Lipowitz „nur einen Hauch“ hinter Pogacar und Vingegaard?

Obwohl Florian Lipowitz in der Vorbereitung auf die Katalonien-Rundfahrt mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte, beendete er das traditionsreiche Rennen auf einem starken 3. Platz im Gesamtklassement. TV-Experte Jens Voigt sieht den 25-Jährigen „nur noch einen Hauch“ hinter den Ausnahmekönnern Tadej Pogacar und Jonas Vingegaard.

„Ich bin völlig begeistert, wie er fährt und wie er auch den ganzen Trubel seit seinem dritten Platz bei der Tour de France wegsteckt. Viele deutsche Fans haben ja die Hoffnung, dass Florian der nächste schwarz-rot-goldene Toursieger wird. Es ist faszinierend, wie er damit umgeht, wie bodenständig er geblieben ist“, schwärmte Jens Voigt im „Eurosport“-Interview von Florian Lipowitz.

Bei der traditionsreichen Katalonien-Rundfahrt stellte die deutsche Rad-Hoffnung seine gute Frühform eindrucksvoll unter Beweis, behauptete am Sonntag auf der siebten und letzten Etappe in Barcelona den dritten Gesamtplatz und hinterließ rund drei Monate vor dem Start der Tour de France an gleicher Stelle einen starken Eindruck. Ist auch bei der Tour erneut ein Podestplatz drin?

„Das ist die Kardinalfrage“, antwortete Voigt, der hinterherschob: „Ob bei der Tour im letzten Jahr oder jetzt in Katalonien: Wenn Tadej Pogacar oder Jonas Vingegaard attackiert haben, war Lipowitz einer der wenigen Fahrer, die immer versucht haben, mitzugehen.“ Lipowitz sei inzwischen „nur noch einen Hauch“ hinter den beiden Superstars, so der Ex-Profi.

Gerade in den Bergen könne der 25-Jährige mit den beiden Ausnahmekönnern mithalten, ist sich der TV-Experte sicher, der bei Lipowitz aber noch Luft nach oben sieht: „Einerseits kann er das Zeitfahren optimieren, indem er aerodynamischer fährt und viel Zeit auf der Zeitfahrmaschine verbringt, damit sich der Körper daran gewöhnt.“ Auch ein „explosiver Antritt“ fehle ihm noch.

„Lipowitz versucht über die „Dieselmotormethode“ die beiden langsam wieder zurückzuholen. Beim ersten brutalen Antritt kann er nicht mitgehen. Wenn er mitgeht, würde er schnell in den roten Bereich kommen und bräuchte dann zehn Minuten, um sich wieder zu erholen. Die harten Antritte und Rhythmuswechsel – da haben Vingegaard und Pogacar Vorteile“, analysiert Voigt weiter.

Um bei der Tour mit den beiden Top-Favoriten mithalten zu können, müsse der Deutsche aber „nur noch kleine feine Schräubchen“ drehen, so der 54-Jährige.

Colts-Zukunft von Richardson weiter ungewiss

Die Zukunft von Quarterback Anthony Richardson Sr. bei den Indianapolis Colts bleibt weiterhin offen. Nachdem der NFL-Spielmacher eigentlich getradet werden sollte, lassen die Colts nun die Tür für einen Verbleib offen.

General Manager Chris Ballard wollte beim jährlichen NFL-Meeting nicht ausschließen, dass Richardson auch 2026 noch Teil des Teams sein könnte. „Es gibt definitiv ein Szenario“, sagte Ballard. „Er ist ein guter Typ und sehr talentiert. Ich wünsche ihm nur das Beste. Er hatte etwas Pech, aber ich glaube weiterhin, dass viel Potenzial in ihm steckt. Er entwickelt sich und ist noch jung.“

Anthony Richardson war 2023 an vierter Stelle gedraftet worden, konnte die hohen Erwartungen bislang jedoch nicht konstant erfüllen – auch verletzungsbedingt.

Bereits beim Combine hatte Ballard Gespräche mit Richardsons Berater geführt und grünes Licht gegeben, sich nach möglichen Trade-Optionen umzusehen. Ein Wechsel ist aktuell zwar nicht konkret, doch mehrere Teams sollen Interesse zeigen, darunter die Green Bay Packers, die auf der Suche nach Verstärkung auf der Backup-Position sind.

Auch aufgrund des Interesses innerhalb der Liga bleibt es trotz der Möglichkeit eines Verbleibs weiterhin sehr unwahrscheinlich, dass Richardson 2026 noch in Indianapolis spielt. Die Colts planen mit Daniel Jones als Starter, sobald dieser von seiner Achillessehnenverletzung zurückkehrt. Zudem gilt Rookie Riley Leonard nach positiven Eindrücken im Training und einem Start zum Saisonabschluss als ernsthafte Option für die Rolle des Backup-Quarterbacks.

Ballard deutete zudem an, dass sogar die Verpflichtung eines weiteren Quarterbacks denkbar sei – ein klares Signal, dass Richardson aktuell keine zentrale Rolle in den Planungen einnimmt.

Nicht nur Richardson steht im Fokus: Auch die Zukunft von Ballard selbst ist ungewiss. Der GM, seit 2017 im Amt, geht in sein letztes Vertragsjahr. Nach nur einem Playoff-Sieg und fünf Jahren ohne Teilnahme an der Postseason wächst der Druck innerhalb der Organisation.

Trotzdem betonte Ballard, dass er sich nicht von seiner Vertragssituation leiten lasse: „Ich treffe keine Entscheidungen basierend auf meinem Job. Es geht darum, was langfristig das Beste für die Franchise ist.“