Jokic und Murray genial – OT-Wahnsinn in Minnesota

Es ist erst März, aber dieser Mittwoch wird im Jahresrückblick noch eine Rolle spielen! Denn auf so vielen Schauplätzen ging die Post ab. So geriet das Gipfeltreffen zwischen den Oklahoma City Thunder und den Boston Celtics in den Hintergrund, weil sich in Minnesota und Denver die Ereignisse überschlugen.

Die Zuschauer im Target Center wurden am Mittwoch Zeuge eines der wildesten Spiele der Regular Season! Hinzu kam, dass die Partie zwischen den Minnesota Timberwolves (45-28) und den Houston Rockets (43-28) Playoff-Implikationen haben könnte. Mit dem 110:108-Overtime-Sieg setzten sich die fünftplatzierten Wolves auf 1,5 Spiele von den sechstplatzierten Houston Rockets ab.

Wie kam es dazu? Nun, schon der letzte Ballbesitz in der regulären Spielzeit hatte genügend Chaos in sich, um an dieser Stelle erwähnt zu werden. Neun Sekunden vor dem Ende und bei einem Gleichstand von 95:95 lag der Ball in den Händen von Kevin Durant (30 Punkte). Dieser wurde aber keinen Wurf los, sondern warf den Ball in die Arme von Naz Reid, der wiederum einen Fastbreak einleitete.

Der Ball fand Julius Randle (24 Punkte), der über die linke Seite einen Look am Korb bekam, um die Partie zu entscheiden. Jedoch kam Alperen Sengun noch rechtzeitig für einen spektakulären Block daher. Overtime!

Was sich hier ereignete, grenzt an Wahnsinn. Ein 13:0-Lauf mit Beginn der Extra-Spielzeit ließ die Rockets aussehen wie der sichere Sieger. Besonders wichtig: Es wäre der zweite Sieg im dritten Spiel gegen die Wolves gewesen, womit auch der Tiebreaker unter Dach und Fach gebracht worden wäre. Wäre! Denn Minnesota hatte eine letzte Antwort parat.

Randle krönte einen 15:0-Run der Gastgeber mit einem Jumper 8,8 Sekunden vor dem Ende zur 110:108-Führung.

Ist ja gut: Nikola Jokic hätte schon am Mittwoch zum MVP des Recaps ausgezeichnet werden müssen. Mea Culpa! Kein Grund, gleich so auszurasten. Denn nichts anderes taten Jokic und auch Jamal Murray beim 142:135-Heimsieg über die Dallas Mavericks.

Ihr müsst allerdings selbst entscheiden, welche Performance besser war. Fangen wir mal beim Joker an, der schon am Mittwoch beim 125:123-Sieg gegen die Phoenix Suns mit 23 Punkten, 17 Rebounds und 17 Assists dabei war. Beeindruckend? Für Jokic ging gegen die Mavs noch ein gutes Stück mehr.

Durant erklärt Schwierigkeiten gegen Lakers

Die Houston Rockets haben bei der 92:100-Niederlage am Montag gegen die Los Angeles Lakers ein sehr durchwachsenes Schlussviertel gespielt. Für Kevin Durant war die gesamte zweite Hälfte schwierig. Der Superstar nahm die Schuld auf sich und erklärte, was er hätte besser machen können.

„Ich habe das Gefühl, ich habe uns das Spiel verloren“, betonte ein zerknirschter Durant: „So einfach ist es. Natürlich hätten wir mehr Dreier treffen können, aber es lag an mir. Ich bin die Offense. Das andere Team nutzt all seine Ressourcen, um es mir schwierig zu machen.“

Durant erzielte nach der Pause nur 2 seiner insgesamt 18 Zähler und leistete sich 6 seiner 7 Turnover. Den Rockets unterliefen in Abwesenheit von Alperen Sengun (Rücken) ganze 22 Ballverluste. Im Schlussviertel unterlagen die Rockets mit 12:17 bei nur 4/16 aus dem Feld.

„In der ersten Hälfte kam ich in den Rhythmus bei Isolations, nach Pindowns, Pick-and-Rolls und sie haben dann entschieden, mir diesen Rhythmus zu nehmen. Also muss ich schlauer sein und besser mit dem Ball“, führte Durant aus: „Über manche Double-Teams muss ich vielleicht drüber werfen, aber sonst muss ich das Spiel breitmachen und bereit sein, zu fangen und direkt zu werfen. Ich muss bereit sein, Screens zu stellen und im Dunker Spot zu warten. Ich muss meinen Teamkollegen Platz beschaffen. Ich hätte den Ball nicht so viel haben müssen, wie es heute der Fall war.“

Die Rockets haben am Mittwoch die seltene Chance auf eine nahezu unmittelbare Revanche, sie empfangen dann erneut die Lakers. Houston steht zudem im direkten Duell mit Purple and Gold um die Playoff-Platzierung, momentan stehen die Lakers auf dem dritten Platz der Western Conference mit 1,5 Spielen Abstand auf die Rockets.

Durant hinterfragte die Entscheidung, ihn in der zweiten Hälfte weiterhin den Ball nach vorne bringen zu lassen, da die Rockets sich schwer taten mit Double-Teams gegen den 37-Jährigen.

Texas gehört Houston – George sticht Edwards aus

Am Dienstag lieferten sich die Houston Rockets und die San Antonio Spurs ein Duell zwischen Lokalrivalen, das nicht von den Superstars bestimmt wurde. Anders verlief die Partie der Minnesota Timberwolves in Utah.

Mit einem 111:106-Heimsieg haben die Houston Rockets (26-15) im Duell der Lokalrivalen mit den San Antonio Spurs (30-14) die Oberhand behalten. Dabei war es nicht der Abend der Superstars auf beiden Seiten, da sowohl Kevin Durant (18 Punkte) aufseiten der Rockets als auch Victor Wembanyama (14) bei den Spurs die 20-Punkte-Marke verpassten.

Stattdessen gab es andere Matchwinner in einem Texas-Duell, in dem die Spurs über weite Strecken in Führung lagen. Bei den Gästen spielte sich Julian Champagnie mit einer Dreier-Barrage in den Vordergrund. Gleich achtmal traf er von der Dreierlinie. Nur eines seiner 17 Field Goals kam aus dem Zweipunktebereich. Damit stand er letztlich bei 27 Punkten. Für die Rockets war es wiederum Alperen Sengun, der mit 20 Zählern, 13 Rebounds und 9 Assists bei 4 Ballverlusten nur knapp ein Triple-Double verfehlte.

Senguns Rockets unternahmen in der zweiten Halbzeit ein 16-Punkte-Comeback. Zu Beginn des Schlussviertels lag die Mannschaft von Ime Udoka noch mit 82:92 im Hintertreffen, fand dann aber eindrucksvoll in die Spur. Nur 14 Spurs-Punkte ließ seine Truppe in den letzten zwölf Minuten zu. Reed Sheppard sorgte mit zwei Dreiern zu Beginn der Clutch-Time für die erste Rockets-Führung seit dem ersten Viertel. Zwei Minuten vor dem Ende blockte er einen Dreier Champagnies, was am anderen Ende des Feldes in zwei Punkten durch Jabari Smith Jr. mündete.

Da die anschließenden zwei Spurs-Angriffe nichts einbrachten, nutzte Sengun die Gelegenheit, um die Gastgeber 36,8 Sekunden vor dem Ende mit 108:104 in Führung zu bringen – die Entscheidung.

Rockets bleiben bei Adams-Sengun-Lineup

Ime Udoka will in der Playoff-Serie seiner Houston Rockets gegen die Golden State Warriors an der Formation mit Steven Adams und Alperen Sengun festhalten. Er trotzt den Bedenken rund um die defensive Anfälligkeit der beiden Big Men.

„Wir haben ein paar Gelegenheiten, um gewisse Matchups in der Defensive zu verstecken“, erklärte Udoka gegenüber Reportern in der Nacht auf Donnerstag. „Die Dinge, die Golden State abseits des Balles machen, sind ziemlich einzigartig. Es kann einem in vielen unterschiedlichen Bereichen wehtun. Nicht nur unserer großen Lineup.“

Udoka sprach ferner davon, die Warriors zu einer Entscheidung zu zwingen: „Wir wollen unser Ding durchziehen, insbesondere im Rebounding. Das haben wir in der Vergangenheit schon getan und ist gegen sie nicht anders.“ Die Rockets waren in der regulären Saison das beste Team der Liga in puncto Rebounding.

Speziell im Hinblick auf die Offensivrebounds hat die Mannschaft von Udoka eine große Stärke. Allerdings beendeten die Warriors die Regular Season ebenso in der Top-10 im Rebounding (7.). Das letzte Spiel der Rockets bei den Warriors (106:96-Sieg) beendete Sengun mit 19 Punkten sowie 14 Rebounds (7 Offensivrebounds).

Immer wieder steht er mit einem weiteren physischen Center in Adams auf dem Parkett. Häufig vertraut Steve Kerr bei den Warriors auf eine kleinere Aufstellung, etwa mit Draymond Green oder Kevon Looney als einzigem Big Man auf dem Platz.

Stattdessen baut der Meister von 2022 auf die Agilität von Spielern wie Jimmy Butler, Moses Moody oder Gary Payton II. Ob Udoka auch über das erste Spiel der Serie hinaus auf seine große Aufstellung vertraut, hängt davon ab, inwiefern Stephen Curry und Co. die mangelnde Geschwindigkeit von Sengun und Adams bestrafen können. Beim letzten Aufeinandertreffen sorgte allen voran Amen Thompson dafür, dass Curry den Abend mit nur drei Punkten beendete.