Gute Nachrichten für DBB-Team

Basketball-Nationalspieler Justus Hollatz ist eine knappe Woche nach seiner Knöchelverletzung zurück im Mannschaftstraining und dürfte Deutschland bei der Weltmeisterschaft in Japan schon in der Vorrunde wieder zur Verfügung stehen.

Der 22-Jährige stieg am Mittwoch wieder ins Training ein, wie Bundestrainer Gordon Herbert im Teamhotel in Okinawa berichtete. Ob Hollatz am Freitag (14.10 Uhr/Magentasport) gegen Co-Gastgeber Japan direkt zum Einsatz kommt, ließ der 64 Jahre alte Herbert aber noch offen. Hollatz hatte sich in Abu Dhabi beim Sieg über Griechenland verletzt und deshalb den letzten Test gegen die USA verpasst.

Da Japan als der einfachste der drei Gruppengegner gilt, sollte sich der EM-Dritte zum Start der WM keinen Fehler erlauben. „Ich hoffe, dass unser Team bereit ist. Wir haben noch Arbeit vor uns, wir haben noch Raum für Verbesserungen. Wir werden sicher besser, je länger das Turnier dauert“, sagte Herbert. Im weiteren Verlauf der Gruppenphase geht es am Sonntag gegen den Olympia-Dritten Australien und am Dienstag gegen EM-Viertelfinalist Finnland. Nur die beiden besten Teams der Vierergruppe erreichen die Zwischenrunde, die ebenfalls in Okinawa stattfindet.

Basketball-Bundestrainer Gordon Herbert hat seinen Kapitän Dennis Schröder gestärkt und dessen Qualitäten betont.

„Dennis ist ein überragender Anführer. Er zieht eine Menge Stolz daraus, Kapitän zu sein. Er zieht eine Menge Stolz daraus, sein Land zu repräsentieren“, sagte Herbert der „Deutschen Presse-Agentur“ vor dem WM-Auftakt im japanischen Okinawa.

Das deutsche Team um Aufbauspieler Schröder ist am Freitag (14.10 Uhr) im ersten Vorrundenspiel gegen Co-Gastgeber Japan gefordert.

Der 64 Jahre alte Herbert hatte Schröder erst im Vorjahr zum Kapitän gemacht. Der 29-Jährige wurde damit Nachfolger des inzwischen aus dem Nationalteam verabschiedeten Routiniers Robin Benzing.

In diesem Sommer stärkte Herbert seinen Spielführer erneut, als er sich im Zwist mit Maximilian Kleber klar hinter Schröder stellte. „Dennis und Jo (Voigtmann) führen an, aber es gibt viele Spieler, die vorangehen“, sagte Herbert über die Konstellation beim EM-Bronzegewinner des Vorjahres. Als Ziel für die WM gibt der Coach eine Medaille aus.

DBB-Team vor der ultimativen Herausforderung

Kapitän Dennis Schröder versteckte seine müden Augen nach der Ankunft in Dubai hinter einer Sonnenbrille. Gegen 22.30 Uhr waren die deutschen Basketballer am Mittwoch nach sechs Stunden Flug gelandet, ehe es mit dem Bus 150 Kilometer weiter nach Abu Dhabi ging. Dort, mitten in der Wüste, bitten unter anderem die USA die Medaillenjäger von Bundestrainer Gordon Herbert zur kniffligen WM-Generalprobe.

Ein „sehr, sehr guter Test“, so Schröder, seien die finalen Testspiele gegen Griechenland am Samstag und einen Tag später gegen den US-amerikanischen WM-Topfavoriten (beide 18.00 Uhr/Magenta Sport). Gerade im Duell mit den Amerikanern, so der deutsche Anführer, „können wir uns auch nochmal messen und gucken, wie sie spielen.“ Schröder freue sich ebenfalls auf die Spiele, „um natürlich auch zu sehen, wo wir sind.“

Auf dem Weg zur Weltmeisterschaft in Japan, Indonesien und auf den Philippinen sah die deutsche Mannschaft mit bislang drei Siegen aus vier Testspielen vielversprechend aus, gerade Schröder und Franz Wagner glänzten zuletzt. In Abu Dhabi will Herbert jedoch an den defensiven Baustellen arbeiten, die sich auch bei der 112:113-Niederlage gegen Kanada im Supercup-Finale in Hamburg am vergangenen Sonntag offenbart hatten. „Wir haben zwei Trainingstage, da wollen wir besser werden“, sagte der Coach.

Fünf Tage vor dem WM-Auftakt gegen Gastgeber Japan in Okinawa sind die USA am Sonntag so etwas wie die ultimative Herausforderung. Freilich sind die Superstars wie LeBron James, Kevin Durant und Stephen Curry nicht dabei, dafür aber hochveranlagte NBA-Talente wie Anthony Edwards oder auch in Jaren Jackson Jr. der amtierende Defensive Player of the Year der besten Basketball-Liga der Welt.

Es ist dennoch offensichtlich, dass die WM in Übersee keinesfalls den gleichen Stellenwert hat wie Olympia, wenn sich die Superstars um einen Kaderplatz reißen.

Und dies scheint auch in anderen Ländern so zu sein, die Absagenflut der ganz großen Namen vor der WM ist bemerkenswert. Während Griechenlands Aushängeschild Giannis Antetokounmpo nach einer Knie-OP noch nicht fit ist, muss Serbien auf den nach der Meister-Saison ausgelaugten NBA-MVP Nikola Jokic von Denver Nuggets verzichten. Frankreichs Supertalent Viktor Wembanyama bereitet sich derweil lieber auf sein NBA-Debüt vor – und am Mittwoch sagten auch noch die verletzten Starspieler Jamal Murray (Kanada) und Kristaps Porzingis (Lettland) ab.

Wagner und Schröder „ein zweiköpfiges Monster“

Basketball-Bundestrainer Gordon Herbert hat Shootingstar Franz Wagner nach seinem starken Auftritt gegen Kanada gelobt.

„Natürlich ist er ein wichtiger Spieler für uns. Einer der besseren Spieler im FIBA-Basketball. Mit ihm und Dennis (Schröder/d. Red.) haben wir so etwas wie ein zweiköpfiges Monster“, sagte Herbert am Mittwoch nach dem 86:81 (50:34)-Sieg im zweiten WM-Test gegen Kanada in Berlin.

Wagner, der mit seinem Bruder Moritz erstmals in seiner Geburtsstadt für Deutschland spielte, war mit 18 Punkten bester deutscher Werfer – und genoss den Auftritt in der alten Heimat. „Es war sehr cool. Ich hatte ein paar Mal Gänsehaut. Beim Warm-Up, als ich hier rausgelaufen bin“, sagte der 21-Jährige, der gemeinsam mit seinem Bruder bei den Orlando Magic in der NBA spielt.

Nach dem Erfolg gegen Kanada geht es für Wagner und Co. am Wochenende zum Supercup nach Hamburg, an dem außerdem China, Neuseeland und erneut Kanada teilnehmen. Bevor am 25. August die WM-Gruppenphase für die Deutschen in Okinawa mit dem Duell gegen den japanischen Gastgeber beginnt, muss der Bundestrainer jedoch noch den Kader von aktuell 14 auf zwölf Spieler reduzieren.

Laut Herbert könnte eine Entscheidung bereits am Donnerstag fallen – oder aber auch erst in Hamburg. „Meine Idee ist, so schnell wie möglich auf zwölf Spieler zu kommen und das Team zu formen“, sagte der Kanadier. Nach Ende des Supercups am kommenden Sonntag wird die Mannschaft zwei Tage frei bekommen, ehe es für die letzten beiden Testspiele gegen Griechenland und die USA (19./20. August) nach Abu Dhabi geht.

DBB-Kapitän Dennis Schröder verpasst erstes Medientraining

Basketball-Kapitän Dennis Schröder verpasst das erste Medientraining der deutschen Nationalmannschaft.

Der 29-Jährige habe von Bundestrainer Gordon Herbert „wegen einer familiären Angelegenheit“ für die Einheit am Donnerstag in Bonn freibekommen, wie der Deutsche Basketball Bund (DBB) mitteilte. „Dennis wird also leider nicht vor Ort sein“, hieß es von Verbandsseite weiter. Schröder steht damit im Telekom Dome auch nicht für Interviews zur Verfügung.

Die Kontroverse zwischen Kapitän Schröder und Maximilian Kleber hatte zuletzt für einige Aufregung gesorgt. Schröder hatte Kleber in einem Podcast kritisiert, daraufhin hatte der Profi der Dallas Mavericks seinen WM-Start für das Turnier in Asien (25. August bis 10. September) abgesagt. Der Verband und Chefcoach Herbert stärkten Schröder.

Bereits im Juli war eine Pressekonferenz mit Schröder in Berlin kurzfristig ausgefallen. Damals musste der Aufbauspieler kurzfristigen Verpflichtungen bei seinem neuen NBA-Club Toronto Raptors nachkommen. Am Samstag (19.00 Uhr/Magentasport) steht für die deutschen Basketballer in Bonn gegen Schweden das erste WM-Vorbereitungsspiel auf dem Programm. Ein Jahr nach EM-Bronze ist eine Medaille bei der WM das nächste Ziel.

 

Gießen landet „echten Coup“: Benzig kommt in die 2. Liga

Der frühere Nationalmannschaftskapitän Robin Benzing (34) kehrt nach Deutschland zurück und spielt künftig in der 2. Basketball-Liga (ProA) für die JobStairs Giessen 46ers. Das gaben die Mittelhessen bekannt. Benzing erhält einen Vertrag bis 2025.

„Die 46ers sind ein Verein mit langreichender Tradition und herausragenden Fans. Auch die hohen Ambitionen der 46ers mit Hinblick auf die erste Liga waren ein ausschlaggebender Punkt für mich“, sagte der 167-malige Nationalspieler.

46ers-Coach Frenki Ignatovic, der Benzing bereits als 17-Jährigen trainiert hatte, meinte: „Dass sich nun unsere Wege in Gießen wieder kreuzen, macht mich sehr glücklich. Mit der Verpflichtung haben wir einen echten Coup gelandet.“

Benzing hatte zuletzt für Atletico Penarol in Uruguay gespielt, davor hielt er sich bereits in Gießen fit. Der Routinier gehörte im Vorjahr bei der Heim-EM nicht zum Kader des Deutschen Basketball Bundes (DBB), der die Bronzemedaille holte. Das Kapitänsamt verlor Benzing an NBA-Profi Dennis Schröder.

Nach seinem Aus im Rennen um einen Platz im EM-Aufgebot hatte sich der gebürtige Hesse Benzing im vergangenen Sommer bei den 46ers fitgehalten. Danach folgte der Wechsel nach Südamerika. Benzing hat in der Bundesliga (BBL) für Ulm, München und Würzburg gespielt. Es folgten Engagements in Spanien (Saragossa) und Italien (Bologna). Die Gießener waren 2022 zum zweiten Mal aus der Bundesliga abgestiegen.

DBB reagiert auf WM-Absage von Kleber

Nach der Kritik von NBA-Star Dennis Schröder an Nationalmannschaftskollege Maximilian Kleber hat es zwischen den beiden Basketballprofis eine Aussprache gegeben.

„Dabei ist intern alles geklärt worden“, teilte der Deutsche Basketball Bund in einem knappen Statement mit.

Kleber hatte bekannt gegeben, auch aufgrund der heftigen Äußerungen von Teamkapitän Schröder auf eine Teilnahme an der WM in Asien im kommenden Monat zu verzichten.

„Letztlich hat sich Maximilian Kleber so entschieden, wie er es in seinem Statement zum Ausdruck gebracht hat. Dem ist nichts hinzuzufügen“, hieß es vom DBB auf der eigenen Webseite: „An der Situation können wir jetzt nichts mehr ändern, schauen aber natürlich positiv nach vorne.“

In der recht unterkühlten Mitteilung sind keine Worte des Bedauerns über den Fall zu lesen. Stattdessen geht aus den zwei Absätzen hervor, dass der 29 Jahre alte Schröder weiterhin Kapitän des Teams bleibt.

„Wir werden das Trainingslager in Bonn am 31. Juli 2023 mit einer hoch motivierten Mannschaft um Mannschaftskapitän Dennis Schröder in Angriff nehmen und freuen uns dann sehr auf die Testspielphase in Bonn, Berlin, Hamburg und Abu Dhabi sowie auf den World Cup 2023 in Okinawa/Japan“, hieß es.

Die jüngsten „unglücklichen und unangebrachten öffentlichen Äußerungen“ über seine Person hätten zu 100 Prozent deutlich gemacht, dass er im Nationalteam nicht uneingeschränkt willkommen sei“, wurde Kleber in einer Stellungnahme von der Zeitung „Main-Post“ zitiert. „Es ist nicht mein Ziel, die gute Chemie im Team des letzten Sommers zu zerstören. Ich möchte auch nicht zu einer Quelle der Ablenkung werden. Deshalb habe ich beschlossen, dass es für alle Beteiligten das Beste ist, wenn ich nicht spiele.“

Damit reagierte Kleber auf die Kritik von Schröder, der im Podcast „Got Nexxt“ sein Missfallen über die Nominierung von Kleber geäußert hatte, weil dieser für die EM im Vorjahr abgesagt hatte.

Schröder bemängelte, mit welcher Begründung der damals unter Knieproblemen leidende Kleber von den Dallas Mavericks Chefcoach Gordon Herbert abgesagt haben soll.

Karriereende? LeBron James bezieht Stellung

Superstar LeBron James will seine Karriere in der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA fortsetzen.

„Es ist mir egal, wie viele Punkte ich noch mache oder was ich auf dem Parkett kann oder nicht kann“, sagte James am Mittwochabend in seiner Rede bei den Espys: „Die eigentliche Frage für mich ist: Kann ich spielen, ohne dieses Spiel zu betrügen? An dem Tag, an dem ich auf dem Parkett nicht mehr alles geben kann, ist es mit mir vorbei. Zum Glück für euch Jungs ist dieser Tag nicht heute.“

Zuletzt hatte James nach dem Aus in den Play-offs mit seinen Los Angeles Lakers selbst die Spekulationen über einen Rücktritt angeheizt. „Ich muss über vieles nachdenken“, hatte der 38-Jährige Ende Mai gesagt, „ich muss darüber nachdenken, wie es für mich persönlich mit dem Basketball weitergehen soll“. Er stelle sich diese Frage am Ende der Saison „schon seit ein paar Jahren“, ergänzte er nun. Nur habe er noch „nie offen darüber gesprochen“.

Nach reiflicher Überlegung habe er auch diesmal gemerkt, „ja, ich habe noch etwas übrig. Eine Menge“, betonte der viermalige NBA-Champion. Auch die Beobachtung seiner Basketball spielenden Kinder habe ihn zum Weitermachen ermutigt: „Wenn ich diese Kinder sehe, weiß ich sofort wieder, warum ich spiele. Diese Kinder bringen mich dahin zurück, wo ich sein muss, nämlich zur reinen Liebe zu diesem schönen Spiel.“ Sein ältester Sohn Bronny James spielt derzeit am College und könnte 2024 in die NBA aufrücken.

LeBron James war bei den Espys für das Brechen des NBA-Punkterekords von Kareem Abdul-Jabbar geehrt worden.

Nada-Vorgehen gegen BBL-Star sorgt für Verwunderung

Das Vorgehen der Nationalen Anti-Doping Agentur (Nada) bei den Ermittlungen gegen Basketball-Profi Karim Jallow löst bei dessen Verein ratiopharm Ulm Unmut aus.

„Wir als Club haben bislang keinerlei Informationen von offizieller Seite bekommen“, sagte der Sportdirektor des deutschen Meisters, Thorsten Leibenath. „Wir sind nicht am Verfahren beteiligt und insofern auch nicht in der Lage, weitere Kommentare abzugeben. Wir sind allerdings darüber verwundert, dass die Nada die Medien über ein laufendes Verfahren unter Nennung des Namens informiert, ohne dass bereits klargestellt ist, ob überhaupt ein Meldepflichtverstoß vorliegt.“

Die Nada prüft, ob Jallow in der Saison 2021/22 gegen die Standards für Meldepflichten verstoßen hat. Der 26 Jahre alte Nationalspieler gehört zu einem Pool von Athleten und Athletinnen, die quartalsweise im Voraus unter anderem angeben müssen, wo sie pro Tag eine Stunde für einen Test anzutreffen sind.

Drei Meldepflicht- und Kontrollversäumnisse

Wie die Nada bestätigte, leitete sie ein Verfahren aufgrund von drei Meldepflicht- und Kontrollversäumnissen ein. Das Verfahren ist laut Nada anhängig.

Sollten Jallow Verstöße nachgewiesen werden, droht dem Flügelspieler eine zweijährige Sperre, die je nach Grad des Verschuldens bis auf ein Jahr reduziert werden kann.

Jallows Berater wollte sich auf Nachfrage der „Deutschen Presse-Agentur“ nicht äußern, „da es sich um ein schwebendes Verfahren handelt“. Der Spieler selbst habe dem Verein aber bestätigt, dass er in der abgelaufenen Meistersaison mehrfach vorschriftsmäßig für Dopingtests angetroffen worden sei und diese allesamt negativ gewesen seien.

Alba erhält EuroLeague-Startplatz

Alba Berlin darf auch in der kommenden Saison neben Bayern München in der Basketball-EuroLeague spielen, der deutsche Meister ratiopharm Ulm ist wie erwartet nicht in der „geschlossenen Gesellschaft“ der 18 europäischen Eliteklubs dabei. Die Gesellschafter der EuroLeague erteilten Alba erneut eine Wildcard, die schon in den vergangenen beiden Jahren die Eintrittskarte des Klubs in den Wettbewerb gewesen war.

Die Bayern zählen hingegen zu den zwölf Klubs, die über eine dauerhafte Lizenz zu den insgesamt 18 teilnehmenden Teams am wichtigstem europäischen Vereins-Format gehören.

Sportlich hatte Alba die Wildcard in der vergangenen Saison mit 23 Niederlagen in 34 Spielen als Tabellen-16. nicht gerechtfertigt. Die Bayern waren mit der gleichen Bilanz 15. geworden. In der abgelaufenen Bundesliga-Spielzeit waren die Bayern im Halb-, die Berliner schon im Viertelfinale ausgeschieden.

Meister Ulm geht in der neuen Saison wie auch die Hamburg Towers im unterklassigen Eurocup an den Start, auch in diesem werden die Startplätze nicht nach dem Abschneiden in den lokalen Ligen vergeben. Vize Telekom Baskets Bonn spielt als Titelverteidiger in der Champions League, dorthin kann die Bundesliga wie auch in den Europe Cup Teams nach sportlichen Gesichtspunkten entsenden.

Ulm will Krönung für „den Kutscher“

Diesen einen Sieg auf dem Weg zum größten Erfolg der Vereinshistorie wollen sie bei Ratiopharm Ulm ihrem „Kutscher“ widmen.

Inmitten der spektakulärsten Basketball-Tage der jüngeren Vergangenheit wurde der Klub durch den plötzlichen Tod seines langjährigen Betreuers Andi Klee jäh aus seiner Heiterkeit gerissen – und durchlebt deshalb derzeit größte emotionale Extreme.

Vor dem vierten Bundesliga-Finale gegen die Telekom Baskets Bonn am Freitag (20:30 Uhr) ist deshalb klar, für wen sie den finalen Schritt zur ersehnten Titelpremiere gehen wollen. „Kutscher noch ein Sieg“, twitterte Vereinsboss Thomas Stoll, er fügte vier weinende Emojis und ein Foto von einer Gedenkstätte an.

Das furiose 112:84 gegen überforderte Bonner hatte nicht nur die enorme Reife des Überraschungsteams von Trainer Anton Gavel, sondern auch eine verrückte Bandbreite an Emotionen gezeigt.

Vor Beginn wurde die Halle für eine Schweigeminute abgedunkelt. In der ausverkauften Arena wurde es nicht nur komplett still, auch viele sehr betretene Gesichter waren zu sehen.

„Der Ulmer Basketball verliert viel mehr als einen Mitarbeiter, wir verlieren ein Stück Seele, Herz und Leidenschaft. Mach’s gut Kutscher“, schrieb der Klub. Klee war nach der Halbfinal-Serie gegen den FC Bayern tot in seinem Dienstzimmer gefunden worden.

Nach der Schweigeminute wich die Trauer dem Trubel, der bei einem Basketball-Spektakel in der extrem lauten Ratiopharm-Arena aufkam. „Das war die beste Leistung, die Ulm in dieser Saison gezeigt hat“, sagte Topscorer Karim Jallow, nachdem 40 Minuten lang quasi alles geklappt hatte.

Die starke Bonner Defensive zerfiel komplett, der bis zur Finalserie in 25 Ligaspielen ungeschlagene Favorit sah hilflos aus. „Wir haben die schlechteste Saisonleistung gezeigt. In so einem wichtigen Spiel ist es natürlich enttäuschend“, kritisierte Bonns Trainer Tuomas Iisalo.

Es sieht so aus, als könnte Ulm nach Meister Alba Berlin (3:1) und Pokalsieger FC Bayern (3:0) auch Champions-League-Sieger Bonn besiegen und damit eine der größten Überraschungen der jüngeren Basketball-Vergangenheit perfekt machen. Trainer Gavel, der als Profi schon deutscher Meister wurde, war inmitten des Ulmer Wahnsinns noch keine Begeisterung anzumerken.

„Es ist nur ein Sieg. Wir brauchen immer noch einen. Es gibt nichts mehr, wofür wir uns schonen sollten“, sagte Gavel. Ein mögliches Spiel fünf am Sonntag (15.00 Uhr) bei heimstarken Bonnern will Ulm nun aber unbedingt verhindern.