Darum ist der Erfolg der Seahawks nachhaltig

Die Seattle Seahawks haben Super Bowl LX gegen die New England Patriots auf beeindruckende Art und Weise gewonnen. Das Team von Mike Macdonald erreichte mit diesem Triumph historische Höhen und könnte eine solide Grundlage für anhaltenden Erfolg in der NFL haben.

Die Legion of Boom war einmal und gewann am Ende nur einen Super Bowl. Jetzt hat die Herrschaft der Dark Side Defense begonnen und sie trat ihre Regentschaft mit einer beeindruckend erdrückenden Vorstellung in Super Bowl LX gegen die New England Patriots an.

Die Seahawks waren drauf und dran, den ersten Shutout in einem Super Bowl überhaupt zu schaffen – es war bereits der 60. Super Bowl! Am Ende war es nur die Garbage Time, die New England davon abhielt, sich auf ganzer Linie zu blamieren. Doch auch ohne dieses Novum unterstrich die Dark Side Defense, wie sie sich selbst nennt, ihre absolute Dominanz.

Die Defense von Head Coach Mike Macdonald spielte im Grunde nichts anderes als sonst. Sie setzten überwiegend auf Zone Coverage, sie nutzten Disguises, sie spielten ihre üblichen Match-Zone-Konzepte und sie blitzten nur recht selten – auch wenn gerade Devon Witherspoon, den ich zum MVP des Spiels gewählt hätte, mit drei seiner Blitzes maximalen Schaden anrichtete mit zwei Sacks und einem Hit, der zum Pick-Six von Uchenna Nwosu in der Schlussphase geführt hat.

Und trotz einer geringen Blitz Rate von nur 13,21 Prozent brachten sie es auf eine Pressure Rate von 43,4 Prozent! Und vor allem: es gelangen sechs (!) Sacks gegen Maye, der dabei auch noch einen Fumble verlor und zwei Interceptions warf – wobei die erste Interception wohl nicht unter Druck und einfach nur ein übermotivierter Deep Shot war. In jedem Fall aber gelang es dem kompletten Abwehrverbund, einen der besten Quarterbacks dieser Saison den Zahn zu ziehen.

Maye war verunsichert, zögerte häufig zu lange, verpasste viele leichte Würfe in einer Phase, als das Spiel noch eng war und machte dann am Ende eben die Fehler, die zwar nichts mehr am Ausgang änderten, aber das Ergebnis noch deutlicher machten, als es lange Zeit auf dem Scoreboard aussah.

Letztlich lässt sich sagen, dass diese Dark Side Defense mit ihrer beeindruckenden Secondary um Witherspoon, Riq Woolen und Nick Emmanwori an der Spitze und eben der bärenstarken und dominanten Defensive Front, in der Altmeister DeMarcus Lawrence nach elf Jahren Dallas nun tatsächlich einen Titel gewann, nun sicherlich zu den ganz großen der NFL-Geschichte gezählt werden muss. Sie war die Nummer-1-Scoring-Defense in dieser Saison, sie dominierte den Super Bowl und hat damit die Nachfolge der Legion of Boom angetreten. Hinzu kommt: Eine ähnlich dominante Vorstellung legte eine Defense wohl vor der LOB zuletzt Anfang des Jahrtausends beim ersten Ravens-Triumph über die New York Giants in Super Bowl XXXV hin.