Kommentar über Pogacar-„Millionen“ sorgt für Wirbel

Die slowenische Radrennfahrerin Urska Zigart hat in den sozialen Medien energisch auf einen zynischen Nutzerkommentar zum Gehalt ihres Verlobten Tadej Pogacar reagiert.

Auslöser der Diskussion war ein Beitrag von Zigarts Team AG Insurance-Soudal auf Instagram, in dem über den erneuten Kieferbruch der 28-Jährigen informiert wurde.

„Pogi macht Millionen. Respekt dafür, dass du für Kleingeld und Verletzungen fährst. Pass gut auf deine Gesundheit auf, liebe Urska“, kommentierte ein User den Post – eine Aussage, die bei Zigart gar nicht gut ankam.

„Genau. Pogi hat es verdient, und ich nehme einfach mein ‚Kleingeld‘. Aber wenn Paare wie wir sich trennen, sind wir plötzlich ‚die teuflischen Schlampen, die nur Geld wollen und nichts getan haben, um es zu verdienen‘. Also kümmere du dich um dich und deine Frau, und ich kümmere mich um mich selbst. Einen schönen Sonntag noch“, reagierte sie deutlich.

Die Verletzung, die Zigart auf der 3. Etappe der Faun Tour Femmes in Frankreich am vergangenen Wochenende erlitt, war ein besonders bitterer Rückschlag für sie. Denn: Die Slowenin hatte sich bei der Tour de Suisse im Juni bei einem schweren Sturz schon einmal den Kiefer gebrochen.

Genauso wie Radsport-Superstar Tadej Pogacar, der sich bei der Vuelta unter anderem einen Schlüsselbeinbruch sowie eine Gehirnerschütterung zuzog, kann sie nicht bei der anstehenden Straßen-WM in Montreal an den Start gehen.

„Nicht das Déjà-vu, das ich erwartet hatte“, kommentierte sie ihren Ausfall bei Instagram. „Zeit, wieder auf meine Rezepte aus dem Juni zurückzugreifen.“

Pogacar, der seit 2021 mit Zigart verlobt ist, macht derweil erste Schritte zurück in den Rennbetrieb. Er trainiert daheim schon wieder auf dem stationären Rad und richtet den Blick auf die Saison 2027.

In einem aktuellen Instagram-Video dokumentierte der 27-Jährige die Fortschritte im Rehaprozess.

„Nicht ganz so, wie wir uns den September vorgestellt hatten“, schrieb der fünfmalige Tour-de-France-Sieger vom UAE Team Emirates. Es sei aber „einfach schön, wieder auf dem Rad zu sein. Im Moment gehe ich Schritt für Schritt vor und baue die Belastung langsam mit Blick auf die nächste Saison wieder auf“, teilte Pogacar mit.

Radsport-Talent Niedermaier von Furrers Tod überwältigt

Der Tod der von Muriel Furrer hat das deutsche Radsport-Talent Antonia Niedermaier heftig mitgenommen.

Die 21-Jährige brach während des WM-Rennens am Samstag in Tränen aus, weinte später auch im Ziel. Davon berichteten Niedermaiers Teamkolleginnen. „Das war hauptsächlich mental. Das hat mich ziemlich mitgenommen“, sagte Niedermaier im „ZDF“.

Die Bergspezialistin dachte dabei auch an ihre eigene Vergangenheit. Niedermaier war im vergangenen Jahr beim Giro Donne heftig gestürzt, als sie von der Slowenin Urska Zigart abgeräumt wurde. Die Deutsche stürzte auf das Gesicht, kam aber ohne Frakturen davon. Durch den Sturz von Furrer kamen die Gedanken wieder hoch. „Als die Nachricht kam, dass sie verstorben ist, da ist viel zusammengekommen. Das ging mir sehr nah“, sagte Niedermaier.

Den Tod von Furrer, die mit nur 18 Jahren ihren am Donnerstag erlittenen Sturzverletzungen einen Tag später erlegen war, hatte Niedermaier während des Rennens im Kopf. „Ich habe die ganze Zeit Angst auf der Strecke gehabt wegen dem, was diese Woche passiert ist. Ich bin vorsichtig gefahren“, sagte sie. Am Ende belegte Niedermaier Platz 18, in der U23-Wertung gewann sie Bronze.

Außerdem setzten Niedermaier Kälte und Dauerregen zu. „Es war von Anfang an super hart und super kalt“, berichtete die U23-Weltmeisterin im Zeitfahren. „Ich konnte kaum meine Flasche oder Gels greifen. Am Ende konnte ich nicht mehr schalten, weil meine Hände so kalt waren.“ Am Ende war die Bayerin mit ihrer Medaillenbilanz zufrieden, neben Bronze und Gold im Nachwuchs gewann sie Silber im Mixed-Teamzeitfahren.

Für die erhoffte Medaille setzte man im deutschen Team auf Liane Lippert. „Wir waren mehr motiviert, was in der Elite mit Liane zu machen. Sie war zu Beginn beschützt. Ich habe meinen Job gemacht und konnte mich dann um die U23 kümmern“, sagte Niedermaier. Lippert verpasste Bronze im Sprint nur um wenige Zentimeter. Der Titel ging an Lotte Kopecky (Belgien) vor Chloe Dygert (USA) und Elisa Longo Borghini (Italien).