Colts-Zukunft von Richardson weiter ungewiss

Die Zukunft von Quarterback Anthony Richardson Sr. bei den Indianapolis Colts bleibt weiterhin offen. Nachdem der NFL-Spielmacher eigentlich getradet werden sollte, lassen die Colts nun die Tür für einen Verbleib offen.

General Manager Chris Ballard wollte beim jährlichen NFL-Meeting nicht ausschließen, dass Richardson auch 2026 noch Teil des Teams sein könnte. „Es gibt definitiv ein Szenario“, sagte Ballard. „Er ist ein guter Typ und sehr talentiert. Ich wünsche ihm nur das Beste. Er hatte etwas Pech, aber ich glaube weiterhin, dass viel Potenzial in ihm steckt. Er entwickelt sich und ist noch jung.“

Anthony Richardson war 2023 an vierter Stelle gedraftet worden, konnte die hohen Erwartungen bislang jedoch nicht konstant erfüllen – auch verletzungsbedingt.

Bereits beim Combine hatte Ballard Gespräche mit Richardsons Berater geführt und grünes Licht gegeben, sich nach möglichen Trade-Optionen umzusehen. Ein Wechsel ist aktuell zwar nicht konkret, doch mehrere Teams sollen Interesse zeigen, darunter die Green Bay Packers, die auf der Suche nach Verstärkung auf der Backup-Position sind.

Auch aufgrund des Interesses innerhalb der Liga bleibt es trotz der Möglichkeit eines Verbleibs weiterhin sehr unwahrscheinlich, dass Richardson 2026 noch in Indianapolis spielt. Die Colts planen mit Daniel Jones als Starter, sobald dieser von seiner Achillessehnenverletzung zurückkehrt. Zudem gilt Rookie Riley Leonard nach positiven Eindrücken im Training und einem Start zum Saisonabschluss als ernsthafte Option für die Rolle des Backup-Quarterbacks.

Ballard deutete zudem an, dass sogar die Verpflichtung eines weiteren Quarterbacks denkbar sei – ein klares Signal, dass Richardson aktuell keine zentrale Rolle in den Planungen einnimmt.

Nicht nur Richardson steht im Fokus: Auch die Zukunft von Ballard selbst ist ungewiss. Der GM, seit 2017 im Amt, geht in sein letztes Vertragsjahr. Nach nur einem Playoff-Sieg und fünf Jahren ohne Teilnahme an der Postseason wächst der Druck innerhalb der Organisation.

Trotzdem betonte Ballard, dass er sich nicht von seiner Vertragssituation leiten lasse: „Ich treffe keine Entscheidungen basierend auf meinem Job. Es geht darum, was langfristig das Beste für die Franchise ist.“

Colts-Coach vermeidet Bekenntnis zu Anthony Richardson

Die Indianapolis Colts haben in Woche 8 mit 20:23 gegen die Houston Texans verloren. Starting Quarterback Anthony Richardson enttäuschte dabei abermals und muss deshalb in der NFL wohl um seinen Job bangen.

Am Montag wurde Colts-Coach Shane Steichen nämlich gefragt, ob Richardson weiterhin der Starter seines Teams ist. „Heute ist er es“, entgegnete der 39-Jährige. Als die Reporter daraufhin auf eine aussagekräftigere Antwort in Bezug auf das bevorstehende Duell mit den Minnesota Vikings drängten, wich der Übungsleiter erneut aus und sagte, man „prüfe gerade alles“.

Steichens Zurückhaltung ist indes nachvollziehbar. Richardson zeigte gegen die Texans immerhin erneut eine desolate Leistung, als er lediglich 10 (!) seiner 32 Pässe für 175 Yards anbrachte. Dass der Signal Caller obendrein die nächste Interception warf, die von den Gegnern in Punkte umgemünzt wurden, ist dabei fast schon nur noch eine Randnotiz.

Viel schwerer könnte für Steichen ohnehin die Tatsache wiegen, dass sich Richardson im dritten Viertel für einen Spielzug eigenhändig rausnahm, weil er sich nach eigener Aussage „müde“ fühlte.

„Wir haben heute Morgen im Quarterback-Raum darüber gesprochen, das werde ich vertraulich behandeln. Aber er weiß natürlich, dass man sich in solchen Situationen nicht selbst rausnehmen kann“, berichtete der HC und übte damit Kritik am Verhalten seines Spielmachers.

Mit kritischen Worten sparte übrigens auch Colts-Center Ryan Kelly am Montag nicht, als er vor den anwesenden Journalisten auf Richardsons Alleingang zu sprechen kam.

„Ich denke, er weiß, dass das nicht das Niveau ist, das er erreichen muss und das der Rest des Teams von ihm verlangt“, sagte der Routinier, der die Reaktion aus das Fehlverhalten daher für angebracht hält. „Ich bin mir sicher, dass er dafür Kritik einstecken muss und das zu Recht, oder?“

Gleichzeitig warnte er davor, Richardsons Einstellung als NFL-Profi infrage zu stellen. „Wenn Sie sich seinen Film ansehen, werden Sie feststellen, dass wir den Ball manchmal nicht effektiv bewegt haben, aber er gibt alles für seine Teamkollegen. Er ist jung. Ich bin sicher, dass es ein Lernmoment für ihn ist und dabei belasse ich es“, schloss Kelly dieses Thema.

Colts-Owner Jim Irsay gibt die Richtung für Rookie-QB vor

Bei den Indianapolis Colts ruhen die Hoffnungen für die Zukunft auf Rookie-Quarterback Anthony Richardson. Der Youngster wird in der NFL vermutlich etwas Anlaufzeit und Spielpraxis brauchen. Wenn es nach dem Teambesitzer Jim Irsay geht, soll er diese schnellstmöglich bekommen.

„Wir wissen, dass es für Anthony schwer werden wird. Aber er muss spielen, um besser zu werden. Das ist keine Frage. Gardner (Minshew) könnte am Anfang besser spielen, weil er einfach ein Veteran ist. Aber wir müssen Anthony Richardson auf das Feld bringen. Das ist Shanes Entscheidung, wenn er sich entscheidet“, erklärte Irsay in der „Pat McAfee Show“.

Selbst wenn die Colts Richardson in Woche eins noch nicht als bereit sehen, kann der Rookie durchaus auf seine Spielzeit kommen. Es ist absolut denkbar, dass ihn die Colts schon in diversen Sub-Packages vor allem bei Short Yardage oder in der Red Zone einsetzen. Dort könnte er mit seiner Physis direkt zu einer echten Waffe werden.

Die Colts werden auf jeden Fall wollen, dass Richardson, der nur begrenzte College-Erfahrung hat, eher früher als später zu Spielzeiten kommt, um sein Wachstum und seine Entwicklung zu beschleunigen. Denn der einzige Weg, um besser zu werden besteht darin, sinnvolle Einsätze zu bekommen, einige Fehler zu machen, aber letztendlich aus ihnen zu lernen (und sie nicht zu wiederholen).

Nachdem die Indianapolis Colts in den letzten Jahren immer wieder auf erfahrene und ältere Lösungen auf der Quarterback-Position gesetzt hattem, nutzte man in diesem Jahr die Chance des Nummer-Vier-Picks im Draft, um einen neuen Weg einzuschlagen.

Mit Anthony Richardson holte man nicht nur den jüngsten der hochgehandelten Quarterbacks aus dem Draft, man entschied sich vermutlich auch für das rohste Talent. Immerhin bringt es Richardson nur auf 13 Starts für die Florida Gators, bei denen er eine Completion Rate von 53,8 Prozent hatte.