Cowboys-Star mit Appell an Jerry Jones

Wide Receiver George Pickens wird die anstehende NFL-Saison 2026 bei den Dallas Cowboys. unter dem Franchise Tag spielen. Teamkollege CeeDee Lamb hat sich nun für eine langfristige Vertragsverlängerung von Pickens ausgesprochen – auch wenn es finanziell eng werden könnte.

Nach seinem Trade von den Pittsburgh Steelers nach Dallas im März 2025 spielte Pickens eine überragende Saison und schaffte es mit 93 Catches für 1.429 Yards und 9 Touchdowns sogar ins All-Pro Second Team. Dennoch konnte er sich mit dem Team nicht auf einen neuen Vertrag einigen und unterschrieb schließlich den Non-Exclusive Franchise Tag.

Dieser bringt dem 25-Jährigen für 2026 27,3 Millionen Dollar ein. Könnte es anschließend zu einem Abschied kommen? Mit Quarterback Dak Prescott und Receiver-Kollege Lamb gibt es in der Offense schließlich zwei weitere Topverdiener, die zusammen jährlich mit rund 94 Mio. Dollar zu Buchen schlagen.

„Ich habe kein Ego, ich will einfach nur gewinnen“, sagte Lamb am Rande einer Trainingseinheit am Sonntag bei Yahoo. „Dieses Gerede über [den Nummer-1-Receiver] verstehe ich nicht, aber so ist es eben.“

Er wendete sich stattdessen öffentlich an Teameigner Jerry Jones: Dieser solle Pickens bezahlen. „Ich weiß, dass es ein bisschen verrückt wird, aber ich weiß, dass wir einen Weg finden können. Das ist mein Appell: Jerry, kannst du eine Lösung finden? Es ist mir egal, was dafür nötig ist. Lass uns eine Lösung finden, die dir dann noch ein paar Titel einbringt.“

Team-Vize Stephen Jones erklärte seinerseits, dass eine Cowboys-Zukunft mit dem Trio Prescott-Lamb-Pickens „realistisch“ sei. Allerdings müsse man auch finanziellen Spielraum für den Pass Rush und Stars wie Quinnen Williams erhalten.

Beim Defensive Tackle wurde schon einen Tag später eine langfristige Lösung gefunden: Medienberichten zufolge verlängert Williams für drei Jahre und bis zu 105,9 Mio. Dollar.

Dak Prescott spricht über Playoff-Frust

Dak Prescott verdient pro Saison 60 Millionen Dollar und ist damit der bestbezahlte NFL-Spieler aller Zeiten. In Anbetracht seiner mageren Playoff-Bilanz keimt aber regelmäßig Kritik auf, wofür der Quarterback der Dallas Cowboys durchaus Verständnis hat.

In seinen neun NFL-Jahren konnte Prescott nur zwei von fünf Playoff-Partien gewinnen. Eine Ausbeute, der nicht nur im Fan-Lager der Dallas Cowboys für Verstimmung sorgt.

„Niemand ist verärgerter, niemand ist wütender, niemand ist darüber enttäuschter als ich. Niemand will mehr gewinnen als ich“, versicherte der dreimalige Pro Bowler gegenüber Clarence Hill von „DLLS Sports“.

Er sei sich der Verantwortung als Quarterback bewusst und wisse, dass er sein Team auf die Erfolgsspur zurückführen muss, wenn es strauchelt. „Und habe ich das getan, als es nötig war? In den entscheidenden Momenten absolut nicht“, übte Prescott Selbstkritik. „Denn wenn ich es getan hätte, wäre die Bilanz nicht 2:5. Das ist die Realität. Aber ich weiß, was ich in dieses Spiel investiere. Ich mache das alles aus einem bestimmten Grund.“

Und das Ziel des Signal Callers ist selbstverständlich der Sieg im Super Bowl. Doch mit den Cowboys kam Prescott in den Playoffs noch nie über die Divisional Round hinaus. Hinzu kommt, dass der Routinier die Saison schon wiederholt aufgrund von Verletzungen nicht beenden konnte. Im letzten Jahr war die Season für ihn beispielsweise wegen eines Teilrisses der rechten Oberschenkelmuskulatur nach Woche 9 beendet.

All diese Rückschläge mögen Prescotts Ansehen innerhalb der NFL geschmälert haben, sein Selbstbild erlitt hingegen allem Anschein nach keinen einzigen Kratzer.

„Ich würde jederzeit auf mich und auf die Arbeit setzen, die ich in diese Sache gesteckt habe“,  betonte der Quarterback, der in Bezug auf seinen Status als bestbezahlter NFL-Spieler ergänzte: „Glauben Sie mir, ich würde mein ganzes Geld dafür hergeben und pleite gehen, um zu gewinnen.“

 

Pure Verzweiflung steht den Cowboys nicht

Spätestens nach der Klatsche gegen die Houston Texans dürfte die Saison 2024 für die Dallas Cowboys in der NFL gelaufen sein. Die Vorkommnisse vom Montagabend waren dabei Sinnbild für den bisherigen Saisonverlauf eines Franchise auf dem absteigenden Ast. Ein Kommentar.

Dass man im Monday Night Game von Woche 11 aufgrund der aktuellen Umstände – allen voran das vorzeitige Saison-Aus von Quarterback Dak Prescott – nicht unbedingt von einem hohen Sieg der Cowboys über die Texans ausgehen durfte, war vermutlich allen klar. Auch war abzusehen, dass es mit 10:34 am Ende deutlich wurde. Und dennoch passierten an jenem Abend in Arlington/Texas Dinge, die einfach perfekt ins Bild passen, das die Cowboys in diesem ganzen Jahr abgeben.

Mehr als zwei Stunden vor dem Spiel schon krachte ein Metallteil vom „Himmel“, als man versuchte, erstmals seit zwei Jahren wieder das Dach des AT&T Stadiums für ein Heimspiel der Cowboys zu öffnen. Niemand wurde verletzt, doch ein Zeichen dürfte das schon gewesen sein – besonders, wenn man bedenkt, dass schon vor gut zwei Wochen die Tore hinter den Endzonen beim Spiel gegen die Eagles hakten.

Als das Spiel dann begann, verschwendeten die Cowboys keine Zeit, sich selbst in den Fuß zu schießen. Nach dem schnellen Touchdown-Drive der Texans zu Beginn beschloss Head Coach Mike McCarthy von innerhalb der eigenen Hälfte und innerhalb der ersten fünf Minuten (!) einen Fake-Punt zu spielen. Der Versuch misslang und die Texans machten nichts daraus, doch es war schon der zweite gescheiterte Fake-Punt in den vergangenen drei Wochen für Dallas. So sieht echte Verzweiflung aus!

Im Anschluss leistete sich Texans-QB C.J. Stroud eine Interception, die aber auch nicht ins Gewicht fiel, weil Cooper Rush seinerseits einen offenen Receiver deutlich verfehlte und nur Derek Stingley auf der anderen Seite fand. Kurz darauf lief Joe Mixon zu seinem zweiten Touchdown des Spiels. Und wie! In bester Primetime-Sanders-Manier „high-steppte“ er in die Endzone. Und zwar von der 1-Yard-Linie! Um die Demütigung perfekt zu machen, hätte er nur noch bis zur Mittellinie laufen und auf dem Star-Logo feiern müssen.

Dak Prescott wird vor Cowboys-Abgang gewarnt

In der anhaltenden Vertragsposse um Dak Prescott haben die meisten Experten bislang evaluiert, was der Verlust des Quarterbacks für die Dallas Cowboys bedeuten würde. Eine NFL-Ikone warnte nun hingegen vor den möglichen Folgen für den betroffenen Spieler.

Prescott befindet sich zurzeit in seinem letzten Vertragsjahr. Nach der kommenden NFL-Saison wird der dreimalige Pro Bowler somit zum Free Agent, wenn er sich vorher nicht doch noch mit den Cowboys auf einen neuen Kontrakt einigt.

Genau dazu rät ihm jedoch Herm Edwards, da die Free Agency für Prescott ansonsten in einem Debakel gipfeln könnte. Denn: „Für ein besseres Team wirst du nicht spielen“, wandte sich der frühere Head Coach der New York Jets in der „ESPN“-Show „First Take“ direkt an den 30-Jährigen.

Diese Mannschaften hätten immerhin allesamt schon einen verlässlichen Starting-QB in ihren Reihen. Um endlich ins NFL-Endspiel einzuziehen, sollte Prescott daher einen anderen Weg wählen.

„Wer fordert ihn heraus? Die Philadelphia Eagles, die Detroit Lions, die Green Bay Packers [und] die San Francisco 49ers. Mit denen muss Dak fertig werden, wenn er in den Super Bowl kommen will. Und das versteht er“, behauptete Edwards.

Von einer SB-Teilnahme war der derzeit verletzte Prescott indes bisher noch weit entfernt. In der Postseason gewann der Signal Caller schließlich nur zwei von sieben NFL-Partien. Aufgrund dieser Bilanz sprach sich Edwards abermals gegen einen Wechsel aus.

„Ich bin ein Fan von Dak Prescott“, sagte der ehemalige Cornerback. „Aber wenn man nur zwei Playoff-Spiele gewonnen hat, wenn man in seiner gesamten Karriere nur zwei gewonnen hat, mit einem Team, das offensiv und defensiv stark ist, ist er in der besten Situation, in der er sein kann.“

Edwards deutete damit an, dass Prescott in einem Team mit weniger Qualität noch schlechter abschneiden würde. Ein Wechsel verspräche demnach höchstens einen finanziellen, aber keinen sportlichen Aufstieg.