Revanche verpasst: Deutsche Nullnummer in Griechenland

Jürgen Klopp klatschte nach dem nächsten Griechen-Frust seine Spieler ab und klopfte Florian Wirtz ermutigend auf die Brust. Die Revanche ist missglückt – der neue Bundestrainer hat mit der Fußball-Nationalmannschaft nicht in die Erfolgsspur gefunden. Eine Woche nach dem 0:1 in Augsburg reichte es im schnellen Rückspiel in Thessaloniki nur zu einem torlosen Unentschieden.

Klopp aber zeigte sich hinterher „sehr zufrieden“ mit der Vorstellung der deutschen Nationalmannschaft. „Die Jungs haben ein unglaubliches Fußballspiel gemacht, das in allen Bereichen top war, richtig top war“, sagte der Bundestrainer bei RTL.

„Ich glaube, wir haben ziemlich viel Druck aufgebaut. Wir haben am Ende einfach das scheiß Tor nicht gemacht. Ist ärgerlich, trotzdem können wir zufrieden sein, wie wir gespielt haben“, sagte Kapitän Wirtz. „Es war sehr, sehr viel Gutes dabei. Es ist natürlich jetzt nicht alles schlecht.“

Klopp kommt damit bei seinem Vier-Spiele-Start in der Nations League nur auf fünf Punkte und rangiert in Gruppe 2 auf Platz drei hinter den Niederlanden und Griechenland. Das würde nicht zum Einzug ins Viertelfinale reichen.

Mitte November geht es für Klopp mit den Gruppenspielen in Serbien und zum Abschluss in Berlin gegen die Niederlande weiter. Dann wird der 59-Jährige nicht mehr mit zwei Kadern und etlichen Neulingen experimentieren, sondern mit einem A-Team um Kapitän Joshua Kimmich den Sechs-Punkte-Endspurt anstreben. Der in der Abschlusstabelle womöglich ausschlaggebende direkte Vergleich mit den Griechen bei Punktegleichheit ist schon verloren.

„Die erste Halbzeit war wie aus einem Guss, aber die ganz klaren Abschlüsse haben vielleicht ein bisschen gefehlt“, sagte Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus. Zu Klopps erster kleinen Bilanz als neuer Chefcoach meinte er: „Man hat gesehen, dass die Mannschaft auf jeden Fall will, dass sie Spaß und Freude auf dem Platz hat. Die Punkteausbeute – damit können wir nicht zufrieden sein.“

Pfiffe und Buhrufe bei der deutschen Nationalhymne setzten gleich eine aggressive Tonlage im Stadion von PAOK Saloniki, das sich allerdings danach nicht als Hexenkessel entpuppte. Die Marschroute von Klopps Elf diesmal nur auf drei Positionen veränderter Startelf ohne Länderspiel-Neuling war klar. Sie hieß: Anknüpfen an das dominante 2:0 gegen Serbien drei Tage zuvor in München.

Teamgeist im DBB-Team „etwas Besonderes“

Basketball-Nationalspieler Dennis Schröder sieht seine Mannschaft im Olympia-Sommer vor allem charakterlich gegenüber vielen Teams im Vorteil.

„In der deutschen Nationalmannschaft haben wir keine Egos. Das ist die größte Sache, warum wir so gut sind. Es ist egal, ob ich vier Punkte mache und wir gewinnen oder ob Franz (Wagner) oder Daniel (Theis) 20 Punkte machen. Jeder ist glücklich, wenn wir gewinnen“, sagte Schröder beim Medientraining in München. Der 30-Jährige gilt als unangefochtener Chef des Nationalteams.

Der Weg zum olympischen Turnier in Lille und Paris beginnt am Samstag (16.00 Uhr) mit einem Testspiel gegen Frankreich in Köln. Der Trainingsauftakt in München ist das erste große Wiedersehen des Teams, das im September vergangenen Jahres vollkommen unerwartet WM-Gold in Manila gewonnen hat.

„Das war ein historischer Sommer letztes Jahr. Ich glaube, dass wir uns natürlich gefreut haben, als wir uns gesehen haben. Wir hatten aber auch während der Saison Kontakt, auch privat. Das ist einfach etwas Besonderes“, sagte Schröder.

Derzeit sind noch 16 Spieler im Aufgebot von Bundestrainer Gordon Herbert. Nach den beiden Testspielen gegen Frankreich am Samstag und Montag könnte bereits die Reduzierung auf zwölf anstehen.

Herbert will nach eigenen Angaben erst das finale Team benennen und dann an diesem feilen. Es wird erwartet, dass die zwölf Weltmeister von Manila einen deutlichen Vorteil bei der Nominierung haben.

Thomas Müller baut Horror-Serie aus

Beim Vorrunden-Aus der deutschen Nationalmannschaft bei der Fußball-WM 2022 gehörte Thomas Müller zu den ganz großen Enttäuschungen.

Der Dauerbrenner des FC Bayern baute in Katar auch seine ganz persönliche Horror-Serie weiter aus. In der 9. Minute des WM-„Endspiels“ gegen Costa Rica hätte Thomas Müller die Chance gehabt, alle Diskussionen um ihn und seine zuvor schwachen Leistungen im DFB-Dress zu beenden.

Von der rechten Außenbahn flankt Joshua Kimmich butterweich in die Mitte, genau auf den Kopf seines Vereinskameraden vom FC Bayern. Doch Müller versenkte den Ball nicht im von Keylor Navas gehüteten Tor des Außenseiters aus Zentralamerika.

Stattdessen flog das Spielgerät überraschend weit am gegnerischen Kasten vorbei – eine Szene, bezeichnend für die auch aus Müllers Sicht desaströse Endrunde.

Schwache Leistungen bei der Fußball-WM in Katar

Schon bei der letztlich nicht mehr zu reparierenden 1:2-Auftaktpleite gegen Japan hatte der 33 Jahre alte Routinier eine unglückliche Figur abgegeben. sport.de bewertete seinen Auftritt mit der Note 4,5.

Gegen Spanien kassierte Müller dann eine glatte 5, gegen Costa Rica gar eine 5,5. „Wie schon in den Spielen zuvor hing der Münchner in der Luft“, lautete das vernichtende Urteil.

Auch ein Blick in die Statistik verheißt nichts Gutes für Müller: Mit seinen drei Torlos-Auftritten in Katar ist der Star des FC Bayern nun seit sage und schreibe 17 (!) Partien bei großen Turnieren ohne Treffer.

Konzentriert sich Thomas Müller in Zukunft auf den FC Bayern?

Letztmals traf Müller 2014, also vor fast achteinhalb Jahren, in einer Endrunde, beim legendären 7:1 im WM-Halbfinale gegen Brasilien, das den Weg zum Triumph im Endspiel in Maracana gegen Argentinien (1:0) ebnete.

Bei der EM 2016 in Frankreich, der WM 2018 in Russland, sowie der wegen der Corona-Pandemie verschobenen EM 2021 ging er – genauso wie jetzt in Katar – komplett leer aus.

Ob der Ur-Münchner in Zukunft noch eine Chance bekommt, diese lange Durststrecke zu beenden, steht in den Sternen. Nach dem Spiel gegen Costa Rica hatte Müller seine Zukunft in der Nationalmannschaft offen gelassen.