Superjoker Undav schießt Deutschland in die K.o.-Runde

Alle herzten Super-Joker Deniz Undav. Die Teamkollegen und Bundestrainer Julian Nagelsmann fielen dem Doppeltorschützen um den Hals oder klatschten ihn ab.

Für die emotionale Siegesfeier nach dem 2:1 (0:1) gegen die Elfenbeinküste stürmten auch die TV-Experten und früheren Weltmeister Thomas Müller und Mats Hummels auf den Rasen in Toronto. Undav traf in der 68. Minute erst zum wichtigen Ausgleich – und in der sehr späten Nachspielzeit (90.+4) entfachte der 29-Jährige mit dem Siegtreffer große WM-Euphorie in der Heimat. „Jetzt einfach den Flow mitnehmen“, gab Undav im ZDF den Weg vor.

Um Mitternacht in Deutschland startete die Siegesparty, in Toronto war es da früher Abend. Nach dem ausgelassenen Miteinander im Kreis auf dem Rasen genossen die DFB-Stars um Topscorer Undav den Weg zu ihren Fans. „Er ist einfach ein Vollblutstürmer“, sagte Bundestrainer Julian Nagelsmann im ZDF. „Er macht zwei super Tore.“

Nagelsmann hob „die Emotionalität“ des Erfolges hervor. „Die gesamte Gruppe hat sich den Sieg heute erarbeitet.“

Nach den Blamagen 2018 und 2022 erreichte die DFB-Elf erstmals seit dem Sommermärchen 2006 schon nach zwei Gruppenspielen die Alles-oder-Nichts-Phase. Wie bei dem Heimturnier vor 20 Jahren geht es wieder gegen Ecuador zum Abschluss der Gruppenphase nur noch um Platz eins. Der schien nach dem Rückstand schon verloren. „Wir sind auf einem sehr guten Weg“, sagte Undav.

Frank Kessié hatte WM-Rekordtorwart Manuel Neuer und die DFB-Auswahl vor 43.036 Zuschauern in Toronto mit seinem Tor in der 30. Minute geschockt. Nach großem Kampf und viel Einsatz, aber auch vielen Fehlern gegen die physisch enorm starken Ivorer gelang aber noch der elfte Sieg in Serie.

„Siegermentalität, Teamgeist. Ich glaube, genau das ist es, was man braucht, um in einem Turnier erfolgreich zu sein“, sagte Verteidiger Jonathan Tah im ZDF. „Deniz muss man heute hervorheben. Wie er reingekommen ist, ist überragend.“

Das ausgerufene Zwischenziel ist auch nach dem Sieg der Emotionen weiterhin nicht ganz sicher. Platz eins und der damit verbundene beste Weg in die Alles-oder-Nichts-Spiele in Boston und Philadelphia kann nun aber schon mit einem Remis gegen Ecuador gesichert werden. Jetzt warten auf Nagelsmann also intensive Tage im WM-Camp in Winston-Salem, bevor am Donnerstag im Endspiel-Stadion von East Rutherford die Gruppenphase perfekt abgeschlossen werden soll.