Oklahoma weiter nicht zu stoppen

„Sweet 16“ und die nächsten Bestmarken für die Oklahoma City Thunder: Der NBA-Champion ist auch ohne den derzeit fehlenden Isaiah Hartenstein weiter nicht zu stoppen.

Mit einem 138:89 über die Phoenix Suns zog das Team um den kanadischen Topstar Shai-Gilgeous Alexander ins Halbfinale des NBA Cups ein, dort wartet nach dem 16. Erfolg in Serie nun ein Aufeinandertreffen mit den Los Angeles Lakers oder den San Antonio Spurs.

Zugleich egalisierte OKC mit Topscorer Gilgeous Alexander (28 Punkte), der im 96. Spiel in Folge mindestens 20 Punkte erzielte, den bis dato besten Saisonstart der Golden State Warriors aus der Saison 2015/16. Auch das Team um Topstar Stephen Curry schaffte damals 24 Siege aus den ersten 25 Partien der Spielzeit.

„Es fängt mit dem Standard an, den wir haben. Es geht weiter mit dem Respekt und der Freude, das gemeinsam zu schaffen“, sagte Center Chet Holmgren, der mit 24 Punkten überzeugte: „Es gipfelt alles darin, einfach zu versuchen, aus jeder Erfahrung zu lernen. Ob gut oder schlecht, ob knappes Spiel, hoher Sieg oder was auch immer es sein mag.“

OKC wird weiter alles daran setzen, die Serie auszubauen. Womöglich bald wieder mit Hartenstein, der seit Ende November wegen einer Muskelzerrung in der rechten Wade ausfällt.

Lakers-Abreibung gegen OKC „kein Grund zur Sorge“

Am Mittwoch bekamen die Los Angeles Lakers vom NBA-Titelverteidiger eine kleine Lehrstunde erteilt. Bei der 92:121-Pleite gegen die Oklahoma City Thunder wurden dem Team aus der Stadt der Engel gerade in der ersten Halbzeit die Grenzen aufgezeigt. Dass OKC so überlegen war, bereitet Luka Doncic aber keine Kopfschmerzen.

„Das war definitiv nicht unser bestes Spiel. Wahrscheinlich eines der schlechtesten in dieser Saison“, bilanzierte der 26-Jährige nach dem Auftritt seines Teams im Paycom Center. Er stellte jedoch auch die Qualität des Gegners heraus: „Sie haben einen tollen Job gemacht. Ich finde, sie haben mich alle super verteidigt. Sie sind nicht ohne Grund Meister, das haben sie heute gezeigt.“

Oklahoma City Thunder hielt den Slowenen bei seinem Saisontief von 19 Punkten. Hinzu kamen 7 Assists und 7 Rebounds. Doncic traf nur 7 7/20 aus dem Feld, von Downtown gerade mal 1/7. In 33 Minuten auf dem Court war der Superstar darüber hinaus für 4 Turnover verantwortlich.

OKC-Klatsche „eine große Motivation“ für die Lakers

Bereits zur Halbzeit lagen die Lakers mit 30 Zählern hinten. Einen solchen Rückstand nach zwei Vierteln hatte Doncic in seinen acht Jahren in der besten Basketball-Liga der Welt bislang noch nie erlebt.

„Das ist kein Grund zur Sorge“, gab der Guard mit Blick auf den deutlichen Leistungsunterschied zu Protokoll: „Ich denke, es ist eher eine große Motivation. Sie waren aus gutem Grund Meister, und das ist eine große Motivation. Sie sind meiner Meinung nach noch besser in das Jahr gestartet als letzte Saison. Es ist ein großer Antrieb für uns, sie zu stoppen.“

Die Lakers (8-4) rutschten durch die zweite Niederlage aus den letzten drei Spielen in der Western Conference auf den fünften Platz ab. OKC führt den Westen mit 12 Siegen bei nur einer Niederlage an, dahinter folgen die Denver Nuggets (9-2).

„Bedeutet mir viel“: Hartenstein auf Nowitzkis Spuren

Basketball-Nationalspieler Isaiah Hartenstein sieht es als eine große Ehre, in den NBA-Finals auf Dirk Nowitzkis Spuren wandeln.

„Es bedeutet mir viel, wenn du da drüben aufgewachsen bist und gesehen hast, wie weit es Nowitzki gebracht und wie er den Titel gewonnen hat“, sagte der Profi des klaren Favoriten Oklahoma City Thunder vor dem ersten Finalspiel in der Nacht zum Freitag (02:30 Uhr MESZ) gegen die Indiana Pacers.

14 Jahre nach Nowitzkis Meisterschaft mit den Dallas Mavericks kann Hartenstein als zweiter Deutscher die Larry O’Brien Trophy gewinnen. Darüber hinaus hatten bislang nur Detlef Schrempf (1996), Daniel Theis (2022) und im Vorjahr Maximilian Kleber in der Finalserie gestanden.

Hartenstein ist daher stolz, „jetzt in dieser Situation zu sein, nicht nur für Oklahoma City und den eigenen Namen auf der Rückseite des Trikots, sondern auch für mein Heimatland zu spielen“.

Hartenstein wurde als Sohn des früheren Bundesligaprofis Florian Hartenstein und einer US-Amerikanerin in Eugene/Oregon geboren, die Familie zog 2009 nach Deutschland um. 2018 gab der heute 27-Jährige sein NBA-Debüt für die Houston Rockets.

Nach einigen weiteren Stationen gelang ihm bei den New York Knicks (2022 bis 2024) der Durchbruch, bevor OKC den Center im vergangenen Sommer verpflichtete.

Der Kontakt nach Deutschland riss jedoch nie ab, Ende des Vorjahres war Hartenstein beim Bundesligisten ratiopharm Ulm als Investor eingestiegen. Und auch im NBA-Stress verfolgt er die Spiele des Klubs, der aktuell im BBL-Halbfinale gegen die FIT/One Würzburg Baskets steht.

„Ich versuche, so viel wie möglich zu schauen. Für mich ist es ein bisschen schwerer hier. Ich gucke die Spiele immer am nächsten Tag an“, sagte Hartenstein.

 

Oklahoma gewinnt NBA-Kracher gegen Boston Celtics

Die Oklahoma City Thunder haben ihre herausragende Form in der NBA auch gegen die Boston Celtics unter Beweis gestellt und den Titelverteidiger in dessen Halle besiegt.

Das 118:112 war der 17. Sieg aus den vergangenen 18 Spielen für den Tabellenführer der Western Conference, bei dem Isaiah Hartenstein in dieser Partie von der Bank kam und elf Punkte beisteuerte.

Für viele Experten ist das Duell OKC gegen Boston ein wahrscheinliches Szenario für die NBA-Finals, entsprechend viel Bedeutung wurde der Partie im TD Garden beigemessen.

Oklahoma City zog früh davon, für Boston ging es darum, im Spiel zu bleiben. Beim 98:98 im Schlussviertel glaubten die Heim-Fans zwar wieder an ein Ausrufezeichen ihrer Mannschaft, doch die folgenden acht Punkte erzielte alle OKC, danach war die Partie gefühlt entschieden.

Shai Gilgeous-Alexander erzielte 34 Punkte, Hartenstein-Ersatz Chet Holmgren kam auf 23 Punkte und 15 Rebounds. Bei den Celtics war Jayson Tatum mit 33 Punkten der beste Werfer, Jaylen Brown kam auf zehn Zähler und traf lediglich 5 seiner 15 Versuche.

Bei der Partie der Houston Rockets gegen die Phoenix Suns sorgten Steven Adams (Rockets) und Mason Plumlee (Suns) für etwas Aufregung – sie wurden nach einer Rangelei disqualifiziert.

Die beiden Center hielten sich zunächst beide umklammert, ehe sie zu Boden gingen und von Mitspielern und Betreuern getrennt wurden. „Wir haben uns etwas verhakt“, sagte Plumlee danach. Die Suns verloren die Partie 104:111.