DBB-Kapitän Schröder siegt und stichelt gegen Ex-Kollegen

Welt- und Europameister Dennis Schröder hat mit den Basketballern der Cleveland Cavaliers für ein Ausrufezeichen in der NBA gesorgt. Das Team des Kapitäns der deutschen Nationalmannschaft gewann trotz Verletzungsproblemen 113:109 gegen Tabellenführer Detroit Pistons. Schröder war mit 15 Punkten, fünf Rebounds und fünf Assists bester Bankspieler der Cavaliers und lieferte dabei in der Defensive erneut eine Glanzleistung ab.

Auch dank seiner starken Verteidigung hielt Cleveland Pistons-Star Cade Cunningham bei für ihn indiskutablen zehn Punkten. Nur vier seiner 16 Wurfversuche verwandelte der Kandidat auf die Auszeichnung als wertvollster Spieler der Saison (MVP) in der nordamerikanischen Liga.

Schröder teilte gegen seinen ehemaligen Mitspieler auch verbal eine Spitze aus. „Versuch nicht, auf einmal wieder mit mir zu sprechen“, forderte er Cunningham während einer Spielpause auf. „Ich habe versucht dich anzurufen. Aber kaum hast du MVP-Sprechchöre gehört, gehst du nicht mehr ans Telefon.“

Ganz ernst gemeint waren die Sticheleien aber wohl nicht. „Keine Sorge, ich bin nicht nachtragend“, fügte Schröder am Ende hinzu. Cleveland festigte mit dem Sieg den vierten Platz in der Eastern Conference, der mindestens in der ersten Playoff-Runde den Heimvorteil mit sich bringen würde.

Einen weiteren Schritt in Richtung K.o.-Runde machten auch die Orlando Magic. Ohne den weiterhin verletzten Franz Wagner ließen sie den Washington Wizards beim 126:109 keine Chance und bleiben als Siebter im Osten in Reichweite der Top-Sechs, die sich direkt für die Playoffs qualifizieren. Topscorer der Partie war Orlandos Paolo Banchero mit 37 Punkten. Der deutsche Europameister Tristan da Silva führte das Team mit neun Rebounds an und steuerte zudem acht Zähler bei, Weltmeister Moritz Wagner kam von der Bank und sammelte starke zehn Punkte und drei Rebounds.

Titelverteidiger Oklahoma City Thunder gewann ohne den deutschen Center Isaiah Hartenstein 116:108 bei den Chicago Bulls und ist dank der Pistons-Niederlage wieder das beste Team der Liga. Bester Punktesammler beim arg dezimierten Champion war Winter-Neuzugang Jared McCain mit 20 Zählern.

Ariel Hukporti und seine New York Knicks durften ebenfalls einen Sieg feiern. Der deutsche Center kam beim 111:95 bei den Toronto Raptors allerdings lediglich zu 60 Sekunden Einsatzzeit und holte zwei Rebounds. New York ist Dritter im Osten.

Schröder siegt beim Debüt für Cleveland

Dennis Schröder hat in der NBA ein erfolgreiches Debüt für die Cleveland Cavaliers gefeiert. Bei den Los Angeles Clippers gewann das neue Team des deutschen Nationalmannschaftskapitäns in der Nacht zum Donnerstag mit 124:91.

Schröder kam bei seiner Premiere von der Bank und legte in 19 Minuten elf Punkte, zwei Rebounds und sechs Assists auf.

Der Weltmeister war am vergangenen Sonntag von den Sacramento Kings nach Cleveland geschickt worden, die Cavaliers sind bereits seine elfte Station in der besten Basketball-Liga der Welt.

Mit der Mannschaft aus Ohio, die nun bei 31 Siegen und 21 Niederlagen steht, hat Schröder im Osten beste Play-off-Aussichten und eine Außenseiterchance auf den Titel.

In Cleveland wird Schröder auf der Point-Guard-Position als Back-up für Superstar James Harden fungieren, den das Team von Headcoach Kenny Atkinson erst am Mittwoch kurz vor Ende der Transferphase von den Clippers geholt hatte. Gegen seine alte Mannschaft wirkte Harden jedoch noch nicht mit.

Bester Werfer der „Cavs“ war Donovan Mitchell (29).

Im Spitzenspiel der Western Conference kassierte Meister Oklahoma City Thunder bei den San Antonio Spurs eine 106:116-Niederlage.

Thunder-Center Isaiah Hartenstein kam nicht zum Einsatz, MVP Shai Gilgeous-Alexander fehlte wegen einer Bauchmuskelzerrung verletzt.

Spurs-Star Victor Wembanyama glänzte mit 22 Punkten und 14 Rebounds. OKC führt den Westen mit einer Bilanz von 40:12 weiter vor den Spurs (34:16) an.

Ariel Hukporti fuhr derweil mit den New York Knicks beim 134:127 nach doppelter Overtime gegen die Denver Nuggets den achten Sieg in Folge ein. Während der deutsche Center in vier Minuten ohne Punkte blieb, führte Jalen Brunson die Knicks mit 42 Punkten zum Erfolg.

Für die Nuggets legte der dreimalige MVP Nikola Jokic mit 30 Punkten, 14 Rebounds und zehn Assists ein Triple Double auf, sein Teamkollege Jamal Murray kam auf 39 Punkte.

Myles Garrett begründet Browns-Kehrtwende

Myles Garrett hat in der NFL bis vor kurzem aggressiv auf einen Trade gedrängt. Nun verriet der Pass Rusher, warum er letztlich doch noch für vier weitere Jahre bei den Cleveland Browns bleibt.

Kurz vor dem diesjährigen Super Bowl verkündete Garrett, dass er Cleveland via Trade den Rücken kehren will, um „auf höchster Ebene zu spielen“. Diesen Wunsch bekräftigte der 29-Jährige in den darauffolgenden Wochen immer wieder. Umso größer war die Überraschung vor ein paar Tagen, als sich der Verteidiger mit den Browns auf einen neuen Vierjahresvertrag in Höhe von 160 Millionen Dollar einigen konnte.

Ein Schelm, wer jetzt denkt, dass Garrett von Anfang an auf eine saftige Gehaltserhöhung aus war, denn: „Es ging mir nie ums Geld“, bekräftigte der gebürtige Texaner am Freitag auf einer Pressekonferenz. „Es ging mir immer ums Gewinnen. Und genau das ist es, was mich frustriert.“

Sein Verhältnis zu den Browns-Verantwortlichen sei wegen der Trade-Anfrage außerdem keineswegs angespannt. „Wie in einer Familie streitet man manchmal, muss Dinge durchstehen und trotz aller Widrigkeiten etwas aufbauen. Wir werden das durchstehen“, bekräftigte Garrett.

Cleveland kommt aus einer 3-14-Saison und steht unter anderem in Bezug auf die Quarterback-Position vor einer enormen Herausforderung. Trotz dieser Vorzeichen und der daraus resultierenden Trade-Anfrage, versicherte Garrett, dass er weiterhin an einen Super-Bowl-Sieg mit den Browns glaubt.

„Von Beginn an habe ich immer gesagt, dass ich Nord-Ohio eine Meisterschaft bringen will. Daran hat sich nichts geändert. Das ist immer noch meine Haltung“, berichtete der sechsmalige Pro Bowler.

Mit Blick auf den Trade-Wunsch ergänzte Garrett: „Ich glaube, das hat uns geholfen, zu wachsen und schwierige, aber notwendige Gespräche zu führen.“