Vingegaard startet bei Traditionsrennen in die Saison

Der dänische Radstar Jonas Vingegaard startet bei Paris-Nizza in die neue Saison. Er freue sich, wieder bei der traditionsreichen achttägigen Rundfahrt an den Start zu gehen, erklärte der zweimalige Gewinner der Tour de France in einer Mitteilung seines Teams Visma-Lease a Bike.

Ursprünglich hatte Vingegaard bereits die am Sonntag beendete UAE-Tour fahren wollen, doch ein Trainingssturz im Januar verhinderte einen Saisonstart im Februar. „Nach meinem Sturz und meiner anschließenden Erkrankung habe ich mir Zeit genommen, um mich zu erholen. Ich fühle mich bereit“, sagte Vingegaard.

Mit seinem niederländischen Rennstall hat der Däne vom 8. bis zum 15. März einen Titel zu verteidigen. Die letzten beiden Ausgaben gewann sein amerikanischer Teamkollege Matteo Jorgenson, der dieses Jahr nicht am Start sein wird.

2025 hatte Vingegaard Paris-Nizza am Morgen der 6. Etappe nach einem Sturz aufgeben müssen. In diesem Jahr will der 29-Jährige sowohl beim Giro d’Italia, den er als einzige der drei großen Landesrundfahrten noch nicht gewonnen hat, als auch bei der Tour um den Titel mitfahren.

Bei der Ruanda-Rundfahrt sind bei einem Unfall mit einem Begleitfahrzeug zwei Zuschauer gestorben und sechs weitere verletzt worden.

Das teilten die Organisatoren des Radrennens mit. Auf der ersten Etappe kam demnach in Gabiro ein Begleitfahrzeug von der Strecke ab und erfasste mehrere Zuschauer. Die Verletzten werden im Krankenhaus versorgt, die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen.

Ruanda war im vergangenen Jahr in den Fokus der Radsport-Welt gerückt. Ende September fanden dort die Straßenrad-Weltmeisterschaften statt, die ersten auf dem afrikanischen Kontinent. Die Titelkämpfe waren ohne Zwischenfälle abgelaufen.

Zweifel an wegweisender Vingegaard-Entscheidung

Jonas Vingegaard nimmt es im Radsport-Jahr 2026 erneut mit Tadej Pogacar auf. Dass der Däne vor dem Saison-Highlight bei der Tour de France auch noch den Giro d’Italia fahren – und natürlich gewinnen – will, ruft bei Ex-Tour-Sieger Geraint Thomas große Fragezeichen hervor. Er sieht ein Risiko.

Die Entscheidung von Radsport-Star Jonas Vingegaard, in diesem Jahr sowohl den Giro d’Italia als auch die Tour de France zu bestreiten, sei einige „mutig“, so der Brite Geraint Thomas im Podcast „Watts Occurring“. Der 39-Jährige schob hinterher: „Und das funktioniert fast nie.“

Für Vingegaard ist es die erste Teilnahme an der Italien-Rundfahrt, wohingegen er bereits fünfmal bei der Frankreich-Schleife (2 Gesamtsiege) und einmal bei der spanischen Vuelta (1 Gesamtsieg) dabei war. Gewinnt er den Giro, hätte er bei allen Grand Tours triumphiert – ein verlockendes Ziel.

Der Giro beginnt in diesem Jahr am 8. Mai in Bulgarien, die Tour startet am 4. Juli in Barcelona.

Laut Thomas besteht aus Sicht von Vingegaard aber nun das Risiko, nach den Giro-Strapazen nicht rechtzeitig für die Tour auf Top-Niveau zu sein. Dort hat er es mit keinem geringeren als Tadej Pogacar zu tun, der den Giro in diesem Jahr auslässt. In 2024 hatte der Slowene aber seinerseits das Kunststück vollbracht, das Double aus den beiden Landesrundefahrten zu gewinnen – als achter Fahrer in der Radsport-Geschichte überhaupt.

Thomas stellte daher mit Blick auf Vingegaard die Frage in den Raum: „Was würde er tun, wenn er jetzt wüsste, dass Pogacar nicht bei der Tour mitfahren wird? Machen sie das, um wenigstens eine Grand Tour zu gewinnen, fast so, als würden sie sich mit einer Niederlage gegen Pogi abfinden? Oder machen sie das in der Annahme, dass er so viel Kraft hat, dass er bei der Tour mit einer Grand Tour in den Beinen besser abschneiden wird?“

Möglich sei nicht zuletzt auch, dass Pogacar, aus welchem Grund auch immer, bei der Tour ins Straucheln gerät, so Sieger von 2018: „Was, wenn Pogi in der Nacht vor der Tour etwas zustößt, wenn er zum Beispiel sein Regenerationsgetränk auf seinen Fuß fällt und sich diesen bricht? Wenn er also plötzlich nicht bei der Tour dabei ist oder in den ersten Tagen aussteigt. Was denkt Jonas dann? Was würde er tun, wenn er jetzt wüsste, dass Pogacar nicht bei der Tour fahren wird?“

Lipowitz spricht über „extrem hohe Erwartungen“

Der deutsche Radsport-Star Florian Lipowitz startet an diesem Donnerstag bei der Mallorca Challenge seine Saison 2026. Nach seinem sensationellen Durchbruch 2025 steht der Tour-de-France-Dritte plötzlich im Fokus der Radsport-Welt.

Die Vorbereitung verlief professionell und bewusst abgeschieden. Drei Wochen lang feilte Lipowitz im Höhentrainingslager auf Teneriffa an seiner Form, sammelte Kilometer auf den kanarischen Straßen und suchte abseits des Trainings Ausgleich mit den Teamkollegen. Der Grundstein für das neue Jahr ist gelegt, doch die Leichtigkeit des Überraschungsstars ist den neuen Ansprüchen gewichen.

„Die Erwartungen sind natürlich extrem hoch“, sagte Lipowitz im Podcast „Ulle & Rick“ von Jan Ullrich und Rick Zabel: „Ich für mich persönlich versuche sie ein bisschen runterzuschrauben.“ Eine verständliche Reaktion auf eine Saison, die in diesem Jahr und mit Blick auf die scheinbar übermächtige Konkurrenz nur schwer zu toppen sein wird.

Platz drei bei der Tour de France 2025, das Weiße Trikot des besten Jungprofis sowie Podestplätze bei Paris–Nizza und dem Critérium du Dauphiné machten die vergangene Saison für Lipowitz zu einem Sensationsjahr.

Diese Leistungen nun zu bestätigen, wird eine riesige Herausforderung, wie der gebürtige Laichinger selbst weiß: „Ich würde mich freuen, wenn ich an die Leistungen des letzten Jahres anschließen könnte. Aber es geht nicht jedes Jahr bergauf“, warnte Lipowitz und fügte hinzu: „Es wird auch mal ein Jahr geben, in dem es nicht so gut läuft.“ Worte, die zeigen, wie reflektiert der 25-Jährige mit der plötzlichen Erwartungshaltung an seine Person umgeht.

Auch bei Red Bull–Bora–hansgrohe mahnt man zur Geduld. Teamchef Ralph Denk weiß um die deutlich gestiegene Fallhöhe für seinen Schützling. Die vergangene Saison sei nahezu perfekt verlaufen, „das zu wiederholen, ist nicht ganz einfach“. Dennoch stärkt Denk der deutschen Radsport-Hoffnung den Rücken: „Diese Sicherheit will ich ihm geben. Ich glaube, seine ganz großen Jahre, die werden noch kommen.“

Ob 2026 bereits dazugehört, wird sich spätestens im Juli zeigen. Bei der Tour de France soll Lipowitz gemeinsam mit Remco Evenepoel eine Doppelspitze bilden und Titelverteidiger Tadej Pogacar herausfordern. Zuvor stehen Aufgaben in der Algarve, Katalonien sowie die Romandie auf dem Programm – Rennen, bei denen Lipowitz „zumindest in der Lage sein“ will, „um das Podium fahren zu können“.

 

Radsport-Legende fällt überraschendes Pogacar-Urteil

In der Radsportsaison 2025 war Tadej Pogacar in seiner ganz eigenen Liga unterwegs. Niemand konnte dem Slowenen gefährlich werden, das Ende seiner Dominanz ist nicht in Sicht. Umso überraschender ist das Urteil, das eine spanische Radsport-Legende über den UAE-Dominator gefällt hat.

Geht es nach dem ehemaligen Tour-de-France- und zweimaligen Vuelta-Sieger Pedro Delgado, müssen sich die Gegner von Tadej Pogacar ab sofort immerhin eine Sorge nicht mehr machen: dass der Slowene noch besser wird.

Im „Marca“-Interview antwortete der Spanier auf die Frage, ob Pogacar seinen Höhepunkt erreicht habe: „Ich denke schon. Er hat ihn letztes Jahr erreicht.“

„Ohne Probleme“ werde Pogacar sein Level von 2025 noch zwei weitere Jahre halten können, prognostizierte Delgado, der den Slowenen auch in diesem Jahr als „unaufhaltsam“ bezeichnete. „Danach werden wir sehen, wie es mit seiner mentalen Müdigkeit aussieht. Schon in der letzten Tour hat er anders ausgesehen, nicht mehr so natürlich wie sonst. Physisch hat er auf diesem Level jetzt noch zwei Jahre. 2028 werden wir dann weitersehen.“

Das Problem, so Delgado weiter, sei: „Wenn man seinen Höhepunkt erreicht hat, denkt man, man kann sich weiter verbessern. Ich glaube das aber nicht. Das ist nichts, was man selbst entscheidet, sondern die anderen, die sich verbessern. Im Moment gibt es Fahrer, die Stück für Stück besser werden. Pogacars leichtes Nachlassen wird es ihnen ermöglichen, aufzuholen.“

Dass der Slowene im Moment noch alleine an der Spitze der Radsport-Nahrungskette fährt, steht für die spanische Radsport-Legende allerdings außer Frage. Leistungstechnisch hinter dem Slowenen einordnen würde er Jonas Vingegaard. Allerdings liege der Däne „eine Stufe unter“ Pogacar, „aber eine Stufe über anderen wie Evenepoel“, so Delgado.

Vingegaard kopiert Rivale und will historischen Coup

Jetzt ist klar, bei welchen großen Rundfahrten Jonas Vingegaard in diesem Jahr an den Start geht. Der Plan: Das historische Double soll her.

Rad-Star Jonas Vingegaard hofft auf einen Doppel-Coup. Genau wie sein ewiger Rivale Tadej Pogacar greift er zunächst beim Giro d’Italia und anschließend bei der Tour de France an. Das bestätigte der Däne in seinem Trainingslager in Spanien.

Vingegaard wird beim Giro sogar seine Premiere feiern. Die Italien-Rundfahrt startet in diesem Jahr am 8. Mai in Bulgarien. Im Juli will er dann den slowenischen Kontrahenten bei der Tour de France endlich wieder entthronen.

Rad-Dominator Pogacar hatte 2025 als erster Radprofi seit 26 Jahren das Double aus den beiden wichtigsten Landesrundfahrten gewonnen. Er war damit erst der achte Fahrer, dem dies gelang.

„Ich denke schon eine ganze Weile an den Giro. Es ist eines der größten Rennen im Kalender und ich bin ihn noch nie gefahren“, sagte Vingegaard zur neuen Herausforderung. „Der Sieg bei der Vuelta im vergangenen Jahr hat mir noch mehr Motivation gegeben, um nun in Italien all-in auf den Gesamtsieg zu gehen. Ich hätte das Rosa Trikot gern in meiner Sammlung.“

Sein Sportchef Grischa Niermann betonte, dass die Italien-Rundfahrt Vingegaard helfen kann, in Form für das Highlight des Jahres zu kommen. „Wir sind davon überzeugt, dass die Giro-Teilnahme gut für sein Niveau bei der Tour sein wird“, sagte der deutsche Ex-Profi.

Zwar sei auch beim Giro der Gesamtsieg im Visier, das Hauptziel aber sei weiterhin ein Triumph bei der Tour de France. Vingegaard hatte die Frankreich-Rundfahrt 2022 und 2023 gewonnen. Seither dominierte Pogacar.

Mit einem Girosieg würde Vingegaard sogar das Triple perfekt machen. Neben der Tour hat er auch die spanische Vuelta bereits gewonnen. Ein Titel, der Pogacar noch feht. „Das hat bei meiner Entscheidung natürlich eine Rolle gespielt“, sagte Vingegaard.

Zuletzt hatte der Brite Christopher Froome 2018 das Grand-Tour-Triple komplettiert. Ein Dreifach-Triumph aus Siegen bei Giro, Tour und Vuelta in einem Jahr hat noch kein Fahrer geschafft.

Schneller als Pogacar? Vingegaard-Rekord eine Mogelpackung

Radsport-Star Jonas Vingegaard nutzt die Zeit vor dem Jahreswechsel, um in seiner dänischen Heimat gemeinsam mit seiner Familie zu relaxen. Umso mehr staunten einige Fans, als der Visma-Kapitän an einem bekannten Anstieg in Spanien am Montag die Rekordzeit von Tadej Pogacar unterbot. Doch schnell war klar: Jemand hatte sich einen Scherz erlaubt.

Die spanischen Costa Blanca ist für viele Radsport-Profis ein äußerst beliebter Aufenthaltsort in den kalten Monaten. Bei moderaten Temperaturen spulen sie dort ihre Kilometer auf dem hügeligen Gelände ab und halten sich für die kommende Saison in Form.

Eine der beliebtesten Anlaufstellen ist der Coll de Rates. Auch Tadej Pogacar war vor wenigen Tagen dort. Der Slowene holte sich dabei seinen Kletterrekord zurück und meisterte den Anstieg am 19. Dezember mit einem Durchschnittstempo von 32,3 km/h in nur 11:57 Minuten.

Am Montag hatte der Anstieg aber plötzlich einen neuen Rekordhalter: Jonas Vingegaard. Auf einem Strava-Profi mit seinem Namen tauchte für den Anstieg eine Zeit von 11:49 Minuten auf. Eine erstaunliche Leistung, zumal der Däne überhaupt nicht vor Ort war.

Das Rätsel um den neuen Rekord wurde dann jedoch schnell gelüftet: Ein Strava-User hatte sich offenbar einen Scherz erlaubt, ein Profil mit Vingegaards Namen und dessen offiziellen Visma-Teambild angelegt und war den Anstieg mit einem Roller oder einem ähnlichen Fahrzeug hochgefahren.

Skeptisch wurden einige User schon bei einem genaueren Blick auf die Trainingsfahrt, die im gefälschten Vingegaard-Account gespeichert wurde. Demnach fuhr der Däne am Montag lediglich 13 Kilometer. Zudem war diese Tour die einzige, die in dem Profil zu sehen war.

Nach genauerer Prüfung stellte sich zudem raus: Vingegaard selbst hat überhaupt kein Strava-Profi, auf dem er seine Trainingsfahrten festhält. Und so hielt der Wirbel um seinen neuen Rekord auch nur wenigen Stunden.

Schneller als Pogacar? Vingegaard-Rekord eine Mogelpackung

Radsport-Star Jonas Vingegaard nutzt die Zeit vor dem Jahreswechsel, um in seiner dänischen Heimat gemeinsam mit seiner Familie zu relaxen. Umso mehr staunten einige Fans, als der Visma-Kapitän an einem bekannten Anstieg in Spanien am Montag die Rekordzeit von Tadej Pogacar unterbot. Doch schnell war klar: Jemand hatte sich einen Scherz erlaubt.

Die spanischen Costa Blanca ist für viele Radsport-Profis ein äußerst beliebter Aufenthaltsort in den kalten Monaten. Bei moderaten Temperaturen spulen sie dort ihre Kilometer auf dem hügeligen Gelände ab und halten sich für die kommende Saison in Form.

Eine der beliebtesten Anlaufstellen ist der Coll de Rates. Auch Tadej Pogacar war vor wenigen Tagen dort. Der Slowene holte sich dabei seinen Kletterrekord zurück und meisterte den Anstieg am 19. Dezember mit einem Durchschnittstempo von 32,3 km/h in nur 11:57 Minuten.

Am Montag hatte der Anstieg aber plötzlich einen neuen Rekordhalter: Jonas Vingegaard. Auf einem Strava-Profi mit seinem Namen tauchte für den Anstieg eine Zeit von 11:49 Minuten auf. Eine erstaunliche Leistung, zumal der Däne überhaupt nicht vor Ort war.

Das Rätsel um den neuen Rekord wurde dann jedoch schnell gelüftet: Ein Strava-User hatte sich offenbar einen Scherz erlaubt, ein Profil mit Vingegaards Namen und dessen offiziellen Visma-Teambild angelegt und war den Anstieg mit einem Roller oder einem ähnlichen Fahrzeug hochgefahren.

Skeptisch wurden einige User schon bei einem genaueren Blick auf die Trainingsfahrt, die im gefälschten Vingegaard-Account gespeichert wurde. Demnach fuhr der Däne am Montag lediglich 13 Kilometer. Zudem war diese Tour die einzige, die in dem Profil zu sehen war.

Nach genauerer Prüfung stellte sich zudem raus: Vingegaard selbst hat überhaupt kein Strava-Profi, auf dem er seine Trainingsfahrten festhält. Und so hielt der Wirbel um seinen neuen Rekord auch nur wenigen Stunden.

Pogacar bei der Tour schlagbar? Evenepoel optimistisch

Auch das Radsport-Jahr 2025 dominierte der slowenische Überflieger Tadej Pogacar fast mühelos. Die Dominanz des 27-Jährigen und UAE Team Emirates will Remco Evenepoel endlich durchbrechen. Für die neue Saison setzt sich der Doppel-Olympiasieger, der zukünftig mit der deutschen Radsport-Hoffnung Florian Lipowitz beim Team Red Bull-Bora-hansgrohe unter Vertrag steht, große Ziele.

„Ich möchte besser sein als er“, gab sich der 25-Jährige im Gespräch mit „Sporza“ auf Tadej Pogacar angesprochen selbstbewusst und antworte auf die Nachfrage, ob er sich zutraue, den Superstar bei der anstehenden Tour de France zu schlagen: „Ja, aber nur, wenn alles weiterhin gut läuft und ich einen sehr guten Winter habe, gute Trainingslager und an den Stellschrauben arbeite, die ich in den Rennen im Frühjahr beheben muss.“

Hoffnungen auf ein gutes Abschneiden bei der Frankreich-Rundfahrt macht ihm sein neuer Arbeitgeber. „Mit dem Umfeld, das ich hier habe, der Unterstützung und den Teamkollegen, die hier sind, all den wissenschaftlichen Erkenntnissen, die hier einfließen. Das lässt mich glauben, dass es noch viel Raum für Fortschritte gibt“, so der belgische Doppel-Olympiasieger weiter.

Das letzte Mal, dass Evenepoel ein Straßenrennen gewinnen konnte, wenn auch der Slowenen antrat, war 2023 – bei Lüttich-Bastogne-Lüttich. Pogacar musste damals nach einem Sturz aufgeben. Auch bei der Rad-WM 2022 schlug Evenepoel seinen Widersacher und schnappte sich den Solo-Titel. Im kommenden Jahr soll es mit dem neuen Team wieder klappen.

Mit der Verpflichtung von Evenepoel, der für schätzungsweise zwei Millionen Euro bei Soudal-Quick Step aus dem Vertrag gekauft wurde, untermauerte Red Bull-Bora-hansgrohe seine großen Ambitionen. Bei dem Top-Team bildet der Belgier zukünftig mit dem Tour-Dritten Florian Lipowitz eine prominente Doppelspitze, die jedoch auch Konfliktpotential bietet.

Sorgen darum macht sich Evenepoel aber nicht. „Wenn wir einen Plan entwickeln, dann wird es nur Vorteile haben. Florian und ich sind beide sehr ehrgeizig, aber wir sind zwei unterschiedliche Fahrer“, so Evenepoel: „Ich bin explosiver, Florian muss wie ein Diesel auf Touren kommen. Wir sind Gegensätze, und zusammen kann das nur gut ausgehen.“

Anstatt sich Gedanken über die teaminterne Konkurrenz zu machen, „müssen wir uns ergänzen“, so Evenepoel: „Wir dürfen uns nicht gegenseitig behindern, um das Ziel dieses Teams zu erreichen: eines Tages die Tour zu gewinnen.“

Kämna träumt von Etappensieg und Tour-Start

Der deutsche Radprofi Lennard Kämna hofft nach einer komplizierten Comeback-Saison auf die Rückkehr zur Tour de France und will 2026 endlich auch wieder über einen Tagessieg jubeln.

„Ich will auf jeden Fall wieder ein Rennen gewinnen und auch zur Tour de France“, sagte Kämna dem „SID“: „Die beiden Ziele verfolge ich.“

Kämna, der bereits bei allen großen Landesrundfahrten (Giro, Tour, Vuelta) eine Etappe gewonnen hat, war Anfang April 2024 durch einen Verkehrsunfall während einer Trainingsfahrt auf Teneriffa in seiner Karriere weit zurückgeworfen worden. Der 29-Jährige erlitt schwere Verletzungen, die zwischenzeitlich auf der Intensivstation behandelt werden mussten.

Den Blick richtet Kämna längst nach vorn. „Für mich wäre es ein großer Erfolg, wenn ich irgendwo das ein oder andere gute Ergebnis erfahren kann“, sagte Kämna, der vermutlich bei der Algarve-Rundfahrt im Februar ins Renngeschehen einsteigt: „Es wäre ein Erfolg für mich, wenn ich zur Tour komme. Aber wenn ich im Großen und Ganzen eine gute, konstante Saison fahre, das wäre auch ein großer Erfolg für mich.“

Ende März hatte der Profi der künftig unter deutscher Lizenz fahrenden Top-Mannschaft Lidl-Trek nach fast einjähriger Pause bei der Katalonien-Rundfahrt sein Comeback gefeiert. Im Sommer überzeugte er bei den einwöchigen Rundfahrten in der Schweiz und Österreich. Kämna zog auch deshalb ein positives Saisonfazit.

„Ich bin eigentlich sehr zufrieden, dass ich es zur Mitte des Jahres geschafft habe, in absolute Top-Form zu kommen und zu zeigen, dass ich eigentlich so stark bin, wie es vorher war“, sagte er: „Das i-Tüpfelchen auf der Saison hat ein bisschen gefehlt. Aber ich nehme das Positive daraus, dass es wieder funktioniert hat und dass ich mir selbst beweisen konnte, dass ich gut fahren kann.“ Der erhoffte Start bei der Spanien-Rundfahrt scheiterte aufgrund einer Covid-Infektion im Vorfeld des Rennens.

Vertragscoup für Rad-Star Lipowitz

Der deutsche Rad-Star Florian Lipowitz bleibt auch langfristig beim Rennstall Red Bull-Bora-hansgrohe. Der Schwabe hat sich mit dem Top-Team auf eine „langfristige“ Verlängerung seines Vertrages geeinigt.

Das teilte Teamchef Ralph Denk am Mittwoch am Rande des Trainingslagers auf Mallorca mit. Die genaue Vertragslaufzeit blieb offen.

„Ich bin super glücklich, mit diesem Team weiterzumachen. Wir haben eine besondere Beziehung. Ich freue mich auf die nächsten Jahre“, sagte Lipowitz, der seit 2023 für den Rennstall fährt.

Denk würdigte dessen „phänomenale“ Entwicklung als Radprofi.

Darüber hinaus verlängerte auch der Italiener Giulio Pellizzari bei Red Bull-Bora-hansgrohe. Er hatte bei Vuelta und Giro direkt überzeugt.

Lipowitz hatte im Sommer seinen großen Durchbruch auf der internationalen Bühne gefeiert. Der 25-Jährige fuhr bei der Tour de France nach einer Topleistung auf den dritten Rang und sicherte sich zudem das Weiße Trikot des besten Jungprofis.

Das Team gab auch die Aufstellung für die Grand Tours bekannt: Im kommenden Jahr soll Lipowitz wieder bei der Frankreich-Rundfahrt an den Start gehen. Dann soll er zusammen mit Top-Zugang Remco Evenepoel den Angriff auf Tadej Pogacar einleiten. Geplant ist eine Art Doppel-Spitze.

„Es ist gut, mit zwei Leadern zur Tour zu fahren. Zusammen können wir unsere Karten anders ausspielen. Ich freue mich darauf, gemeinsam mit ihm die Tour zu fahren“, sagte Lipowitz.

Auch Evenepoel betonte, dass er sich auf die Zusammenarbeit mit dem Deutschen freue. Die genaue Taktik wollte er aber noch offenlassen.

Altstar Primoz Roglic ist als Kapitän bei der Vuelta in Spanien eingeplant. Dort soll er um seinen fünften Gesamtsieg kämpfen.

Roglic traut seinem Teamkollegen Lipowitz eine goldene Zukunft zu. „Natürlich kann er mithalten“, sagte der Slowene in der spanischen Sportzeitung „Marca“ auf Lipowitz‘ Chancen angesprochen, noch näher an die Topstars Pogacar und Jonas Vingegaard heranzurücken: „Er stand letztes Jahr auf dem Podium und hat einige sehr große Schritte gemacht.“