Stiller vor Abgang vom VfB Stuttgart

Mittelfeldspieler Angelo Stiller steht im kommenden Sommer vor einer Grundsatzentscheidung beim VfB Stuttgart. Inzwischen verdichten sich wohl die Anzeichen für einen Wechsel.

Nach dem „kicker“ berichtet nun auch „Sky“, dass es am Neckar keine baldige Vertragsverlängerung mit Stiller geben wird. Eine endgültige Entscheidung im Zukunftspoker sei damit noch nicht gefallen, so der TV-Sender. Gleichwohl gehe die Tendenz aktuell in Richtung eines Abschieds.

Stiller steht beim VfB Stuttgart nur noch bis 2028 unter Vertrag. Im nächsten Sommer bietet sich den Schwaben somit letztmalig die Chance, eine Ablöse für den Schlüsselspieler zu generieren.

Laut „Sky“ bringen sich beim Spielmacher aktuell noch keine konkreten Interessenten in Stellung. In der Stuttgarter Chefetage werde man den Markt aber im Blick behalten. So oder so: In der Kaderplanung dürfte die Personalie in den kommenden Monaten eine zentrale Rolle spielen.

Der Fall Stiller ist beim VfB Stuttgart allerdings kein Einzelfall. Auch mit Jeff Chabot, Maximilian Mittelstädt, Josha Vagnoman, Atakan Karazor, Chris Führich und Ermedin Demirovic führt der VfB laut „kicker“ vorerst keine Gespräche über eine Verlängerung ihrer 2028 auslaufenden Verträge.

Schon jetzt stehe fest, dass der Pokalfinalist aus finanziellen Gründen nicht alle Spieler aus der „2028er-Riege“ werde halten können, so das Fachmagazin.

Teil der Finanzplanung sind demnach in den kommenden Wechselperioden auch deutliche Transferüberschüsse. In Summe sollen in genau einem Jahr nach Winter- und Sommerfenster rund 40 Millionen Euro als Gewinn in der Bilanz stehen.

Schon in diesem Sommer galt gerade Stiller lange Zeit als möglicher Millionen-Verkauf. Immer wieder wurde der ehemalige Münchner mit Real Madrid in Verbindung gebracht. Als mögliche Ablöse waren bis zu 50 Millionen Euro im Gespräch. Wirklich konkret wurde es letztlich nicht.

Traumtore inklusive: VfB Stuttgart schießt 1. FC Köln ab

Mit Traumtoren hat der hoch gehandelte VfB Stuttgart seinen ersten Saisonsieg in der Fußball-Bundesliga gefeiert. Eine Woche nach der 1:5-Lehrstunde beim FC Bayern setzten sich die Schwaben zum Auftakt des zweiten Spieltages verdient mit 4:1 (1:0) gegen den 1. FC Köln durch.

Marokkos WM-Teilnehmer Bilal El Khannouss traf nach einem sehenswerten Sololauf (39. Minute) und war auch an der Vorbereitung des 2:0 beteiligt. Neuzugang Grischa Prömel (60.) und Ermedin Demirovic ebenfalls per Alleingang (75.) machten alles klar. Josha Vagnoma legte per Volleyschuss noch nach (90.).

Vor 60.000 Zuschauern und Bundestrainer Jürgen Klopp, wie in der Woche zuvor in München Stadion-Zuschauer, hätte der VfB Stuttgart-Erfolg angesichts zweier Aluminium-Treffer und Chancenwucher auch höher ausfallen können. Doch für den Auftakt in der Champions League am Mittwoch gegen Viking Stavanger zeigte sich das Team von Trainer Sebastian Hoeneß gerüstet.

Köln drückte zu Beginn der zweiten Hälfte auf den Ausgleich, verpasste aber nach dem 3:2 gegen die TSG 1899 Hoffenheim zum Saisonstart das nächste Achtungszeichen. Zu mehr als dem 1:3 durch ein Eigentor von Ramon Hendriks reichte es nicht (81.).

Mit einem Fanmarsch, der traditionsreichen Karawane Cannstatt, hatten sich die Fans auf das erste Heimspiel der Saison eingestimmt. „Wir freuen uns extrem, was da draußen wieder los war. Jetzt geht die Saison richtig los“, hatte VfB-Coach Sebastian Hoeneß bei Sky gesagt und sich gerührt gezeigt. „Die Leute haben richtig Lust, immer mehr, immer mehr. Ja, das bewegt mich.“

Bei sommerlichen Temperaturen mit anfangs um die 28 Grad Celsius wollte der VfB „sofort Druck machen, viel nach vorn spielen“, wie Hoeneß ankündigte. Und seine Elf legte entschlossen los. Der Anpfiff verzögerte sich kurz, weil Kölner Fans Pyrotechnik zündeten. Dann schien die Führung nur eine Frage der Zeit.

Doch erst wenige Minuten vor der Halbzeit belohnte El Khannouss die Gastgeber. Per Alleingang tankte er sich durch die Kölner Defensive, tunnelte Luka Lotschoschwili und traf ins linke untere Eck.

Die Kölner waren über weite Strecken in die Defensive gedrängt. So hätte VfB-Rechtsverteidiger Josha Vagnoman das 1:0 erzielen müssen, traf aber aus rund zwei Metern Entfernung nur die Latte (9.). Gut fünf Minuten später schepperte es nach einem Kopfball von Dzenan Pejcinovic zum zweiten Mal am Querbalken. Auch Deniz Undav und Prömel wandelten ihre Chancen nicht in Zählbares um.

Darum scheiterte der VfB-Superknipser einst beim 1. FC Köln

Serhou Guirassy hat mit dem VfB Stuttgart einen historischen Höhenflug hingelegt. Mit seinen 28 Saisontoren in 28 Einsätzen überragte er bei den Schwaben mit einem Wert, der auch im eigenen Klub für Verblüffung sorgte. Guirassy überzeugte inb 2023/2024 mit einer Weltklasse-Form, die zu seinem Start in Deutschland nicht unbedingt zu erwarten war.

Schon der Beginn in die abgelaufenen Bundesliga-Spielzeit war überragend: Noch nie in der Geschichte der Fußball-Bundesliga hatte ein Spieler nach fünf Partien schon zehn Tore zu Buche stehen. Damals rangierte die VfB-Tormaschine sogar noch vor Harry Kane vom FC Bayern.

Vor sieben Jahren wechselte Serhou Guirassy einst vom französischen Zweitligisten AJ Auxerre zum 1. FC Köln in die Bundesliga. Wirklich durchsetzen konnte er sich in drei Saison bei den Domstädtern allerdings nie.

Er brachte es in Bundesliga und 2. Bundesliga in zweieinhalb Jahren auf lediglich 13 Startelfeinsätze in Köln, wurde im Winter 2019 schließlich zurück nach Frankreich verliehen.

Neben einigen Anpassungsschwierigkeit stand dem Mittelstürmer vor allem die eigene Gesundheit immer wieder im Weg. Wie die „Sport Bild“ vorrechnete, fehlte Guirassy während seiner Köln-Zeit fast 400 Tage lang verletzt.

„Serhou hatte damals keine einfache Zeit in Köln, er war viel verletzt und hat nicht in seinen Rhythmus gefunden. Dass er enormes Talent hat, haben alle erkannt“, erinnert sich sein damaliger Cheftrainer Stefan Ruthenbeck in dem Fachmagazin an die schwierige Phase beim Effzeh.