Obwohl Jonas Vingegaard in der Tour-Gesamtwertung derzeit hinter dem unschlagbaren Tadej Pogacar auf dem zweiten Platz liegt, bekommt der Däne von vielen Seiten Kritik für seine Fahrweise und auch seine Aussagen ab. Zwei frühere Profis haben für seinen bisherigen Auftritt absolut kein Verständnis.
Die Kritik an Visma-Kapitän Jonas Vingegaard ebbt nicht ab. Mit Lance Armstrong und Bradley Wiggins haben am Dienstag erneut zwei bekannte Stimmen des Sports regelrecht auf den Dänen eingeschlagen. Verantwortlich war vor allem Vingegaards Aussage, er habe seinen Vorgesetzten im vergangenen Jahr mit einem Rücktritt gedroht, falls sich im Team nichts ändert.
„Ich verstehe das einfach nicht. Entweder man ist voll und ganz dabei oder nicht. Das ist der härteste Sport der Welt, da gibt es keinen Mittelweg. Als ich diese Überschrift gesehen habe, habe ich sofort an das gedacht, was Bradley vorher gesagt hat“, meinte Armstrong im „TheMove“-Podcast mit Verweis auf Wiggins‘ Aussage, der zuvor angezweifelt hatte, dass Vingegaard in diesem Jahr überhaupt bis nach Paris kommt.
Auch Wiggins schlug Alarm und meinte: „So haben wir ihn noch nie gesehen, nicht einmal, als er Zweiter in der Gesamtwertung war. Letztes Jahr hat er sich noch gefragt, wie er dieses Rennen gewinnen kann. Was das Team tun kann, um Pogacar in Schwierigkeiten zu bringen. Aber dieses Jahr ist es weniger konstant. Auch seine Körpersprache, als er die Linie überquert hat … es ist schade, ihn so zu sehen, denn er ist ein großer Champion.“
Auf der zehnten Etappe am Dienstag habe es bei Vingegaard so ausgesehen, als hätte man einem unplattbaren Reifen die Luft entzogen, so Wiggins weiter. „Ich kann wirklich nicht glauben, wie viel Zeit er da auf den letzten Metern verloren hat. Diese zwölf Sekunden sind sehr ungewöhnlich für ihn.“
Geht es nach dem Tour-Sieger von 2012, hat Vingegaard mit diesem kleinen Einbruch auch die mentale Tür für die Konkurrenten um Platz zwei geöffnet. „Für sie ist es wie Blut im Wasser. Sie alle werden jetzt den zweiten Platz jagen, weil sie sehen, dass es möglich ist“, erklärte der Brite. Auch Armstrong befand: „Er sah geschlagen aus.“