Inklusive „Gamechanger“: Leafs gehen auf Einkaufstour

Die Toronto Maple Leafs haben sich am ersten Tag der Free Agency in der NHL nicht lumpen lassen und gleich zahlreiche neue Spieler unter Vertrag genommen. Während das Team mit Sergei Bobrovsky nach Ansicht von General Manager John Chayka einen „echten Gamechanger“ verpflichtet hat, unterschrieben auch sechs neue Stürmer einen Vertrag in Toronto.

Sieben Jahre lang hütete Bobrovsky das Tor der Florida Panthers, gewann mit der Franchise aus Sunrise gleich zweimal den Stanley Cup. Nun aber ist die Ära des 37-Jährigen in Florida beendet. Mit dem Team aus der Hauptstadt Ontarios einigte sich der Goalie auf einen Dreijahresvertrag über insgesamt 21 Millionen Dollar (AAV von sieben Millionen Dollar).

„Sergei ist für uns ein echter Gamechanger“, jubelte General Manager John Chayka über den Coup: „Sein Lebenslauf spricht natürlich für sich. Möglicherweise wird er am Ende der beste Spieler aller Zeiten auf dieser Position sein. Einen solchen Spieler für dieses Team zu verpflichten, das den Durchbruch schaffen will – wir haben das Gefühl, dass er der richtige Spieler zur richtigen Zeit ist, nicht nur auf dem Eis, sondern ganz sicher auch abseits davon.“

Das Gesamtpaket bei dem Routinier, der Anthony Stolarz auf die Bank verdrängen wird, hätte einfach „sehr viel Sinn“ ergeben, führte Chayka aus: „Man hat immer seine eigene Meinung, aber tatsächlich einen Spieler dieses Kalibers zu verpflichten – er will gewinnen -, das sagt meiner Meinung nach viel über die Organisation aus, viel über die Eigentümer und viel über die Führungsqualitäten der Spieler. Er glaubt wirklich an unsere Jungs, was großartig ist.“

Durch die Bobrovsky-Verpflichtung war für Dennis Hildeby kein Platz mehr im Kader der Maple Leafs, die den Schlussmann im Tausch für Stürmer Nick Paul zu den Tampa Bay Lightning tradeten. Der 31-jährige Routinier war eine von insgesamt sechs Verstärkungen für die Angriffsreihe, die am Mittwoch den Weg nach Toronto fanden. Fünf Free-Agent-Offensivspieler unterschrieben ebenfalls.

Ex-Oiler Jack Roslovic, der in der vergangenen Spielzeit noch 21 Treffer für Edmonton markierte, unterschrieb für zwei Jahre und acht Millionen Dollar. Hinzu kommen mit Colton Sissons (zwei Jahre, 8,6 Millionen Dollar), Teddy Blueger (zwei Jahre, fünf Millionen Dollar), Zack MacEwen (zwei Jahre, 1,75 Millionen Dollar) und Brandon Duhaime (drei Jahre, 7,8 Millionen Dollar) weitere Neuverpflichtungen zur Stärkung der Kadertiefe.

Oilers mit Befreiungsschlag beim Champion

Die Edmonton Oilers haben ihre Sieben-Spiele-Auswärtstour mit einem Sieg abgeschlossen. Die Kanadier setzten sich mit 6:3 bei Titelverteidiger Florida Panthers durch.

Jack Roslovic (1.) sorgte mit einem Tor nach 25 Sekunden für einen Oilers-Traumstart in Sunrise. Nach dem Ausgleich durch Anton Lundell (7.) setzten sich die Gäste dank Roslovic (8.), Mattias Ekholm (14.) und Vasily Podkolzin (27.) auf 4:1 ab.

Mackie Samoskevich (31.) und Sam Reinhart im Powerplay (34.) brachten Florida wieder ins Geschäft, doch Connor McDavid (58.) und Matt Savoie (58.) machten mit zwei Empty-Net-Goals den Deckel drauf.

Ekholm (1 Tor, 2 Assists) und Evan Bouchard (3 Assists) waren mit jeweils 3 Punkten beste Scorer des Teams aus Alberta. Leon Draisaitl steuerte 1 Assist bei und Goalie Stuart Skinner kam auf 35 Saves.

Bei den Florida Panthers waren Lundell und Samoskevich (jeweils 1 Tor, 1 Assist) die besten Scorer. Goalie Sergei Bobrovsky (13 Saves) musste nach dem vierten Gegentreffer seinen Platz für Daniil Tarasov (12 Saves) räumen.

„Das war ein Riesenerfolg für uns, ein enorm wichtiger Sieg“, sagte Skinner nach der Partie gegen das Team, gegen das die Oilers in den vergangenen beiden Stanley-Cup-Finals jeweils den Kürzeren gezogen hatten.

„Wir waren sehr fokussiert und haben die kleinen Dinge richtig gemacht. Es ist ein guter Abschluss einer für uns sehr komplizierten Auswärtsreise“, ergänzte Trainer Kris Knoblauch.

Edmonton (10-9-5) hat seine Tour mit drei Siegen und vier Niederlagen beendet, zuletzt hatte es drei Pleiten in Folge gehagelt. Die Oilers sind im Westen Neunter und empfangen am Mittwoch (3 Uhr) die Dallas Stars.

Florida (11-9-1), das nach wie vor zahlreiche verletzungsbedingte Ausfälle zu beklagen hat, belegt in der Eastern Conference Rang 13 und gastiert am Dienstag (2 Uhr) bei den Nashville Predators.

Kuriose und wilde Szenen in Sunrise

Die Florida Panthers haben ihr letztes Preseason-Spiel gegen die Tampa Bay Lightning mit 7:0 gewonnen. Ein Treffer, der letztlich aberkannt wurde, war äußerst kurios.

Die Partie zwischen den beiden Teams aus Florida war alles andere als ein Freundschaftsspiel. 312 Strafminuten und 13 Ejections standen am Ende in der Amerant Bank Arena in Sunrise zu Buche.

Kurios wurde es im letzten Drittel, als Jesper Boqvist das vermeintliche 8:0 nach Assist von Niko Mikkola für die Florida Panthers erzielte. Das Problem: Mikkola hätte gar nicht auf dem Eis stehen dürfen, hatte der Verteidiger zuvor doch eine Spieldauerdisziplinarstrafe erhalten. Die Schiedsrichter nahmen den Treffer zurück.

Überragender Spieler der Partie war Evan Rodrigues. Der Panthers-Center kam auf 3 Tore und 1 Assist. Eetu Luostarinen glänzte mit 4 Assists, Mackie Samoskevich (2 Tore, 1 Assist) und Jeff Petry (1 Tor, 2 Assists) steuerten jeweils 3 Scorerpunkte bei.

„Es war albern, es war dumm. Mit Eishockey hatte das nicht mehr viel zu tun“, sagte Rodrigues über die unnötige Härte in der Partie.

Die Boston Bruins setzten sich mit 4:1 gegen die New York Rangers durch und beendeten damit die Preseason mit einer Bilanz von vier Siegen und zwei Niederlagen.

Nikita Zadorov erzielte einen Doppelpack für das Team von Head Coach Marco Sturm, zudem trafen Elias Lindholm und Pavel Zacha.

JJ Peterka erlebte beim 6:4-Sieg der Utah Mammoth gegen die San Jose Sharks einen erfolgreichen Abend. Der deutsche Right Wing steuerte in gut 16 Minuten Eiszeit 2 Assists bei.

Bester Mammoth-Scorer war Mikhail Sergachev mit 1 Tor und 2 Assists.

 

Marchand stiehlt allen die Show

Dass die Florida Panthers nach Spiel 5 der Serie gegen die Edmonton Oilers schon wieder eine Hand am Stanley Cup haben, liegt hauptsächlich an einem Mann: Brad Marchand.

Der 37 Jahre alte Routinier ist erst seit März bei den Panthers, fühlt sich im Team des Titelverteidigers jedoch derart wohl, dass er sich im Finale immer mehr zum Unterschiedsspieler mausert. Vor allem bei den zwei Siegen in Edmonton Oilers war Marchand jeweils der entscheidende Mann auf dem Eis.

Während er in Spiel 2 den Siegtreffer in der Overtime erzielte, waren es beim 5:2 am Samstag seine Treffer zum 1:0 und 3:0, die das Spiel bereits vor dem Schlusspfiff auf die Seite der Panthers kippen ließ. Beide Tore fielen nach überragenden Einzelleistungen. Vor allem der zweite Treffer aber brachte nun einen Teamkollegen ins Schwärmen.

NHL-Star Lundell: „Das war eines dieser Tore..“

„Das war eines dieser Tore, dass du als Kind bei Youtube siehst und dann draußen auf dem Eis versuchst, nachzustellen“, sagte Anton Lundell, der sechs der zehn Marchand-Treffer in dieser Postseason aufgelegt hat. „Wir sind alle ziemlich beeindruckt von ihm.“

Für Marchand selbst war es hingegen „Business as usual“, wie er selbst nach dem Spiel berichtete. „Ich habe einfach versucht, die Scheibe auf das Tor zu kriegen“, sagte der Stürmer: „Und sie hat den Weg reingefunden. Das ist ein gutes Gefühl.“

Es war bereits der sechste Treffer in dieser Final-Serie für Marchand, der als einziger Profi mit zwei verschiedenen Teams mindestens fünf Tore in einem Finale um den Stanley Cup erzielt hat. Im Jahr 2011 war ihm das Kunststück mit den Boston Bruins gelungen. Damals hatte er auch seinen bisher einzigen Pokal gewonnen.

In der Nacht auf Mittwoch könnte nun der zweite Triumph folgen. In der derzeitigen Form spricht wenig dagegen, dass Marchand auch in Spiel 6 zum Matchwinner werden könnte. Doch die Entscheidungsspiele sind bekanntlich die schwersten, wie auch Sam Bennett, mit fünf Treffern der zweitbeste Scorer dieser Finals, noch einmal betonte.

„Das ist eine großartige Gelegenheit“, sagte Bennett, „aber wir werden nicht zu weit vorausschauen. Es wird das schwerste Spiel – und das wissen wir auch“.

Panthers zurück in den Conference Finals

Die Florida Panthers sind mit einem Kantersieg in Spiel 7 bei den Toronto Maple Leafs in die Finals der Eastern Conference gestürmt. Dort geht es für den Titelverteidiger um das dritte Stanley-Cup-Finale in Folge.

Matchwinner beim 6:1 waren Eetu Luostarinen und Brad Marchand mit je drei Scorerpunkten sowie Goalie Sergei Bobrovsky, der die Gastgeber mit 19 teils spektakulären Paraden zur Verzweiflung trieb. Gegner in der Vorschlussrunde sind die Carolina Hurricanes, die sich in fünf Spielen der Washington Capitals entledigten.

„Das sind die Spiele, an die du dich für immer erinnern wirst, wenn du den Cup gewinnst“, sagte Marchand, der erst zur Trade-Deadline von den Boston Bruins nach Sunrise gewechselt war. Der Routinier muss es wissen, schließlich gewann er bereits zum fünften Mal ein Spiel 7 gegen die Maple Leafs.

In der Scotiabank Arena in Toronto war die Partie nach einem torlosen ersten Drittel nur 13 Sekunden nach Wiederanpfiff erneut unterbrochen. Referee Chris Rooney hatte unbeabsichtigt den Stock von Panthers-Verteidiger Niko Mikkola ins Gesicht bekommen und musste vom für diese Fälle bereitstehenden Ersatzmann Garrett Rank abgelöst werden.

Die minutenlange Pause schien den Panthers in die Karten gespielt zu haben, in den folgenden zehn Minuten gelangen drei Treffer. Seth Jones, Anton Lundell und Jonah Gadjovich ließen die Stimmung in Toronto merklich abkühlen.

Ein Treffer von Max Domi hauchte den knapp 19.500 überwiegend die Maple Leafs unterstützenden Fans zu Beginn des Schlussabschnitts noch einmal ein wenig Leben ein. Doch die Panthers antworteten nur 47 Sekunden später mit dem 4:1 durch Luostarinen. Sam Reinhart erhöhte gegen Mitte des dritten Drittels noch weiter, bevor Marchand mit einem Empty-Netter alles klarmachte.

Torontos Goalie Joseph Woll zeigte 28 Saves, dennoch war es für den Ersatz-Goalie ein ganz bitterer Abend. Stammtorhüter Anthony Stolarz, der sich in Spiel 1 bei einem unbeabsichtigten Schlag gegen seinen Kopf verletzt hatte, saß zwar erstmals wieder hinter der Bande, kam jedoch nicht zum Einsatz.

„Es ist frustrierend“, konstatierte der enttäuschte Leafs-Coach Craig Berube: „Wir hatten heute keine Ahnung, wie wir ihrem Druck standhalten sollen.“

Shutout gegen Toronto: Panthers gleichen aus

Die Florida Panthers haben mit einem Shutout in Spiel 4 der Playoff-Serie gegen die Toronto Maple Leafs den Ausgleich hergestellt. Überragender Mann beim Titelverteidiger war Goalie Sergei Bobrovsky.

Der Russe hielt beim 2:0 alle 22 Schüsse der Maple Leafs auf sein Tor, darunter einige Hochkaräter durch Superstar Auston Matthews. Es war der insgesamt fünfte Playoff-Shutout für Sergei Bobrovsky und der zweite in dieser Saison. Florida hat beide Heimspiele gewonnen.

Während Bobrovsky für die Panthers hinten dicht hielt, sorgte Carter Verhaeghe im ersten Drittel für die Führung, bevor Sam Bennett im Schlussabschnitt den Endstand herstellte. Torontos Ersatz-Goalie Joseph Woll machte mit 35 Paraden bei 37 Schüssen dennoch einen ausgezeichneten Job.

Verhaeghes Tor fiel während des vierten Powerplays alleine im ersten Drittel. Matthew Tkachuk legte den Puck an zwei Verteidigern vorbei auf Verhaeghes wartenden Schläger, der mit einem One-Timer erfolgreich war. Die Panthers gaben 21 der ersten 26 Torschüsse ab, kontrollierten das Spiel über weite Strecken und hielten das gesamte Geschehen vor Woll. Der hielt hielt Toronto dennoch lange im Spiel – bis Bennett genug hatte und den Goalie im Alleingang überwand.

Nico Sturm stand erneut nicht im Kader. Der Nationalspieler hatte bereits den Sieg im ersten Heimspiel gegen die Maple Leafs verpasst. Spiel 5 steigt in der Nacht auf Donnerstag in Toronto.

Oilers wenden Final-K.o. spektakulär ab

Mit einem fulminanten Torfestival haben die Edmonton Oilers um den deutschen Eishockey-Star Leon Draisaitl den ersten Matchball im Finale um den Stanley Cup abgewehrt.

Im vierten Spiel fertigten die Kanadier die Florida Panthers mit 8:1 ab und verkürzten in der Best-of-seven-Serie auf 1:3. Draisaitl erzielte zwar keinen Treffer, beendete mit zwei Assists aber seine Punkteflaute in der Finalserie.

„Es ist nur ein Sieg für uns – natürlich müssen wir noch besser werden und hoffentlich noch mehr davon holen“, sagte Draisaitl. „Wir haben in den ersten drei Spielen gut gespielt und hätten wahrscheinlich einen oder zwei Siege verdient gehabt, aber so ist das eben manchmal. Wir wollen einfach nur zurück ins Spiel finden.“

In die Geschichtsbücher spielte sich an diesem denkwürdigen Abend in Edmonton Connor McDavid mit einem Rekord. Neben seinem Treffer zum 4:1 verbuchte der Superstar drei Vorlagen und überflügelte mit 32 Assists in den laufenden Playoffs die bisherige Saison-Bestmarke von Eishockey-Legende Wayne Gretzky, der 1988 in der Postseason 31 Vorlagen erzielte.

Spiel fünf der Finalserie steigt in der Nacht zu Mittwoch in Florida. Draisaitl besitzt noch die Chance auf den ersten Triumph der Oilers seit 1990 und den ersten für ein kanadisches Team seit 1993.

Bislang konnte aber nur eine Mannschaft einen derartigen Rückstand im Endspiel um den Stanley Cup noch drehen, die Toronto Maple Leafs bogen 1942 ein 0:3 gegen die Detroit Red Wings um.