Schneller als Pogacar? Vingegaard-Rekord eine Mogelpackung

Radsport-Star Jonas Vingegaard nutzt die Zeit vor dem Jahreswechsel, um in seiner dänischen Heimat gemeinsam mit seiner Familie zu relaxen. Umso mehr staunten einige Fans, als der Visma-Kapitän an einem bekannten Anstieg in Spanien am Montag die Rekordzeit von Tadej Pogacar unterbot. Doch schnell war klar: Jemand hatte sich einen Scherz erlaubt.

Die spanischen Costa Blanca ist für viele Radsport-Profis ein äußerst beliebter Aufenthaltsort in den kalten Monaten. Bei moderaten Temperaturen spulen sie dort ihre Kilometer auf dem hügeligen Gelände ab und halten sich für die kommende Saison in Form.

Eine der beliebtesten Anlaufstellen ist der Coll de Rates. Auch Tadej Pogacar war vor wenigen Tagen dort. Der Slowene holte sich dabei seinen Kletterrekord zurück und meisterte den Anstieg am 19. Dezember mit einem Durchschnittstempo von 32,3 km/h in nur 11:57 Minuten.

Am Montag hatte der Anstieg aber plötzlich einen neuen Rekordhalter: Jonas Vingegaard. Auf einem Strava-Profi mit seinem Namen tauchte für den Anstieg eine Zeit von 11:49 Minuten auf. Eine erstaunliche Leistung, zumal der Däne überhaupt nicht vor Ort war.

Das Rätsel um den neuen Rekord wurde dann jedoch schnell gelüftet: Ein Strava-User hatte sich offenbar einen Scherz erlaubt, ein Profil mit Vingegaards Namen und dessen offiziellen Visma-Teambild angelegt und war den Anstieg mit einem Roller oder einem ähnlichen Fahrzeug hochgefahren.

Skeptisch wurden einige User schon bei einem genaueren Blick auf die Trainingsfahrt, die im gefälschten Vingegaard-Account gespeichert wurde. Demnach fuhr der Däne am Montag lediglich 13 Kilometer. Zudem war diese Tour die einzige, die in dem Profil zu sehen war.

Nach genauerer Prüfung stellte sich zudem raus: Vingegaard selbst hat überhaupt kein Strava-Profi, auf dem er seine Trainingsfahrten festhält. Und so hielt der Wirbel um seinen neuen Rekord auch nur wenigen Stunden.

Schneller als Pogacar? Vingegaard-Rekord eine Mogelpackung

Radsport-Star Jonas Vingegaard nutzt die Zeit vor dem Jahreswechsel, um in seiner dänischen Heimat gemeinsam mit seiner Familie zu relaxen. Umso mehr staunten einige Fans, als der Visma-Kapitän an einem bekannten Anstieg in Spanien am Montag die Rekordzeit von Tadej Pogacar unterbot. Doch schnell war klar: Jemand hatte sich einen Scherz erlaubt.

Die spanischen Costa Blanca ist für viele Radsport-Profis ein äußerst beliebter Aufenthaltsort in den kalten Monaten. Bei moderaten Temperaturen spulen sie dort ihre Kilometer auf dem hügeligen Gelände ab und halten sich für die kommende Saison in Form.

Eine der beliebtesten Anlaufstellen ist der Coll de Rates. Auch Tadej Pogacar war vor wenigen Tagen dort. Der Slowene holte sich dabei seinen Kletterrekord zurück und meisterte den Anstieg am 19. Dezember mit einem Durchschnittstempo von 32,3 km/h in nur 11:57 Minuten.

Am Montag hatte der Anstieg aber plötzlich einen neuen Rekordhalter: Jonas Vingegaard. Auf einem Strava-Profi mit seinem Namen tauchte für den Anstieg eine Zeit von 11:49 Minuten auf. Eine erstaunliche Leistung, zumal der Däne überhaupt nicht vor Ort war.

Das Rätsel um den neuen Rekord wurde dann jedoch schnell gelüftet: Ein Strava-User hatte sich offenbar einen Scherz erlaubt, ein Profil mit Vingegaards Namen und dessen offiziellen Visma-Teambild angelegt und war den Anstieg mit einem Roller oder einem ähnlichen Fahrzeug hochgefahren.

Skeptisch wurden einige User schon bei einem genaueren Blick auf die Trainingsfahrt, die im gefälschten Vingegaard-Account gespeichert wurde. Demnach fuhr der Däne am Montag lediglich 13 Kilometer. Zudem war diese Tour die einzige, die in dem Profil zu sehen war.

Nach genauerer Prüfung stellte sich zudem raus: Vingegaard selbst hat überhaupt kein Strava-Profi, auf dem er seine Trainingsfahrten festhält. Und so hielt der Wirbel um seinen neuen Rekord auch nur wenigen Stunden.

Pogacar bei der Tour schlagbar? Evenepoel optimistisch

Auch das Radsport-Jahr 2025 dominierte der slowenische Überflieger Tadej Pogacar fast mühelos. Die Dominanz des 27-Jährigen und UAE Team Emirates will Remco Evenepoel endlich durchbrechen. Für die neue Saison setzt sich der Doppel-Olympiasieger, der zukünftig mit der deutschen Radsport-Hoffnung Florian Lipowitz beim Team Red Bull-Bora-hansgrohe unter Vertrag steht, große Ziele.

„Ich möchte besser sein als er“, gab sich der 25-Jährige im Gespräch mit „Sporza“ auf Tadej Pogacar angesprochen selbstbewusst und antworte auf die Nachfrage, ob er sich zutraue, den Superstar bei der anstehenden Tour de France zu schlagen: „Ja, aber nur, wenn alles weiterhin gut läuft und ich einen sehr guten Winter habe, gute Trainingslager und an den Stellschrauben arbeite, die ich in den Rennen im Frühjahr beheben muss.“

Hoffnungen auf ein gutes Abschneiden bei der Frankreich-Rundfahrt macht ihm sein neuer Arbeitgeber. „Mit dem Umfeld, das ich hier habe, der Unterstützung und den Teamkollegen, die hier sind, all den wissenschaftlichen Erkenntnissen, die hier einfließen. Das lässt mich glauben, dass es noch viel Raum für Fortschritte gibt“, so der belgische Doppel-Olympiasieger weiter.

Das letzte Mal, dass Evenepoel ein Straßenrennen gewinnen konnte, wenn auch der Slowenen antrat, war 2023 – bei Lüttich-Bastogne-Lüttich. Pogacar musste damals nach einem Sturz aufgeben. Auch bei der Rad-WM 2022 schlug Evenepoel seinen Widersacher und schnappte sich den Solo-Titel. Im kommenden Jahr soll es mit dem neuen Team wieder klappen.

Mit der Verpflichtung von Evenepoel, der für schätzungsweise zwei Millionen Euro bei Soudal-Quick Step aus dem Vertrag gekauft wurde, untermauerte Red Bull-Bora-hansgrohe seine großen Ambitionen. Bei dem Top-Team bildet der Belgier zukünftig mit dem Tour-Dritten Florian Lipowitz eine prominente Doppelspitze, die jedoch auch Konfliktpotential bietet.

Sorgen darum macht sich Evenepoel aber nicht. „Wenn wir einen Plan entwickeln, dann wird es nur Vorteile haben. Florian und ich sind beide sehr ehrgeizig, aber wir sind zwei unterschiedliche Fahrer“, so Evenepoel: „Ich bin explosiver, Florian muss wie ein Diesel auf Touren kommen. Wir sind Gegensätze, und zusammen kann das nur gut ausgehen.“

Anstatt sich Gedanken über die teaminterne Konkurrenz zu machen, „müssen wir uns ergänzen“, so Evenepoel: „Wir dürfen uns nicht gegenseitig behindern, um das Ziel dieses Teams zu erreichen: eines Tages die Tour zu gewinnen.“

Kämna träumt von Etappensieg und Tour-Start

Der deutsche Radprofi Lennard Kämna hofft nach einer komplizierten Comeback-Saison auf die Rückkehr zur Tour de France und will 2026 endlich auch wieder über einen Tagessieg jubeln.

„Ich will auf jeden Fall wieder ein Rennen gewinnen und auch zur Tour de France“, sagte Kämna dem „SID“: „Die beiden Ziele verfolge ich.“

Kämna, der bereits bei allen großen Landesrundfahrten (Giro, Tour, Vuelta) eine Etappe gewonnen hat, war Anfang April 2024 durch einen Verkehrsunfall während einer Trainingsfahrt auf Teneriffa in seiner Karriere weit zurückgeworfen worden. Der 29-Jährige erlitt schwere Verletzungen, die zwischenzeitlich auf der Intensivstation behandelt werden mussten.

Den Blick richtet Kämna längst nach vorn. „Für mich wäre es ein großer Erfolg, wenn ich irgendwo das ein oder andere gute Ergebnis erfahren kann“, sagte Kämna, der vermutlich bei der Algarve-Rundfahrt im Februar ins Renngeschehen einsteigt: „Es wäre ein Erfolg für mich, wenn ich zur Tour komme. Aber wenn ich im Großen und Ganzen eine gute, konstante Saison fahre, das wäre auch ein großer Erfolg für mich.“

Ende März hatte der Profi der künftig unter deutscher Lizenz fahrenden Top-Mannschaft Lidl-Trek nach fast einjähriger Pause bei der Katalonien-Rundfahrt sein Comeback gefeiert. Im Sommer überzeugte er bei den einwöchigen Rundfahrten in der Schweiz und Österreich. Kämna zog auch deshalb ein positives Saisonfazit.

„Ich bin eigentlich sehr zufrieden, dass ich es zur Mitte des Jahres geschafft habe, in absolute Top-Form zu kommen und zu zeigen, dass ich eigentlich so stark bin, wie es vorher war“, sagte er: „Das i-Tüpfelchen auf der Saison hat ein bisschen gefehlt. Aber ich nehme das Positive daraus, dass es wieder funktioniert hat und dass ich mir selbst beweisen konnte, dass ich gut fahren kann.“ Der erhoffte Start bei der Spanien-Rundfahrt scheiterte aufgrund einer Covid-Infektion im Vorfeld des Rennens.

Vertragscoup für Rad-Star Lipowitz

Der deutsche Rad-Star Florian Lipowitz bleibt auch langfristig beim Rennstall Red Bull-Bora-hansgrohe. Der Schwabe hat sich mit dem Top-Team auf eine „langfristige“ Verlängerung seines Vertrages geeinigt.

Das teilte Teamchef Ralph Denk am Mittwoch am Rande des Trainingslagers auf Mallorca mit. Die genaue Vertragslaufzeit blieb offen.

„Ich bin super glücklich, mit diesem Team weiterzumachen. Wir haben eine besondere Beziehung. Ich freue mich auf die nächsten Jahre“, sagte Lipowitz, der seit 2023 für den Rennstall fährt.

Denk würdigte dessen „phänomenale“ Entwicklung als Radprofi.

Darüber hinaus verlängerte auch der Italiener Giulio Pellizzari bei Red Bull-Bora-hansgrohe. Er hatte bei Vuelta und Giro direkt überzeugt.

Lipowitz hatte im Sommer seinen großen Durchbruch auf der internationalen Bühne gefeiert. Der 25-Jährige fuhr bei der Tour de France nach einer Topleistung auf den dritten Rang und sicherte sich zudem das Weiße Trikot des besten Jungprofis.

Das Team gab auch die Aufstellung für die Grand Tours bekannt: Im kommenden Jahr soll Lipowitz wieder bei der Frankreich-Rundfahrt an den Start gehen. Dann soll er zusammen mit Top-Zugang Remco Evenepoel den Angriff auf Tadej Pogacar einleiten. Geplant ist eine Art Doppel-Spitze.

„Es ist gut, mit zwei Leadern zur Tour zu fahren. Zusammen können wir unsere Karten anders ausspielen. Ich freue mich darauf, gemeinsam mit ihm die Tour zu fahren“, sagte Lipowitz.

Auch Evenepoel betonte, dass er sich auf die Zusammenarbeit mit dem Deutschen freue. Die genaue Taktik wollte er aber noch offenlassen.

Altstar Primoz Roglic ist als Kapitän bei der Vuelta in Spanien eingeplant. Dort soll er um seinen fünften Gesamtsieg kämpfen.

Roglic traut seinem Teamkollegen Lipowitz eine goldene Zukunft zu. „Natürlich kann er mithalten“, sagte der Slowene in der spanischen Sportzeitung „Marca“ auf Lipowitz‘ Chancen angesprochen, noch näher an die Topstars Pogacar und Jonas Vingegaard heranzurücken: „Er stand letztes Jahr auf dem Podium und hat einige sehr große Schritte gemacht.“

Giro d’Italia schmettert Pogacar-Vorschlag ab

Die Organisatoren des Giro d’Italia werden nicht auf einen Vorschlag von Radsport-Superstar Tadej Pogacar eingehen, das Rennen zu einer anderen Jahreszeit stattfinden zu lassen.

Der Giro d’Italia wird auch in Zukunft traditionell im Mai stattfinden. „Wir werden nicht einmal über die Idee nachdenken“, schmetterte Paolo Bellino gegenüber „Cyclingnews.com“ einen Vorschlag von Ausnahmefahrer Tadej Pogacar ab, das Traditionsrennen in den Herbst zu verlegen. Bellino ist Geschäftsführer von RCS Sport, dem Organisator des Giro d’Italia.

Pogacar hatte Ende November in einer Medienrunde die Idee in den Raum gestellt, den Giro d’Italia und die spanische Vuelta im Radsport-Kalender zu tauschen. Denn dann wären die klimatischen Bedingungen für beide Grand Tours deutlich besser.

Die Vuelta findet im August und September statt, wenn es in Spanien noch sehr heiß ist. Der Giro wird in diesem Jahr vom 8. bis 31. Mai in Italien gefahren, wenn die Temperaturen in den Bergen noch niedrig sein können. Am Montag war die Strecke offiziell bekannt gegeben worden. Im Juli steigt mit der Tour de France derweil der Höhepunkt des Radsport-Jahres.

„Der Giro d’Italia findet traditionell im Mai statt und das werden wir auch nicht ändern“, betonte Bellino: „Jede Grand Tour hat seine eigene Geschichte und Bedeutung, auch dank des Datums im Kalender.“ Er könne sich lediglich vorstellen, dass der Giro in Zukunft bis in die erste Juniwoche geht, um dann am 2. Juni, dem italienischen Nationalfeiertag, zu fahren.

Nach Angaben von „Cyclingnews.com“ soll die Idee, die Rennen zu tauschen, in einer Arbeitsgruppe des Radsportverbands UCI zumindest diskutiert worden sein.

Pogacar hatte seinen Vorschlag wie folgt begründet: „Es ist immer schwer, die Tour und die Vuelta zu kombinieren. Ich sage immer: Wenn sie (die Vuelta, Anm. d. Red.) mit dem Giro tauschen, wären die Vuelta und der Giro in Bezug auf das Wetter und die Fahrer, die an den einzelnen Rennen teilnehmen, viel besser.“ Der Slowene war erst einmal in seiner Karriere bei der Vuelta an den Start gegangen war. 2019 fuhr er als Dritter aufs Podest.

Radsport-Star kündigt Rücktritt an

Der Radsport verliert wohl schon zeitnah einen weiteren prominenten Namen. Wie der Niederländer Wout Poels in einem Interview andeutete, wird die Saison 2026 wohl seine letzte als Profi sein. Ob er zum Abschluss noch einmal an der Tour de France teilnehmen darf, steht noch in den Sternen.

Seit 2009 sitzt Wout Poels Jahr für Jahr im Sattel und kämpft bei den größten Radrennen der Welt um Siege und gute Platzierungen. Nun hat der frühere Sieger von Lüttich-Bastogne-Lüttich jedoch angedeutet, dass er zeitnah Schluss machen könnte. Demnach könnte die Saison 2026 seine letzte als Profi werden.

Sollte es so kommen, wird er auf seiner letzten Etappe von einem Stück Heimat begleitet werden, denn Ende Oktober verkündete er seinen Wechsel zum neu formierten Team Unibet Tietema Rockets.

„Der Gedanke, meine Karriere in einem Team zu beenden, das niederländischen Charakter hat, ist nett. Sie haben große Ambitionen und ich will es einfach genießen, mein Rad für ein Jahr zu fahren, gute Resultate zu holen und es mit einem guten Gefühl zu beenden. Das wird wahrscheinlich mein letztes Jahr“, sagte der 38-jährige Poels in einem Interview mit dem Rundfunksender „NOS“.

Ob Poels zum Abschluss seiner Karriere noch einmal an der Tour de France teilnehmen darf, ist noch nicht abzusehen. Sein neues Team genießt keinen WorldTour-Status und muss dementsprechend auf eine Wild Card der Veranstalter hoffen.

„Um ehrlich zu sein, hatte ich nicht die Hoffnung, noch einmal bei einer Tour de France starten zu können. Aber wenn ich kann, wäre das ein großer Bonus“, sagte der Niederländer, der im Laufe seiner Karriere zwölf Mal bei der Frankreich-Rundfahrt startete. Sein bestes Resultat war Platz 16 im Gesamtklassement (2021). Im Jahr 2023 feierte er bei der Großen Schleife zudem einen Etappensieg.

 

Gegenwind für Radsport-Legende nach Pogacar-Kritik

Tadej Pogacar ist ohne Zweifel der beste Radsportler der Gegenwart. Für viele ist der Slowene sogar der Beste aller Zeiten. Eine belgische Radsport-Legende kann darüber nur lachen.

Ob Tadej Pogacar schon jetzt der Radsport-GOAT ist, lässt sich kaum beantworten. Vergleiche mit Fahrern wie Eddy Merckx, Bernard Hinault, Miguel Indurain und Co. verbieten sich eigentlich, werden aber dennoch angestellt. Und Pogacar steht für viele auf Platz eins dieser Liste. Nicht so für die belgische Legende Roger De Vlaeminck.

Im Interview mit der Zeitung „Het Laatste Nieuws“ lachte der viermalige Paris-Roubaix-Sieger einen Vergleich zwischen Pogacar und Merckx weg.

Die beiden Fahrer gegenüberzustellen sei „verrückt“, wetterte De Vlaeminck. „Pogacar ist nicht mal in der Lage, Merckx die Schuhe zuzubinden. Journalisten, die diesen Vergleich anstellen, wissen gar nichts darüber und schreiben es einfach nur“, bekräftigte der 78-Jährige.

Geht es nach De Vlaeminck, werden Pogacars Fähigkeiten gar überschätzt. „Lasst mich heute 22 Jahre alt sein und im Peloton mit Pogacar fahren. Er wird mir nicht davonfahren“, klagte der Belgier indirekt über das Niveau der Gegner des Slowenen.

„Wo war es vor Kurzem, als er Evenepoel davongefahren ist? In der Lombardei. An einem Anstieg, der nicht mal schwierig war. Und er soll so gut wie Merckx sein? Kommt schon, Leute“, wischte De Vlaeminck sämtliche Vergleiche zwischen den beiden Ausnahmeathleten beiseite.

Viele der heute im Radsport aktiven Profis und Experten beurteilen die Lage indes völlig anders. Für sie hat Pogacar den GOAT-Status längst erreicht. So zum Beispiel für Michael Woods, der seine Karriere Ende des Jahres beenden wird.

„Merckx ist gefahren, als es vier Milliarden Menschen auf dem Planeten gab. Und damals waren nur vier Länder gut im Radfahren. Er ist gegen Leute gefahren, die nebenbei noch gearbeitet haben. Der Fakt, dass Pogacar so gut ist, wie er ist, mit diesem Niveau in der Tiefe, mit diesem Pool an Talenten, ist deutlich überlegen, deutlich überlegen“, sieht Woods den Slowenen im Vergleich mit dem „Kannibalen“ ganz klar vorne.

Teamkollege verrät: Pogacars Tour-Sieg hing am seidenen Faden

Die Tour de France 2025 wurde am Ende zu einer One-Man-Show von Tadej Pogacar. Was von außen wie ein lockerer Sieg aussah, hing in Wahrheit jedoch am seidenen Faden, denn: Der UAE-Kapitän verletzt sich während der Rundfahrt. Seine Teamkollegen fürchteten sogar, er würde nicht in Paris ankommen.

Tadej Pogacar hat bei der Tour de France auf dem Weg nach Paris größere Hürden überwunden, als es zunächst den Anschein hatte. Wie sein Teamkollege Tim Wellens im „L’Équipe“-Interview verriet, verletzte sich der Slowene während des Rennens und verbrachte zu Beginn der letzten Woche sogar einen Abend im Krankenhaus.

„Ich glaube, er hat es selbst schon erwähnt, deswegen kann ich es jetzt sagen. Auf der Valencia-Etappe hat er mir gesagt: ‚Tim, wir haben ein Problem. Mein Knie bringt mich um.‘ Er fuhr danach den ganzen Weg zurück zum medizinischen Begleitfahrzeug, um sich durchchecken zu lassen“, plauderte Wellens aus.

Am Abend sei Pogacar dann sogar ins Krankenhaus gefahren worden. „Sie haben eine Entzündung oder sowas gefunden und keiner wusste davon. Ich war überzeugt, dass es rauskommen würde. Er hatte starke Schmerzen und wir hatten Zweifel, dass er das Rennen beenden würde. Wir haben in Betracht gezogen, dass er aufgeben würde. Im Teambus konnte man sehen, dass es seinem Körper nicht gut ging“, berichtete Wellens.

Aufgrund seiner Knieprobleme verzichtete Pogacar in der letzten Tour-Woche auch auf kraftraubende Attacken in den Bergen. Laut Wellens waren sie im Team UAE Emirates einfach nur froh, dass ihr Kapitän überhaupt mitfahren konnte. „Es war eine Erleichterung, dass er in den Bergen nicht aufgegeben hat. Jeder hat sich gewundert, warum er nicht angegriffen hat, in Wahrheit aber war es nachvollziehbar“, so der Teamkollege des späteren Tour-Champions.

Radprofi verrät: So brutal geht es im Peloton wirklich zu

Nach über einem Jahrzehnt beendet der Italiener Salvatore Puccio seine Radsportkarriere. Das aus gutem Grund, denn der Sport hat sich seiner Aussage zufolge immens verändert – und das nicht nur zum Guten.

Salvatore Puccio ist auf der einen Seite traurig, dass er seinen geliebten Radsport im kommenden Jahr nicht mehr auf professioneller Bühne ausüben wird. Auf der anderen Seite ist der Italiener aber auch erleichtert, denn die Entwicklung, die der Sport in den letzten Jahren genommen hat, ist seiner Meinung nach äußerst bedenklich.

„Der Radsport hat sich sehr verändert und ist noch fordernder geworden“, sagte der 36-Jährige im Interview mit dem Portal „tuttobiciweb“. Er selbst mache das unter anderem an der Entwicklung seines Trainings fest.

„Um wettbewerbsfähig zu bleiben, habe ich letzten Winter drei Trainingseinheiten pro Tag absolviert. Ich bin morgens in den Kraftraum, saß dann auf meinem Rad und anschließend auf der Rolle, auf der ich so angezogen war, dass ich geschwitzt habe. Wie lange kann ein junger Mensch dieses Tempo gehen?“, fragte er angesichts dieser für ihn fragwürdigen Entwicklung.

Auch das Fahren im Peloton habe sich gravierend verändert. „Es ist unglaublich gefährlich und anstrengend. Wenn man ein bisschen langsamer wird, verliert man sofort 40 Positionen, die man nur schwer aufholen kann. Wenn man auch nur ein bisschen Platz lässt, kommen sie von allen Seiten“, schilderte er.

Laut Puccio passieren im Feld viele Dinge, die der normale Fan überhaupt nicht mitbekommt.

„Die Unfälle, die man im Fernsehen sieht, sind ein Prozent von dem, was passiert. Man wird ständig geschubst und spürt den Druck von den Fahrern um dich herum. Früher hat man das auf der Zielgeraden erlebt, jetzt geht das schon bei Kilometer Null los. Auf einer Abfahrt habe ich letztens 84 km/h erreicht und hatte Angst. Ich habe die Sorge, dass das nur schlimmer wird“, erklärte der kommende Radsport-Rentner.