Reinhardt beendet Bahnrad-Karriere

Der deutsche Bahnradspezialist Theo Reinhardt (34) beendet seine Karriere. Der zweimalige Madison-Weltmeister verkündete seinen Abschied am Mittwoch und wird Ende Januar beim Sixdays Weekend in Berlin (31. Januar und 1. Februar) sein letztes Rennen bestreiten.

Dabei wird er auch zum letzten Mal zusammen mit seinem langjährigen Madison-Partner Roger Kluge am Start stehen.

Reinhardt und Kluge feierten mit den WM-Titeln 2018 und 2019 ihre größten Erfolge. Gemeinsam wurde das Duo im Zweier-Mannschaftsfahren zudem drei Mal Europameister (2022 bis 2024) und stand mehrfach bei internationalen Titelkämpfen auf dem Podest. Auch in weiteren Disziplinen des Ausdauerbereichs war Reinhardt erfolgreich.

„Ich bin sehr stolz auf das, was ich in meiner Karriere erreicht habe. Jeder Titel, jeder Erfolg hat seine eigene Geschichte und bleibt mir immer in Erinnerung. Mit 34 Jahren ist aber jetzt der Zeitpunkt gekommen, abzutreten“ sagte Reinhardt: „Meine Karriere in meiner Geburtsstadt Berlin beenden zu können, ist ein großes Geschenk.“

Reinhardt will dem Radsport erhalten bleiben. In welcher Funktion, ist noch offen. „Der Radsport hat mir so viel gegeben, davon möchte ich etwas zurückgeben. Was und wie das genau aussieht, kann ich aktuell noch nicht sagen“, sagte Reinhardt. Erste Gespräche mit dem deutschen Verband German Cycling hat es bereits gegeben.

Nächste WM-Medaille für deutsche Radsportler

Die deutsche Mixed-Team-Staffel fährt mit viel Leidenschaft zu WM-Bronze. Auf der Bahn verpassen Roger Kluge und Theo Reinhardt ihren dritten Madison-Titel.

Maximilian Walscheid und Co. bekamen das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht. Der Rad-Hüne strahlte bei der Siegerehrung auf dem George Square in der Glasgower Innenstadt mit seinen Kollegen um die Wette, als die deutsche Mixed-Team-Staffel nach einem wilden Ritt mit den Bronzemedaillen die wohlverdiente Belohnung erhielt.

Ricarda Bauernfeind, Lisa Klein, Franziska Koch, Jannik Steimle, Miguel Heidemann und Walscheid fuhren am Dienstag bei der WM im Mannschaftszeitfahren mit Start und Ziel in der schottischen Großstadt nach einer enormen Energieleistung auf Rang drei. Das deutsche Sextett musste sich in 55:07,51 Minuten nur der Schweiz und Frankreich geschlagen geben.

„Wir haben das Optimum herausgeholt, das Maximum an Tempo und Technik“, freute sich der 1,99 m große Walscheid nach dem anspruchsvollen Kurs über 40,3 km: „Wir sind sehr gut zusammengefahren und können mit Bronze sehr zufrieden sein.“ Der Rückstand auf Weltmeister Schweiz betrug 51,31 Sekunden.

Die deutsche Mannschaft agierte hochkonzentriert, auf dem kurvigen und engen Kurs durch Glasgow erlaubte sie sich nahezu keinen Fehler. Anders die Konkurrenz: Dem italienischen Team, nach der Hälfte noch deutlich vor Deutschland, sprang eine Kette ab. Das ambitionierte Australien musste einen Sturz verkraften.

„Wir sind hierhergekommen, um um eine Medaille zu fahren“, erklärte der frühere Topsprinter und deutsche Teamchef Andre Greipel: „Der dritte Platz war das Ziel, und das hat geklappt. Es war ein ausgeglichenes Team, sie haben gut harmoniert. Wir haben die richtigen Fahrer nominiert.“

„Wir sind unser Tempo gefahren“, sagte Bauernfeind, die erst Ende Juli Gesamt-Neunte bei der Tour de France Femmes geworden war: „Wir wussten, dass andere Nationen stark sind. Wir wissen aber auch, was wir können.“

Der noch junge Wettbewerb scheint den Deutschen zu liegen. 2021 hatte Deutschland im letzten Karriererennen von Tony Martin die Goldmedaille gewonnen. Im belgischen Brügge waren damals schon Walscheid und Klein dabei gewesen. Bei der Premiere vor vier Jahren sicherte sich die deutsche Equipe Silber.