Pogacar drohten „Neider und Nein-Sager“

Dass Tadej Pogacar trotz der Gerüchte um ein Comeback bei der Heim-EM in Slowenien letztlich nicht antrat und sich seinen Fans nur abseits des Renngeschehens präsentierte, hält Ex-Radsport-Profi Jens Voigt für eine gute Entscheidung.

„Das ist so, als hätte man damals Michael Schumacher gefragt, ob er als Mechaniker in der Box stehen kann oder ob Boris Becker nach seinem Wimbledonsieg als Balljunge auftreten würde. Superstars denken und funktionieren etwas anders als wir normalen Leute – das macht sie zu Superstars“, sagte der „Eurosport“-Experte mit Blick auf eine Helfer-Rolle Pogacars im EM-Straßenrennen, über die im Vorfeld spekuliert worden war.

Die Slowenen hätten auch ohne den für viele besten Radsportler aller Zeiten „ein sehr leistungsfähiges Team“ auf dem 196,2 Kilometer langen Kurs am Start gehabt, betonte Voigt, und verwies in diesem Zusammenhang auf Top-Talent Jakob Omrzel und Routinier Primoz Roglic.

Der zweimalige Tour-de-France-Etappensieger führte aus: „Wenn Tadej gefahren wäre, um den Leuten zuzuwinken und dann nach 100 Kilometern auszusteigen, hätten sie eventuell einen wichtigen Startplatz verschenkt. Das hätte viele Neider und Nein-Sager auf den Plan gerufen. Dass er in Zivil da war, war die beste Lösung.“

Pogacar, der nach seinem Horror-Sturz bei der Vuelta erst seit Kurzem wieder auf dem Rad unterwegs ist, hatte am Rande der EM zugegeben, seine Form sei aktuell „wirklich schlecht“. Daher habe er Gedankenspiele um eine aktive Teilnahme verworfen.

In Abwesenheit des Radsport-Überfliegers sicherte sich Remco Evenepoel die Goldmedaille im Sprint-Duell gegen Giulio Ciccone – und das denkbar knapp. Die Entscheidung war erst per Fotofinish klar.

Ciccone habe verloren, „weil sein Tigersprung weniger perfekt war“, analysierte Voigt. „Remco schmeißt das Rad so weit nach vorne, wie es irgendwie geht. Die Arme von Ciccone sind im entscheidenden Moment senkrecht nach unten – er hat seinen Tigersprung zu spät angesetzt.“

Spektakuläre Kehrtwende um Radsport-Gigant Tadej Pogacar

Nachdem Tadej Pogacar als Führender bei der Vuelta a España schwer gestürzt war, musste sich der slowenische Radsport-Superstar einer Operation unterziehen, die sein vorzeitiges Saisonaus bedeutete. Der Traum von einer Teilnahme an der Heim-EM in Ljubljana war für den Ausnahmekönner damit geplatzt. Auf der Meldeliste taucht der Name des 27-Jährigen jetzt aber plötzlich doch auf.

Bahnt sich bei Tadej Pogacar eine spektakuläre Kehrtwende an? Am Montag veröffentlichte die Union Européenne de Cyclisme die Namen, die für die Straßen-Europameisterschaft, die am 3. Oktober im slowenischen Ljubljana ausgetragen wird, gemeldet worden sind. Darunter taucht überraschend auch der Name des Superstars von UAE auf, der seine Radsport-Saison 2026 eigentlich bereits für beendet erklärt hatte.

Pogacar hatte bei dem Sturz während der Vuelta unter anderem einen Schlüsselbeinbruch sowie eine Gehirnerschütterung erlitten. Daraufhin hatte UAE Team Emirates-XRG sowohl das Saison-Aus und damit auch die Nicht-Teilnahme an der WM und EM als auch die Vertragsverlängerung Pogacars bis 2023 kommuniziert. Der Traum vom Start bei seinem Heim-Turnier schien geplatzt – bis Dienstag.

Klar ist aber auch: Nur weil der fünffache Sieger der Tour de France vom slowenischen Radsport-Verband für das Rennen gemeldet wurde, ist sein Start beim Rennen um die EM-Krone nicht sicher. Dass sein Name unter den 13 Fahrern aus Slowenien auftaucht, bedeutet lediglich, dass er theoretisch für den finalen Kader des EM-Gastgebers nominiert werden könnte. Ob das passieren wird, ist ungewiss.

Dass Pogacar in knapp zwei Wochen in der slowenischen Hauptstadt an den Start gehen wird, scheint aber eigentlich ausgeschlossen. „Natürlich hatte ich mir ein anderes Ende für meine Saison gewünscht. Im Moment ist es am wichtigsten, mich richtig zu erholen und meinem Körper die nötige Zeit zu geben“, sagte Pogacar zuletzt über sein Aus für das Radsport-Jahr 2026.

Er wolle sich „darauf konzentrieren, wieder gesund zu werden und im nächsten Jahr bereit für die kommenden Herausforderungen zurückzukehren“, betonte der 27-Jährige. Ein EM-Start würde diesen Plan über den Haufen werfen.

Kommentar über Pogacar-„Millionen“ sorgt für Wirbel

Die slowenische Radrennfahrerin Urska Zigart hat in den sozialen Medien energisch auf einen zynischen Nutzerkommentar zum Gehalt ihres Verlobten Tadej Pogacar reagiert.

Auslöser der Diskussion war ein Beitrag von Zigarts Team AG Insurance-Soudal auf Instagram, in dem über den erneuten Kieferbruch der 28-Jährigen informiert wurde.

„Pogi macht Millionen. Respekt dafür, dass du für Kleingeld und Verletzungen fährst. Pass gut auf deine Gesundheit auf, liebe Urska“, kommentierte ein User den Post – eine Aussage, die bei Zigart gar nicht gut ankam.

„Genau. Pogi hat es verdient, und ich nehme einfach mein ‚Kleingeld‘. Aber wenn Paare wie wir sich trennen, sind wir plötzlich ‚die teuflischen Schlampen, die nur Geld wollen und nichts getan haben, um es zu verdienen‘. Also kümmere du dich um dich und deine Frau, und ich kümmere mich um mich selbst. Einen schönen Sonntag noch“, reagierte sie deutlich.

Die Verletzung, die Zigart auf der 3. Etappe der Faun Tour Femmes in Frankreich am vergangenen Wochenende erlitt, war ein besonders bitterer Rückschlag für sie. Denn: Die Slowenin hatte sich bei der Tour de Suisse im Juni bei einem schweren Sturz schon einmal den Kiefer gebrochen.

Genauso wie Radsport-Superstar Tadej Pogacar, der sich bei der Vuelta unter anderem einen Schlüsselbeinbruch sowie eine Gehirnerschütterung zuzog, kann sie nicht bei der anstehenden Straßen-WM in Montreal an den Start gehen.

„Nicht das Déjà-vu, das ich erwartet hatte“, kommentierte sie ihren Ausfall bei Instagram. „Zeit, wieder auf meine Rezepte aus dem Juni zurückzugreifen.“

Pogacar, der seit 2021 mit Zigart verlobt ist, macht derweil erste Schritte zurück in den Rennbetrieb. Er trainiert daheim schon wieder auf dem stationären Rad und richtet den Blick auf die Saison 2027.

In einem aktuellen Instagram-Video dokumentierte der 27-Jährige die Fortschritte im Rehaprozess.

„Nicht ganz so, wie wir uns den September vorgestellt hatten“, schrieb der fünfmalige Tour-de-France-Sieger vom UAE Team Emirates. Es sei aber „einfach schön, wieder auf dem Rad zu sein. Im Moment gehe ich Schritt für Schritt vor und baue die Belastung langsam mit Blick auf die nächste Saison wieder auf“, teilte Pogacar mit.

Pogacar und Co. gestürzt: „Einige Geisteskranke“ im Radsport

Bei der Vuelta stürzte Radsport-Dominator Tadej Pogacar heftig, zog sich mehrere Brüche sowie eine Gehirnerschütterung zu. Auch der deutsche Hoffnungsträger Florian Lipowitz verletzte sich bei der Tour de France schwer. Ex-Profi Simon Geschke sieht die Gefahr als Teil des Business.

„Als Radprofi weißt du genau: Du stürzt auf jeden Fall – die Frage ist nur, wann“, sagte der 40-Jährige gegenüber „Sport Bild. „Das Risiko fährt immer mit. Ich habe zumindest keine bleibenden Schäden davongetragen.“

Viermal brach sich Geschke in seinen 16 Jahren im Radsport-Zirkus unter anderem das Schlüsselbein – genau jene Verletzung also, die auch Pogacar bei seinem Vuelta-Sturz erlitt und ihn letztlich den Rest der Saison und somit auch seine mögliche Titelverteidigung bei der WM im kanadischen Montreal Ende September kostete.

„Im Fahrerfeld sind leider auch einige Geisteskranke unterwegs, die ohne Rücksicht auf Verluste um den Etappensieg kämpfen, gerade bei großen Rennen wie der Tour de France. Als Radprofi musst du aber auch einfach ein Stück weit bekloppt sein“, sagte Geschke.

Immer wieder kommt es im Radsport sogar zu tödlichen Unfällen.

Im August starb der erst 19 Jahre alte Waliser Finlay Tarling, nachdem er bei der Portugal-Rundfahrt mit einem entgegenkommenden Auto kollidierte. Cristian Munoz, ein 30-jähriger Kolumbianer, zog sich bei der Tour du Jura in Frankreich im April bei einem Sturz eine Wunde zu, die sich infizierte, und ihn wenige Tage später das Leben kostete.

„Als Radprofi blendest du die Gefahren aus. Wenn dir das nicht gelingt, würdest du nicht mehr auf den Sattel steigen“, sagte Geschke, der 2022 nach einer bärenstarken Tour zu Deutschlands Radsportler des Jahres gewählt wurde und 2015 sogar eine Etappe bei der Frankreich-Rundfahrt gewann.

Radsport-Star erklärt Rücktritt: „Das ist es also“

Der Profi-Radsport verliert einen seiner alten Hasen. Wie der Brite Ben Swift (38) in den sozialen Medien bekanntgab, wird er seine lange und erfolgreiche Karriere nach dem Ende der Saison 2026 beenden.

„Das ist es also. Ich habe mich dazu entschieden, zurückzutreten“, schrieb Swift, der das Jahr für sein Team INEOS noch zu Ende fahren will, bevor er seinen Helm endgültig an den Nagel hängt.

„Es waren 18 großartige Jahre und ich hätte mir in meinen wildesten Träumen nicht vorstellen können, dass ich so eine lange und erfolgreiche Karriere haben würde. Als ich als Kind aufgewachsen bin, war das nur ein Traum. Es war immer etwas, von dem ich dachte, dass es nie passieren würde, aber ich habe mich auch nie etwas anderes machen sehen“, ergänzte der 38-jährige Brite, der nicht nur auf der Straße, sondern auch auf der Bahn erfolgreich war.

Laut eigener Aussage hört Swift nicht auf, weil er die Lust am Radsport verloren hat, sondern „weil ich immer noch das Gefühl habe, auf einem so hohen Level zu sein, dass ich das Rennfahren noch genießen kann“.

Swifts Abschiedsvorstellung beginnt bei der Tour of Britain und führt ihn dann weiter zu einigen Rennen nach Italien. Dort schließt sich für ihn ein Kreis. „Das ist der Ort, wo meine Reise begann“, schrieb er. Seinen letzten Auftritt wird er beim Eintages-Rennen Paris-Tour Mitte Oktober haben.

Swift machte sich im Laufe seiner Karriere als Sprinter mit Klassiker-Qualitäten einen Namen. Nicht ganz zufällig feierte er bei Milan-Sanremo seine beiden besten Resultate bei einem der großen Rennen. 2014 kam er in Mailand als Dritter über die Linie, zwei Jahre später wurde er Zweiter.

Auf der Bahn feierte Swift im Jahr 2012 seinen größten Erfolg, als er im Scratch-Rennen Weltmeister wurde. An den drei großen Rundfahrten nahm er insgesamt zehn Mal teil. Sein bestes Resultat war der 18. Platz beim Giro d’Italia 2020.

Kontrahenten verbeugen sich vor Pogacars Dominanz

Tadej Pogacar dominiert die Vuelta a España nach Belieben. Selbst seine Konkurrenten scheinen sich mit seiner Überlegenheit abgefunden zu haben. Nach seiner beeindruckenden Solofahrt auf der vierten Etappe, gab es erneut eine Lobeshymne auf den Slowenen.

Oliver Naesen vom Team Decathlon erklärte gegenüber „Het Laatste Nieuws“, dass Pogacar inzwischen nicht mehr wie ein gewöhnlicher Rivale wahrgenommen werde.

„Das ist schwer zu erklären. Man muss es selbst erleben, um es zu verstehen. Dieser Typ ist so viel besser als der zweitbeste Fahrer im Radsport“, sagte der Belgier. „Jeder im Peloton respektiert das. Allen ist bewusst, wie außergewöhnlich sein Talent ist.“

Naesen glaubt sogar, dass Pogacars Dominanz die Mentalität im Feld verändert hat. Früher hätten Fahrer unter Druck gestanden, jede Attacke zu kontern. Heute sei das anders.

„Niemand schaut dich schief an, wenn du seine Attacke nicht mitgehen kannst. Es sagt nicht einmal mehr jemand etwas, wenn du es gar nicht erst versuchst. Zu glauben, man könne genauso gut sein wie er, wäre einfach dumm“, erklärte der 35-Jährige.

Trotz seiner Erfolge sei Pogacar menschlich geblieben. „Er ist unglaublich freundlich. Wenn ich ihm nach einem weiteren Sieg gratuliere, lenkt er das Gespräch sofort auf etwas anderes und fragt, wie es mir geht. Ich würde wahrscheinlich stundenlang über meinen Sieg reden – er macht das nicht“, erklärte der Belgier.

Beispiele dafür gibt es genug. Nach der zweiten Etappe der Vuelta bat ausgerechnet Kontrahent Wout van Aert Pogacar um eine Trinkflasche für seinen Sohn. Stattdessen schenkte ihm der Slowene sogar seine Sonnenbrille. Für Naesen ist das ein Zeichen dafür, welchen Status Pogacar inzwischen im Peloton genießt.

„Wenn du glaubst, mit jemandem noch auf Augenhöhe konkurrieren zu können, fragst du ihn nicht nach einem Autogramm oder seiner Sonnenbrille“, sagte Naesen. „Ich glaube nicht, dass Wout van Aert jemals Mathieu van der Poel nach dessen Sonnenbrille fragen würde. Bei Pogacar ist das anders, weil er nicht mehr als normaler Konkurrent gesehen wird. Er steht inzwischen über allen“, so der Belgier.

Del Toro setzt Ausrufezeichen bei Deutschland Tour

Topfavorit Isaac del Toro hat direkt zum Auftakt der 40. Deutschland Tour ein Ausrufezeichen gesetzt und sich das Blaue Trikot des Gesamtführenden gesichert.

Der Mexikaner vom Team UAE Emirates-XRG, Dritter der diesjährigen Tour de France, setzte sich am Mittwoch auf dem 2,6 km langen und technisch anspruchsvollen Prolog im hessischen Bad Orb durch. Zweiter wurde der französische Radprofi Paul Magnier (Soudal Quick-Step), der Sieger der Cyclassics in Hamburg lag im Ziel nur zwei Sekunden zurück.

Als bester Deutscher schaffte es Tobias Müller (Unibet Rose Rockets) mit sieben Sekunden Rückstand zur Spitze auf Platz zehn. Nils Politt, deutscher Zeitfahrmeister und Teamkollege von del Toro, lag als Zwölfter acht Sekunden zurück, John Degenkolb (Team Picnic PostNL) erreichte den 16. Platz.

Auf einer Gesamtlänge von 742,2 km führt die Deutschland Tour an fünf abwechslungsreichen Tagen durch vier Bundesländer. Der Kurort Bad Orb ist am Donnerstag auch Startort der ersten Etappe. Über wellige 215,3 km mit zwei Bergwertungen und rund 3200 Höhenmetern führt das Teilstück über Bayern nach Schwäbisch Hall. Die Entscheidung um den Gesamtsieg fällt am Sonntag in Heilbronn.

Nach einer zehnjährigen Pause war das wichtigste deutsche Etappenrennen im Radsport-Kalender 2018 wiederbelebt worden, mittlerweile ist die Zukunft auch langfristig gesichert. Die Organisatoren von der A.S.O., die auch die Tour de France ausrichten, und der deutsche Verband German Cycling verlängerten ihre Zusammenarbeit bis 2050.

Radsport-Superstar vor überraschendem Wechsel

Für Radsport-Star Primoz Roglic läuft die Saison bisher eher mäßig. So verpasste er unter anderem die Tour de France verletzt. Nun steht Roglic offenbar vor einem überraschenden Teamwechsel.

Wie die belgische Zeitung „Het Laatste Nieuws“ berichtet, befindet sich der viermalige Vuelta-Sieger in Gesprächen mit Lotto-Intermarché über einen Wechsel zur Saison 2027.

Der 36-jährige Slowene fährt derzeit noch für das deutsche Team Red Bull-Bora-Hansgrohe, doch ein Abschied nach der Saison gilt dem Bericht zufolge als nahezu sicher. Statt seine Karriere zu beenden, soll Roglic mindestens ein weiteres Jahr im Peloton bleiben und künftig für das belgische WorldTour-Team an den Start gehen.

Demnach hätten sowohl das Umfeld des Routiniers als auch Lotto-Intermarché laufende Verhandlungen bestätigt. Auch andere Teams wie Q36.5, Movistar und UAE Team Emirates-XRG sollen Interesse gezeigt haben, ihre Bemühungen seien jedoch inzwischen gescheitert.

Ein Wechsel zu Lotto-Intermarché würde Roglic mehrere sportliche Vorteile bieten. Der Slowene soll die Tour de Suisse gewinnen wollen – das einzige große einwöchige Etappenrennen, das noch in seiner Erfolgsliste fehlt. Zudem strebt er eine weitere Teilnahme an der Tour de France an.

Bei Lotto-Intermarché hätte er deutlich bessere Chancen auf einen festen Platz im Tour-Aufgebot als bei seinem aktuellen Team, das mit Remco Evenepoel und Florian Lipowitz über gleich zwei starke Klassement-Fahrer verfügt.

Unklar bleibt derweil, ob Roglic bei der diesjährigen Vuelta a España starten kann. Nach einem Trainingssturz musste er bereits auf die Clasica San Sebastián und die Vuelta a Burgos verzichten. Der italienische Journalist Ciro Scognamiglio von der „Gazzetta dello Sport“ schätzte die Startwahrscheinlichkeit zuletzt auf 50 Prozent.

Sollte Roglic rechtzeitig fit werden, wäre er wohl einer der großen Herausforderer von Tour-de-France-Sieger Tadej Pogacar im Kampf um den Gesamtsieg.

Pogacar überrascht mit ungewöhnlicher Vuelta-Vorbereitung

Am Montag kündigte Tour-de-France-Sieger Tadej Pogacar an, bei der diesjährigen Vuelta an den Start zu gehen. Der Radsport-Superstar überrascht nun mit einer ungewöhnlichen Vorbereitung auf die Spanien-Rundfahrt.

Zurück in seiner Heimat Slowenien verbrachte der Weltmeister zunächst Zeit in seinem Geburtsort Komenda. Dort richtete er wie jedes Jahr ein Kriterium aus, das er selbst souverän gewann. Anschließend stellte er sich bei der sogenannten „Pogi Challenge“ einer besonderen Herausforderung: Mehr als 1.000 Hobbyfahrer versuchten, ihm am Krvavec-Anstieg zu entkommen – am Ende gelang dies nur dem Deutschen Frederik Niessen.

Ansonsten steht für den Superstar vor allem Erholung im Fokus. Intensive Trainingseinheiten oder Wettkämpfe ließ Pogacar zunächst bewusst aus. Ganz ohne Radfahren ging es allerdings nicht und so überraschte Pogacar mit einer ungewöhnlichen Vorbereitung.

Er schnappte sich sein Gravelbike und erkundete die unbefestigten Straßen und Waldwege rund um Komenda. Am Montag absolvierte er eine lockere 62-Kilometer-Tour, nur einen Tag später wiederholte der 27-Jährige seine Ausfahrt und legte knapp 40 Kilometer zurück.

Allerdings sind Pogacars aktuelle Gravel-Ausflüge keineswegs nur reine Freizeitbeschäftigung. Die diesjährige Vuelta beinhaltet nämlich auch Abschnitte auf unbefestigtem Untergrund.

Besonders die sechste Etappe nach Castello könnte zum Schlüssel werden: Der Anstieg zum Puerto El Bartolo ist 9,1 Kilometer lang, im Schnitt 7,1 Prozent steil und enthält rund vier Kilometer Schotterpassagen. In einigen Abschnitten steigt die Steigung sogar auf über 16 Prozent an.

Es wird erst seine zweite Teilnahme an der Spanien-Rundfahrt sein. Bei seinem Debüt im Jahr 2019 wurde er Dritter der Gesamtwertung und gewann drei Etappen – das rote Trikot blieb ihm bislang jedoch verwehrt.

Das soll sich ab dem 22. August ändern, wenn Pogacar der neunte Fahrer werden will, der alle drei Grand-Tours gewinnen konnte.

Rad-Star schlägt Revolution der Tour de France vor

Der langjährige niederländische Radsport-Profi Bauke Mollema hat eine Regel-Revolution der Tour de France angeregt. In seinen Augen könnte diese nicht nur für bessere Rennaction sorgen, sondern auch die Sicherheit aller Fahrer im Peloton erhöhen.

Geht es nach Bauke Mollema, bot die Tour de France 2026 mit all ihren großen und kleinen Geschichten zwar beste Radsport-Unterhaltung, ließ die Spannung aber durch die Überlegenheit des UAE-Teams und Tadej Pogacar etwas vermissen.

Pogacars Gelbes Trikot war zu keinem Zeitpunkt wirklich in Gefahr. Letztlich konnte sich der spätere Sieger in den Alpen sogar für Isaac Del Toro opfern, um auch seinen Teamkollegen auf das Podium in Paris zu bringen.

Um dieses „Problem“ zu lösen und künftig zu umgehen, unterbreitete Mollema in seiner „Dagblad van het Noorden“-Kolumne einen Vorschlag. Seine Idee: Statt mit acht Fahrern sollten die Teams nur noch sechs Fahrer starten lassen dürfen.

„Das würde ich gerne sehen. Wen würden sie dann zu Hause lassen? Pogacar braucht auch zwei Helfer für Flachetappen. So würden sie wirklich vor die Wahl gestellt werden und könnten das Rennen niemals so gut kontrollieren. Vor allem nicht, wenn sie von Krankheiten oder Unfällen betroffen wären“, schrieb der niederländische Profi.

Ein kleineres Peloton hätte laut Mollema noch einen weiteren positiven Nebeneffekt: mehr Sicherheit für alle Fahrer.

„Ich bin vor Kurzem die Tour de Romandie gefahren, wo die Teams nur aus sieben Fahrern bestanden haben und einige WorldTour-Teams gar nicht erst angetreten waren. Wir sind im Peloton mit nur 100 Leuten gefahren. Das hat für eine komplett andere Dynamik gesorgt. Ich habe in der ganzen Woche nicht einen einzigen Crash gesehen. Das war wirklich wundervolles Racing“, bewarb Mollema seine eigene Idee von einer Tour-Revolution, die aber wohl nur eine Idee bleiben wird.