Patriots entlassen Running Back

Die New England Patriots haben sich rund zwei Wochen vorm Start der Free Agency in der NFL von einem Running Back getrennt.

Wie die Patriots am Montag verkündeten, ist die Zeit von Antonio Gibson in Foxborough/Massachusetts nach nur zwei Saisons schon wieder vorbei. Gibson absolvierte in der abgelaufenen Saison nur fünf Spiele, ehe er sich das Kreuzband riss und den Rest des Jahres verpasste.

Gibsons Entlassung spart etwas mehr als drei Millionen Dollar an Cap Space ein, hinterlässt aber auch Dead Money in Höhe von einer Million.

Gibson sorgte für eines der frühen Highlights der Patriots-Saison, als er einen Kickoff beim ersten Saisonsieg über die Dolphins in Miami in Woche 2 über 90 Yards zum Touchdown returnierte. Unter anderem dafür wurde er in der Woche zum AFC Special Teams Player of the Week gewählt.

Gibson hatte sich den Patriots zur Saison 2024 als Free Agent angeschlossen und war seinerzeit in allen 17 Saisonspielen im Einsatz. Er hatte damals einen Dreijahresvertrag unterschrieben, wovon das dritte Jahr (2026) nicht mehr garantiert war.

Ursprünglich war Gibson ein Drittrundenpick des Washington Football Team im Draft 2020 und hatte 2021 seine beste Saison, als er für 1037 Yards und sieben Touchdowns lief. Als Rookie brachte er es ein Jahr zuvor sogar auf elf Touchdowns.

Durch diese Entlassung verfügen die Patriots Stand jetzt noch über zwei etablierte Running Backs in Rhamondre Stevenson und TreVeyon Henderson. Dahinter stehen derzeit noch Terrell Jennings, Elijah Mitchell und Lan Larison im Kader. Gut möglich jedoch, dass die Patriots auf dieser Offseason auf dieser Position noch nachbessern werden – sei es via Free Agency, dem Draft oder in Form von Undrafted Free Agents nach dem Draft Ende April.

Gibson hat in seinen sechs Jahren in der NFL 83 Spiele absolviert und lief dabei für 3287 Yards und 24 Touchdowns. Darüber hinaus sammelte er 1495 Receiving Yards und sieben weitere Touchdowns.

Darum ist der Erfolg der Seahawks nachhaltig

Die Seattle Seahawks haben Super Bowl LX gegen die New England Patriots auf beeindruckende Art und Weise gewonnen. Das Team von Mike Macdonald erreichte mit diesem Triumph historische Höhen und könnte eine solide Grundlage für anhaltenden Erfolg in der NFL haben.

Die Legion of Boom war einmal und gewann am Ende nur einen Super Bowl. Jetzt hat die Herrschaft der Dark Side Defense begonnen und sie trat ihre Regentschaft mit einer beeindruckend erdrückenden Vorstellung in Super Bowl LX gegen die New England Patriots an.

Die Seahawks waren drauf und dran, den ersten Shutout in einem Super Bowl überhaupt zu schaffen – es war bereits der 60. Super Bowl! Am Ende war es nur die Garbage Time, die New England davon abhielt, sich auf ganzer Linie zu blamieren. Doch auch ohne dieses Novum unterstrich die Dark Side Defense, wie sie sich selbst nennt, ihre absolute Dominanz.

Die Defense von Head Coach Mike Macdonald spielte im Grunde nichts anderes als sonst. Sie setzten überwiegend auf Zone Coverage, sie nutzten Disguises, sie spielten ihre üblichen Match-Zone-Konzepte und sie blitzten nur recht selten – auch wenn gerade Devon Witherspoon, den ich zum MVP des Spiels gewählt hätte, mit drei seiner Blitzes maximalen Schaden anrichtete mit zwei Sacks und einem Hit, der zum Pick-Six von Uchenna Nwosu in der Schlussphase geführt hat.

Und trotz einer geringen Blitz Rate von nur 13,21 Prozent brachten sie es auf eine Pressure Rate von 43,4 Prozent! Und vor allem: es gelangen sechs (!) Sacks gegen Maye, der dabei auch noch einen Fumble verlor und zwei Interceptions warf – wobei die erste Interception wohl nicht unter Druck und einfach nur ein übermotivierter Deep Shot war. In jedem Fall aber gelang es dem kompletten Abwehrverbund, einen der besten Quarterbacks dieser Saison den Zahn zu ziehen.

Maye war verunsichert, zögerte häufig zu lange, verpasste viele leichte Würfe in einer Phase, als das Spiel noch eng war und machte dann am Ende eben die Fehler, die zwar nichts mehr am Ausgang änderten, aber das Ergebnis noch deutlicher machten, als es lange Zeit auf dem Scoreboard aussah.

Letztlich lässt sich sagen, dass diese Dark Side Defense mit ihrer beeindruckenden Secondary um Witherspoon, Riq Woolen und Nick Emmanwori an der Spitze und eben der bärenstarken und dominanten Defensive Front, in der Altmeister DeMarcus Lawrence nach elf Jahren Dallas nun tatsächlich einen Titel gewann, nun sicherlich zu den ganz großen der NFL-Geschichte gezählt werden muss. Sie war die Nummer-1-Scoring-Defense in dieser Saison, sie dominierte den Super Bowl und hat damit die Nachfolge der Legion of Boom angetreten. Hinzu kommt: Eine ähnlich dominante Vorstellung legte eine Defense wohl vor der LOB zuletzt Anfang des Jahrtausends beim ersten Ravens-Triumph über die New York Giants in Super Bowl XXXV hin.

 

Als Malcolm Butler den Seahawks den Super Bowl versaute

Super Bowl LX zwischen den New England Patriots und Seattle Seahawks steht vor der Tür und weckt zugleich Erinnerungen an das erste Aufeinandertreffen der beiden NFL-Franchises im großen Spiel. sport.de blickt zurück.

Wer auf den Super Bowl zwischen den Patriots und Seahawks am kommenden Sonntag (ab 23:15 Uhr live bei RTL) blickt, dem wird sicher auch das Duell in Super Bowl XLIX in den Sinn kommen. Schließlich war es ein geschichtsträchtiger Abend in Arizona mit einem Rekord-Comeback und einem unglaublichen Ende.

Die Patriots merkten an jenem Abend in Arizona spätestens beim Stand von 14:24 aus ihrer Sicht zum Start des Schlussviertels, dass das eigene Run Game dem Gegner nicht gewachsen war, sodass es gewissermaßen über Bord geworfen wurde. Brady übernahm und war nicht mehr zu stoppen, auch nicht von der legendären Legion of Boom. Einen Drive über neun Plays schloss er mit einem 4-Yard-Touchdown-Pass auf Danny Amendola ab und nach einem weiteren Stopp der Defense folgte ein Drive über zehn Spielzüge. An dessen Ende? Ein 3-Yard-Touchdown-Pass zu Julian Edelman zur 28:24-Führung für New England mit zwei Minuten auf der Uhr.

Doch an diesem Punkt standen die Patriots auch in ihren vorherigen zwei Super Bowls, mit einer knappen Führung kurz vor Schluss und dem Ball in der Hand des Gegners. Zweimal kassierten sie anschließend noch eine Pleite durch die New York Giants, die jeweils von Wunder-Catches – David Tyree und Mario Manningham, Ersterer sogar ebenfalls in Arizona in Super Bowl XLII – profitierten.

 

 

So zeigt RTL den Super Bowl 2026

Es ist soweit! Der Super Bowl LX in San Francisco steht vor der Tür! Und RTL zeigt ihn live und frei empfangbar für alle Fans in Deutschland.

Es ist der Höhepunkt der NFL-Saison zwischen den New England Patriots und den Seattle Seahawks im Levi’s Stadium von Santa Clara/Kalifornien. Super Bowl LX ist sozusagen das verspätete Rematch von Super Bowl XLIX aus der Saison 2014, als die Patriots dank einer späten Interception von Malcolm Butler den Comeback-Versuch der Seahawks abwehrten und zum vierten Mal die Lombardi Trophy gewannen.

Nun kommt es zur Revanche dieser beiden Franchises und RTL ist live dabei. Schon ab 23:15 Uhr meldet sich dafür Moderatorin Jana Wosnitza aus dem „Field of Jeans“ in der Bay Area. An ihrer Seite hat sie unter anderem die Experten Markus Kuhn und den Mann, der damals schon mit dabei war und erstmals den NFL-Titel holte, Sebastian Vollmer. Beide werden sie dann auch später an den Seitenlinien unterwegs sein und vom Spielfeldrand berichten.

Das große Spiel geht dann wie gewohnt um 0:30 Uhr deutscher Zeit los. Kommentator Patrick „Coach“ Esume und Experte Björn Werner sind dann am Start und begleiten das Spiel.

Eines der Highlights eines jeden Spiels ist wie immer die Halbzeitshow, in der in diesem Jahr der dreimalige Grammy-Gewinner Bad Bunny auftreten wird. Zuvor schon eröffnet die Band Green Day den Abend. Die Nationalhymne singt derweil Charlie Puth, während Brandi Carlile die inoffizielle Hymne der USA „America the Beautiful“ zum Besten geben wird. Coco Jones wiederum intoniert die „schwarze Nationalhymne“ „Lift Every Voice and Sing“.

Die Wahl des Showprogramms gilt derweil als kontrovers und US-Präsident Donald Trump hat bereits seinen Besuch des Spiels abgesagt, weil ihm die ausgesprochenen Trump-Gegner Bad Bunny und Green Day nicht zusagen. Offiziell sei aber „der Weg zu weit“, wie er gegenüber der „New York Post“ erklärte.

Es ist indes der zweite Super Bowl im Levi’s Stadium. Im Jahr 2016 fand hier schon Super Bowl 50 zwischen den Denver Broncos und Carolina Panthers statt, in dem Quarterback-Legende Peyton Manning seinen zweiten Titel gewann und anschließend die Hall-of-Fame-Karriere beendete.

Seahawks verlieren Offensiv-Star für Rest der Playoffs

Die Seattle Seahawks müssen einen personellen Dämpfer wenige Tage vor dem NFC Championship Game der NFL Playoffs gegen die Los Angeles Rams hinnehmen.

Wie Head Coach Mike Macdonald am Montag verkündete, hat Running Back Zach Charbonnet eine „signifikante“ Knieverletzung erlitten und wird den Rest der Playoffs verpassen. Wie „ESPN“ berichtete, handelt es sich dabei sogar um einen Kreuzbandriss.

Charbonnet, der die Seahawks in dieser Saison mit zwölf Rushing Touchdowns angeführt hat, zog sich die Verletzung am Samstag im zweiten Viertel des 41:6-Kantersiegs über die San Francisco 49ers im Divisional Game zu und kam anschließend nicht mehr ins Spiel zurück.

Nach Spielende hatte sich Macdonald noch optimistisch gezeigt, was die Verletzung betrifft. Doch am Montag hatte er dann schlechte Nachrichten in seiner wöchentlichen Radioshow im „Seattle Sports 710-AM“ und erklärte, dass Charbonnet operiert werden muss und ihm eine lange Reha bevorstehe.

„Es bricht einem das Herz“, sagte Macdonald. „Er wird operiert werden müssen. Vor ihm liegt also … ein ziemlich langer Weg zurück. Unser Mitgefühl gilt ihm. Unsere Gebete sind bei Charbs. Wir lieben ihn einfach.“

„Dieser Kerl ist der Inbegriff dessen, was es bedeutet, ein Seahawk zu sein“, sagte Macdonald. „Er ist absolut hart im Nehmen, ein großartiger Teamkollege, ein großartiger Mensch. Er reißt sich den Hintern auf, ist detailorientiert und uneigennützig. Das tut weh. Es tut weh, dass das passiert ist, aber er wird zurückkommen. Er wird stärker als je zuvor zurückkehren, und die Jungs werden ihn auffangen.“

Bessere Nachrichten gab es derweil von Quarterback Sam Darnold, dem es laut Macdonald gut geht. Er hatte für Unruhe gesorgt, nachdem er am Ende der vergangenen Woche infolge einer Verletzung an den schrägen Bauchmuskeln zweimal mit dem Training ausgesetzt hatte, anschließend aber dann doch spielte. Bei Left Tackle Charles Cross wird man derweil von Tag zu Tag schauen. Er verließ das Niners-Spiel im dritten Viertel mit einer Fußverletzung.

Verletzungssorgen bei den Patriots

Nach sechs Jahren haben die New England Patriots mal wieder ein Playoff-Spiel gewonnen. In der Divisional Round bekommt es der sechsfache Champion nun mit den Houston Texans zu tun. Dabei müssen die Patriots womöglich den Ausfall eines absoluten Schlüsselspielers verkraften.

Cornerback Christian Gonzalez erlitt beim Sieg über die Los Angeles Chargers eine Gehirnerschütterung. Gonzalez hatte zum Start des vierten Quarters einen Pass auf Quentin Johnson abgewehrt. Dieser war im Anschluss auf Gonzalez‘ Kopf gelandet.

Nun befindet sich der Cornerback im Concussion Protocol. Das bestätigte Head Coach Mike Vrabel am Montag. „Wie lange das dauert, weiß ich nicht“, sagte der Übungsleiter. „Hoffentlich bekommen wir ihn zurück.“

Je nach Schwere der Gehirnerschütterung kann die Ausfallzeit variieren. Das wissen die Patriots aus eigener Erfahrung. In Woche 16 landeten mit TreVeyon Henderson, Kayshon Boutte und Jared Wilson gleich drei Spieler des sechsfachen Super-Bowl-Siegers im Concussion Protocol. Henderson konnte bereits in Woche 17 wieder spielen, Boutte in Woche 18, während Wilson erst gegen die Chargers wieder am Start war.

Die Hoffnung bei den Patriots ist in jedem Fall hoch, dass Gonzalez rechtzeitig für das Duell mit den Texans am Sonntag (ab 21 Uhr bei RTL) fit wird.

Schließlich war der Passverteidiger ein Erfolgsgarant in dieser Spielzeit. Ihm gelangen in 15 Spielen 69 Tackles und zwölf abgewehrte Pässe. Er wurde erstmals in den Pro Bowl gewählt und belegte den fünften Platz im All-Pro-Voting unter den Cornerbacks.

„Gonzo spielt weiterhin auf hohem Niveau“, sagte Mike Vrabel. „Wir schätzen seine Leistungen und seine Bereitschaft, auf verschiedenen Positionen zu spielen. Er hat das alles wirklich gut gemeistert“, lobt der Head Coach seinen Passverteidiger.

Drake Maye und ganz viel Vielfalt in der Offense

Die Regular Season ist vorbei, am kommenden Wochenende starten die NFL Playoffs. Zeit, die besten Spieler der Saison zu küren. sport.de nennt sein All-Pro First Team der Saison 2025.

Nach 272 Spielen der Regular Season ist es Zeit, eine erste Bilanz zu ziehen. Wer waren die besten Spieler auf jeder Position? Wer ragte am meisten heraus im Vergleich zu allen anderen?

sport.de-Redakteur Marcus Blumberg hat sein sport.de All-Pro First Team zusammengestellt. Mit dabei ist ein bunter Mix aus zahlreichen Teams und Spielern, die so wohl keiner vor der Saison auf dem Zettel hatte.

Die Patriots waren im Vorjahr 4-13 und haben nun zusammen mit den Broncos die beste Bilanz der AFC. Sicher war der Schedule leichter als bei anderen, doch ultimativ hat Drake Maye mit seiner enormen Leistungssteigerung einen immer noch durchschnittlichen Kader auf ein neues Level gehoben.

Drake Maye führt die NFL in seinem zweiten Jahr in CPOE, EPA und EPA/Dropback an und hat nebenbei auch das beste Passer Rating sowie die höchste Completion Percentage, obwohl er im Schnitt 8,9 Air Yards pro Pass wirft. Und auch auf dem Boden war er stets gefährlich. Matthew Stafford mag auch sehr gut gewesen sein in dieser Saison, aber er hat am Ende auch Superstars, zu denen er wirft und machte letztlich zu viele Fehler, um sein Team zum Division-Titel zu führen.

Diese Position war vielleicht die schwierigste Wahl von allen, weil sie so viel Qualität mit sich bringt. Bijan Robinson hat die meisten Scrimmage Yards, Derrick Henry trug sein Team am Ende fast noch in die Playoffs, Jonathan Taylor hatte die meisten Touchdowns und James Cook holte sich den Rushing-Titel. Doch keiner war wohl so entscheidend für sein Team wie CMC. McCaffrey führte die NFL mit Abstand in Touches an und erreichte zum dritten Mal in seiner Karriere die 2000-Scrimmage-Yards-Marke. Mehr noch: Vor einigen Wochen führte er sogar die NFL in Receptions an – wie in: alle Spieler, nicht nur Running Backs! Mit zahllosen Ausfällen war er zeitweilig die komplette Offense der Niners und trug sie in die Playoffs.

Eiskalt-Oldie Rodgers erfüllt die kühne Steelers-Vision

Genau dafür haben die Pittsburgh Steelers Oldie Aaron Rodgers in der NFL-Offseason geholt. Der 42-Jährige führt das Team mit einer starken Leistung in der Crunch Time in die Playoffs. Der Head Coach feiert seinen Quarterback.

Zigarrenqualm waberte aus der Kabine. Kein Wunder, die Pittsburgh Steelers hatten allen Grund zu feiern. Durch das dramatische 26:24 gegen die Baltimore Ravens holte sich das Franchise das letzte Playoff-Ticket der NFL.

Mann des Spiels war Quarterback-Star Aaron Rodgers. Er war wieder mal da, als es drauf ankam.

Im vierten Quarter brachte er 11 von 14 Versuchen für 133 Yards an seine Männer – darunter der spielentscheidende 26-Yard-Touchdown-Pass auf Wide Receiver Calvin Austin 55 Sekunden vor Spielende. Rodgers beendete das Spiel mit 31 von 47 erfolgreichen Pässen für 294 Yards und einem Touchdown.

„Wir haben es uns wirklich die ganze Saison über nicht leicht gemacht“, sagte er nach der Partie mit einem Lächeln im Gesicht. „Aber ich bin stolz auf unsere Jungs“, so der Spielmacher weiter.

„Ich bin stolz darauf, wie wir mehrfach reagiert haben, nachdem sie in Führung gegangen waren. Zu diesem Zeitpunkt der Saison braucht es einfach nur ein wenig Vertrauen.“

Head Coach Mike Tomlin hatte in der Offseason sein Vertrauen voll in den Altmeister gesetzt, sich dafür auch Kritik anhören müssen

„Das war unsere Vision im Frühjahr, als wir ihn verpflichtet haben“, sagte Tomlin. „Deshalb macht man Geschäfte mit einem 42-Jährigen, der schon alles gesehen und erlebt hat und einen Lebenslauf wie seinen vorweisen kann. Er ist nicht nur fähig, er blüht dabei richtig auf. Ich denke, das hat er heute Abend unter Beweis gestellt.“

Pass Rusher T.J. Watt stimmte in die Lobeshymne ein. „Genau deshalb ist er hier. Das ist der beste Typ in der NFL für diesen Moment“, sagte er: „Ihn auf so großer Bühne liefern zu sehen, war unglaublich.“

Chargers treffen überraschende Quarterback-Entscheidung

In der NFL steht Woche 18 und damit das Ende der Regular Season an. Viele Entscheidungen rund um die Playoffs sind bereits gefällt, einige letzte stehen noch aus. Auch die Los Angeles Chargers spielen noch eine dieser bedeutenden Partien. Umso überraschender kommt daher eine Entscheidung von Head Coach Jim Harbaugh.

Der Übungsleiter verkündete schon am Montag, dass es im Duell gegen die Denver Broncos (ab 22:25 Uhr live bei RTL) einen Wechsel auf der Quarterback-Position geben wird. Der etatmäßige Starter Justin Herbert erhält eine Ruhepause, für ihn wird Trey Lance die Offense auf das Feld führen.

Schon seit Woche 13 spielt Herbert mit einer Fraktur an der linken Hand, die ihn sogar zu einer Operation zwang. Nur wenige Tage nach dem Eingriff stand der Spielmacher wieder auf dem Feld und führte seine Farben in den vergangenen Wochen in die NFL Playoffs.

Neben Justin Herbert könnten auch weitere Starter eine Pause bekommen, verriet Harbaugh: „Gewinnen und Gesundheit das sind unsere beiden Ziele“, sagte Harbaugh. „Und für die Spieler, von denen wir – die Ärzte, die Trainer, ich selbst, die Organisation – glauben, dass sie die meisten Verletzungen haben und diese Zeit am dringendsten brauchen, haben wir beschlossen, dass dies die Richtung ist, in die wir gehen werden“, so der Übungsleiter.

In der Entscheidung von Harbaugh – so verständlich sie auch ist – steckt eine gewisse Brisanz. Schließlich spielt der kommende Gegner aus Denver noch um den First Seed in der AFC. Mit einem Sieg könnten die Broncos den First Seed sichern und die New England Patriots würden in die Röhre schauen.

Und alleine der Ausfall von Justin Herbert steigert die Chancen für Denver ungemein, denn der Chargers-Quarterback war zuletzt der alles überragende Spieler bei den Bolts. Und das, obwohl er hinter einer massiv angeschlagenen Offensive Line quasi dauerhaft auf der Flucht war.

Diese angeschlagene Line muss es nun mit einer der besten Defenses der Liga aufnehmen. Herbert hier zu schützen macht dementsprechend Sinn, auch wenn die Chargers selbst sogar noch um ihr Seeding in der AFC spielen, wo zwischen Seed fünf und sieben noch alles möglich ist.

„Gesundheit und Sieg. Das ist alles“, sagte Harbaugh mit Bezug auf das kommende Match und ein mögliches Playoff-Seeding. „Es gibt keine Möglichkeit, das vorherzusagen. Wir müssen so oder so auswärts ran. Alle potenziellen Teams wären gut, und wir werden uns darauf vorbereiten.“

Chiefs verlieren nächsten Quarterback

Backup-Quarterback Gardner Minshew hatte bei seiner Knieverletzung aus dem Spiel gegen die Tennessee Titans in der NFL offenbar Glück im Unglück. Spielen wird er für die Kansas City Chiefs in diesem Jahr aber nicht mehr.

Zwar haben die Chiefs Gardner Minshew am Montag bereits auf die Injured Reserve List gesetzt und damit seine Saison offiziell beendet, doch laut Adam Schefter von „ESPN“ haben Tests ergeben, dass sich die ersten Befürchtungen eines Kreuzbandrisses nicht bestätigten. Eine genaue Diagnose ist nicht bekannt, aber ein intaktes Kreuzband ist per se eine gute Nachricht, nachdem bereits Starting Quarterback Patrick Mahomes tatsächlich einen Kreuzbandriss erlitten hatte.

Minshew zog sich seine Knieverletzung früh im Spiel gegen die Titans in Woche 16 zu. Ein Spiel, das für Kansas City nach dem Verpassen der Playoffs keine Bedeutung mehr hatte. Für Minshew übernahm Chris Oladokun, der nun laut Head Coach Andy Reid in den kommenden zwei Spielen der Starter des Teams sein wird. Es werden seine ersten beiden Starts in seiner noch jungen NFL-Karriere sein.

Oladokun war 2024 als Undrafted Free Agent zu den Chiefs gekommen und hatte nach einem Kurzauftritt im Vorjahr erst am Sonntag seine ersten Pässe in der NFL geworfen.

Die Chiefs verpflichteten zudem Quarterback Shane Buechele von der Practice Squad der Buffalo Bills. Er stand bereits in den Saisons 2021 und 2022 bei den Chiefs im Kader und wird nun für den Rest der Saison als Backup hinter Oladokun fungieren.

Oladokuns erster Start wird nun an Weihnachten gegen die Denver Broncos erfolgen. Für den 28-Jährigen schließt sich damit gewissermaßen ein Kreis, denn sein NFL-Debüt gab er in Woche 18 ebenfalls gegen die Broncos als Backup von Carson Wentz. Damals verzichteten die Chiefs auf den Großteil ihrer Starter und verloren sang- und klanglos 0:38. Nun gehen sie mit einer 6-9-Bilanz ebenfalls als klarer Außenseiter ins Duell mit dem Division-Rivalen, der erstmals seit 2015 wieder die AFC West gewinnen kann.