Chiefs verlieren nächsten Quarterback

Backup-Quarterback Gardner Minshew hatte bei seiner Knieverletzung aus dem Spiel gegen die Tennessee Titans in der NFL offenbar Glück im Unglück. Spielen wird er für die Kansas City Chiefs in diesem Jahr aber nicht mehr.

Zwar haben die Chiefs Gardner Minshew am Montag bereits auf die Injured Reserve List gesetzt und damit seine Saison offiziell beendet, doch laut Adam Schefter von „ESPN“ haben Tests ergeben, dass sich die ersten Befürchtungen eines Kreuzbandrisses nicht bestätigten. Eine genaue Diagnose ist nicht bekannt, aber ein intaktes Kreuzband ist per se eine gute Nachricht, nachdem bereits Starting Quarterback Patrick Mahomes tatsächlich einen Kreuzbandriss erlitten hatte.

Minshew zog sich seine Knieverletzung früh im Spiel gegen die Titans in Woche 16 zu. Ein Spiel, das für Kansas City nach dem Verpassen der Playoffs keine Bedeutung mehr hatte. Für Minshew übernahm Chris Oladokun, der nun laut Head Coach Andy Reid in den kommenden zwei Spielen der Starter des Teams sein wird. Es werden seine ersten beiden Starts in seiner noch jungen NFL-Karriere sein.

Oladokun war 2024 als Undrafted Free Agent zu den Chiefs gekommen und hatte nach einem Kurzauftritt im Vorjahr erst am Sonntag seine ersten Pässe in der NFL geworfen.

Die Chiefs verpflichteten zudem Quarterback Shane Buechele von der Practice Squad der Buffalo Bills. Er stand bereits in den Saisons 2021 und 2022 bei den Chiefs im Kader und wird nun für den Rest der Saison als Backup hinter Oladokun fungieren.

Oladokuns erster Start wird nun an Weihnachten gegen die Denver Broncos erfolgen. Für den 28-Jährigen schließt sich damit gewissermaßen ein Kreis, denn sein NFL-Debüt gab er in Woche 18 ebenfalls gegen die Broncos als Backup von Carson Wentz. Damals verzichteten die Chiefs auf den Großteil ihrer Starter und verloren sang- und klanglos 0:38. Nun gehen sie mit einer 6-9-Bilanz ebenfalls als klarer Außenseiter ins Duell mit dem Division-Rivalen, der erstmals seit 2015 wieder die AFC West gewinnen kann.

Cam Ward mit klarer Botschaft an die Titans

Cam Ward wird beim kommenden NFL Draft gewiss zu den Top-5-Picks der ersten Runde gehören. Der Quarterback selbst glaubt sogar, dass Commissioner Roger Goodell seinen Namen am 24. April (Ortszeit) als Erstes ausruft.

Die Tennessee Titans besitzen im nächsten Draft den allerersten Pick. Das Team aus Nashville ist zudem auf der Suche nach einem Franchise-QB. Nach dem Pro Day am Montag in Miami geht Ward indes davon aus, dass der AFC-South-Vertreter ihn an Position eins picken wird.

„Ich habe ihnen gesagt, dass ich es heute eintüten werde“, verkündete der 22-Jährige auf der Website der Titans. „Sie hatten endlich die Gelegenheit, mich persönlich werfen zu sehen und ich werde hoffentlich noch einmal die Chance bekommen, vor ihnen zu werfen. Sie haben in Tennessee ein tolles Gebäude und ein tolles Trainerteam. Ich war einfach glücklich, zum ersten Mal vor ihnen werfen zu können.“

Ward weiß allerdings auch, dass es keine Garantie dafür gibt, dass er tatsächlich in der „Music City“ landet. „Ich kann nur kontrollieren, was ich kontrollieren kann. Ich kann die Karte nicht selbst abgeben. Wenn Tennessee mich holt, bin ich auf jeden Fall froh, dabei zu sein. Aber am Ende bin ich einfach bereit zu sehen, wo ich lande, vielleicht in Tennessee, Cleveland oder New York“, sagte der gebürtige Texaner.

Die Titans ließen ihrerseits aber keinen Zweifel daran aufkommen, dass sie großes Interesse an Ward haben. Laut Cam Wolfe von „NFL Network“ entsendete Tennessee das größte Aufgebot aller NFL-Teams zum Pro Day in Miami. Headcoach Brian Callahan unterhielt sich zwischendurch beispielsweise mit dem Signal Caller und war im Anschluss voll des Lobes.

„Mann muss ihn einfach mögen. Man merkt, dass er aus einer wirklich guten Familie stammt und gut erzogen wurde. Er hat einen tollen Charakter, man kann sich gut mit ihm unterhalten und es macht Spaß mit ihm zusammen zu sein“, berichtete der Titans-HC.

Ward habe zudem vor Ort bestätigt, was die Titans zuvor nur auf den Aufnahmen sahen. „Man sieht, wie der Ball aus seinen Händen kommt, man sieht seine Beinarbeit, seinen Körper, wie der Ball fliegt. Das sind alles Dinge, die man gerne live sieht“ ergänzte Callahan.

 

Titans kurz vor neuer Head-Coach-Verpflichtung

Für die Tennessee Titans lief die NFL-Saison alles andere als zufriedenstellend. Head Coach Mike Vrabel kostete die bescheidene Spielzeit sogar seinen Job. Seither sind die Titans auf der Suche nach einem neuen Übungsleiter, den sie nun wohl gefunden haben.

Wie Adam Schefter von „ESPN“ berichtet, stehen die Titans nämlich kurz vor einer Einigung mit Brian Callahan, der aktuell noch als Offensive Coordinator bei den Cincinnati Bengals ist. Letzte Details des Deals werden aktuell geklärt, so der Bericht.

Callahan war zuletzt fünf Jahre der Verantwortliche für die Offensive der Cincinnati Bengals und begleitete dabei beispielsweise Star-Quarterback Joe Burrow in seiner gesamten bisherigen NFL-Karriere.

2021 erreichte er gemeinsam mit den Bengals den Super Bowl, wo er jedoch gegen die Los Angeles Rams den Kürzeren zog.

„Er legt die gesamte Struktur der Offensive fest“, sagte Bengals-Coach Zac Taylor über Callahan. „Er hat dabei geholfen, jede Position zu entwickeln, die wir haben. Er ist von unschätzbarem Wert. Es gibt wirklich nicht genug Dinge, die ich über ihn sagen kann“, kommt der Cheftrainer der Bengals kaum aus dem Schwärmen heraus.

In Tennessee trifft Callahan auf Will Levis. Der Zweitrundenpick des letzten Jahres ist seit Mitte der Saison der Starting Quarterback bei den Titans und darf hoffen, unter Callahan nun den nächsten Schritt zu machen.

Immerhin hat der Titans-Coach in Spe bereits einiges zu bieten, was die Arbeit mit Quarterbacks angeht.

2015 beispielsweise arbeitete er als Assistenz-Coach an der Offensive der Denver Broncos mit, die mit Peyton Manning als Spielmacher den Super Bowl gewann.

Zudem arbeitete Callahan bereits mit Matthew Stafford, Derek Carr und eben dem angesprochenen Joe Burrow zusammen und wird seine Erfahrungen nun an Will Levis weitergeben.