Das sind die Preisgelder der Tour de France 2026

Die Tour de France hat in der Radsportwelt nicht nur sportlich einen herausragenden Stellenwert, sondern auch finanziell. Das wird beim Blick auf die Preisgelder, die 2026 ausgeschüttet werden und mittlerweile offiziell veröffentlicht wurden, einmal mehr deutlich.

Für die Radsport-Stars steht bei der Tour de France 2026 nicht nur sportlich, sondern auch finanziell einiges auf dem Spiel. Allein der Sieger der Frankreich-Rundfahrt darf sich über ein Preisgeld in Höhe von 500.000 Euro freuen. Für den Zweit- und Drittplatzierten in Paris fallen immerhin noch 200.000 und 100.000 Euro ab. Das geht aus den Preisgeldlisten hervor, die Veranstalter ASO veröffentlicht hat.

Finanziell attraktiv sind auch Erfolge auf einzelnen Etappen. Hier kassiert der Sieger jeweils 11.000 Euro, die Plätze zwei und drei noch 5.500 und 2.800 Euro.

Die vier Trikotträger (Gelb, Grün, Gepunktet, Weiß) füllen die Kassen ihrer Teams täglich. Das Maillot Jaune wird auf jeder Etappe mit 500 Euro belohnt, der beste Sprinter, Bergfahrer und Jungprofi bekommen je 300 pro Tag, an dem sie das Trikot tragen.

Die abschließenden Sieger der Sprint- und Bergwertung erhalten in Paris jeweils 25.000 Euro, der beste Jungprofi wird mit 20.000 Euro belohnt.

Über ein Extra-Preisgeld dürfen sich auch die jeweils kämpferischsten Fahrer der Etappen freuen. Hierfür gibt es 2.000 Euro. Der Sieger in dieser Gesamtwertung kassiert 20.000 Euro.

Sonderprämien werden zudem für einzelne Bergwertungen verteilt. Der legendäre Bergpreis Henri-Desgrange wird etwa mit 5.000 Euro belohnt.

Über die Gesamteinnahmen der Fahrer sagen die Tour-Preisgelder letztlich aber nur wenig aus. Es ist gängige Praxis, dass die vom Team gewonnenen Gelder nach dem Ende der Rundfahrt gleichmäßig auf alle Teammitglieder verteilt werden. Ans Abkassieren geht es für die Profis in der Regel erst nach der Tour, wenn sie für diverse Rennen gebucht werden und hohe Antrittsgelder kassieren. Zudem winken auch neue Sponsoren-Einnahmen.

Hitze-Zoff: Tour-Stars gehen auf die Barrikaden

Die ersten Etappen der Tour de France 2026 fanden unter extremen Bedingungen statt. Die enorme Hitze setzt den Fahrern schwer zu. Aus dem Peloton werden immer mehr kritische Stimmen laut.

Zahlreiche Fahrer haben die extremen Bedingungen beklagt, unter denen die ersten Etappen der diesjährigen Tour de France ausgetragen wurden. Auf jedem einzelnen Tagesabschnitt wurde die 40-Grad-Marke überschritten. Das ist in den Augen vieler ein echtes Gesundheitsrisiko.

„Ich weiß nicht, ob es sicher ist, aber es ist ganz bestimmt nicht gesund“, beschwerte sich unter anderem Matteo Trentin gegenüber „Sporza“ über die außergewöhnlichen Umstände, unter denen das Rennen bisher stattfindet. „Wenn ich ein normaler Typ wäre, würde ich zu dieser Tageszeit nicht vor die Tür gehen“, ergänzte er.

Benjamin Thomas leidet ebenfalls unter den extremen Temperaturen. „Das kann die Gesundheit der Fahrer beeinflussen. Sobald die Temperatur auf über 40 Grad steigt, wird es wirklich gefährlich“, warnte er. Zustimmung erhielt das Duo unter anderem auch von Tadej Pogacar, der laut eigener Aussage vor dem Start der vierten Etappe unter starken Kopfschmerzen litt: „Da dachte ich mir, das wird ein langer Tag werden.“

Um den Fahrern das Leben während des Rennens zu erleichtern, haben die Verantwortlichen bereits das Reglement für die Verpflegung angepasst. Diese Änderung trat vor der vierten Etappe in Kraft. Für Trentin viel zu spät.

„Wir haben schon an den drei Tagen davor danach gefragt“, sagte er. Dass die Organisatoren so lange warteten, um die Entscheidung durchzusetzen, stört ihn. „Sie sollten ihre Klimaanlage im Auto ausnahmsweise mal ausschalten. Dann werden sie verstehen, was wir durchmachen.“

Ein Problem, das die Tour-Direktion hat: Der Zeitplan für die Etappen kann nicht einfach über den Haufen geworfen werden. Es ist schlicht und ergreifend nicht möglich, eine Etappe schon morgens bei erträglichen Temperaturen zu starten. Zum einen spielen die TV-Rechteinhaber da nicht mit, da sie ihre hohen Einschaltquoten erst am Nachmittag generieren. Und zum anderen bringt eine Tour-Etappe auch zahlreiche Einschränkungen für die Bewohner an der Strecke mit sich.

„Es gibt strikte Timeslots. Manchmal ist auch der Zugang zu Krankenhäusern temporär eingeschränkt. Das erfordert alle möglichen Arrangements. Wir können nicht einfach sagen, wir kommen eine oder auch drei Stunden früher vorbei“, schilderte Tour-Technikdirektor Thierry Gouvenou der Zeitung „Het Nieuwsblad“ das Problem.

Pogacar verzichtet bei Tour auf sündhaft teures „Spielzeug“

Mit dem Startschuss der 113. Tour de France am 04. Juli in Barcelona werden wieder mehr Blicke als ohnehin schon auf Ausnahmefahrer Tadej Pogacar gerichtet sein. Ein kleines, sündhaft teures „Spielzeug“ werden die Fans beim Slowenen auf der Reise durch Frankreich aber nicht zu sehen bekommen.

Kurz vor dem Beginn der 113. Tour de France hat der viermalige Sieger Tadej Pogacar einen neuen Werbedeal abgeschlossen. Der UAE-Kapitän ist das neue Gesicht einer Partnerschaft zwischen Radfabrikant Colnago und Luxusuhren-Hersteller Richard Mille.

Beide Konzerne haben gemeinsam mit Pogacar eine neue Uhr präsentiert, die so genannte „RM 64 01 Tourbillon Colnago“, eine streng limitierte Luxusvariante, die sich nur wenige Auserwählte leisten können. Jedes der 50 Exemplare kostet rund 860.000 Euro.

Obwohl sich Pogacar die Uhr leisten könnte und das Gesicht der neuen Werbekampagne ist, wird er sie bei der Tour de France nicht tragen. Colnago teilte mit, dass dies aus Gründen der persönlichen Sicherheit so entschieden wurde. Da die Tour-Stars vor allem vor und nach den Etappen regelmäßig in unmittelbaren Fan-Kontakt kommen, eine nachvollziehbare Entscheidung.

Pogacar und Richard Mille verbindet mittlerweile eine fünfjährige Partnerschaft. Der Uhrenhersteller ist eine feste Größe in der Sport-Welt und arbeitet auch mit Sportlerinnen und Sportlern aus anderen Sportarten zusammen. Zum Team gehören unter anderem die Formel-1-Stars Lando Norris und Charles Leclerc, Olympiasiegerin Ester Ledecka, Fußball-Legende Didier Drogba, Tennis-Ikone Rafael Nadal, die deutsche Reiterin Jessica von Bredow-Werndl und viele mehr.

Pogacar trug in der Vergangenheit bei vielen Rennen eine Richard-Mille-Uhr, nicht immer ging dabei alles gut. Als er im vergangenen Jahr bei Paris-Roubaix stürzte, schnitt die Uhr die Haut an seinen Handgelenken auf und sorgte für blutige Handschuhe.

Konkurrenten legen bitteres Pogacar-Geständnis ab

Bei der Tour de Suisse hat Tadej Pogacar einmal mehr eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass er der Mann ist, den es zu schlagen gilt. Zwei Konkurrenten haben den Slowenen in der Schweiz ganz genau unter die Lupe nehmen können – und konnten kaum glauben, was sie sahen.

Die beiden niederländischen Radprofis Koen Bouwman (Jayco AlUla) und Sam Oomen (Lidl-Trek) haben der Konkurrenz von Tadej Pogacar nur wenig Hoffnungen auf einen Einbruch des Slowenen bei der anstehenden Tour de France gemacht. In welcher Verfassung sich der UAE-Kapitän bei der vergangenen Tour de Suisse präsentierte, hat sie regelrecht schockiert.

„Ein Team, vor allem ein Fahrer, steht so weit über dem Rest, dass man es kaum begreifen kann, wie hart er fährt. […] Ich weiß nicht, ob Ernüchterung das richtige Wort ist, aber es ist das erste Wort, das mir dazu einfällt“, staunte Oomen im „In het Peloton“-Podcast über die Leistungsfähigkeit Pogacars.

Der Niederländer weiter: „An einem Tag habe ich oft gehört, dass viele Fahrer sich gegenseitig gesagt haben: ‚So etwas habe ich noch nie erlebt‘.“

Bouwman versuchte derweil, die Überlegenheit des Slowenen mit einem greifbaren Beispiel zu erklären. „Jeder regionale Radklub hat ein lokales Sommerrennen. In meiner Gegend gibt es auch eins. Dort fahre ich gegen Amateure, die Landschaftsgärtner sind und von 7 Uhr morgens bis 17 Uhr abends Fliesen verlegen oder Bäume fällen.“

Obwohl er vor dem Rennen gegen die Amateure meist schon drei bis vier Stunden im Sattel gesessen hat, „kann ich sie abhängen, wenn ich will“. Genau dieses Gefühl müsse auch Pogacar in den ProTour-Rennen haben, mutmaßte Bouwman.

„Ich glaube wirklich, dass der Unterschied zwischen den Amateuren und mir genauso groß ist wie der Unterschied zwischen Pogacar und mir“, stellte er ernüchtert fest. „Der Unterschied ist so unglaublich, dass man es nicht mal beschreiben kann.“

Radsport-Superstar verpasst die Tour de France

Die schlimmsten Befürchtungen haben sich bestätigt: Radsport-Star Wout van Aert verpasst die Tour de France.

Wout van Aert kann bei der diesjährigen Tour de France (4. bis 26. Juli) nicht an den Start gehen. Wie das Team Visma-Lease a bike zweieinhalb Wochen vor dem Start mitteilte, laboriert der Belgier weiter an einer Ellbogenverletzung und wird nicht rechtzeitig fit.

„Das ist natürlich eine riesige Enttäuschung“, wird van Aert zitiert: „Die Tour de France ist eines meiner Hauptziele in jedem Jahr. Gemeinsam mit dem Team sind wir zu dem Schluss gekommen, dass es nicht möglich ist, in Topform in die Tour zu starten. Mein Fokus liegt nun auf meiner Genesung, damit ich im späteren Saisonverlauf zurückkehren kann.“

Marc Reef, Nachfolger von Grischa Niermann als Head of Racing beim niederländischen Rennstall, sagte: „Wout ist einer unserer wichtigsten Fahrer im Team. Wir hätten ihn gerne bei der Tour dabei gehabt. Wir haben uns alle Optionen angesehen, aber am Ende kommt die Gesundheit an erster Stelle.“

Zuvor war bekannt geworden, dass van Aert am Montag nicht mit dem Rest des Teams zum Höhentrainingslager nach Tignes anreisen konnte. Dies gilt als wichtiger Baustein für die Tour de France.

Van Aert, einer der wichtigsten Helfer von Superstar Jonas Vingegaard, hatte sich die Verletzung bei einem Trainingssturz vor der Tour Auvergne Rhone-Alpes zugezogen. Dennoch ging der Paris-Roubaix-Sieger beim Klassiker an den Start. Dort infizierte sich die Wunde am Ellbogen jedoch, das Mannschaftszeitfahren bei der Tour Auvergne-Rhône-Alpes verschlimmerte die Blessur zusätzlich.

„Sporza“ berichtete unter Berufung auf van Aerts Manager Jef Van Den Bosch, man gehe tatsächlich davon aus, dass „die Reizung durch die Haltung am Zeitfahrlenker während des Mannschaftszeitfahrens verschlimmert wurde“. Zwar gewann er mit seinem Team die 3. Etappe und ließ sogar zwei Tage später einen Etappensieg folgen, aufgrund der Infektion ging Wout van Aert danach aber nicht mehr wie geplant an den Start.

„Wir wussten bereits, dass er nicht mehr viel Spielraum hatte“, zitiert „Het Nieuwsblad“ Teammanager Maarten Wynants: „Er war schon unter seinen Möglichkeiten, und das wird ihm sicherlich nicht helfen. Am wichtigsten ist, dass er erst einmal wieder gesund wird.“ Klar ist nun: Für das große Saison-Highlight reicht die Zeit nicht.

Lipowitz mit deutlichen Worten zu Pogacar

Bei der Tour de France ruhen die deutschen Hoffnungen auf Shootingstar Florian Lipowitz. Der 25-Jährige will beim Radsport-Highlight einen neuen Anlauf starten, Dominator Tadej Pogacar in Bedrängnis zu bringen. Noch sieht er den Slowenen allerdings ein gutes Stück voraus.

„Er ist einfach ein Allrounder. Er ist schnellkräftig, stark an langen Anstiegen. Es gab lange keinen Tour-de-France-Sieger mehr, der gleichzeitig die Klassiker so stark fahren kann. Er hat kaum Schwächen“, schwärmte Lipowitz im „SID“-Interview von Tadej Pogacar.

Dennoch sieht der Deutsche unter gewissen Umständen eine Chance: „Vielleicht ist das Einzige, seine Attacken am Berg zu überstehen und wieder an sein Hinterrad zu kommen.“

Dafür brauche man freilich „die gleichen Beine wie Pogacar – und ich glaube, da ist er aktuell jedem noch ein oder zwei Schritte voraus.“

In rund vier Wochen wird die Tour de France mit dem Grand Départ in Barcelona und damit die Jagd nach dem Gelben Trikot eröffnet – mit Lipowitz im erweiterten Favoritenkreis.

Ob es für den Vorjahresdritten wieder für einen Podestplatz reicht, hängt auch von der Konkurrenz ab. Der Deutsche hat ein vielversprechendes Frühjahr hinter sich, bei drei einwöchigen Rundfahrten erzielte er Top-3-Ergebnisse. Zur Wahrheit gehört indes: Gewonnen hat er keine.

„Wenn man die Rennen dieses Jahr anschaut, gibt es drei Fahrer, die definitiv besser waren“, räumte Lipowitz ein. Jedem der drei Hauptrivalen Pogacar (Tour de Romandie), Jonas Vingegaard (Katalonien-Rundfahrt) und Paul Seixas (Baskenland-Rundfahrt) musste er sich geschlagen geben.

Umso motivierter ist Lipowitz, es bei der anstehenden Tour (noch) besser zu machen. „Ich glaube, dass ich als Fahrer dieses Jahr reifer bin und besser mit dem Druck umgehen kann“, hob er hervor.

Auffällig: Der Shootingstar vom Team Red Bull-Bora-hansgrohe tritt mit spürbar gewachsenem Selbstvertrauen auf. Nicht mehr der Underdog zu sein, scheint Lipowitz keineswegs zu hemmen.

Ausreißer schlägt Sprinterteams bei Giro ein Schnippchen

Fredrik Dversnes hat beim Giro d’Italia die 15. Etappe in Mailand als Ausreißer gewonnen. Der Norweger siegte nach 157 Kilometern auf dem Corso Venezia im Sprint einer vierköpfigen Ausreißergruppe vor den Italienern Mirco Maestri und Martin Marcellusi. Das heranrasende Hauptfeld konnte die Gruppe auf der Zielgeraden nicht mehr einholen. Sprinter Jonathan Milan vom deutschen Lidl-Team muss weiter auf seinen ersehnten Etappensieg warten. Ein deutscher Fahrer schaffte es nicht auf einen der ersten zehn Plätze.

Topfavorit Jonas Vingegaard verteidigte das Rosa Trikot des Gesamtführenden, das er sich am Samstag in den Alpen geholt hatte, auf dem flachen 15. Teilstück ohne Probleme. Hinter dem Dänen liegen weiter der zuvor Führende Afonso Eulálio aus Portugal (2:26 Minuten Rückstand) und der Österreicher Felix Gall (2:50).

Bei Temperaturen von mehr als 30 Grad fand sich kurz nach dem Start in Voghera die Ausreißergruppe. Auf dem Weg durch die Lombardei ließen die Sprinterteams sie gewähren, hielten den Abstand aber stabil bei gut zwei Minuten.

Zum Abschluss stand bei hohem Tempo viermal ein Rundkurs in der Mode-Metropole an. Mit der letzten echten Kurve zwei Kilometer vor dem Ziel war eigentlich alles für den Sprint Royal angerichtet. Aber das Peloton verschätzte sich und konnte die Ausreißer nicht mehr stellen.

Vingegaard will beim Giro nach der Tour de France und der Vuelta auch die dritte der drei großen Rundfahrten des Radsports gewinnen. Für den Dänen und seine Konkurrenten ging es am Pfingstsonntag vor allen Dingen darum, ohne Sturz ins Ziel zu kommen.

Nach dem zweiten Ruhetag wartet am Dienstag eine Bergankunft in der Schweiz auf die Fahrer. Die Rundfahrt endet am 31. Mai in Rom.

Kritik und Zweifel an Vingegaard nach Zeitfahr-Klatsche

Nach zehn von 21 Etappen ist Radsport-Superstar Jonas Vingegaard auf bestem Wege, seinen ersten Giro d’Italia zu gewinnen. Trotzdem gibt es Kritik an seiner Vorstellung und Zweifel an seiner Leistungsfähigkeit.

Die Vorstellung von Jonas Vingegaard beim diesjährigen Giro d’Italia hat bei einigen Experten und früheren Profis Fragezeichen aufgeworfen. Zwar gewann der Däne bereits zwei Bergetappen und unterstrich damit seinen Favoritenstatus, doch besonders sein Auftritt im Einzelzeitfahren auf dem zehnten Tagesabschnitt bereitet so manchem Beobachter Kopfzerbrechen.

„Ich habe mehr von ihm erwartet“, urteilte etwa der frühere britische Tour-de-France-Sieger Geraint Thomas im „Watts Occurring“-Podcast, nachdem Vingegaard im Zeitfahren drei Minuten auf Tagessieger Filippo Ganna verloren hatte und nur 13. geworden war.

Thomas‘ Vermutung: Der dänische Superstar ist womöglich nicht in Vollbesitz seiner Kräfte. „Vielleicht ist er krank oder so was. Versteht mich nicht falsch, er hat auch in den Bergen alle Gegner zerstört und zwei Etappen gewonnen. Aber bei den Standards, die er gemeinsam mit Pogacar gesetzt hat, hätte ich erwartet, dass sein Vorsprung [auf der 9. Etappe] auf Felix Gall größer gewesen wäre.“

Laut Thomas fühle es sich einfach so an, als ob der Vorsprung von Vingegaard auf den Rest der Fahrer nicht mehr so groß wie in der Vergangenheit ist. „Auf diesen Bergetappen geht es viel enger zu“, urteilte der ehemalige Profi.

Gleichwohl dürfe man aber auch nicht vergessen, dass der Visma-Kapitän noch immer die mit Abstand besten Karten auf den Gesamtsieg habe. „Er ist immer noch in einer sehr starken Position. Ein Teil von mir glaubt, dass er nicht bei 100 Prozent war. Oder vielleicht hatte er auch nur einen schlechten Tag“, sagte Thomas mit Blick auf die Zeitfahr-Klatsche des Dänen.

Nach der neunten Etappe hatte sich auch der niederländische Ex-Profi Tom Dumoulin mit kritischen Worten über Vingegaard geäußert. Er warf dem Top-Favoriten auf dem schweren Teilstück nach Corno alle Scale zu viel Zurückhaltung und zu wenig Angriffslust vor, als sein Red-Bull-Kontrahent Giulio Pellizzari im Anstieg den Anschluss verlor.

 

Nächster Verletzungsschock im Pogacar-Team

Die schlechten Nachrichten bei Radsport-Topmannschaft UAE Team Emirates XRG reißen nicht ab: Nach dem Massencrash beim Giro d’Italia, in den unter anderem Adam Yates verwickelt war, gab man nun den Ausfall eines weiteren Fahrers bekannt.

Radsportprofi Filippo Baroncini muss in den kommenden Wochen sein Fahrrad an die Seite stellen. Der Italiener war am Sonntag beim französischen Eintagesrennen Tro-Bro León gestürzt und fällt nun auf unbestimmte Zeit aus.

„Leider war Filippo Baroncini bei Tro-Bro León in einen Unfall verwickelt und erlitt womöglich eine Verletzung des linken Schlüsselbeins. Er wird morgen in Brüssel eine chirurgische Untersuchung durchführen, bevor er nach Hause reist, um die Rehabilitation und Erholung unter der Aufsicht des medizinischen Teams zu beginnen“, teilte das Team anschließend mit.

Baroncini war erst im vergangenen August bei der Polen-Rundfahrt in einen schweren Crash verwickelt gewesen, als er mit einer Mauer kollidierte. Der 25-Jährige musste anschließend sogar in ein künstliches Koma versetzt werden. Glücklicherweise waren keine vitalen Organe verletzt, sodass er einige Wochen später aus dem Krankenhaus entlassen werden konnte.

Die Saison 2026 hatte der Italiener, der seit 2024 im Team von Superstar Tadej Pogacar fährt, mit der Katalonien-Rundfahrt begonnen. Später ging er bei den Klassikern wie dem Amstel Gold Race und Frankfurt-Eschborn an den Start.

UAE Team Emirates XRG hatte zuletzt auch beim Giro d’Italia einige Schocknachrichten zu verdauen. Auf der zweiten Etappe landete fast das gesamte Team bei hoher Geschwindigkeit im Straßengraben, Marc Soler zog sich einen Beckenbruch zu, Jay Vine eine Ellenbogenfraktur.

Mitfavorit Adam Yates – gezeichnet von schweren Schürfwunden – konnte die Etappe zwar noch zu Ende fahren, die anschließende Etappe konnte er nach der medizinischen Untersuchung aber nicht beginnen. „Was für ein Desaster. Ich habe so hart gearbeitet, um für den Giro fit zu werden“, haderte Yates, dessen Zwillingsbruder Simon im Vorjahr die Italien-Rundfahrt gewonnen hatte.

Superstar Tadej Pogacar geht beim Giro d’Italia in diesem Jahr nicht an den Start.

Seixas „auf Augenhöhe“ mit Pogacar? Das sagt Jens Voigt

Seit Montag steht fest, dass Radsport-Wunderkind Paul Seixas an der Tour de France 2026 (4. bis 26. Juli) teilnehmen wird. Diese Entscheidung verkündete der erst 19-Jährige vom Team Decathlon – CMA CGM, nachdem er bei der Baskenland-Rundfahrt und beim Monument Lüttich-Bastogne-Lüttich für Furore sorgte. Ex-Profi Jens Voigt trau dem Supertalent gleich einen Podestplatz zu.

„Er hat die Baskenland-Rundfahrt souverän gewonnen und war bei Lüttich-Bastogne-Lüttich knapp hinter Pogacar Zweiter. Daher macht es Sinn, ihn dahinzuschicken“, kommentierte der „Eurosport“-Experte die Entscheidung von Paul Seixas, sein Debüt bei der Tour de France zu feiern. Vor diesem hatten ihn einige andere Ex-Profis zuletzt noch eindringlich gewarnt.

Voigt ist sich sicher, dass der Franzose in seiner Heimat gleich ein Wörtchen in der Gesamtwertung mitreden kann. „Er ist so stark und man muss zweifelsohne sagen, dass Paul das Potenzial hat, bei der Tour aufs Podium zu fahren. Er ist jung und unverbraucht“, legt sich der 17-malige Tour-Teilnehmer fest, der den Youngster allerdings davon warnt, bei seinem Debüt zu viel zu wollen.

Der 19-Jährige solle bei der Frankreich-Rundfahrt insbesondere darauf achten „was Tadej Pogacar und Jonas Vingegaard machen“, so der 54-Jährige, der ausführte: „Wie fahren die, wann attackieren die, wie gestalten die das Rennen und wie setzen die ihre Mannschaftskollegen ein? Daraus sollte Seixas lernen, wie er das genauso oder vielleicht sogar besser machen kann.“

Der 19-Jährige solle bei der Frankreich-Rundfahrt insbesondere darauf achten „was Tadej Pogacar und Jonas Vingegaard machen“, so der 54-Jährige, der ausführte: „Wie fahren die, wann attackieren die, wie gestalten die das Rennen und wie setzen die ihre Mannschaftskollegen ein? Daraus sollte Seixas lernen, wie er das genauso oder vielleicht sogar besser machen kann.“