Pogacar und Co. gestürzt: „Einige Geisteskranke“ im Radsport

Bei der Vuelta stürzte Radsport-Dominator Tadej Pogacar heftig, zog sich mehrere Brüche sowie eine Gehirnerschütterung zu. Auch der deutsche Hoffnungsträger Florian Lipowitz verletzte sich bei der Tour de France schwer. Ex-Profi Simon Geschke sieht die Gefahr als Teil des Business.

„Als Radprofi weißt du genau: Du stürzt auf jeden Fall – die Frage ist nur, wann“, sagte der 40-Jährige gegenüber „Sport Bild. „Das Risiko fährt immer mit. Ich habe zumindest keine bleibenden Schäden davongetragen.“

Viermal brach sich Geschke in seinen 16 Jahren im Radsport-Zirkus unter anderem das Schlüsselbein – genau jene Verletzung also, die auch Pogacar bei seinem Vuelta-Sturz erlitt und ihn letztlich den Rest der Saison und somit auch seine mögliche Titelverteidigung bei der WM im kanadischen Montreal Ende September kostete.

„Im Fahrerfeld sind leider auch einige Geisteskranke unterwegs, die ohne Rücksicht auf Verluste um den Etappensieg kämpfen, gerade bei großen Rennen wie der Tour de France. Als Radprofi musst du aber auch einfach ein Stück weit bekloppt sein“, sagte Geschke.

Immer wieder kommt es im Radsport sogar zu tödlichen Unfällen.

Im August starb der erst 19 Jahre alte Waliser Finlay Tarling, nachdem er bei der Portugal-Rundfahrt mit einem entgegenkommenden Auto kollidierte. Cristian Munoz, ein 30-jähriger Kolumbianer, zog sich bei der Tour du Jura in Frankreich im April bei einem Sturz eine Wunde zu, die sich infizierte, und ihn wenige Tage später das Leben kostete.

„Als Radprofi blendest du die Gefahren aus. Wenn dir das nicht gelingt, würdest du nicht mehr auf den Sattel steigen“, sagte Geschke, der 2022 nach einer bärenstarken Tour zu Deutschlands Radsportler des Jahres gewählt wurde und 2015 sogar eine Etappe bei der Frankreich-Rundfahrt gewann.