll und ganz dabei oder nicht. Das ist der härteste Sport der Welt, da gibt es keinen Mittelweg. Als ich diese Überschrift gesehen habe, habe ich sofort an das gedacht, was Bradley vorher gesagt hat“, meinte Armstrong im „TheMove“-Podcast mit Verweis auf Wiggins‘ Aussage, der zuvor angezweifelt hatte, dass Vingegaard in diesem Jahr überhaupt bis nach Paris kommt.

Auch Wiggins schlug Alarm und meinte: „So haben wir ihn noch nie gesehen, nicht einmal, als er Zweiter in der Gesamtwertung war. Letztes Jahr hat er sich noch gefragt, wie er dieses Rennen gewinnen kann. Was das Team tun kann, um Pogacar in Schwierigkeiten zu bringen. Aber dieses Jahr ist es weniger konstant. Auch seine Körpersprache, als er die Linie überquert hat … es ist schade, ihn so zu sehen, denn er ist ein großer Champion.“

Auf der zehnten Etappe am Dienstag habe es bei Vingegaard so ausgesehen, als hätte man einem unplattbaren Reifen die Luft entzogen, so Wiggins weiter. „Ich kann wirklich nicht glauben, wie viel Zeit er da auf den letzten Metern verloren hat. Diese zwölf Sekunden sind sehr ungewöhnlich für ihn.“

Geht es nach dem Tour-Sieger von 2012, hat Vingegaard mit diesem kleinen Einbruch auch die mentale Tür für die Konkurrenten um Platz zwei geöffnet. „Für sie ist es wie Blut im Wasser. Sie alle werden jetzt den zweiten Platz jagen, weil sie sehen, dass es möglich ist“, erklärte der Brite. Auch Armstrong befand: „Er sah geschlagen aus.“

Das sind die Preisgelder der Tour de France 2026

Die Tour de France hat in der Radsportwelt nicht nur sportlich einen herausragenden Stellenwert, sondern auch finanziell. Das wird beim Blick auf die Preisgelder, die 2026 ausgeschüttet werden und mittlerweile offiziell veröffentlicht wurden, einmal mehr deutlich.

Für die Radsport-Stars steht bei der Tour de France 2026 nicht nur sportlich, sondern auch finanziell einiges auf dem Spiel. Allein der Sieger der Frankreich-Rundfahrt darf sich über ein Preisgeld in Höhe von 500.000 Euro freuen. Für den Zweit- und Drittplatzierten in Paris fallen immerhin noch 200.000 und 100.000 Euro ab. Das geht aus den Preisgeldlisten hervor, die Veranstalter ASO veröffentlicht hat.

Finanziell attraktiv sind auch Erfolge auf einzelnen Etappen. Hier kassiert der Sieger jeweils 11.000 Euro, die Plätze zwei und drei noch 5.500 und 2.800 Euro.

Die vier Trikotträger (Gelb, Grün, Gepunktet, Weiß) füllen die Kassen ihrer Teams täglich. Das Maillot Jaune wird auf jeder Etappe mit 500 Euro belohnt, der beste Sprinter, Bergfahrer und Jungprofi bekommen je 300 pro Tag, an dem sie das Trikot tragen.

Die abschließenden Sieger der Sprint- und Bergwertung erhalten in Paris jeweils 25.000 Euro, der beste Jungprofi wird mit 20.000 Euro belohnt.

Über ein Extra-Preisgeld dürfen sich auch die jeweils kämpferischsten Fahrer der Etappen freuen. Hierfür gibt es 2.000 Euro. Der Sieger in dieser Gesamtwertung kassiert 20.000 Euro.

Sonderprämien werden zudem für einzelne Bergwertungen verteilt. Der legendäre Bergpreis Henri-Desgrange wird etwa mit 5.000 Euro belohnt.

Über die Gesamteinnahmen der Fahrer sagen die Tour-Preisgelder letztlich aber nur wenig aus. Es ist gängige Praxis, dass die vom Team gewonnenen Gelder nach dem Ende der Rundfahrt gleichmäßig auf alle Teammitglieder verteilt werden. Ans Abkassieren geht es für die Profis in der Regel erst nach der Tour, wenn sie für diverse Rennen gebucht werden und hohe Antrittsgelder kassieren. Zudem winken auch neue Sponsoren-Einnahmen.

Hitze-Zoff: Tour-Stars gehen auf die Barrikaden

Die ersten Etappen der Tour de France 2026 fanden unter extremen Bedingungen statt. Die enorme Hitze setzt den Fahrern schwer zu. Aus dem Peloton werden immer mehr kritische Stimmen laut.

Zahlreiche Fahrer haben die extremen Bedingungen beklagt, unter denen die ersten Etappen der diesjährigen Tour de France ausgetragen wurden. Auf jedem einzelnen Tagesabschnitt wurde die 40-Grad-Marke überschritten. Das ist in den Augen vieler ein echtes Gesundheitsrisiko.

„Ich weiß nicht, ob es sicher ist, aber es ist ganz bestimmt nicht gesund“, beschwerte sich unter anderem Matteo Trentin gegenüber „Sporza“ über die außergewöhnlichen Umstände, unter denen das Rennen bisher stattfindet. „Wenn ich ein normaler Typ wäre, würde ich zu dieser Tageszeit nicht vor die Tür gehen“, ergänzte er.

Benjamin Thomas leidet ebenfalls unter den extremen Temperaturen. „Das kann die Gesundheit der Fahrer beeinflussen. Sobald die Temperatur auf über 40 Grad steigt, wird es wirklich gefährlich“, warnte er. Zustimmung erhielt das Duo unter anderem auch von Tadej Pogacar, der laut eigener Aussage vor dem Start der vierten Etappe unter starken Kopfschmerzen litt: „Da dachte ich mir, das wird ein langer Tag werden.“

Um den Fahrern das Leben während des Rennens zu erleichtern, haben die Verantwortlichen bereits das Reglement für die Verpflegung angepasst. Diese Änderung trat vor der vierten Etappe in Kraft. Für Trentin viel zu spät.

„Wir haben schon an den drei Tagen davor danach gefragt“, sagte er. Dass die Organisatoren so lange warteten, um die Entscheidung durchzusetzen, stört ihn. „Sie sollten ihre Klimaanlage im Auto ausnahmsweise mal ausschalten. Dann werden sie verstehen, was wir durchmachen.“

Ein Problem, das die Tour-Direktion hat: Der Zeitplan für die Etappen kann nicht einfach über den Haufen geworfen werden. Es ist schlicht und ergreifend nicht möglich, eine Etappe schon morgens bei erträglichen Temperaturen zu starten. Zum einen spielen die TV-Rechteinhaber da nicht mit, da sie ihre hohen Einschaltquoten erst am Nachmittag generieren. Und zum anderen bringt eine Tour-Etappe auch zahlreiche Einschränkungen für die Bewohner an der Strecke mit sich.

„Es gibt strikte Timeslots. Manchmal ist auch der Zugang zu Krankenhäusern temporär eingeschränkt. Das erfordert alle möglichen Arrangements. Wir können nicht einfach sagen, wir kommen eine oder auch drei Stunden früher vorbei“, schilderte Tour-Technikdirektor Thierry Gouvenou der Zeitung „Het Nieuwsblad“ das Problem.

Pogacar verzichtet bei Tour auf sündhaft teures „Spielzeug“

Mit dem Startschuss der 113. Tour de France am 04. Juli in Barcelona werden wieder mehr Blicke als ohnehin schon auf Ausnahmefahrer Tadej Pogacar gerichtet sein. Ein kleines, sündhaft teures „Spielzeug“ werden die Fans beim Slowenen auf der Reise durch Frankreich aber nicht zu sehen bekommen.

Kurz vor dem Beginn der 113. Tour de France hat der viermalige Sieger Tadej Pogacar einen neuen Werbedeal abgeschlossen. Der UAE-Kapitän ist das neue Gesicht einer Partnerschaft zwischen Radfabrikant Colnago und Luxusuhren-Hersteller Richard Mille.

Beide Konzerne haben gemeinsam mit Pogacar eine neue Uhr präsentiert, die so genannte „RM 64 01 Tourbillon Colnago“, eine streng limitierte Luxusvariante, die sich nur wenige Auserwählte leisten können. Jedes der 50 Exemplare kostet rund 860.000 Euro.

Obwohl sich Pogacar die Uhr leisten könnte und das Gesicht der neuen Werbekampagne ist, wird er sie bei der Tour de France nicht tragen. Colnago teilte mit, dass dies aus Gründen der persönlichen Sicherheit so entschieden wurde. Da die Tour-Stars vor allem vor und nach den Etappen regelmäßig in unmittelbaren Fan-Kontakt kommen, eine nachvollziehbare Entscheidung.

Pogacar und Richard Mille verbindet mittlerweile eine fünfjährige Partnerschaft. Der Uhrenhersteller ist eine feste Größe in der Sport-Welt und arbeitet auch mit Sportlerinnen und Sportlern aus anderen Sportarten zusammen. Zum Team gehören unter anderem die Formel-1-Stars Lando Norris und Charles Leclerc, Olympiasiegerin Ester Ledecka, Fußball-Legende Didier Drogba, Tennis-Ikone Rafael Nadal, die deutsche Reiterin Jessica von Bredow-Werndl und viele mehr.

Pogacar trug in der Vergangenheit bei vielen Rennen eine Richard-Mille-Uhr, nicht immer ging dabei alles gut. Als er im vergangenen Jahr bei Paris-Roubaix stürzte, schnitt die Uhr die Haut an seinen Handgelenken auf und sorgte für blutige Handschuhe.