„Anti-Pogacar-Kurs“? UAE-Boss zeigt Verständnis

Die Streckenführung der Tour de France 2027 hat einige Diskussionen ausgelöst. Nicht wenige sehen darin einen Versuch, Tadej Pogacar auszubremsen. Der Chef des Slowenen hat dafür sogar Verständnis.

UAE-Manager Joxean Fernández Matxín hat sich nachsichtig mit den Streckendesignern der Tour de France gezeigt und ihnen nicht direkt einen „Anti-Pogacar-Kurs“ zur Last gelegt.

„Ich denke, die Organisatoren wollen sicherstellen, dass das Rennen nicht schon auf der vierten Etappe entschieden ist. Ich verstehe ihre Perspektive“, sagte Matxin im „Eurosport“-Interview.

In diesem Jahr hatte die ASO diesen Gedanken nicht im Hinterkopf. Schon auf der sechsten Etappe stand eine Kletterpartie auf dem Programm, die unter anderem über den Tourmalet führte. Pogacar fuhr seine Gegner in Grund und Boden und erzwang schon in der ersten Woche die Vorentscheidung.

Im kommenden Jahr wird der Slowene zu so einem frühen Punch keine Gelegenheit bekommen. Die erste schwere Bergetappe steht erst am neunten Renntag auf dem Programm. Dafür gibt es in der ersten Woche ein Zeitfahren, bei dem der fünfmalige Sieger nicht als Favorit gilt. Dass ein Fahrer wie Remco Evenepoel hier Zeit auf ihn gutmachen wird, gilt Stand heute als sicher.

Wie es letztlich laufen wird, konnte und wollte auch Matxin nicht vorhersagen. „Wenn man mich fragt, was passieren könnte, wüsste ich nicht, was ich sagen soll. Aber ich verstehe, dass die Organisatoren ein Format wollen, das das Rennen so lange wie möglich offenhält, bis zum Schluss“, so der UAE-Verantwortliche.

Einen Hauptkonkurrenten für Pogacar will Matxin auch deshalb nicht nennen, weil sich die Dinge im Radsport von einem Moment auf den nächsten ändern können.

„Jonas Vingegaard war der übliche Gegner, aber wegen seines Unfalls war er es in diesem Jahr nicht. Und Tadej hat die Vuelta nicht gewonnen, weil er einen Unfall hatte. Diese Umstände können sich im Radsport schnell ändern“, sagte der UAE-Manager.