Verletzungssorgen bei den Patriots

Nach sechs Jahren haben die New England Patriots mal wieder ein Playoff-Spiel gewonnen. In der Divisional Round bekommt es der sechsfache Champion nun mit den Houston Texans zu tun. Dabei müssen die Patriots womöglich den Ausfall eines absoluten Schlüsselspielers verkraften.

Cornerback Christian Gonzalez erlitt beim Sieg über die Los Angeles Chargers eine Gehirnerschütterung. Gonzalez hatte zum Start des vierten Quarters einen Pass auf Quentin Johnson abgewehrt. Dieser war im Anschluss auf Gonzalez‘ Kopf gelandet.

Nun befindet sich der Cornerback im Concussion Protocol. Das bestätigte Head Coach Mike Vrabel am Montag. „Wie lange das dauert, weiß ich nicht“, sagte der Übungsleiter. „Hoffentlich bekommen wir ihn zurück.“

Je nach Schwere der Gehirnerschütterung kann die Ausfallzeit variieren. Das wissen die Patriots aus eigener Erfahrung. In Woche 16 landeten mit TreVeyon Henderson, Kayshon Boutte und Jared Wilson gleich drei Spieler des sechsfachen Super-Bowl-Siegers im Concussion Protocol. Henderson konnte bereits in Woche 17 wieder spielen, Boutte in Woche 18, während Wilson erst gegen die Chargers wieder am Start war.

Die Hoffnung bei den Patriots ist in jedem Fall hoch, dass Gonzalez rechtzeitig für das Duell mit den Texans am Sonntag (ab 21 Uhr bei RTL) fit wird.

Schließlich war der Passverteidiger ein Erfolgsgarant in dieser Spielzeit. Ihm gelangen in 15 Spielen 69 Tackles und zwölf abgewehrte Pässe. Er wurde erstmals in den Pro Bowl gewählt und belegte den fünften Platz im All-Pro-Voting unter den Cornerbacks.

„Gonzo spielt weiterhin auf hohem Niveau“, sagte Mike Vrabel. „Wir schätzen seine Leistungen und seine Bereitschaft, auf verschiedenen Positionen zu spielen. Er hat das alles wirklich gut gemeistert“, lobt der Head Coach seinen Passverteidiger.

Drake Maye und ganz viel Vielfalt in der Offense

Die Regular Season ist vorbei, am kommenden Wochenende starten die NFL Playoffs. Zeit, die besten Spieler der Saison zu küren. sport.de nennt sein All-Pro First Team der Saison 2025.

Nach 272 Spielen der Regular Season ist es Zeit, eine erste Bilanz zu ziehen. Wer waren die besten Spieler auf jeder Position? Wer ragte am meisten heraus im Vergleich zu allen anderen?

sport.de-Redakteur Marcus Blumberg hat sein sport.de All-Pro First Team zusammengestellt. Mit dabei ist ein bunter Mix aus zahlreichen Teams und Spielern, die so wohl keiner vor der Saison auf dem Zettel hatte.

Die Patriots waren im Vorjahr 4-13 und haben nun zusammen mit den Broncos die beste Bilanz der AFC. Sicher war der Schedule leichter als bei anderen, doch ultimativ hat Drake Maye mit seiner enormen Leistungssteigerung einen immer noch durchschnittlichen Kader auf ein neues Level gehoben.

Drake Maye führt die NFL in seinem zweiten Jahr in CPOE, EPA und EPA/Dropback an und hat nebenbei auch das beste Passer Rating sowie die höchste Completion Percentage, obwohl er im Schnitt 8,9 Air Yards pro Pass wirft. Und auch auf dem Boden war er stets gefährlich. Matthew Stafford mag auch sehr gut gewesen sein in dieser Saison, aber er hat am Ende auch Superstars, zu denen er wirft und machte letztlich zu viele Fehler, um sein Team zum Division-Titel zu führen.

Diese Position war vielleicht die schwierigste Wahl von allen, weil sie so viel Qualität mit sich bringt. Bijan Robinson hat die meisten Scrimmage Yards, Derrick Henry trug sein Team am Ende fast noch in die Playoffs, Jonathan Taylor hatte die meisten Touchdowns und James Cook holte sich den Rushing-Titel. Doch keiner war wohl so entscheidend für sein Team wie CMC. McCaffrey führte die NFL mit Abstand in Touches an und erreichte zum dritten Mal in seiner Karriere die 2000-Scrimmage-Yards-Marke. Mehr noch: Vor einigen Wochen führte er sogar die NFL in Receptions an – wie in: alle Spieler, nicht nur Running Backs! Mit zahllosen Ausfällen war er zeitweilig die komplette Offense der Niners und trug sie in die Playoffs.

Eiskalt-Oldie Rodgers erfüllt die kühne Steelers-Vision

Genau dafür haben die Pittsburgh Steelers Oldie Aaron Rodgers in der NFL-Offseason geholt. Der 42-Jährige führt das Team mit einer starken Leistung in der Crunch Time in die Playoffs. Der Head Coach feiert seinen Quarterback.

Zigarrenqualm waberte aus der Kabine. Kein Wunder, die Pittsburgh Steelers hatten allen Grund zu feiern. Durch das dramatische 26:24 gegen die Baltimore Ravens holte sich das Franchise das letzte Playoff-Ticket der NFL.

Mann des Spiels war Quarterback-Star Aaron Rodgers. Er war wieder mal da, als es drauf ankam.

Im vierten Quarter brachte er 11 von 14 Versuchen für 133 Yards an seine Männer – darunter der spielentscheidende 26-Yard-Touchdown-Pass auf Wide Receiver Calvin Austin 55 Sekunden vor Spielende. Rodgers beendete das Spiel mit 31 von 47 erfolgreichen Pässen für 294 Yards und einem Touchdown.

„Wir haben es uns wirklich die ganze Saison über nicht leicht gemacht“, sagte er nach der Partie mit einem Lächeln im Gesicht. „Aber ich bin stolz auf unsere Jungs“, so der Spielmacher weiter.

„Ich bin stolz darauf, wie wir mehrfach reagiert haben, nachdem sie in Führung gegangen waren. Zu diesem Zeitpunkt der Saison braucht es einfach nur ein wenig Vertrauen.“

Head Coach Mike Tomlin hatte in der Offseason sein Vertrauen voll in den Altmeister gesetzt, sich dafür auch Kritik anhören müssen

„Das war unsere Vision im Frühjahr, als wir ihn verpflichtet haben“, sagte Tomlin. „Deshalb macht man Geschäfte mit einem 42-Jährigen, der schon alles gesehen und erlebt hat und einen Lebenslauf wie seinen vorweisen kann. Er ist nicht nur fähig, er blüht dabei richtig auf. Ich denke, das hat er heute Abend unter Beweis gestellt.“

Pass Rusher T.J. Watt stimmte in die Lobeshymne ein. „Genau deshalb ist er hier. Das ist der beste Typ in der NFL für diesen Moment“, sagte er: „Ihn auf so großer Bühne liefern zu sehen, war unglaublich.“

Chargers treffen überraschende Quarterback-Entscheidung

In der NFL steht Woche 18 und damit das Ende der Regular Season an. Viele Entscheidungen rund um die Playoffs sind bereits gefällt, einige letzte stehen noch aus. Auch die Los Angeles Chargers spielen noch eine dieser bedeutenden Partien. Umso überraschender kommt daher eine Entscheidung von Head Coach Jim Harbaugh.

Der Übungsleiter verkündete schon am Montag, dass es im Duell gegen die Denver Broncos (ab 22:25 Uhr live bei RTL) einen Wechsel auf der Quarterback-Position geben wird. Der etatmäßige Starter Justin Herbert erhält eine Ruhepause, für ihn wird Trey Lance die Offense auf das Feld führen.

Schon seit Woche 13 spielt Herbert mit einer Fraktur an der linken Hand, die ihn sogar zu einer Operation zwang. Nur wenige Tage nach dem Eingriff stand der Spielmacher wieder auf dem Feld und führte seine Farben in den vergangenen Wochen in die NFL Playoffs.

Neben Justin Herbert könnten auch weitere Starter eine Pause bekommen, verriet Harbaugh: „Gewinnen und Gesundheit das sind unsere beiden Ziele“, sagte Harbaugh. „Und für die Spieler, von denen wir – die Ärzte, die Trainer, ich selbst, die Organisation – glauben, dass sie die meisten Verletzungen haben und diese Zeit am dringendsten brauchen, haben wir beschlossen, dass dies die Richtung ist, in die wir gehen werden“, so der Übungsleiter.

In der Entscheidung von Harbaugh – so verständlich sie auch ist – steckt eine gewisse Brisanz. Schließlich spielt der kommende Gegner aus Denver noch um den First Seed in der AFC. Mit einem Sieg könnten die Broncos den First Seed sichern und die New England Patriots würden in die Röhre schauen.

Und alleine der Ausfall von Justin Herbert steigert die Chancen für Denver ungemein, denn der Chargers-Quarterback war zuletzt der alles überragende Spieler bei den Bolts. Und das, obwohl er hinter einer massiv angeschlagenen Offensive Line quasi dauerhaft auf der Flucht war.

Diese angeschlagene Line muss es nun mit einer der besten Defenses der Liga aufnehmen. Herbert hier zu schützen macht dementsprechend Sinn, auch wenn die Chargers selbst sogar noch um ihr Seeding in der AFC spielen, wo zwischen Seed fünf und sieben noch alles möglich ist.

„Gesundheit und Sieg. Das ist alles“, sagte Harbaugh mit Bezug auf das kommende Match und ein mögliches Playoff-Seeding. „Es gibt keine Möglichkeit, das vorherzusagen. Wir müssen so oder so auswärts ran. Alle potenziellen Teams wären gut, und wir werden uns darauf vorbereiten.“

Chiefs verlieren nächsten Quarterback

Backup-Quarterback Gardner Minshew hatte bei seiner Knieverletzung aus dem Spiel gegen die Tennessee Titans in der NFL offenbar Glück im Unglück. Spielen wird er für die Kansas City Chiefs in diesem Jahr aber nicht mehr.

Zwar haben die Chiefs Gardner Minshew am Montag bereits auf die Injured Reserve List gesetzt und damit seine Saison offiziell beendet, doch laut Adam Schefter von „ESPN“ haben Tests ergeben, dass sich die ersten Befürchtungen eines Kreuzbandrisses nicht bestätigten. Eine genaue Diagnose ist nicht bekannt, aber ein intaktes Kreuzband ist per se eine gute Nachricht, nachdem bereits Starting Quarterback Patrick Mahomes tatsächlich einen Kreuzbandriss erlitten hatte.

Minshew zog sich seine Knieverletzung früh im Spiel gegen die Titans in Woche 16 zu. Ein Spiel, das für Kansas City nach dem Verpassen der Playoffs keine Bedeutung mehr hatte. Für Minshew übernahm Chris Oladokun, der nun laut Head Coach Andy Reid in den kommenden zwei Spielen der Starter des Teams sein wird. Es werden seine ersten beiden Starts in seiner noch jungen NFL-Karriere sein.

Oladokun war 2024 als Undrafted Free Agent zu den Chiefs gekommen und hatte nach einem Kurzauftritt im Vorjahr erst am Sonntag seine ersten Pässe in der NFL geworfen.

Die Chiefs verpflichteten zudem Quarterback Shane Buechele von der Practice Squad der Buffalo Bills. Er stand bereits in den Saisons 2021 und 2022 bei den Chiefs im Kader und wird nun für den Rest der Saison als Backup hinter Oladokun fungieren.

Oladokuns erster Start wird nun an Weihnachten gegen die Denver Broncos erfolgen. Für den 28-Jährigen schließt sich damit gewissermaßen ein Kreis, denn sein NFL-Debüt gab er in Woche 18 ebenfalls gegen die Broncos als Backup von Carson Wentz. Damals verzichteten die Chiefs auf den Großteil ihrer Starter und verloren sang- und klanglos 0:38. Nun gehen sie mit einer 6-9-Bilanz ebenfalls als klarer Außenseiter ins Duell mit dem Division-Rivalen, der erstmals seit 2015 wieder die AFC West gewinnen kann.

Broncos müssen länger auf Leistungsträger verzichten

Die Denver Broncos werden den Rest der Regular Season in der NFL auf einen ihrer Leistungsträger in der Defense verzichten müssen.

Die Broncos, die sich mit ihrem Erfolg über die Green Bay Packers (34:26) bereits in Woche 15 für die Playoffs qualifiziert haben, müssen vorerst auf einen ihrer Leistungsträger verzichten. Das Team hat Safety Brandon Jones mit einer Brustmuskelverletzung auf die Injured Reserve List gesetzt, sodass er die letzten drei Spiele der Regular Season sowie ein Playoff-Spiel sicher verpassen wird.

Jones hatte bis jetzt die drittmeisten Tackles (78) in einer der besten Defenses der NFL und spielte in 93 Prozent der Snaps seines Teams. Die Verletzung zog er sich in der zweiten Halbzeit gegen die Packers zu und musste das Spiel vorzeitig verlassen.

Wie schwer Jones tatsächlich verletzt ist, ist derzeit unklar. Sollte eine Operation erforderlich sein, wäre dies jedoch wohl gleichbedeutend mit seinem Saison-Aus. Teamkollege Cornerback Patrick Surtain II hatte sich früher in der Saison bereits eine ähnliche Verletzung am Brustmuskel zugezogen, kehrte jedoch nach drei Spielen Pause zurück und läuft seither mit einer Bandage am linken Arm und Schulter auf.

Für Jones übernahm zunächst P.J. Locke, der in diesem Jahr noch kein Spiel gestartet hatte. Im Vorjahr jedoch lief er 15 Mal von Beginn an für Denver auf. Laut Head Coach Sean Payton spielte Locke gegen Green Bay „wirklich gut“. Insofern dürfte er in den kommenden Wochen als Starter übernehmen.

Wie wichtig Jones generell für diese Defense ist, zeigt die Tatsache, wie er eingesetzt wird. Kein Team spielt in dieser Saison mehr Man Coverage und Jones gehört zu den drei Spielern, die die Liga in Man Coverage Snaps anführen. Er hat neben Cornerback Riley Moss (334) und Safety-Kollege Talanoa Hufanga (315) die drittmeisten solcher Snaps (303) in dieser Saison. Die drei sind die einzigen Spieler der NFL, die mehr als 300 solcher Snaps gespielt haben in dieser Saison.

Bengals-Star droht das Saison-Aus

Die Cincinnati Bengals werden mit den NFL Playoffs in diesem Jahr nicht zu tun haben. Dass die Mannen aus Ohio nicht mehr Aktien im Kampf um die Postseason haben, liegt auch am Verletzungspech der Bengals, die nun eine weitere Hiobsbotschaft hinnehmen müssen.

Wie „ESPN“ in Person von Adam Schefter berichtet, wird Pass Rusher Trey Hendrickson für den Rest der Saison ausfallen. Dem Bericht zufolge muss sich Hendrickson am Ende der Woche einer Operation an der Rumpfmuskulatur unterziehen, die ihn schätzungsweise sechs Wochen und damit die restliche Spielzeit außer Gefecht setzen wird.

Schon seit Woche sechs schlägt sich Hendrickson mit Verletzungen rum. Zunächst fehlte er wegen einer Rückenverletzung, anschließend wurde diese Verletzung dann doch als Hüftverletzung deklariert.

In Woche acht gab Hendrickson dann zunächst sein Comeback, beendete das Spiel gegen die New York Jets allerdings nicht. Seither fehlte er den Bengals und wird nun wohl auch nicht mehr zurückkehren.

Noch in der Offseason war Hendrickson das große Thema bei den Cincinnati Bengals, weil er sich mit dem Team lange Zeit nicht auf einen Vertrag einigen konnte und deshalb mehrfach einen Trade forderte.

Schlussendlich war des Rätsels Lösung, dass die Bengals den Vertrag des Pass Rushers anpassten, womit er in dieser Saison bis zu 30 Millionen Dollar hätte verdienen können. Zumindest einen merklichen Teil wird Hendrickson allerdings nicht bekommen ob seiner geringen Spielzeit.

Im März wird er nun, nach aktuellem Stand, ein Free Agent und kann sich auf dem Markt umschauen.

Die entscheidende Frage wird dann sein, wie ihn die Teams sehen. Sehen sie den Trey Hendrickson aus 2024, der mit 17,5 Sacks die NFL anführte oder sehen sie den Trey Hendrickson, der in dieser Saison einen Großteil der Spiele verletzt fehlte.

Nächste Hiobsbotschaft für die Lions

Die Detroit Lions kämpfen aktuell mit aller Macht um die NFL Playoffs und stehen vor enorm wichtigen Wochen. Dabei müssen sie allerdings zum wiederholten Male auf einen ihrer Leistungsträger verzichten.

Am Montag setzten die Lions Cornerback Terrion Arnold auf die Injury Reserve List. Damit wird der Passverteidiger den Lions für mindestens vier Spiele fehlen und könnte frühestens im letzten Spiel der Regular Season gegen die Chicago Bears wieder mit von der Partie sein.

Der Grund ist eine Schulterverletzung. Unklar ist dabei noch, ob es sich um dieselbe Schulter handelt, die Arnold schon vor einigen Wochen außer Gefecht setzte. Damals stand bereits ein Saison-Aus für den Cornerback im Raum, der allerdings deutlich schneller wieder auf dem Platz stand, als erwartet.

Insgesamt spielte Arnold in dieser Spielzeit bisher acht Mal und sammelte dabei 31 Tackles, acht abgewehrte Pässe und eine Interception.

Arnold war 2024 als Erstrundenpick zu den Detroit Lions gekommen, die ihn mit dem 24. Pick im NFL Draft ausgewählt hatten.

Die erneute Verletzung von Arnold kommt zur Unzeit. Schließlich fallen in der Secondary der Lions momentan einige Leistungsträger aus. So fehlt Safety Kerby Joseph bereits seit Woche sechs mit einer Knieverletzung. Zudem ist Brian Branch für das nächste Spiel fraglich.

Und das steht bereits am kommenden Donnerstag an, wenn die Dallas Cowboys zu Gast im Ford Field sind. Diese komme nicht nur mit ganz breiter Brust nach Detroit, sondern auch mit zwei brandgefährlichen Receivern.

CeeDee Lamb und George Pickens befinden sich aktuell in Top-Form und sind einer der Gründe, wieso Dallas zuletzt die beiden Super-Bowl-Teilnehmer schlagen konnte. Für die Lions, die sich nicht mehr viele Niederlagen erlauben sollten im Kampf um die Playoffs, wird das zu einer Mammut-Aufgabe.

49ers-Receiver geht auf Gegenspieler los

Nach Ende des Monday Night Games zwischen den San Francisco 49ers und Carolina Panthers in Woche 12 der NFL kam es zu einer Rauferei zwischen Wide Receiver Jauan Jennings und Safety Tre’von Moehrig. Der Grund: ein Schlag in die Weichteile während des Spiels.

Direkt nach Ende des 20:9-Erfolgs der 49ers ging 49ers-Receiver Jennings aufs seinen Gegenspieler los und schlug ihm mit offener Hand gegen das Gesichtsgitter. Dass es dann bei einem kurzen Handgemenge blieb, lag nur daran, dass er von Panthers-Linebacker Krys Barner sowie Betreuern und Mitspielern der 49ers zurückgehalten wurde.

Auslöser für die Aktion war offenkundig ein Tiefschlag von Moehrig gegen Jennings nach einem Play, das von den TV-Kameras aufgegriffen wurde. Moehrig schlug dem Gegenspieler ohne erkennbaren Grund in die Weichteile, was die Schiedsrichter jedoch übersahen. Entsprechend gab es trotz Beschwerde von Jennings keine Strafe für den Panthers-Verteidiger.

Angesprochen auf seine Aktion nach dem Spiel, sagte Jennings: „Ich habe einfach nur auf kindisches Verhalten reagiert.“ 49ers-Head Coach Kyle Shanahan wiederum nannte Moehrigs Schlag einen „Cheap Shot“.

„Ich war wirklich stolz auf Jauan, dass er da nicht den Verstand verloren hat und zur Seitenlinie gegangen ist“, sagte Shanahan über die Situation im Spiel.

Jennings wiederum erklärte: „Das kam einfach völlig aus dem Nichts. Ich denke, es ist wahrscheinlich so, wie ich schon sagte: Es hat einfach mit meiner Geschichte als Footballspieler zu tun. Ich spiele mit voller Intensität. Körperlich bin ich stärker als viele Defensive Backs da draußen, und zwischen den Pfiffen passiert eben eine Menge – zumindest bei mir.“

Moehrig bestätigte diese Theorie und verwies auf Jennings‘ Blocking-Stil, der sehr physisch ist. „Er hat nach dem Spielzug einfach noch ein paar Extradinge gemacht. Das nehme ich auf meine Kappe. Es war nicht nur Frustration. Es war ein Einzelfall.“ Auf die Frage, ob sein Schlag gerechtfertigt war, sagte Moehrig derweil nur: „Es ist wie es ist.“

Panthers-Head-Coach Dave Canales wiederum zeigte sich nicht begeistert von der Tat seines Spielers und erklärte, dass er die Situation erst noch eingehend betrachten müsse, dann jedoch das Gespräch suchen werden: „Dem werde ich auf den Grund gehen. Ich möchte genau sehen, was passiert ist. Ich hatte noch keine Gelegenheit, mit Tre darüber zu sprechen. Das wird ein Gespräch werden.“

New York Jets treffen Quarterback-Entscheidung

Bei den New York Jets kehrt in dieser NFL-Saison weiterhin keine Ruhe ein. Head Coach Aaron Glenn hat nun die nächste große Entscheidung verkündet.

Am Sonntag gegen die Baltimore Ravens werden die Jets nicht mit Justin Fields, sondern mit Tyrod Taylor als Quarterback ins Rennen gehen. Der Spielmacher-Wechsel kommt allerdings nicht überraschend.

Schon am Freitag, einen Tag nach der Niederlage gegen die New England Patriots, hatte Aaron Glenn angekündigt, „alles evaluieren“ zu wollen. Zudem erklärte er: „Natürlich müssen wir uns im Passspiel verbessern, und das hängt vor allem davon ab, dass Justin den Ball an die richtigen Spieler weitergibt“, so die Kritik des Übungsleiters.

Und tatsächlich war das Passspiel zuletzt das größte von vielen Problemen bei den New York Jets. Gegen die Patriots kam man lediglich auf 116 Passing Yards. Im bisherigen Saisonverlauf waren es im Schnitt ohnehin nur 139,9 Passing Yards pro Spiel (Platz 32 in der NFL), in den letzten fünf Spielen brachte es Fields sogar nur auf 101 Yards im Schnitt.

Dass die Jets Fields also auf die Bank setzen, ist überfällig und wäre wohl schon früher passiert, wenn sich Taylor nicht verletzt hätte. Dieser hatte in Woche 7 nach der Pause übernommen und wäre in Woche 8 wohl der Starter gewesen.

Vor der Saison hatten die New York Jets Justin Fields mit einem Zweijahresvertrag über 40 Millionen Dollar ausgestattet, zehn Millionen wären ihm in der kommenden Saison noch garantiert.

Es ist durchaus möglich, dass Fields‘ Zeit in New York vorzeitig endet. Als sicher erscheint jedoch, dass sich die Jets für die kommende Saison auf der Königsposition neu aufstellen werden.

Zum Beispiel im Draft, wo man zwar aktuell „nur“ den fünften Pick hätte, allein mit einem weiteren Erstrundenpick 2026 und drei Erstrundenpicks 2027 aber jede Menge Kapital hätte, um für einen Spielmacher hochzutraden.