Der Wechsel von Richard Carapaz zu NSN Cycling überraschte die Radsport-Welt. Nun werden mehr und mehr Details rund um den Abgang des Bergkönigs bekannt. Der Schritt wurde offenbar nicht vom Fahrer selbst erzwungen.
Vielmehr sah sich Carapaz‘ bisheriges Team, EF Education-EasyPost, dazu gezwungen, seinen Topfahrer abzugeben. Die Gründe dafür waren vor allem finanzieller Natur, wie Teamchef Jonathan Vaughters bestätigte.
„Es war eine etwas traurige Situation, in der unsere finanziellen Möglichkeiten so stark eingeschränkt waren, dass wir schwierige Entscheidungen treffen mussten“, sagte Vaughters gegenüber „Escape Collective“.
Nach Angaben des Teamchefs steht EF vor Einsparungen von rund 15 Prozent. Eine wichtige Rolle spielt dabei der Ausstieg von Oatly als Titelsponsor des Frauen-Teams. Gleichzeitig seien die laufenden Kosten für den Rennbetrieb deutlich gestiegen.
Damit wurde Carapaz zu einem der möglichen großen Kostenfaktoren. „Wenn es darum geht, welche Kostenstellen man streichen kann, gibt es nicht so viele Möglichkeiten“, erklärte Vaughters. Eine einfache Lösung sei gewesen, den bestbezahlten Fahrer des Teams ziehen zu lassen.
Carapaz gehörte in den vergangenen vier Jahren zu den wichtigsten Fahrern von EF Education-EasyPost. 2025 fuhr der Olympiasieger beim Giro d’Italia auf das Podium und schaffte es zudem bei der Tour de France und der Vuelta a España in die Top 10.
Insgesamt gewann er neun Rennen für das US-Team, darunter drei Etappen der Tour de France. Bei der Frankreich-Rundfahrt holte er sich zudem das Bergtrikot.
Der Abgang von Carapaz soll intern durch mehrere Fahrer aufgefangen werden. Teamdirektor Tom Southam erklärte gegenüber „Cyclingnews“, dass künftig andere Profis stärker in die Verantwortung genommen werden müssen. Dabei setzt das Team allerdings verstärkt auf Fahrer mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis.
Unter anderem verpflichtete EF den ehemaligen Giro-d’Italia-Sieger Tao Geoghegan Hart für ein Jahr. Zudem kommt der frühere Junioren-Weltmeister Emil Herzog zum Team.